Zum Hauptinhalt springen

Autor: Möbelfertigung

Übernimmt Mehrheit am türkischen Ladenbauer Madosan

Vorbehaltlich der noch ausstehenden Genehmigung der Kartellbehörden übernimmt Umdasch mit 55 Prozent die Mehrheit am türkischen Ladenbau-Spezialisten Madosan in Bursa, einer Millionenmetropole, die etwa zwei Autostunden südlich von Istanbul liegt. Die heutigen Eigentümer, das Ehepaar Vedat und Sevgi Saygin, bleiben dem Unternehmen als Minderheitsgesellschafter erhalten.

Das im Jahr 1993 gegründete Unternehmen arbeitet als Spezialist für Blechladenbau und Schwerlastregale weit über die türkischen Grenzen hinweg für internationale Kunden, wie zum Beispiel die Supermarktkette Auchan, den Drogeriemarkt-Spezialisten Rossmann, die Baumarktkette Leroy Merlin sowie Bosch und Saint Gobain. Produziert wird mit rund 125 Mitarbeitern ausschließlich am Hauptstandort in Bursa. Der jährliche Umsatz liegt bei rund 50 Millionen Türkischen Lira, was circa 5,75 Mio. Euro entspricht.

Das Angebots- wie auch das Kundenportfolio von Madosan ergänzt jenes von Umdasch. So ermöglicht die Unternehmensbeteiligung den Store Makers, ihre internationale Expansion über Europa in Richtung Seidenstraße in Branchen wie Food, Drogerie, Do-it-yourself und Systemgastronomie fortzusetzen.

„Mit Madosan gewinnen wir eine Unternehmenstochter, die uns gerade in wirtschaftlich so herausfordernden Zeiten wie jetzt dabei hilft, unser Wachstum fortzusetzen. Wir erhalten durch unsere Mehrheitsbeteiligung Zugang zu international bedeutenden Handelskunden und gewinnen eine außerordentlich wettbewerbsfähige Produktionsbasis“, erläutert Silvio Kirchmair, CEO von Umdasch The Store Makers. Der bisher größte Standort von Umdasch in Leibnitz, Österreich, wird durch die Beteiligung an Madosan in seinem Produktionsportfolio erweitert: „Ich bin davon überzeugt, dass es uns mit Madosan gelingt, unseren Metallproduktionsstandort in Leibnitz zu stärken und gemeinsam die internationale Expansion fortzusetzen“, ergänzt Silvio Kirchmair.

Die Unternehmensleitung setzt sich nach Genehmigung der 55-prozentigen Beteiligung durch die Kartellbehörden, die in wenigen Wochen vorliegen sollte, aus dem derzeitigen Madosan-Geschäftsführer, Nedim Yilmaz, und dem umdasch-Manager mit türkischen Wurzeln, Kaya Toker, zusammen.

„Wir freuen uns, dass wir mit Umdasch einen namhaften Mehrheitsgesellschafter für unser Unternehmen gewinnen konnten, der als österreichisches Familienunternehmen auf die gleichen Werte wie wir setzt. Ab sofort werden wir die internationale Expansion mit geballter Kraft fortsetzen“, freut sich die bisherige Eigentümerin und Vorsitzende des türkischen Women Entrepreneur Boards, Sevgi Saygin. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Restrukturierung kostet Arbeitsplätze

Siempelkamp hat ein Restrukturierungsprogramm angekündigt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in dem schwierigen globalen Marktumfeld nachhaltig zu stärken. Aufgrund der aktuellen Pandemie und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, sind die unternehmerischen Herausforderungen für die global tätige Gruppe nochmals gewachsen.

„Wir erwarten im laufenden Geschäftsjahr ein niedrigeres Auftragsvolumen in den USA und Europa. Zudem haben sich unsere Kernmärkte in den vergangenen und nächsten Jahren hin zum asiatischen Markt verlagert.“, erläutert Dr. Martin Stark, Sprecher der Geschäftsführung von Siempelkamp. „Durch die aktuelle globale Entwicklung im Kontext der Corona-Pandemie sehen wir keine schnelle Erholung“, so Dr. Stark weiter.

