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Autor: Möbelfertigung

Hausmesse mit 3.800 qm mehr Ausstellungsfläche

Viel hat sich getan bei Nolte Küchen: Wo im letzten Jahr noch eine Baustelle war, präsentiert das Unternehmen nun ein um rund 3.800 Quadratmeter erweitertes Ausstellungszentrum, das Nolte Forum. Zur Küchenmeile vom 18. bis 24. September können Besucher komplett neu gestaltete Themenbereiche erkunden, die nicht nur die Innovationen der kommenden Saison, sondern das gesamte Produktspektrum abbilden und reichlich Inspiration bieten. Nolte Küchen freut sich auf zahlreiche Anmeldungen und einen regen Austausch. Geschäftsführer Eckhard Wefing kann es kaum erwarten: „Über ein Jahr lang haben uns die Bauarbeiten auf dem Firmengelände in Löhne auf Trab gehalten. Schon bei der letzten Hausmesse hat das bei unseren Besuchern für große Neugier gesorgt. Nun ist es endlich soweit. Wir sind stolz und freuen uns darauf, unseren Gästen ein neues Ausstellungskonzept mit attraktiven Themenbereichen präsentieren zu dürfen. Immerhin haben wir jetzt mehr als doppelt so viel Platz!“

Das Nolte Forum feiert nicht nur das Leben in der Küche, sondern auch die Lust am Wohnen, die durch die Pandemie und den Fokus auf zuhause noch einmal verstärkt wurde. Die neuen Themenbereiche umfassen deshalb auch Bäder von Nolte SPA und zeigen attraktive Wohnwelten für unterschiedliche Lebenssituationen. Dazu Eckhard Wefing: „Wir möchten unsere Partner nicht nur informieren, sondern vor allem auch inspirieren. Dabei ist uns ganz wichtig, eine einladende Atmosphäre zu schaffen, in der Besucher sich wohlfühlen und gerne austauschen, um neue Ideen und Impulse mit nach Hause zu nehmen. Das Nolte Forum ist ein Ort der Kommunikation, an dem es jede Menge zu entdecken gibt.“

In der erweiterten Ausstellung bekommen Landhausküchen einen eigenen Bereich. Tiny Kitchens und Hauswirtschaftsräume sind ebenfalls präsent. Außerdem gibt es Anregungen für die Gestaltung eines Nolte Stores – und noch einiges mehr.

Täglich ab 9 Uhr führt Team von Nolte Küchen Gäste nach Voranmeldung durch das Nolte Forum. Nach aktuellem Stand wird die Veranstaltung mit Hygienekonzept und unter Berücksichtigung dann geltender Auflagen durchgeführt.

