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Autor: Hahn, Sebastian

Holz- und Möbelverbände NRW

Schlaadt als Kooperationspartner gewonnen

Die Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen können mit der Schlaadt GmbH einen neuen Kooperationspartner im Netzwerk begrüßen. Das Unternehmen mit über 120 Jahren Erfahrung in der Verarbeitung thermoplastischer Partikelschäume bringt nicht nur technologisches Know-how, sondern auch ein tiefes Verständnis für Nachhaltigkeit in die Zusammenarbeit ein. „Die Kooperation mit der Schlaadt GmbH ist ein echter Gewinn für unser Netzwerk. Ihre Innovationskraft und ihr Engagement für Nachhaltigkeit passen hervorragend zu unseren Zielen“, erklärt Christian Langwald, Leiter Wirtschaft bei den Möbelverbänden.

Die Schlaadt GmbH hat ihren Hauptsitz im hessischen Lorch und zählt zu den führenden Verarbeitern von expandierbarem Polystyrol (EPS) – besser bekannt als Styropor – in Europa. Seit dem Erwerb der EPS-Lizenz im Jahr 1960 entwickelt das Unternehmen an fünf internationalen Standorten individuelle Schutzverpackungen für industrielle Anwendungen.

Tochter Schlaadt HighCut ist auf Möbelindustrie spezialisiert

Ein besonderer Fokus liegt auf der Tochtergesellschaft Schlaadt HighCut GmbH in Mülheim an der Ruhr, die sich auf Styropor-Zuschnitte und Konturenteile für die Möbelindustrie spezialisiert hat. Auf präzisen Anlagen werden dort Hartschaumblöcke aus eigener Fertigung zu maßgeschneiderten Lösungen verarbeitet. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit den Möbelverbänden. Im Austausch mit den Mitgliedsunternehmen bietet sich uns die Möglichkeit, sie von unserem Nachhaltigkeitskonzept zu überzeugen“, betont Jürgen Sohn, Managing Director der Schlaadt High-Cut GmbH.

Nachhaltigkeit ist bei Schlaadt kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis: „Styropor ist ein Leichtgewicht, welches zu 98 Prozent aus Luft besteht“, erklärt Sohn. „Somit bietet es die optimale Balance zwischen Ressourcenverbrauch und Schutz.“ Verpackungen werden nach ihrem Lebenszyklus gesammelt, aufbereitet und dem Produktionskreislauf erneut zugeführt – ganz im Sinne des „Cradle to Cradle“-Prinzips. Als aktives Mitglied im Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) sowie in der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK) arbeitet das Unternehmen kontinuierlich daran, CO₂-Emissionen entlang der Lieferkette zu reduzieren und Wertstoffkreisläufe zu schließen.

Erste Open-Source-Komponenten aus SKALA-Projekt veröffentlicht

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML hat im Rahmen des Innovationsprojekts SKALA (Skalierbare KI- und Blockchain-Lösungen zur Automatisierung und Autonomisierung in Wertschöpfungsnetzwerken) erstmals Open-Source-Komponenten für die Logistik veröffentlicht. Die Anwendungen wurden bereits vom 2. bis 5. Juni 2025 auf der transport logistic in München einem internationalen Fachpublikum präsentiert. Sie stießen auf großes Interesse – vor allem bei Unternehmen, die digitale Souveränität, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit in ihren Wertschöpfungssystemen aktiv vorantreiben möchten. Nun sind die Komponenten auch online frei verfügbar.

Die Open-Source-Veröffentlichung markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung föderierter, sicherer und automatisierter Prozessstrukturen für Produktion, Logistik und Supply Chain Management. »Mit SKALA zeigen wir, wie sich Künstliche Intelligenz und Blockchain in einem offenen, modularen Ökosystem intelligent kombinieren lassen. Die Veröffentlichung der ersten Open-Source-Komponenten unterstreicht unser Ziel, praxisnahe Werkzeuge für resiliente und nachhaltige Wertschöpfungsnetzwerke zur Verfügung zu stellen. Wir schaffen damit nicht nur technologischen Fortschritt, sondern auch eine neue Qualität der Zusammenarbeit in der digitalen Logistik«, erklärt Prof. Michael Henke, Institutsleiter am Fraunhofer IML.