Im Fokus des Restrukturierungsprogramms stehen Organisations- und Prozessoptimierungen, sowie verschiedenen Vertriebs- und Digitalisierungsoffensiven und eine Stärkung des Produktionsverbunds. Darüber hinaus ist geplant, am Standort Krefeld bei der Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH und der Siempelkamp Maschinenfabrik GmbH die Personalstruktur an die Marktrealitäten anzupassen. Dr. Martin Stark hat den Betriebsrat beider Unternehmen über die Pläne der Geschäftsleitung informiert. In diesem Kontext ist geplant, knapp 260 Arbeitsplätze abzubauen. Ziel ist es, die Arbeitsplatzkonsolidierung im kommenden konstruktiven Dialog mit dem Betriebsrat so sozialverträglich wie möglich umzusetzen.

 „Die Stadt Krefeld und der dort angesiedelte Standort ist und bleibt das Herz von Siempelkamp“, betont Dr. Martin Stark. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmensgruppe und der Firmen am Standort Krefeld nachhaltig zu stärken. Gemeinsam mit unseren Führungskräften und Mitarbeitern werden wir Siempelkamp für die Zukunft fit machen.“

9,4 Prozent weniger Gründungen größerer Betriebe im ersten Halbjahr 2020

Im ersten Halbjahr 2020 wurden in Deutschland rund 58.000 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Auswertung der Gewerbemeldungen mitteilt, waren das 9,4 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019.

Die Ergebnisse des ersten Halbjahrs 2020 werden durch eine deutlich niedrigere Anzahl von Meldungen in den Gewerbeämtern ab März 2020 beeinflusst. Gründe hierfür sind zum einen Maßnahmen, die aufgrund der Corona-Pandemie getroffen wurden, wie zum Beispiel die Einstellung des Besucherverkehrs und Personalengpässe in den Gewerbeämtern. Zum anderen ist davon auszugehen, dass es aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit weniger Betriebsgründungen, aber auch weniger Abmeldungen gab, da Gewerbetreibende zunächst möglicherweise die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwarten, bevor sie ein Gewerbe an- oder abmelden.

Die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen lag im ersten Halbjahr 2020 mit rund 68.100 deutlich unter dem Vorjahreswert (-21,1 %). Die Zahl der neu gegründeten Nebenerwerbsbetriebe nahm um 1,2 Prozent auf knapp 140.100 zu. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen sank im ersten Halbjahr 2020 auf rund 324.000, das waren 8,0 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlungen (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Rund 44.000 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben im ersten Halbjahr 2020 ihr Gewerbe vollständig auf. Das waren 14,1 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Die Zahl der aufgegebenen Kleinunternehmen sank um 22,3 Prozent auf fast 78.700 und die Zahl der aufgegebenen Nebenerwerbsbetriebe um 14,0 Prozent auf rund 80.600. Damit war die Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben mit rund 203.300 Betrieben 17,4 Prozent geringer als im ersten Halbjahr 2019. Auch hier ist davon auszugehen, dass die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit der Gewerbeämter sowie die wirtschaftliche Unsicherheit zum Rückgang der Zahl der Abmeldungen im ersten Halbjahr 2020 geführt haben.

Die Zahl der Gewerbeabmeldungen insgesamt bei den Gewerbeämtern lag im ersten Halbjahr 2020 mit rund 259.100 um 16,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei dieser Gesamtzahl handelt es sich nicht nur um Gewerbeaufgaben, sondern auch um Betriebsübergaben (zum Beispiel Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke.

Hinweise zur Definition von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung und Kleinunternehmen: Von einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung wird ausgegangen, wenn ein Betrieb durch eine juristische Person oder einer Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit (Personengesellschaft) gegründet beziehungsweise aufgegeben wird. Auch von natürlichen Personen gegründete beziehungsweise aufgegebene Betriebe können hierunter fallen, sofern die Person im Handelsregister eingetragen ist, Arbeitnehmerinnen beziehungsweise Arbeitnehmer beschäftigt oder bei der Gründung eine Handwerkskarte besitzt.

Ein Kleinunternehmen ist definiert als Unternehmen, dessen Hauptniederlassung durch eine Nicht-Kauffrau oder einen Nicht-Kaufmann gegründet beziehungsweise aufgegeben wird und das nicht im Handelsregister eingetragen ist. Das Unternehmen beschäftigt zudem keine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und besitzt bei der Gründung keine Handwerkskarte.