Kreislaufwirtschaft ist kein Fernziel

Nehmen, verbrauchen, wegschmeißen. Seit Jahrzehnten wird die Matratze nach diesem Prinzip designt, gefertigt, entsorgt. Am Ende ihres Lebens landet sie meist auf der Deponie oder wird verbrannt. Höchste Zeit für ein Umdenken in der Branche, finden Inga Arling, ­Category Manager bei Auping, Ronja Zoppke, Senior International Product Manager Matresses bei Recticel, Job Dröge, Managing Director bei Innofa und Uli Hammer, Group Sales Direktor Technical Textiles der Müller Textil GmbH. Im Gespräch mit „möbelfertigung“-­Chefredakteur Tino Eggert skizzieren sie die Zukunft der Matratze.
möbelfertigung: Was ist Kreislaufwirtschaft und warum reicht Recycling nicht aus?
Inga Arling: Recycling ist wohl jedem klar. Aber die überwältigende Mehrzahl an Produkten kann nur zu einem qualitativ schlechteren Produkt oder Material wiederverwertet werden. In der Kreislaufwirtschaft sollen die verwendeten Materialien aber immer wieder für Produkte gleicher Qualität genutzt werden. Es darf also keinen Wertverlust geben. Das ist die große ­Herausforderung, mit der wir uns alle gemeinsam befassen müssen.
Ronja Zoppke: Das ist bei Matratzen eben auch besonders schwierig, weil eine Vielzahl von Materialien eingesetzt wird. Recycling bei einer Plastikflasche versteht jedes Kind aber bei einer Matratze sind allein schon die Stoffe so miteinander verwoben, dass sie Stand jetzt nicht recycelt werden können. Man muss sich also ganz neu überlegen, wie Matratzen designt und hergestellt werden müssen, damit sie in einzelne Materialströme unterteilt werden können.
Wir bei Schlaraffia, beziehungsweise Rec­-ticel, verteufeln aber downcycling nicht, denn wir haben zuletzt sehr viel darüber gelernt. In Frankreich haben wir einen Partner aus der Verwertung, mit dem wir alte Matratzen zurücknehmen und zu Isolierung verwerten können. Die Matratzenkerne werden dabei geschreddert und zu Thermoverbundschaum gemacht. Das ist natürlich nicht die gleichwertige Zirkularität, die wir anstreben doch wir haben dabei gelernt, wie Matratzen zur Verwertung aufgebaut werden müssen und wie man die richtigen Partner findet. Wir müssen aber eben noch weitergehen. Allerdings einen Schritt nach dem anderen, denn anders kann die jetzt noch komplett fehlende Infrastruktur nicht entstehen.
Inga Arling: Richtig. Der logistische Hintergrund fehlt noch. Daher empfehle ich einen mehrgleisigen Ansatz: Die Matratzen, die jetzt im Umlauf sind müssen noch über viele Jahre mit down­cycling wie in dem eben genannten Beispiel verwertet werden. Wir müssen aber eben auch die zukunftsfähigen Alternativen im Auge behalten, damit schon bei der Produktion der Halbfabrikate
an die Verwertbarkeit gedacht wird. Und auch das muss gemeinschaftlich entstehen.
Uli Hammer: Das ist einfach ein langer Prozess. Das Ziel soll ja sein, dass man aus einer alten Matratze eine neue Matratze herstellen kann. Wir bei Müller Textil arbeiten seit sechs oder sieben Jahren an dem Thema. Aber eine Matratze besteht aus sehr vielen Materialien und die Hersteller dieser Materialien werden alle zusammenarbeiten müssen.
Job Dröge: Bei uns werden Textilien schon lange wiederverwendet. Kleidung kann ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft auch wieder zu Kleidung werden. Selbst Baumwolle kann mittlerweile komplett auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt werden. Materialien wie Polyester sind viel komplizierter. Und ein zusätzliches „Problem“ ist, dass neues Polyester so günstig ist, dass es bisher eigentlich keinen Anreiz zur Wiederverwertung gab.

Den kompletten Bericht lesen Sie in der Ausgabe 4/2021 der „möbelfertigung“, die Mitte Juli erscheint.
Außerdem in der Ausgabe: Philipp Blum über Rohstoffe und Lieferketten, Leitz und Hunger erklären das Quattrofügen, Besuch in Continentals Technologie-Zentrum bei Freiburg, Kommentar der F&E-Profis von Adler Lacke über antibakterielle Oberflächen, Sascha Kostros und Dieter Baumanns von Impress über aktuelle Veränderungen im Unternehmen, Daniele Merla über die Deutschland-Pläne von Mauro Saviola, Claudia Küchen und Sabrina Wieland von Schattdecor über Designtrends, Max Betzler und Wolfgang Moyses von Surteco über neue Strategien, wie Frisia-Möbelteile besonders Oberflächenschonende Roboter nutzt, warum Kraft Maschinenbau Becker Sondermaschinenbau übernommen hat und noch viel viel mehr.

Außerdem: Die große Übersicht der Dekor-Spezialisten und die große Übersicht der Werkstoff-Spezialisten.

„Domotex“ 2022

Will mit dem Leitthema „Cover new ground“ neue Wege gehen

„Cover new ground“ prägt als Leitthema die „Domotex“ 2022, die vom 13. bis 16. Januar ihre Tore in Hannover öffnet. Aktueller denn je beschäftigt sich das Leitthema mit den Fragestellungen rund um gesundes, natürliches und nachhaltiges Leben in unseren Arbeits- und Wohnräumen. „Cover new ground“ steht aber auch für einen Perspektivwechsel, indem die Weltleitmesse für Teppiche und Bodenbeläge alle Teilnehmenden der 33. Auflage dazu einlädt, einen neuen Blickwinkel auf das zentrale Raumelement Boden einzunehmen. Neue Einsatzbereiche, Trends und Innovationen gilt es auf der „Domotex“ zu entdecken. Schon sechs Monate vor der „Domotex“ 2022 sind bereits 95 Prozent der Hallenfläche vermietet. Veranstalter wie Aussteller:innen zeigen sich optimistisch und rechnen mit einer starken Veranstaltung, die erstmalig seit langer Zeit wieder als Präsenzmesse inklusive digitaler Beteiligungen organisiert wird.