Folgende Anwendungslösungen sind ab sofort als Open Source verfügbar:

  • GreenComplAI – KI-Assistenz für das Zirkularitätsmanagement
    Mit KI-gestützten Plausibilitätsprüfungen unterstützt GreenComplAI Unternehmen bei der nachhaltigen Transformation ihrer Lieferketten. Dabei werden Nachhaltigkeitsdaten digital erfasst und automatisiert geprüft. Ein Dashboard liefert Echtzeit-Einblicke, beispielsweise zu Ressourcenflüssen und produktspezifischen Zirkularitätsdaten wie Recyclingquoten. GreenComplAI deckt das verborgene Nachhaltigkeitspotenzial in der Lieferkette auf. Der Clou: Dieser Ansatz ist auf beliebige Aspekte der Lieferkettentransparenz anwendbar.
  • SiMBA – Finanzinnovation für dynamische Ressourcennutzung
    SiMBA ist ein KI-basiertes Preisgestaltungs- und Abrechnungssystem, das Unternehmen bei der dynamischen Preisbildung ihrer Produkte und Dienstleitungen unterstützt. Der Algorithmus in SiMBA reagiert in Echtzeit auf Nachfrage- und Auslastungsschwankungen und ermöglicht durch elastische Preisbildung die Optimierung von Ressourcenzuteilung und Kosteneffizienz. Die Version 1.0 steht ab sofort zur Verfügung, eine erweiterte Version folgt im Dezember 2025.
  • InstaSCAN – Intelligente Digitalisierung von Dokumenten
    Die Logistik ist weiterhin stark papiergetrieben. Das gilt vor allem für Prozesse in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). InstaSCAN ist ein webbasierter Dienst und dient zur niederschwelligen und flexiblen Digitalisierung papierbasierter Transportdokumente. Mithilfe von Large-Language-Modellen werden Informationen automatisch extrahiert und als strukturierte Daten bereitgestellt – inklusive ERP-Schnittstelle zur Systemintegration. Damit wird ein weiterer Schritt zur vollständig digitalen Transportkette realisiert.

Das Fraunhofer IML wird allen, die mit SKALA-Technologien arbeiten möchten, zukünftig eine Plattform als zentrale Anlaufstelle bieten, die alle notwendigen Kompetenzen vermittelt: Von Open-Source-Dokumentationen über Anleitungen bis hin zu Schulungsangeboten werden alle relevanten Informationen zur Nutzung von KI- und Blockchain-Technologie in Wertschöpfungsnetzwerken gebündelt bereitgestellt.

Das Ziel von SKALA besteht darin, die Vorteile aus den Technologien Blockchain und KI zu kombinieren und in einfache, praktische Anwendungen für die Praxis umzusetzen. Dabei stehen die Bedarfe von KMU im Vordergrund, um sie mit Hightech für eine profitable, digitale und nachhaltige Logistik zu versorgen. Die Open-Source-Verfügbarkeit stellt sicher, dass Unternehmen unabhängig und flexibel auf die Technologien zugreifen und eigene Anwendungsfälle entwickeln können.

Neben der technologischen Innovation steht dabei auch der Wissenstransfer im Mittelpunkt: Die Kompetenzplattform sowie projektbegleitende Schulungsformate unterstützen vor allem KMU beim Einstieg in die Digitalisierung ihrer logistischen Kernprozesse.

Über das Projekt SKALA

SKALA wird vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) mit rund fünf Millionen Euro gefördert und vom Fraunhofer IML koordiniert. Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST sowie die Lehrstühle für Unternehmenslogistik (LFO) und Förder- und Lagerwesen (FLW) der Technischen Universität Dortmund. Gemeinsam arbeiten die Partner an der Zukunft autonomer, sicherer und nachhaltiger Wertschöpfungsnetzwerke.