Nebenerwerbsbetriebe sind Betriebe, die neben einer Haupterwerbstätigkeit im gewerblichen Bereich angemeldet werden.

VDM

Umsätze der Möbelindustrie steigen wieder

Auch in der deutschen Möbelindustrie hat die Corona-Pandemie Spuren hinterlassen. Doch bleiben die Einbußen für die Branche im Gesamtjahr laut VDM wohl überschaubar. Nach einem drastischen Umsatzeinbruch infolge des Lockdowns konnte der Negativtrend mit Beginn des Monats Juni gestoppt werden.

„Die aktuell vorhandenen Anzeichen für eine Erholung in der Möbelindustrie lassen sich auf drei Aspekte zurückführen: Über die Zeit des Lockdowns und der Handelsschließungen hat sich ein Nachholbedarf in den Haushalten aufgebaut, der schon sichtbar wurde, als sich die Sperrmüllmengen türmten“, erläutert VDM-Geschäftsführer Jan Kurth. „Eine Rolle spielt dabei, dass das Thema Wohnen aus Sicht der Verbraucher einen höheren Stellenwert bekommen hat. Die eigenen vier Wände werden in unruhigen Zeiten als sicherer Rückzugsort mehr geschätzt denn je. Die Menschen schichten ihre Ausgaben zugunsten von Möbeln und zulasten von Urlauben und anderen Freizeitaktivitäten um. Für positive Impulse sorgt zudem die befristete Absenkung der Mehrwertsteuer. Die Steuerersparnis gibt vielfach den Anstoß, geplante Möbelkäufe in die Tat umzusetzen. Der starke Fokus auf das Thema Einrichtung wird bleiben, davon sind wir überzeugt.“ 

In einer gerade abgeschlossenen Umfrage rechnen inzwischen 42 Prozent der befragten Möbelhersteller damit, ohne Umsatzeinbußen durch das Jahr zu kommen. „Vor diesem Hintergrund heben wir unsere Prognose vorsichtig an und gehen nun für das Gesamtjahr nur noch von einem Umsatzminus von bis zu fünf Prozent aus. Noch Anfang Juli hatten wir mit einem Minus von bis zu 10 Prozent gerechnet“, so Kurth. „Zum Jahresende hin dürfte darüber hinaus die Mehrwertsteuersenkung für Vorzieheffekte beim Möbelkauf sorgen. Vor diesem Hintergrund plädieren wir für ein partnerschaftliches Miteinander innerhalb der Branche. So appelieren wir an die Kommunen, den vom Gesetzgeber zugelassenen Umfang an Sonntagsöffnungen im Möbelhandel auszuschöpfen. Verkaufsoffene Sonntage liegen im Interesse von Industrie und Handel und bieten eine gute Gelegenheit, den Verbrauchern das Thema Wohnen noch näher zu bringen. Gleichzeitig wird damit der Kundenandrang am Wochenende entzerrt.“