„Schonender Ressourceneinsatz, Kreislaufwirtschaft, eine neue Sourcing-Debatte, gesundes Wohnen und Arbeiten sowie der expandierende Onlinehandel in allen Lebensbereichen sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und prägen auch die Bodenbelagsbranche und damit die Weltleitmesse ,Domotex‘. ,Cover new ground‘ steht für nachhaltige und gesunde Materialien, die unsere Wohnräume erobern, ebenso für Beläge, die die Grenzen des Bodens verlassen und sich darüber hinaus erstrecken. ,Cover new ground‘ heißt, innovativ zu sein, neue Welten zu entdecken, neue Wege zu gehen. Das Ziel: gesunde, nachhaltige und zugleich inspirierende Räume zu schaffen“, erläutert Sonia Wedell-Castellano, Global Director „Domotex“, Deutsche Messe AG, das Leitthema 2022. „Aber auch akute Lieferengpässe sorgen für große Herausforderungen in der Branche, insbesondere auf der Angebotsseite. Die „Domotex“  gilt auch hier als Schaufenster und zeigt Potenziale, thematisiert Chancen und Risiken und liefert Best Practices“, so Wedell-Castellano weiter.

Hinter dem Fokusthema „New Coverings“ verbirgt sich der Wunsch nach gesundem Wohnen und Arbeiten, die Verpflichtung zu umweltfreundlichen Materialien und Herstellungsprozessen sowie die Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel, ausgewogene und zugleich trendbewusste Lebens- und Wohlfühlräume zu schaffen. „New Coverings“ rückt die Umsetzung innovativer Lösungen und zirkuläre Denkweisen auf Produkte in den Vordergrund.

Mit dem zweiten Fokusthema „New Grounds“ zeigt die „Domotex“ als neuen Schwerpunkt Böden für anspruchsvolle Einsatzbereiche im Objekt: Teppiche, Holz- und Verbund-Böden für Outdoor-Lebensräume und das Verschmelzen von Innen- und Außenbereichen. Damit ist der Bodenbelag gleichermaßen Dekoration für Wände und als Einheit mit Möbeln und Stoffen zu verstehen und zahlt mit seiner Vielseitigkeit maßgeblich auf die Atmosphäre im Raum ein.

„New Ways to Market“ verdeutlicht die Notwendigkeit zur Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen. Märkte unterliegen einem permanenten Wandel: sich permanent verändernde Im- und Exportverhältnisse, Lieferbeziehungen, digitale Services und immer neue Online-Handelsplattformen verändern die Wirtschaft. Digitale Technologien bieten die Möglichkeit, über Verkaufsflächen und Ländergrenzen hinaus neue Kollektionen auf den Markt zu bringen, gekonnt zu vermarkten und sich mit neuen und bestehenden Kunden:innen zu vernetzen. Insbesondere die sozialen Medien sind auch in der Bodenbelagsbranche zu einem wichtigen Absatzkanal geworden.

Als globaler Marktplatz und Impulsgeber bedient die „Domotex“ 2022 die zentralen Themen der Bodenbelagsbranche und liefert Antworten auf die Fragen, die die Teilnehmer:innen aktuell bewegen. Die nächste Ausgabe findet als hybride Veranstaltung vom 13. bis 16. Januar (Donnerstag bis Samstag) auf dem Messegelände in Hannover statt.

