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Autor: Möbelfertigung

Projekt zur Förderung verantwortungsbewusster Robotik in Europa

Robotics4EU ist die Antwort der Europäischen Kommission auf die noch nie dagewesene Bedeutung der Robotik in der modernen Wirtschaft.

Das Projekt Robotics4EU, das im Januar 2021 im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 offiziell gestartet wurde, zielt darauf ab, konkrete Schritte zu unternehmen, um eine breitere Einführung von (KI-basierten) Robotern in der EU zu gewährleisten, insbesondere in den Bereichen Gesundheitswesen, Inspektion und Instandhaltung von Infrastrukturen, Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie agile Produktion.

Zu den Zielen des Projekts gehört auch die Sensibilisierung für nichttechnologische Aspekte der Robotik, wie z. B. ethische, rechtliche, sozioökonomische, datenschutzrechtliche und geschlechtsspezifische Fragen. Zu diesem Zweck wird es eine verantwortungsbewusste Robotik-Community mit Vertretern von Unternehmen und Hochschulen aus den oben genannten Bereichen, Bürgern, Politikern und Entscheidungsträgern zusammenbringen und Veranstaltungen zur Gemeinschaftsbildung und Mitgestaltung organisieren, während es sich für die Sache der verantwortungsvollen Robotik einsetzt.

In den ersten Monaten des Projekts wurden eine Reihe von Interviews und Online-Umfragen durchgeführt, um Einblicke von Interessenvertretern und Mitgliedern der Robotik-Gemeinschaft zu Themen wie dem Einsatz der Robotik, aktuellen Praktiken, Mängeln und anderen Bedürfnissen der Gemeinschaft zu erhalten. Zu den Themen, auf die die Befragten hinwiesen, gehören u. a. die Belange der Arbeitskräfte und die Auswirkungen der Robotik auf das allgemeine menschliche Wohlergehen; sie sind auf der Website des Projekts zu finden. Der Bericht enthält auch Informationen über bewährte Praktiken aus anderen Projekten, die Bereitschaft der Robotikgemeinschaft und die Akzeptanz von Robotern, die Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern und der Robotikgemeinschaft und vieles mehr.

Im Oktober 2021 wird Robotics4EU auch eine GlobalSay-Konsultation fördern, bei der etwa 700 Bürger aus 12 Ländern über die gesellschaftlichen und ethischen Auswirkungen der Robotik diskutieren werden.

Eine Reihe von Workshops, die im November 2021 beginnen und bis Mitte 2022 dauern werden, ist ebenfalls in Vorbereitung. Ziel ist es, die verantwortungsbewusste Robotik-Gemeinschaft zu erweitern und zu befähigen und die Debatte über innovative Themen und Ideen für praktische Lösungen anzuregen, die die verantwortungsbewusste Einführung von (KI-basierter) Robotik unterstützen. 20 Workshops sind insgesamt geplant: vier Online-Workshops und ein Präsenz-Workshop für jeden der Projektbereiche (Gesundheitswesen, Inspektion und Wartung von Infrastrukturen, Agrar- und Ernährungswirtschaft und agile Produktion).

Robotics4EU ist eine mit 3 Millionen Euro dotierte Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahme, an der 7 Organisationen aus 6 europäischen Ländern mit Fachwissen in verschiedenen Technologiebereichen beteiligt sind. Weitere Informationen über das Projekt und künftige Aktivitäten finden Sie auf der Robotics4EU-Website unter https://www.robotics4eu.eu/.

VDM

Möbelumsatz bis Juni 2021 etwas über Vorjahresniveau

Die Umsätze der Möbelindustrie stiegen nach amtlichen Angaben im Zeitraum Januar bis Juni 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent. Die Auslandsumsätze stiegen um 10,7 Prozent, die Inlandsumsätze um 1,5 Prozent. Die einzelnen Segmente entwickelten sich dabei unterschiedlich. Die „sonstigen Möbel“ – beispielsweise Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel, nicht gepolsterte Sitzmöbel und Möbelteile – wiesen mit minus 5,8 Prozent den höchsten Umsatzrückgang auf, die Büromöbel landeten bei minus 0,3 Prozent. Positiv fielen die Veränderungsraten bei den Polstermöbeln mit 17,5 Prozent, den Küchenmöbeln mit 16,3 Prozent und den Laden- und Objektmöbel mit 4,4 Prozent aus.

Erste kontinuierliche OSB-Anlage für die Türkei

Gleich zwei neue Anlagen gab der türkische Holzwerkstoffproduzent Küpeliler Endustri AS bei Siempelkamp in Auftrag: Zum einen die erste kontinuierliche OSB-Anlage, die in der Türkei montiert wird – zum anderen eine neue Spanplattenanlage. Damit setzt Siempelkamp sein erfolgreiches Engagement im türkischen Markt fort.