Mit dem Ausbruch des Corona-Virus und der daraufhin verordneten Schließung des Möbeleinzelhandels wirkte sich die epidemiologische Lage unmittelbar auf die Möbelkonjunktur aus. Die Umsätze der Möbelhersteller brachen aufgrund des fehlenden Auftragseingangs im April um 28,7 Prozent und im Mai um 23,3 Prozent ein. Nach der Wiedereröffnung der Möbelhäuser ging es schnell wieder aufwärts: Im Juni lagen die Umsätze der Möbelhersteller bereits um 2,2 Prozent über dem Wert des Vorjahrs. Die positive Entwicklung im Juni konnte den dramatischen Umsatzeinbruch im April und Mai nicht kompensieren – der Umsatzrückgang im zweiten Quartal 2020 betrug im Vergleich zum Vorjahresquartal 17,2 Prozent. In der Summe der ersten sechs Monate betrugen die Umsätze der Branche rund 8,1 Mrd. Euro – ein Minus von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch im Auslandsgeschäft waren die negativen Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Der Auslandsumsatz der deutschen Möbelindustrie sank im ersten Halbjahr um 13,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dagegen ging der Inlandsumsatz lediglich um 8,2 Prozent zurück. Das Exportgeschäft litt unter dem Nachfragerückgang infolge der Lockdown-Maßnahmen in verschiedenen Ländern, den internationalen Reiseeinschränkungen, den negativen Auswirkungen des Brexits und dem Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Alle Segmente der deutschen Möbelindustrie entwickelten sich von Januar bis Juni 2020 nach Angaben der amtlichen Statistik negativ. Dennoch gibt es erhebliche Differenzen zwischen den einzelnen Segmenten. Die Küchenmöbelhersteller verzeichneten einen leichten Umsatzrückgang um 2,3 Prozent auf rund 2,5 Mrd. Euro und entwickelten sich damit wesentlich besser als andere Segmente. Die Büromöbelindustrie wies mit einem Umsatz von rund 983 Mio. Euro ein deutlich negativeres Ergebnis aus (minus 10,9 Prozent). Die Hersteller von Laden- und sonstigen Objektmöbeln lagen um 10 Prozent unter dem Vorjahreswert und erzielten einen Umsatz von rund 831 Mio. Euro. Einen überdurchschnittlichen Rückgang registrierten die Hersteller von Polstermöbeln, deren Umsätze von Januar bis Juni 2020 um 11,2 Prozent auf rund 420 Mio. Euro zurückgingen. Auch die Umsatzentwicklung beim größten Segment der Möbelindustrie – den sonstigen Möbeln und Möbelteilen – fiel mit minus 14,3 Prozent auf 3 Mrd. Euro negativer aus als im Branchendurchschnitt. Das kleinste Segment der Branche – die Matratzenindustrie – wies ein Umsatzminus in Höhe von 11,8 Prozent auf rund 350 Mio. € aus. Im Juni verbesserte sich die Lage in allen Segmenten wieder deutlich.

„Die aktuelle Auftragslage stimmt uns zuversichtlich“, so Kurth. „Nach internen Erhebungen der Fachverbände stiegen die Auftragseingänge in der deutschen Wohnmöbelindustrie in den ersten sieben Monaten um 4,5 Prozent und in der Küchenmöbelindustrie um 4,8 Prozent. In der Polstermöbelindustrie wurde dagegen ein leichter Rückgang um 4,1 Prozent registriert. Die im Vergleich zur amtlichen Statistik deutlich positiveren Ergebnisse sind vor allem auf den guten, um einen zweistelligen Prozentsatz verbesserten Auftragseingang im Juli zurückzuführen, welcher sich erst in den kommenden Monaten in den positiven Umsätzen niederschlagen dürfte. Ein weiterer Grund ist die Einbeziehung der ausländischen Produktionsstätten deutscher Hersteller sowie der deutschen Vertriebsgesellschaften ausländischer Hersteller, die von der amtlichen Statistik nicht erfasst werden.“

In den aktuell 469 Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten (minus 1,6 Prozent) arbeiten 83.051 Frauen und Männer und damit liegen wir nur leicht (minus 1,9 Prozent) unter dem Niveau des Vorjahres. Somit hat die Corona-Krise in der Möbelindustrie im Unterschied zu vielen anderen Branchen bislang nicht zu einem signifikanten Personalabbau geführt.

Die deutschen Möbelexporte sanken im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,9 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro. In den meisten Ländern ging der Absatz deutlich zurück, wenngleich es auch hier wichtige Ausnahmen gab. Besonders erfreulich ist die Steigerung der Ausfuhren die Schweiz als mittlerweile wichtigsten Exportmarkt der deutschen Möbelindustrie mit einem Plus von 4,6 Prozent. Frankreich belegt aktuell Platz zwei im Ranking der wichtigsten Exportmärkte mit einem signifikanten Minus von 18,2 Prozent, gefolgt von Österreich mit minus 15,9 Prozent und den Niederlanden mit minus 5,2 Prozent. Eine Ausnahme bildete der finnische Markt mit plus 4,8 Prozent.