Konjunktur Mitte 2021: Produktion weiter stabil, Handel und Dienstleistungen erholen sich langsam

Nach einem gesamtwirtschaftlich durchwachsenen ersten Quartal 2021 zeigen die Monate April, Mai und Juni erste Zeichen der Erholung im Einzelhandel, Gastgewerbe und Tourismus sowie der Stabilisierung in der Produktion. Allerdings bremsen Lieferengpässe vor allem im Bauhauptgewerbe, Maschinenbau und im Verarbeitenden Gewerbe die Produktion und dämpfen die Erwartungen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ließen die Lockerungen der Corona-Maßnahmen die Umsatzzahlen in Einzelhandel und Tourismus im Mai zwar kräftig steigen, sie liegen aber nach wie vor deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Eine Insolvenzwelle aufgrund der Pandemie blieb bislang aus.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind bis April 2021 kontinuierlich angestiegen und sanken im Mai real, kalender- und saisonbereinigt um 3,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ihr Niveau ist aber weiterhin hoch und liegt seit Oktober 2020 über dem Vorkrisenniveau – im Mai noch um 6,2 Prozent. Die Produktion ist seit dem starken Jahresende 2020 wieder leicht gesunken und liegt nun 5,0 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von Februar 2020. Hier war zum einen eine gewisse Stagnation nach den Vorzieheffekten der Mehrwertsteuersenkung bis Ende 2020 zu erwarten, zum anderen beeinträchtigen Lieferengpässe bei Vorprodukten in verschiedenen Branchen die Produktion. Zu nennen ist hier insbesondere die Automobilindustrie, die durch die Materialknappheit bei Halbleitern ausgebremst wird. Ihre Produktion sank im Mai 2021 um -7,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und lag 27,9 Prozent unter dem Vorkrisenniveau, nachdem sie sich bis Jahresende 2020 noch im Aufwärtstrend befunden hatte.

Neben dem Auftragseingangsindex gilt auch der mit dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und der Bundesbank errechnete Lkw-Maut-Fahrleistungsindex als früher Indikator für die Industrieproduktion. Der Index hatte im Dezember 2020 den höchsten Wert seit Einführung der Lkw-Maut im Jahr 2005 erreicht. Nach einem Abwärtstrend seit Anfang des Jahres 2021 ist er jetzt im Juni wieder leicht angestiegen.

Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln, der seit Beginn der Corona-Krise von den Einschränkungen stark betroffen ist, konnte sich im Mai 2021 real, kalender- und saisonbereinigt um 6,7 Prozent gegenüber dem Vormonat steigern. Hierbei verzeichnete der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren ein Plus von 72,1 Prozent, der Handel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) von 15,3 Prozent. Beide Bereiche lagen aber noch um 37,6 Prozent beziehungsweise 19,6 Prozent unter dem Vorkrisenniveau.

Der Internet- und Versandhandel zeigt sich währenddessen vom wieder aufkeimenden Wachstum des stationären Handels unbeeinflusst. Im März 2021 hatte der Versand- und Internethandel einen Umsatzrekord erzielt, von dem er – nach einem kurzen Rückgang im April – auch im Mai nicht weit entfernt lag.

Die Lockerungen für Beherbergungen haben im Mai 2021 erwartungsgemäß zu einem deutlichen Plus bei den Übernachtungszahlen gegenüber dem Vormonat geführt. Im Mai 2021 zählten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland 14,3 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Das waren zwar 29,4 Prozent mehr Übernachtungen als im von der Corona-Krise stark beeinträchtigten Mai 2020, aber nur etwa ein Drittel der Übernachtungen vom Mai des Vorkrisenjahres 2019 (-67,8 %). Unter der Voraussetzung, dass die Öffnungen bestehen bleiben oder sogar ausgeweitet werden können, dürfte sich diese Belebung in den kommenden Monaten fortsetzen.

Auch Restaurants und Gaststätten dürfen sich seit Mai über mehr Gäste freuen. Eine Auswertung von Daten einer Onlineplattform für Tischreservierungen zeigt einen steilen Anstieg ab dem Zeitpunkt der Öffnungen Mitte Mai. Im Juni 2021 liegen die Online-Reservierungen sogar durchschnittlich 6 Prozent über dem Niveau des letzten Corona-unbeeinflussten Juni 2019. Ob damit auch das Umsatzniveau der Vorkrisenzeit wieder erreicht wird, werden erst die amtlichen Ergebnisse zum Gastgewerbe zeigen. Denkbar ist auch, dass die Onlinereservierungen aufgrund der zeitweise bestehenden Reservierungspflicht und der begrenzten Plätze mehr genutzt wurden als vor der Krise. 