Zu den veröffentlichten Open-Source-Komponenten:

InstaSCAN: https://github.com/fraunhofer-iml/InstaScan

GreenComplAI: https://github.com/fraunhofer-iml/GreenComplAI

SiMBA: https://github.com/fraunhofer-iml/simba

Sieht Anti-Dumping-Zölle auf Mehrschichtparkett aus China als Herausforderung für die europäische Industrie

Die europäische Kommission hat das Anti-Dumping-Verfahren auf Mehrschichtparkett aus China mit Zollsätzen von 21-36 Prozent abgeschlossen, rückwirkend geltend ab dem 26.10.2024 für fünf Jahre.

Die Verhängung von Anti-Dumping-Zöllen bedeutet grundsätzlich einen Eingriff in die freien Kräfte des Marktes und soll bewirken, Markt und Wettbewerb in eine neue Balance zu bringen.

„Für die EU-Fußbodenindustrie ist das in diesen schwierigen Zeiten eine gute Entscheidung und Chance, wenn es gelingt, die Verbraucher für ihre Produkte zu begeistern und den Markt insbesondere in preissensiblen Bereichen verstärkt zu bearbeiten. Das Risiko besteht allerdings darin, dass besonders preissensible Verbraucher zu anderen Produkten greifen. Dies würde dem Markt für Holzprodukte insgesamt schaden“, so GD Holz Geschäftsführer Thomas Goebel.

Das Anti-Dumping-Verfahren der Kommission kritisiert der GD Holz allerdings, weil es in diesem Verfahren zu großen Unsicherheiten auf dem Markt geführt hat. Rückwirkende Zollverhängung bedeutet immer eine Unwägbarkeit für die Kalkulation der importierten Produkte. Auch die gewählte Referenzperiode sieht der GD Holz als fragwürdig an, weil das Jahr 2023 durch einen Einbruch geprägt war, vor allem infolge der Konjunkturabschwächung und massiver Lagerbestände aus 2022. Dass die Einfuhren im Jahr 2024 dann wieder anzogen, ist ökonomisch nachvollziehbar und sollte nicht als Argument für eine rückwirkende Erhebung genutzt werden.

Die verhängten Importzölle führen zu erheblichen Mehrkosten, die an den Endverbraucher weitergegeben werden müssen. Es ist jetzt die Herausforderung für die Fußbodenindustrie, zumindest in Teilen auch die Segmente mit abzudecken, die bislang durch eher günstige Importware abgedeckt worden sind.

„Es wird jetzt für Import und Industrie darauf ankommen, die Märkte mit einem stabilen Sortiment, das in Teilen neu austariert werden muss, zuverlässig zu beliefern“, so der GD Holz.

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HDE

Keine Angst vor Temu, Shein und Co

Wie eine aktuelle Umfrage des Handelsverband Deutschland (HDE) zeigt, hat nur jeder vierte Möbler Angst vor Händlern aus Fernost – das sieht bei Spielwarenhändlern ganz anders aus.

Insgesamt 650 Handelsunternehmen in Deutschland wurde folgende Frage gestellt: Erhöhen die Angebote von Drittstaatenhändlern/Plattformen wie Temu und Shein für Ihr Unternehmen den Wettbewerbsdruck? „Ja“ sagten drei von vier Unternehmen aus dem Bereich Spielwaren, bei Bau- und Heimwerkerbedarf bzw. Schuhe und Lederwaren waren es jeweils 57 Prozent, die sich stark unter Druck sehen. Weniger Angst haben neben der Möbelbranche und dem Bereich Uhren/Schmuck (jeweils 25 Prozent) Sportartikel- (23 Prozent) und Buchhändler (10 Prozent).

Von Händlern aus Fernost werden oft die hier geltenden Regeln und Gesetze nicht eingehalten. Deshalb setzt sich HDE seit Langem für eine effektivere Durchsetzung der Vorgaben ein. Damit soll ein fairer Wettbewerb gewährleistet werden. So unterstützt er auch den jüngsten Entschließungsantrag des Bundesrats, die Verbraucherschutzpflichten und Marktverantwortung für Onlineplattformen im Drittstaatenhandel zu verschärfen. „Die vorgeschlagenen Maßnahmen adressieren zentrale Schwachstellen im aktuellen Onlinehandelssystem. Das ist dringend notwendig, um faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Händler zu sichern“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.