Auch die negativen Auswirkungen des Ende Januar 2020 erfolgten Brexits bekam die Möbelindustrie bereits in den vergangenen Jahren deutlich zu spüren. Allein zwischen den Jahren 2016 und 2019 reduzierten sich die deutschen Möbelausfuhren nach Großbritannien um rund elf Prozent. Diese negative Tendenz wurde durch die Auswirkungen der Pandemie auf die britische Wirtschaft zusätzlich verstärkt. In der Folge brach der Absatz deutscher Möbel im Vereinigten Königreich von Januar bis Juni 2020 im Vorjahresvergleich um 19,4 Prozent ein. Eine fundamentale Besserung der Lage ist angesichts des nach wie vor fehlenden politischen Konsenses über die zukünftige Ausgestaltung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich nach wie vor nicht in Sicht.

Die deutschen Möbelexporte nach China kletterten im ersten Halbjahr 2020 um 1,9 Prozent. Während der Rückgang in Russland mit minus 9,4 Prozent verhalten ausfiel, wurde der US-amerikanische Möbelmarkt angesichts der dramatischen Auswirkungen der Pandemie auf die US-Wirtschaft noch stärker in Mitleidenschaft gezogen. Die deutschen Möbelexporte in die USA gingen um 10,3 Prozent zurück. Südkorea entwickelte sich vor dem Hintergrund der Pandemie zwar ausgesprochen positiv (plus 11,6 Prozent), allerdings bewegen sich die Ausfuhren in dieses aufstrebende asiatische Land noch auf einem relativ niedrigen Niveau.

Die Industrieexportquote – dies ist der Anteil der von den heimischen Möbelherstellern direkt ins Ausland gelieferten Ware am Gesamtumsatz der Branche – lag im ersten Halbjahr 2020 der Exporte bei 31,2 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2019 lag der entsprechende Wert noch bei 32,4 Prozent (Gesamtjahr 2019: 32,7 Prozent). Dies ist der erste signifikante Rückgang der Exportquote seit Jahren, denn zwischen den Jahren 2000 und 2019 konnte diese mehr als verdoppelt werden.

Nachdem die deutschen Möbelimporte im Gesamtjahr 2019 noch leicht gestiegen waren, sanken sie von Januar bis Juni 2020 um 8,4 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Überdurchschnittlich stark stiegen die Einfuhren aus Vietnam (plus 11,5 Prozent), Rumänien (plus 15,1 Prozent), Indonesien (plus 7,3 Prozent) und Belarus (plus 33,2 Prozent). Polen verlor dagegen 12,6 Prozent, blieb jedoch das mit Abstand wichtigste Möbelherkunftsland. Mehr als jedes vierte nach Deutschland importierte Möbel (29,7%) stammt aus dem östlichen Nachbarland. Die Importe aus dem zweitwichtigsten Importland China gingen um 1,9 Prozent, die Importe aus dem drittplatzierten Italien um 16,5 Prozent zurück. Allein auf die beiden wichtigsten Lieferländer Polen und China und Tschechien entfallen aktuell 56 Prozent der gesamten deutschen Möbelimporte.

Das Außenhandelsdefizit stieg im bisherigen Jahresverlauf um 19,6 Prozent auf rund 0,6 Mrd. Euro. Gleichzeitig konnte die Position deutscher Hersteller im Inland gestärkt werden – einem Rückgang des Inlandsumsatzes um 8,2 Prozent stand im ersten Halbjahr ein Rückgang der Importe von 8,4 Prozent gegenüber.

„Die Vorzeichen für die weitere Entwicklung der Branche im zweiten Halbjahr bewerten wir als stabil“, beton Jan Kurth. „Insbesondere die Möbelnachfrage im Inland zeigt sich robust. Der gute Auftragseingang ab Mai stimmt optimistisch und dürfte zu steigenden Umsätzen im dritten Quartal führen. Für das vierte Quartal ist aufgrund der hohen Vorjahreswerte mit keinen größeren Steigerungen zu rechnen. Auch die Verbraucherstimmung in Deutschland hellt sich zunehmend auf. Die deutschen Konsumenten lassen den Corona-Schock nach Ergebnissen der jüngsten GfK-Konsumklimastudie vom Juli zunehmend hinter sich. Sowohl die Anschaffungsneigung als auch die Einkommenserwartung steigen deutlich, während sich die Konjunkturerwartung mit geringen Zuwächsen im positiven Bereich stabilisiert. Die Konjunkturprognosen für das laufende Jahr wurden von den führenden Wirtschaftsforschern zuletzt wieder leicht nach oben revidiert. Gleichzeitig bleiben die Wachstumsimpulse aus dem Ausland angesichts der je nach Land unterschiedlich schweren wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und der nach wie vor schwelenden Handelskonflikte bislang verhalten.“