„Right place, right time, right project“: Gemäß diesem Konzept ist Küpeliler Endustri AS in mehreren Geschäftsbereichen etabliert, unter anderem in der Zement-, der Verpackungs- und der Holzwerkstoffindustrie. Letztere erhält neuen Anschub durch eine Premieren-Anlage, die das 1981 gegründete türkische Unternehmen aktuell bei Siempelkamp in Auftrag gab: die erste kontinuierliche Presse für OSB in der Türkei.

Das Lieferspektrum enthält eine „Contiroll“ im Format 4‘ x 33,8 Meter, verlängerbar auf 45,4 Meter, die am Standort Kutahya eine Bestandsanlage ersetzt. Die neue Siempelkamp-Anlage unterstützt Küpeliler Endustri AS dabei, seine Plattenqualität zu steigern und eine höhere Anlagenverfügbarkeit umzusetzen.

Mit der Marke „Westboard“ belegt Küpeliler seine langjährige Erfahrung mit dem Werkstoff OSB, der vorwiegend in der Bauindustrie eingesetzt wird, zum Beispiel für Verschalungen. Damit stellt das Unternehmen attraktive Alternativen zu teurem Sperrholz bereit und bedient die stark gewachsene Nachfrage aus der Bau- und Verpackungsindustrie. Auf die Qualität der OSB-Platten zahlt die besondere Oberflächenqualität, das „OSB-ContiFinish“, ein. Positiv wirken sich auch die mit der kontinuierlichen Presstechnik verbesserten Dickentoleranzen und optimierten mechanischen Eigenschaften in Vergleich zu herkömmlichen Taktpressenanlagen-Platten aus.

Den zweiten aktuellen Auftrag erteilte Küpeliler Endustri seinem deutschen Partner für seine Spanplatten-Sparte. Er umfasst eine Anlage mit „Contiroll“ im Format 7‘ x 23,8 Meter, verlängerbar auf 28,8 Meter. Diese Neuinvestition ersetzt eine Einetagen-Anlage am Standort Eskişehir, die seit 40 Jahren produziert. Etabliert und kontinuierlich ausgebaut wurde die Spanplatten-Sparte bereits in den 1980er Jahren unter dem Firmennamen Suntasan, seit 2006 ein Teil des Küpeliler-Verbundes. In Eskişehir konzentriert sich das Unternehmen neben der Produktion auch auf die Vergütung der Platten. „Wir freuen uns, die Innovationsstärke von Küpeliler mit gleich zwei Anlagenkonzepten unterstützen zu dürfen, zumal wir mit der OSB-Anlage eine Premiere im türkischen Markt platzieren können“, so Ulrich Kaiser, Head of Sales Siempelkamp. Die beiden Aufträge stehen für derzeit 32 „Contiroll“-Projekte, die Siempelkamp in 27 Jahren mit türkischen Kunden realisiert hat. „Unsere Referenzliste ist eine Chronologie des kontinuierlichen Vertrauens türkischer Holzwerkstoffproduzenten in unsere Arbeit“, fasst Ulrich Kaiser zusammen.

Ein zentraler Erfolgsfaktor für die hohe Nachfrage im türkischen Markt ist nicht zuletzt die starke Präsenz Siempelkamps vor Ort nach dem Motto „global aktiv, lokal präsent“: Seit 2010 betreibt Siempelkamp ein Büro in Istanbul, das türkischen Holzwerkstoff-Produzenten mit erstklassiger, vertrauensvoller Beratung zur Seite steht. Unter der Leitung von Faruk Şişci widmen sich acht Mitarbeiter den Projekten im Bereich der Neuanlagen sowie der Unterstützung des Siempelkamp-Serviceportfolios. Mit diesem Team vor Ort wird die installed base kontinuierlich aktualisiert, z.B. mit umfangreichen Modernisierungs- und Upgrademaßnahmen für Hard- und Software. Als bewährter Partner Siempelkamps ist zudem GIM Export ein wichtiges Bindeglied im türkischen Markt: Seit über 25 Jahren besteht diese Kooperation, in deren Rahmen GIM-Export zentrale Leistungen im Bereich der Gesamtfinanzierung erbringt.

Lieferketten auch in Schwellenländern extrem angespannt

Der Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten ist für viele Maschinenbauunternehmen auch in den wichtigen Auslandsmärkten Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) mittlerweile das größte Hemmnis für ihre Geschäftsaktivitäten. Neben fehlenden Vorleistungen erschweren längere Lieferzeiten und Probleme in der Logistikkette den Produktionsablauf. Im Frühjahr waren es länderübergreifend Corona-Restriktionen, die das Geschäft am stärksten beeinträchtigten. Nichtdestotrotz bewertet die überwiegende Mehrheit der VDMA-Mitglieder in den BRIC-Staaten die Geschäftslage als positiv und erwartet in allen Ländern für das Gesamtjahr 2021 ein zweistelliges Umsatzplus – wenn auch auf teils schwacher Vorjahresbasis. Doch ohne angebotsseitige Störungen wäre zweifelsfrei ein höheres Wachstum möglich.