Häfele

Alexander Eichler übernimmt Führung von moebelplus

Zum 1. Juli 2025 hat Alexander Eichler die Geschäftsführung von moebelplus übernommen. Die Übergabe von seinem Vorgänger Mathias Grummt erfolgte nach einer einjährigen Einarbeitungsphase bis zum planmäßigen Ausscheiden des Firmengründers. Alexander Eichler führt den Online-Händler für Elektro-Haushaltsgeräte, der seit 2021 zur Häfele Gruppe gehört, mit seinen Geschäftsleitungskollegen Rico Kellner und Karsten Hünl nahtlos weiter. Rico Kellner und Karsten Hünl unterstützen Alexander Eichler mit ihrer langjährigen Erfahrung bei moebelplus im stationären Handel sowie Marketing und Vertrieb.

Wie erfolgreich die bisherige und neue Geschäftsführung zusammengearbeitet haben, belegt die wirtschaftliche Entwicklung von moebelplus. Trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds und erheblicher Herausforderungen für die deutsche Küchenindustrie rechnet das Mühlauer Unternehmen für dieses Jahr mit einem starken Wachstum.

Alexander Eichler: „Wir schreiben die erfolgreiche Unternehmensgeschichte fort und haben die zukünftigen Handlungsfelder für weiteres Wachstum und hohe Kundenzufriedenheit definiert.“ So richtet der Küchengeräte-Händler mit rund 70 Mitarbeitenden seinen Fokus intensiv auf den Ausbau seiner E-Commerce-Plattform und auf die Optimierung der Logistikprozesse. Für diese Vorhaben bringt Alexander Eichler langjährige Führungserfahrung aus den Bereichen E-Commerce sowie Transport- und Lagerlogistik mit. Im Rahmen eines breit aufgestellten Teams verantwortete er den Aufbau des ersten eigenen Logistikstandortes von Zalando in Erfurt mit und brachte sein Know-how als operativer Vorstand/COO bei der Delticom AG in Hannover ein.

Blum

Steigert Umsatz auf rund 2,4 Mrd. Euro

Blum schließt das Wirtschaftsjahr 2024/2025 per 30. Juni 2025 mit einem Umsatz von 2.441 Mio. Euro ab. Das entspricht einem Wachstum von 144 Mio. Euro beziehungsweise 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt der Beschlägespezialist ein positives Zeichen in einem immer noch herausfordernden Marktumfeld.

Nach zwei Wirtschaftsjahren mit leichten Umsatzrückgängen gelingt dem Beschlägehersteller damit wieder ein Wachstum. Philipp Blum, Geschäftsführer der Blum-Gruppe, erklärt: „Es gibt konkret zwei Faktoren, die sich positiv auf unseren Umsatz ausgewirkt haben. Zum einen konnten wir eine Trendwende schaffen und in den vergangenen zwölf Monaten die Verkaufsmengen aller Produktgruppen steigern.“ Neben Scharnieren, Führungs-, Box- und Klappensystemen konnte sich auch die neueste Produktgruppe, das „Revego“-Pocketsystem, erfreulich entwickeln. „Zum anderen ist unsere Tochtergesellschaft Van Hoecke erstmalig im Umsatz integriert“, so Blum weiter. Der langjährige belgische Vertreter und erfolgreiche Produzent von Möbelkomponenten ist seit 1. Juli 2024 Teil der Blum-Gruppe und bedient die Märkte Belgien, Niederlande und Luxemburg.