Im Zuge der Corona-Krise hat der Möbel-Onlinehandel weiter an Fahrt aufgenommen. In den internen Verbandsumfragen berichteten zeitweise rund 40 Prozent der Unternehmen von einer Belebung ihres Onlinegeschäfts. Nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) erhöhte sich der Onlineumsatz in der Produktkategorie Möbel, Lampen und Dekoration im zweiten Quartal 2020 um 13,8 Prozent. 

„Beim Blick auf die nächsten Monate gibt es zwar noch viele Unwägbarkeiten hinsichtlich des Verlaufs der Pandemie. Doch wir sind optimistisch, dass das Vorkrisenniveau unter Vorbehalt einer stabilen epidemiologischen Entwicklung im Jahr 2021 wieder erreicht werden kann“ so Kurth abschließend.

Langjährige Mitarbeiter geehrt

Osmo ehrte kürzlich insgesamt 19 Jubilare für ihren langjährigen, engagierten Einsatz über eine Zeitspanne von 10, 25 und 40 bis hin zu stolzen 45 Jahren.

„Ohne unsere ‚Alten‘ sähen wir ganz schön alt aus“, resümiert Thorsten Mehlin, Geschäftsleitung Vertrieb, augenzwinkernd. „Die tolle Resonanz und die langjährige Treue unserer Mitarbeiter beweisen, dass wir als Arbeitgeber den Fokus auf die richtigen Dinge legen. So begrüßen wir nicht nur alljährlich neue Azubis in unserem Team und investieren in die Nachwuchsförderung, sondern schaffen ein gleichermaßen attraktives Arbeitsumfeld für „junge und alte Hasen“, das viele Perspektiven offeriert und alle Türen für eine dauerhafte, langjährige Beschäftigung bei Osmo öffnet. Dank moderner Technologie und unseren bestens ausgebildeten Mitarbeitern sind wir so auch für künftige Entwicklungen am Markt optimal aufgestellt. Wir bedanken uns bei allen Jubilaren für ihre Treue und ihr Engagement und freuen uns auf viele weitere gemeinsame Jahre!“

Veranstaltung für 2020 abgesagt

Es wird keine „Brüsseler Möbelmesse“ 2020 geben, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Grund, die anhaltende Covid-19-Pandemie, sei keine Überraschung mehr. „Die Gesundheit unserer Aussteller, Besucher und aller Zulieferanten, die für die Messeveranstaltung tätig sind, muss an allererster Stelle stehen. Der Verlauf der Pandemie ist launenhaft und das Risiko für die Gesundheit wird zu groß. Da sind wir als Messeveranstalter aufgerufen, Verantwortung zu zeigen“, sagt Messe-Chef Lieven Van den Heede.

Darüber hinaus bestünde die Möglichkeit, dass die Messe durch ein plötzlich erneutes Aufflackern des Virus unter Umständen noch im letzten Augenblick abgesagt werden muss. Darum hätte man die pragmatische Entscheidung getroffen, dass dieses Jahr in Brüssel keine Möbelmesse stattfinden wird.

Aus einer Befragung der Aussteller und Besucher sei hervorgegangen, dass trotz viel geäußerter Begeisterung für die Veranstaltung der Messe vor allem Unsicherheit herrsche. Die Teilnahme an der Messe bringe für jeden Aussteller Kosten mit sich und damit auch die Möglichkeit, dass alles vergeblich sein könnte. Aufgrund all dieser Faktoren sei es unmöglich gewesen, eine erfolgreiche Edition zu garantieren.

„Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung einerseits mit Erleichterung, andererseits aber auch mit Enttäuschung aufgenommen werden wird. Wir danken allen Ausstellern, die sich bereits angemeldet hatten. Wie versprochen werden die für das Standgeld und den Katalog bereits bezahlten Beträge in den kommenden Tagen zurücküberwiesen“, so Van den Heede.