Die von einigen erwartete Insolvenzwelle durch die Corona-Krise ist bislang ausgeblieben. Auch als Effekt staatlicher Unterstützungen und des Aussetzens der Insolvenzantragspflicht setzte sich der langjährige Trend sinkender Insolvenzzahlen sogar verstärkt fort. Im April 2021 lag die Zahl der angemeldeten Unternehmensinsolvenzen 9 Prozent unter dem Vorjahreswert und sogar 21 Prozent unter dem Wert für April 2019.

Die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der Amtsgerichte in Deutschland erlauben außerdem einen ersten Blick in die Zeit nach April 2021. Die Zahl der Regelinsolvenzen nahm im Juni 2021 im Vergleich zum Juni 2020 um 1 Prozent ab. Im Vergleich zum Mai 2021 sank sie um gut 2 Prozent. Seit Anfang Mai 2021 gilt die Insolvenzantragspflicht wieder vollumfänglich; die Effekte dürften sich aber unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeiten der Gerichte erst in späteren Berichtsmonaten zeigen.

Wie nachhaltig sind Ihre Lacksysteme?

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Der Begriff Nachhaltigkeit begegnet einem ständig: in Werbung, in Fachzeitschriften, in den Nachrichten. Dabei wird der Begriff für die verschiedensten Dinge eingesetzt, eine ganzheitliche Übersicht ist schwierig. Um sich der ­Thematik sachlich zu nähern, hat Hesse in Zusammenarbeit mit einem großen Rohstoffhersteller verschiedene Lacksysteme gegenübergestellt.
Die UN hat 17 Ziele unter dem Oberbegriff der Nachhaltigkeitsentwicklung definiert: Angefangen von Themen rund um den Menschen wie Armut, Bildung, Gleichberechtigung und Wohlstand, über Umweltziele wie Verschmutzung der Erde und Verbrauch von Ressourcen bis hin zu verantwortungsvollem, partnerschaftlichem Zusammenarbeiten werden viele Ziele betrachtet.
Doch wie kann man nachhaltige Produkte vergleichen oder die Nachhaltigkeit messen? Wie findet man heraus, ob ein Produkt wirklich nachhaltig ist oder ob es sich eher um „Green-Washing“ handelt? Dies ist anhand der Vielzahl der Kriterien schier unmöglich. Insbesondere die Themen rund um den Menschen wie zum Beispiel Gleichberechtigung und Bildung bekommt man schwer zu fassen, wenn man sich das technische Produkt Lack ansieht.
Etwas besser sind die Möglichkeiten rund um den ökologischen Fußabdruck: Ein hilfreicher Ansatz ist die Erstellung einer Ökobilanz, die viele Umwelteinflüsse bewertet. Diese betrachtet nicht nur das Klimaerwärmungspotential (CO²-Footprint), sondern auch viele weitere Umwelteinflüsse von Produkten.

Um sich der Thematik sachlich zu nähern, hat Hesse in Zusammenarbeit mit einem großen Rohstoffhersteller verschiedene Lacksysteme gegenübergestellt. In der Studie wurde eine Ökobilanz zu verschiedenen Lacktypen erstellt, die nicht nur deren Herstellung, sondern auch die Verarbeitung beim Kunden berücksichtigt. Die Ergebnisse waren eindeutig: wie nicht
anders zu erwarten war, schnitten Löse­mittel-Produkte in der industriellen Verarbeitung deutlich schlechter ab als wasserbasierende Systeme. Interessant ist der sehr hohe Einfluss der Trocknungstechnologie. Sobald die Trocknungszeiten in industriellen Anlagen reduziert werden, verbessert sich der CO²-Fußabdruck. So sind schnell trocknende Systeme wie „Hydro-UV“-­Lacke noch besser als konventionelle ­Hydro-Lacke. Die Gewinner des Vergleichs waren UV-Walz-Lacke durch den Wegfall der enormen Trocknungsenergie und den guten Wirkungsgrad der Applikation.