Wachsende und herausfordernde Märkte
„Unsere internationale Präsenz mit 34 Tochtergesellschaften, die nah bei unseren Kunden agieren und die Bedürfnisse genau kennen, bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor“, führt Martin Blum, Geschäftsführer der Blum-Gruppe, weiter aus: „So können wir die unterschiedlichen Entwicklungen weltweit ausgleichen. Denn es geht zwar in vielen Märkten aufwärts, es gibt aber auch weiterhin zahlreiche Herausforderungen.“ Die Entwicklungen in den USA, in Osteuropa und im asiatisch-pazifischen Raum sind positiv, in Westeuropa sieht der Beschlägespezialist eine Stabilisierung, die Lage in China bleibt aber beispielweise angespannt. „Zölle und andere protektionistische Maßnahmen schaden langfristig der Innovationsfähigkeit und der globalen Wettbewerbsfähigkeit. Insofern wären stabile Rahmenbedingungen und eine baldige Klärung von Handelskonflikten für uns, aber auch für die Weltwirtschaft wichtig. Aus unserer Sicht bleiben Kooperationen und das Miteinander langfristig der einzig richtige Weg“, ergänzt Philipp Blum. Der Umsatz verteilt sich im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr zu 45 Prozent auf Europa, 15 Prozent auf die USA und 40 Prozent auf den Rest der Welt. Die Vereinigten Staaten von Amerika bleiben somit größter Einzelmarkt und der Beschlägehersteller ist dank der starken Tochtergesellschaft inklusive der lokalen Produktion in North Carolina für alle Fälle gewappnet.

Innovationen auf der Interzum
Einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit leistet die Innovationskraft von Blum: Ob die laufende Verbesserung bestehender Produkte, die Entwicklung von Neuheiten oder die Konzeption von Services, die über Komponenten hinaus gehen – Blum erweitert sein Portfolio basierend auf den Kundenbedürfnissen. Davon konnten sich interessierte Kundinnen und Kunden auch auf der diesjährigen Interzum in Köln – der Weltleitmesse für Möbelzulieferer – überzeugen. Auch bei den Services denkt Blum weiter und stellte mit „Beyond Components“ vor, wie sich das Unternehmen in Zukunft zu einem kompletten Lösungsanbieter weiterentwickeln kann. Neben den präsentierten Produktinnovationen zeigen die insgesamt 61 im Jahr 2024 neu angemeldeten Patente – das bedeutet Platz zwei im Jahresranking des Österreichischen Patentamts – wie wichtig Blum Forschung und Entwicklung sind.

Investitionen der Blum-Gruppe, Mitarbeitende als Erfolgsgeheimnis
Im Sinne der Innovationskraft und der langfristigen Ausrichtung hat das Unternehmen im vergangenen Wirtschaftsjahr auch weiter investiert. Ein Großteil der dafür verwendeten 185 Mio. Euro entfiel wieder auf den Hauptstandort Vorarlberg mit den Werks- und Gebäudeerweiterungen für das Werk 2 in Höchst und das Werk 4 in Bregenz. „Wir sind ein internationales Unternehmen, aber wir bekennen uns damit weiterhin klar zum Wirtschaftsstandort Vorarlberg“, bestätigt Martin Blum. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, unsere Werke und Standorte im Ländle weiterhin zukunftsfit zu halten. Wir haben aber auch in neue Produktionsanlagen – unter anderem für Neuprodukte – investiert.“ Zudem wurden weltweit Schauräume überarbeitet beziehungsweise neu eröffnet, wie zum Beispiel das Blum Experience Center in Singapur oder der gemeinsame Schauraum mit dem Tiroler Holzwerkstoffhersteller Egger in London. Das wichtigste Gut sind und bleiben weiterhin die Mitarbeitenden des Unternehmens: weltweit 9.846 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten per 30. Juni 2025 für die Blum-Gruppe. Im Herbst werden außerdem wieder rund 100 junge Menschen eine Lehre bei Blum beginnen und so ist ein wichtiger Schritt in der Ausbildung neuer Fachkräfte gesetzt. Insgesamt bildet das Familienunternehmen in Österreich, den USA, Polen und China über 400 Lehrlinge aus.