Die kommende Ausgabe der „Brüsseler Möbelmesse“ ist somit für den 7. bis 10. November 2021 geplant.

Duravit

Seminarbroschüre mit noch größerem digitalen Angebot ab sofort verfügbar

Mitarbeiter qualifizieren und deren Kompetenzen vertiefen wird immer wichtiger. Duravit bietet mit der neuen Seminarbroschüre seinen  Partnern aus Handel und Handwerk ein vielfältiges und praxisnahes Weiterbildungsprogramm an, das optimal auf die aktuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. In Zeiten, da „Abstand wahren“ das Gebot der Stunde ist, hat der Designbadhersteller sein digitales Lernangebot nochmals deutlich erweitert.

Das umfangreiche Weiterbildungsprogramm umfasst erfolgreiche Seminarklassiker, Seminare zu neuen Themen sowie Workshops. Die neue Rubrik „Digitales Lernen“ ermöglicht asynchrones Lernen mit den Duravit E-Learning Programmen als auch synchrones Lernen im Rahmen von Webinaren oder Live-Vorträgen. So kann die berufliche und persönliche Weiterbildung zeitlich flexibel und ortsunabhängig in den Berufsalltag integriert werden.

Darüber hinaus werden weiterhin Seminare am Duravit-Hauptsitz in Hornberg, im Duravit Technology Center in Meißen und an zentralen Standorten (Frankfurt, München, Ruhrgebiet, Hamburg und auf Nachfrage auch in Wien) angeboten. Auch lassen sich individuelle Trainings direkt bei den Kunden vor Ort vereinbaren. Das vielfältige Angebot hält für jeden Bedarf den passenden Trainingsrahmen bereit.

Deutsche Qualität mit Brief und Siegel

Sicherheit für Endverbraucher: Seit dem 1. August 2020 finden sie im Handel ein neues Label, das ihnen Aufschluss über die Qualität von Möbeln gibt. Das geographische Herkunftsgewährzeichen nach RAL-RG 0191 „Möbel Made in Germany“ kennzeichnet Schränke, Stühle & Co. aus Deutschland, die nachweislich streng definierte Kriterien erfüllen. Das Label soll sowohl im heimischen Möbelhandel als auch international Konsumneten als Entscheidungshilfe beim Möbelkauf dienen. Schließlich gelten deutsche Qualitätsmaßstäbe als überdurchschnittlich hoch.    

 „Während der Corona-Krise ist das Thema Wohnen und Einrichten noch stärker in den Fokus vieler Verbraucher gerückt“, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), fest. „Dabei sehen wir eine wachsende Bereitschaft, mehr Geld für Möbel ‚Made in Germany‘ auszugeben und sich damit auf Jahre hin sicher, modern und komfortabel auszustatten.“ Qualitätsmöbel sind also gefragt, wenn es um eine neue Wohnungseinrichtung geht. Aber wie lassen sich diese erkennen? „Das geographische Herkunftsgewährzeichen ‚Möbel Made in Germany‘ hilft dabei sehr“, ist sich Kurth sicher.

Das neue Label ist an strenge Bedingungen geknüpft, die das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) festgelegt hat. Gemeinsam mit dem VDM hat RAL das Label entwickelt und eingeführt. Die Einhaltung der Anforderungen überwacht die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) im Auftrag des VDM.

„Viele Verbraucher erwarten von Produkten aus Deutschland per se eine hohe Qualität“, ergänzt DGM-Geschäftsführer Jochen Winning. „Mit dem neuen Herkunftsgewährzeichen ‚Möbel Made in Germany‘ stellen wir sicher, dass diese Erwartungen rundum bestätigt werden und geben Brief und Siegel auf den Herkunftsort und das daran geknüpfte Qualitätsversprechen.“