Mit derartigen Studien untermauert das ­Unternehmen Hesse seine Nachhaltigkeits-­Strategie. Dazu gehört auch der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, die schon seit Jahrzehnten in Lacken und Ölen bei Hesse enthalten sind. Beispielhaft sind UV-Lacke für Ikea, oxidativ trocknende Öle der „Proterra“-Serie oder die UV-aktivierten „Oxi-Reaktiv“-Öle für Parkett- und Möbelindustrie zu nennen. Doch auch hier lohnt sich ein genauer Blick, denn die Lieferketten sind lang, und die Betrachtungen des Ursprungs der Rohstoffe wichtig. So ist es einleuchtend, dass es eben nicht sehr nachhaltig sein kann, wenn für den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen Urwälder abgeholzt oder weniger Nahrungsmittel angepflanzt werden. 
Bei der Angabe von nachwachsenden Anteilen an Lacken ist sich die Lackbranche allerdings nicht einig: so werden oft schwammige Aussagen über Anteile von nachwachsenden oder natürlichen Rohstoffen gemacht. Je nach Betrachtungsweise kann ein Produkt 90 Prozent natürlich sein, wenn man zum Beispiel Wasser und Füllstoffe, die in der Natur reichlich vorkommen, mit hineinrechnet. Der Anteil der nachwachsenden Rohstoffe auf pflanzlicher Basis kann aber deutlich geringer sein, etwa. 20 Prozent. Bei Hesse wird sehr transparent der Anteil der wirklich nachwachsenden Rohstoffe am Gesamtprodukt angegeben. Auch wenn der Anteil dann kleiner aussieht, ist das für Hesse die ehrlichste Art, dieses zu kommunizieren.
Ein weiteres Betätigungsfeld bei Hesse im Zusammenhang der Nachhaltigkeit ist die ­Frage nach der Wohngesundheit. Hier gibt es eine Vielzahl von Siegeln und Ökozertifikaten. Die Kriterien sind nicht einheitlich, so ist ein Vergleich von Produkten mit verschiedenen Siegeln oft nicht möglich. Viele der Hesse-Produkte sind mittlerweile für den Einsatz derartiger Anforderungen optimiert, und so können Aufbauten empfohlen werden, die die Kriterien des eco-­Instituts erfüllen.
Fazit: Die Diskussion um nachhaltige Produkte ist wichtig: Für unseren Planeten, und für die Menschen. Aber durch die Vielschichtigkeit des Themas ist nur schwer abzugrenzen, welche Produkte wirklich nachhaltig sind. Hesse hat sich auf den Weg gemacht, optimiert seine Prozesse und hinterfragen die Details: für eine wirklich nachhaltige Zukunft.
Da das allgemeine Interesse an Nachhaltigkeit sehr groß ist, hat der Lackhersteller weiterführende Informationen auf der Homepage bereitgestellt.

Mehr Infos: www.hesse-lignal.de

Produktionsstandort in Deutschland als Investition in die Zukunft

Durch das Jointventure mit der Firma Rheinspan in Germersheim verfügt Gruppo Mauro Saviola nun auch über einen Produktionsstandort in Deutschland und ­verbesserte dadurch seine Marktposition bedeutend. Welche Strategie der Holzwerkstoffspezialist damit verfolgt und wie das Portfolio von Rheinspan in ­Zukunft aussehen soll, erfragte die „möbelfertigung“ bei Daniele Merla, Geschäftsführer Export und ­Dekormanagement und seinem Kollegen, dem Sales Manager Rosario Ingarao.

Die Interessensbekundung für diese Partnerschaft bestand bereits lange“, betont Daniele Merla, Geschäftsführer Export & Dekormanagement bei Saviola. „Die ersten Gespräche mit der damaligen Nolte HWS, heute Rheinspan, begannen bereits 2019 und führten dann zur Unterzeichnung des Jointventures im Juni 2020. Jetzt können wir aber mit Sicherheit sagen, dass die Affinitäten zwischen den beiden Konzernen bereits wichtige Ergebnisse bringen und wir werden diese auch in den kommenden Monaten dank der bereits genehmigten Investitionen weiter vorantreiben. Es ist ein grundlegender Schritt für die Internationalisierung der Saviola-Gruppe im Ausland.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2021 der „möbelfertigung“, die Mitte Juli erscheint.