Starke EU und Bürokratie-Abbau als Grundvoraussetzung
Für die Sicherung der regionalen Arbeitsplätze und des entsprechenden Lebensstandards sind nicht nur erfolgreiche Unternehmen, sondern auch passende Rahmenbedingungen notwendig: „Wir brauchen eine Europäische Union, die nicht ständig die Bürokratielast erhöht, sondern wieder verstärkt im Geiste ihrer Gründungsidee handelt und diese weiterentwickelt: ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit einer starken geopolitischen Positionierung“, erklärt Philipp Blum. Themen wie eine gemeinsame Sicherheitspolitik, Rohstoff- und Energiepreise, Versorgungssicherheit und Unternehmensregulierungen müssen dringend angegangen werden. „Wir fokussieren uns auf unsere eigenen Aufgaben, die wir mit unseren Mitarbeitenden selbst beeinflussen können: innovative Produkte und Services, Lieferketten, Produktionsstandorte sowie Flexibilität für unsere Kunden – aber wir sehen uns mit einer stetig wachsenden Bürokratie konfrontiert“, weiß Martin Blum: „Regulierungen und Vorschriften sind in Europa deutlich umfassender als in anderen Weltregionen und beeinträchtigen unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit.“ Ein Beispiel dafür ist das EU-Emissionshandelssystem (ETS) in Kombination mit der CBAM-Verordnung, die Anfang 2026 vollständig in Kraft tritt. Es betrifft etwa die Einfuhr in die EU von Stahl, Zement, Düngemitteln oder Aluminium aus Ländern, in denen oft niedrigere Umweltstandards gelten. Fertigprodukte wie Beschläge aus Stahl sind im System jedoch nicht enthalten – was den Wettbewerb verzerrt. „Wir nehmen das Thema Nachhaltigkeit aus Überzeugung ernst und setzen im Sinne unserer langfristigen Ausrichtung zahlreiche Maßnahmen für zukünftige Generationen. Allerdings verfehlen solche undurchdachte Regelungen das eigentlich gut gemeinte Ziel und führen zu massiven Nachteilen im internationalen Wettbewerb. Das schwächt den europäischen Standort“, erläutert Philipp Blum. Beide Geschäftsführer plädieren an die Politik, die entsprechenden Maßnahmen für den Wirtschaftsstandort Europa zu setzen.

Ausblick
„Angesichts einer immer noch unsicheren, volatilen und von Konflikten geprägten Welt sind wir mit dem abgeschlossenen Geschäftsjahr 2024/2025 zufrieden“, zieht Philipp Blum Bilanz, betont aber: „Die positive Entwicklung soll jedoch nicht davon ablenken, dass wir es mit einigen Herausforderungen zu tun haben – allen voran die stark steigenden Kosten etwa für Rohstoffe oder Personal.“ Dem stimmt Martin Blum zu: „Diese Entwicklung müssen wir sehr ernst nehmen. Nur wenn das Verhältnis zwischen Umsatz und Kosten ein gesundes Maß erreicht, können wir langfristig in unser Unternehmen investieren. Es gilt, mit Bedacht zu agieren.“ Der Blick nach vorne ist von vorsichtigem Optimismus geprägt. Im Vertrauen auf die internationale Nähe zu Kunden, auf Innovationskraft und das starke Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sieht sich Blum gerüstet für die Zukunft, um langfristig erfolgreich zu sein.

Logo des Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie
VDDP

Ausland weiter Umsatztreiber

Die Produkte deutscher Polstermöbelproduzenten mit 50 und mehr Mitarbeitenden sind im Ausland in diesem Jahr weiterhin gefragter als in Deutschland selbst. Der Mai brachte hier erneut einen Umsatzrückgang im Inland – minus 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Laut den vorläufigen Zahlen des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP) erwirtschafteten die Hersteller hierzulande im Mai rund 75 Mio. Euro. Das sind 8,4 Mio. Euro weniger als im April und 1,12 Prozent weniger als im Mai 2024. Um 6,9 Prozent schrumpften die Umsätze in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat, was gleichzeitig ein Minus von etwa 5,5 Mio. Euro im Vergleich zum April 2025 bedeutet.