„Möbel Made in Germany“ bedeutet entsprechend der RAL-Registrierung 0191, dass die Konstruktion, Montage und Qualitätsprüfung in Deutschland stattfinden. Zudem muss der für die Qualität relevante Herstellungsprozess überwiegend in Deutschland erfolgen. Seit dem 1. Juni 2020 können sich interessierte Möbelhersteller für die neue Zertifizierung anmelden. Die ersten 31 Hersteller wurden schon geprüft und mit dem geographischen Herkunftsgewährzeichen zertifiziert. Sie dürfen ihre Möbelprogramme im Handel gut sichtbar für den Endverbraucher mit dem neuen Label auszeichnen. Zum Auftakt sind renommierte Möbelproduzenten aus den Segmenten Küche, Polstermöbel und Kastenmöbel vertreten: Albert Ponsel GmbH & Co. KG, Alfons Venjakob GmbH & Co. KG, ARCO-Polstermöbel GmbH & Co. KG, burgbad GmbH, C. Disselkamp Schlafraumsysteme GmbH, Express Küchen GmbH & Co. KG, F+S Polstermöbel GmbH, Femira Bettensysteme GmbH & Co. KG, Gwinner Wohndesign GmbH, Häcker Küchen GmbH & Co. KG, Impuls Küchen GmbH, InCasa Schlafraumsysteme GmbH, KOINOR Polstermöbel GmbH & Co. KG, Loddenkemper Raumsysteme GmbH & Co. KG, Möbelfabrik Fr. Rudolf & Sohn GmbH & Co. KG, Möbelwerke A. Decker GmbH, Nobilia-Werke J. Stickling GmbH & Co. KG, Nolte Küchen GmbH & Co. KG, Nolte SPA GmbH, Oeseder Möbelindustrie Mathias Wiemann GmbH & Co. KG, Rauch Möbelwerke GmbH, raumplus Besitz- und Entwicklungs-GmbH & Co. KG, Reposa Polstermöbel GmbH , ROLF BENZ AG & Co. KG, Rotpunkt Küchen GmbH, Schüller Möbelwerk KG, Signet Wohnmöbel GmbH, SZ Wöstmann Schlafraumsysteme GmbH, Thielemeyer GmbH & Co. KG, Wimex Wohnbedarf Import Export Handelsgesellschaft mbH & Co. KG, WM Wöstmann Markenmöbel GmbH & Co. KG.

Bei einer ganzen Reihe weiterer Möbelhersteller laufen derzeit die Audits. Insgesamt haben 78 Unternehmen bereits ihr Interesse an dem Label angemeldet. „Ursprünglich wollten wir bis Jahresende 50 Möbelhersteller zertifizieren. Dieses Ziel werden wir voraussichtlich übertreffen und damit im In- und Ausland wichtige Signalwirkung für Qualitätsmöbel aus Deutschland entfachen“, blicken Kurth und Winning optimistisch voraus.

Fällt in diesem Jahr aus

Aufgrund der COVID-19-Pandemie und der geltenden Hygienevorschriften haben sich die Veranstalter entschlossen, das 12. Europäische Holzwerkstoff-Symposium in diesem Jahr nicht stattfinden zu lassen. Eigentlich hätte sich die Branche vom 30. September bis zum 2. Oktober in Hamburg getroffen. Ein neuer Termin steht bereits fest: Es ist der 12. bis 14. Oktober 2022.

Dieser Termin wurde notwendig, da das Veranstaltungshotel das Symposium nicht in der gewohnten Weise durchführen darf. „Das Symposium ohne Rahmenprogramm, mit einer sehr begrenzten Teilnehmerzahl und ohne die Möglichkeit des Austausches in den Pausen durchzuführen, hätte nicht der Idee einer Netzwerkveranstaltung entsprochen“, sagt Harald Schwab vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI. Die Organisatoren, European Panel Federation, Internationaler Verein für technische Holzfragen e.V. und Fraunhofer WKI, sahen sich daher gezwungen, die Veranstaltung abzusagen.

Vom 12. bis 14. Oktober 2022 soll das 12. Europäische Holzwerkstoff-Symposium in gewohnter Weise in Hamburg über die Bühne gehen. Eine erneute Vortragsbewerbung wird dann wieder möglich sein. Bereits gezahlte Tagungsgebühren werden selbstverständlich vollständig zurückerstattet, die Hotelzimmer können kostenfrei storniert werden.

„Wir bedauern die Verschiebung sehr und bedanken uns herzlich für die Bereitschaft Vorträge zu halten und für das große Interesse an dieser Veranstaltung. Wir freuen uns bereits jetzt, im Oktober 2022 das allseits geschätzte Netzwerktreffen nachzuholen“, sagt Harald Schwab.