Außerdem in der Ausgabe: Philipp Blum über die derzeitige Lieferketten-Situation, Leitz und Hunger erklären das Quattrofügen, was nach der Übernahme durch Lectra mit Gerber Technology passiert, Besuch in Continentals Technologie-Zentrum bei Freiburg, Kommentar der F&E-Profis von Adler Lacke über antibakterielle Oberflächen, Sascha Kostros und Dieter Baumanns von Impress über aktuelle Veränderungen im Unternehmen, Claudia Küchen und Sabrina Wieland von Schattdecor über Designtrends, Max Betzler und Wolfgang Moyses von Surteco über neue Strategien, wie Frisia-Möbelteile besonders Oberflächenschonende Roboter nutzt, warum Kraft Maschinenbau Becker Sondermaschinenbau übernommen hat und noch viel viel mehr.

Außerdem: Die große Übersicht der Dekor-Spezialisten und die große Übersicht der Werkstoff-Spezialisten.

Neues Ausbildungszentrum

Die Plansee Group hat elf Millionen Euro in ein neues Ausbildungszentrum für Ceratizit und Plansee investiert. Nun wurde es in Anwesenheit von Tirols Landeshauptmann Günther Platter offiziell eröffnet. Der Neubau in Reutte, Österreich schafft Platz für die Ausbildung von bis zu 240 Lehrlingen in sechs technischen Lehrberufen.

„Mit diesem Neubau setzt Plansee ein klares Zeichen, dass die Facharbeiterausbildung künftig noch wesentlich wichtiger für unternehmerischen Erfolg wird. Dazu gratuliere ich sehr herzlich“, so Landeshauptmann Günther Platter bei der offiziellen Eröffnung in Reutte.

„Mit mehr Platz, einem modernen Anlagenpark und neuen Technologien schaffen wir die Voraussetzungen, unseren Lehrlingen auch in Zukunft eine Ausbildung auf Top-Niveau anbieten zu können“, so Karlheinz Wex, Vorstand der Plansee Group. Das Unternehmen bildet ausschließlich für den eigenen Bedarf aus. Nach erfolgreichem Lehrabschluss werden Jungfacharbeiter in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Im neuen Ausbildungszentrum stehen 2.700 Quadratmeter Fläche für die praktische Ausbildung zur Verfügung. Der Anlagenpark ist getrennt nach den Ausbildungsschwerpunkten Handarbeit, Drehen, Fräsen, Schleifen und CNC-gesteuerte Maschinen aufgestellt. Zudem hat die Plansee Group in neue Anlagen für die additive Fertigung und das Schleifen investiert. Die CNC-Maschinen sind mit der neuesten Software für die Programmierung mit CAM-Systemen ausgestattet.

Gleichzeitig wird auch kräftig in die werkseigene Fachberufsschule investiert. Neue Klassen- und IT-Räume sowie Laboratorien für Hydraulik, Pneumatik und Elektrotechnik tragen den wachsenden Schülerzahlen Rechnung. Diese Infrastruktur nutzen auch die Schüler der neuen HTL (Höhere Technische Lehranstalt) für Wirtschaftsingenieurwesen mit Ausbildungsschwerpunkt Betriebsinformatik in Reutte. Sie profitieren davon, dass die Plansee Group als Kooperationspartner der HTL die gesamte berufspraktische Ausbildung übernimmt.

Derzeit bieten Plansee und Ceratizit am Standort Reutte folgende Lehrberufe an: Metalltechnik mit den Hauptmodulen Zerspanungstechnik und Maschinenbautechnik, Prozesstechnik, Werkstofftechnik, Elektrotechnik sowie Labortechnik. Auch für das Ausbildungsjahr 2021/22 bietet das Unternehmen in diesen Berufsbildern Ausbildungsstellen an und freut sich auf engagierte und begeisterte Bewerber.

„Robotik-Award“ 2021

ABB gewinnt mit „Pixelpaint“

Der weltweit renommierte Innovationspreis „Award for Innovation and Entrepreneurship in Robotics & Automation“ (Iera) geht 2021 an ABB mit PixelPaint. Die Fahrzeuglackierung wird mit dieser Technologie sehr viel effizienter und nachhaltiger – Hersteller können flexibler auf spezielle Kundenwünsche reagieren. Der Vorteil: Zweifarbige und individuelle Designs lassen sich in nur einem Durchgang aufgetragen. Dabei entsteht kein Lacknebel (Overspray) mehr.