Besser sieht die Entwicklung der Auslandsumsätze aus. 25,77 Mio. Euro im Mai sind ein Plus von 12,21 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. In der Eurozone sind die Umsätze nach einem starken April wieder einstellig (9,5 Mio. Euro), das Wachstum hat sich bei 5 Prozent eingependelt.

Die Beschäftigtenzahl in der Branche bewegt sich in Deutschland stabil bei 4.000, das ist um etwas mehr als 7 Prozent weniger als noch 2024.

BauInfoConsult

Nachhaltigkeits-Nachfrage auf Allzeithoch

Die Verbraucher in Europa sind so stark auf eine energieeffiziente Optimierung ihrer Häuser und Wohnungen fokussiert wie nie zuvor. Laut der aktuellen Erhebung des Europäischen Verbrauchermonitors unter 6.600 Haushalten sind fast sechs von zehn Haushalten aktiv auf der Suche nach Möglichkeiten, ihr Zuhause energieeffizienter zu gestalten – ein Anstieg um 10 Prozent innerhalb von drei Jahren. Auch die Investitionsbereitschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher ist in den elf untersuchten Ländern insgesamt gestiegen. In Deutschland stagnieren Interesse und Ausgabebereitschaft für energetische Sanierung allerdings auf Vorjahresniveau. Zumindest beim Thema Heizungstausch erreichen die Deutschen den vierten Platz.

Nachhaltigere Lösungen: das Interesse der Haushalte ist gestiegen

Im aktuellen Europäischen Heimwerker- und Renovierungsmonitor (Ausgabe Q1 2025) der USP-Gruppe wurden 6.600 Verbraucherinnen und Verbraucher in elf Ländern zu ihren geplanten Maßnahmen rund um das eigene Zuhause befragt. Schwerpunkt der Q1—Befragung waren nachhaltige und energieeffiziente Modernisierung.

Aktuell gaben 57 Prozent der Haushalte in Europa an, aktiv nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz ihres Zuhauses zu suchen. Damit hat der Fokus der Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Energieeffizienz ihrer Behausung ein neues Allzeithoch erreicht, wie der Vergleich mit den Vorbefragungen zeigt. Mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 und dem anschließenden Anstieg der Gaspreise erreichte das Interesse an Energiesparmaßnahmen bei europäischen Haushalten im Jahr 2023 einen ersten Höhepunkt. Nachdem diese Dynamik 2024 etwas nachgelassen hatte, markiert 2025 eine deutliche Steigerung.

VdDK

Umsatz in der Küchenindustrie endlich wieder im Plus

Die Achterbahnfahrt in der Küchenindustrie geht weiter – und dieses Mal geht es bergauf: Wie der Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) bekanntgab, erwirtschafteten die Hersteller im Mai 2025 mit knapp 518,8 Millionen Euro ein sattes Umsatz-Plus von 4,86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Exportquote machte einen Satz nach oben.

Wie der VdDK unter Berufung auf das Statistische Bundesamt berichtet, stehen die Zeichen für die deutsche Küchen- und Möbellandschaft wieder auf Erholung. Nach einem äußerst erfolgreichen März (+9,37 Prozent im Vgl. zu 03/2024) weist nun auch der Mai eine erfreuliche Steigerung um fast 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Damit schrumpft der Abstand zum Gesamtumsatz für die Monate Januar bis Mai im Vergleich zu 2024 auf ein Minus von 1,52 Prozent, das es in der zweiten Jahreshälfte noch zu bekämpfen gilt.

Sowohl im In- als auch im Ausland entwickelten sich die Umsätze stabil nach oben: So schließt der Mai hierzulande mit rund 274,8 Mio. Euro und einem Umsatzplus von 4,43 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ab. Im Ausland wurden mit 244,1 Mio. Euro etwa 5,34 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als im Mai 2024. Die Exportquote steigt damit auf 47,04 Prozent und ist der stärkste bislang gemessene Wert im Jahr 2025.