„Die Jury freut sich, die PixelPaint-Technologie von ABB mit dem 17. ,Iera Award‘ auszuzeichnen“, sagt der Juryvorsitzende Rob Ambrose. „Die innovative Lösung für die automatisierte Autolackierung verbindet mehr Flexibilität und Individualisierung mit besserer Umweltverträglichkeit.“

Beim Einsatz eines herkömmlichen Sprühkopfs gingen bisher 20 bis 30 Prozent des Lacks durch Overspray verloren. Der Tintenstrahlkopf von „Pixelpaint“ trägt dagegen 100 Prozent der Farbe auf die Fahrzeugoberfläche auf und verbessert damit die Umweltbilanz. Zudem steigert ABB die Effizienz bei der Autolackierung mit dieser Technologie sehr deutlich. Der Grund: Eine zweifarbige Lackierung mit individuellem Design war bisher extrem zeit- und arbeitsintensiv. Das Fahrzeug musste vor jedem Lackauftrag aufwendig abgeklebt werden und mindestens zweimal durch die Lackierstraße laufen. Das neue System kommt mit einem Durchlauf aus und beschleunigt die kundenspezifische Lackierung um gut 50 Prozent. Zusätzlich entfällt die Anschaffung und Entsorgung des Abklebematerials.

„Auf dem hart umkämpften Automobilmarkt benötigen die Hersteller Lösungen für mehr Flexibilität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit bei den Kosten“, sagt Jörg Reger, Managing Director von ABB Robotics Auto OEM Business Line. „Gleichzeitig müssen sie hochwertige Lackierungen mit individualisierten Optionen liefern, um die steigende Nachfrage nach kundenspezifischen Designs zu erfüllen.“

„Ich gratuliere ABB zum ,Iera‘-Award 2021 – ,Pixelpaint‘ hat in einem starken Umfeld von Finalisten gewonnen“, sagt Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics. „Alle vier Finalteilnehmer stehen für die Erfolgsgeschichte eines innovativen Produkts in der Robotik und Automation. Darin werden die heutigen Bedürfnisse der Hersteller mit einem hohen Maß an Benutzerfreundlichkeit vereint.“

Die Finalisten: Das in Barcelona ansässige Unternehmen Infaimon präsentierte seinen „Inpicker“ – ein universelles Pick-and-Place-System für industrielle Anwendungen. Das Berliner Unternehmen Micropsi Industries nahm mit der „Mirai“-Software teil – ein KI-basiertes Steuerungssystem, das Industrierobotern den Umgang mit Varianzen in der Produktion ermöglicht. Mobile Industrial Robots aus Odense in Dänemark präsentierte den „MiR250“, einen benutzerfreundlichen mobilen Roboter, der die Materialflüsse in allen Branchen optimiert.

Aktiv im Umwelt- und Klimapakt Bayern

Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) engagiert sich seit 2016 verstärkt für den Klimaschutz. Im Rahmen des Klimapakts für die Möbelindustrie setzt sie sich dafür ein, CO2-Emissionen zu reduzieren sowie klimabewusste und klimaneutrale Möbelhersteller auszuzeichnen. Jetzt hat sich die DGM mit ihrem Klimapakt beim Umwelt- und Klimapakt Bayern registriert und wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in München mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Der Umwelt- und Klimapakt Bayern ist eine Vereinbarung zwischen der Bayerischen Staatsregierung und der bayerischen Wirtschaft. Mit gemeinsamen beispielhaften Projekten soll er sichtbar machen, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sind, sondern gemeinsam zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand in einer intakten Umwelt beitragen.

„Wir sind davon überzeugt, dass es richtig und wichtig ist, sich für die Umwelt und das Klima einzusetzen, um unseren Planeten heute und für nachfolgende Generationen so lebenswert wie möglich zu gestalten und zu erhalten. Diese Verantwortung möchten wir mit dem Beitritt zum Umwelt- und Klimapakt Bayern unterstreichen und andere Unternehmen und Organisationen motivieren, sich ebenfalls zu engagieren“, so DGM-Geschäftsführer Jochen Winning.