In China haben sich die Wachstumsraten im Maschinenbau im dritten Quartal 2021 wieder auf ihrem prozentual einstelligen Vor-Corona-Kurs eingependelt. Und auch kurzfristig erwarten die befragten Tochterunternehmen in China keine großen Wachstumsimpulse: Knapp die Hälfte (49 Prozent) geht davon aus, dass die Auftragseingänge in den nächsten drei Monaten stagnieren, fast jeder Fünfte (18 Prozent) erwartet sogar Rückgänge der Bestellungen. Bei einer Betrachtung der Geschäftslage nach Teilbranchen zeigt sich folgendes Bild: Die Unternehmen aus der Baumaschinenbranche und der Fluidtechnik bewerten die Situation deutlich schlechter als der Maschinenbaudurchschnitt.

Hersteller von Maschinen für die Prozessindustrie und Automatisierungstechnik bewerten die Lage hingegen deutlich positiver. „Die Lage im chinesischen Immobiliensektor ist deutlich angespannt. Die Baubeginne von Wohnungen waren im dritten Quartal um circa 17 Prozent abgesackt. Das trifft die Hersteller von Baumaschinen und deren Zulieferer wie die Fluidtechnik spürbar“, erläutert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Auf der anderen Seite investieren Unternehmen in China aus der Prozessindustrie wie die Chemie und Petrochemie, Pharmazie sowie Gasverarbeitung kräftig. Davon profitieren Hersteller von Industriearmaturen, Verfahrenstechnik und Pumpen“, sagt Wiechers.

Allen gemein sind der Mangel an Vorprodukten und Corona-Restriktionen. Hinzu kommen teilweise unvorhersehbare Stromabschaltungen in der Industrie, die den Unternehmen vor Ort Schwierigkeiten bereiten. Immerhin 29 Prozent der Unternehmen mit Behinderungen im Geschäftsablauf melden, dass dies ein hemmender Faktor sei.

Die VDMA-Mitgliedsunternehmen in Russland bewerten ihre Geschäftssituation weiterhin deutlich positiv. Ein Drittel der befragten Maschinenbauunternehmen vor Ort erwarten in den nächsten drei Monaten steigende Auftragseingänge, lediglich 6 Prozent rechnen mit sinkenden Auftragseingängen. Bei den Hemmnissen haben sich Corona-Restriktionen nach vorn geschoben, dicht gefolgt vom Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten, „Local-content“-Vorgaben und Auftragsmangel. Große Probleme bereitet weiterhin das in Russland verpflichtend vorgeschriebene Arbeitsvisum für Monteure, das beachtliche 54 Prozent der Befragten als Erschwernis für ihre Geschäftsaktivitäten bewerten.

Die vom VDMA befragten Tochterunternehmen in Indien sind für die nächsten Monate in besonderer Weise positiv gestimmt. bei den Umfragewerten für die Kapazitätsauslastung und die Geschäftslage wurde in der jüngsten Umfrage sogar das zweitbeste Ergebnis seit Umfragebeginn erzielt. Nur im Frühjahr 2018, also zu Zeiten der globalen Hochkonjunktur, bewerteten die Unternehmen in Indien die Geschäftssituation noch besser. Exakt drei von vier Unternehmen gehen von weiter steigenden Auftragseingängen aus, lediglich 3 Prozent erwarten in den nächsten drei Monaten rückläufige Orders. „Das erfreuliche Geschäftsumfeld in Indien zeigt sich ebenfalls in den Maschinenexporten aus Deutschland nach Indien. Sie konnten im Zeitraum Januar bis August um mehr als 30 Prozent zulegen. Allerdings verzeichnete Indien vor einem Jahr mit einem Minus von knapp 29 Prozent auch die größten Rückgänge der betrachteten BRIC-Staaten. Bis zum Erreichen des Vorkrisenniveaus ist also noch Luft nach oben“, sagt der VDMA-Chefvolkswirt.

Auch in Brasilien – der wichtigste Absatzmarkt und Produktionsstandort für den Maschinenbau in Lateinamerika – bewertet etwa die Hälfte (52 Prozent) der befragten Tochterunternehmen die Geschäftslage als gut, nur zwei Prozent als schlecht. Ebenfalls rund die Hälfte (48 Prozent) erwarten in den nächsten drei Monaten steigende Auftragseingänge, 17 Prozent hingegen gehen von Auftragseinbußen aus. Das größte Hemmnis für die Geschäftsentwicklung ist auch hier die Knappheit von Rohstoffen und Vorprodukten. Dennoch sind die Erwartungen der Unternehmen überwiegend positiv. Daran ändert auch die politische Unsicherheit, ausgelöst durch die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2022, und die hohe Inflation von geschätzt rund 8 Prozent für das Jahr 2021 wenig. Das zeigt sich unter anderem an der Umsatzschätzung der Mitglieder vor Ort, denn die Mehrheit erwartet für 2022 abermals ein zweistelliges Wachstum.

Der VDMA befragt im halbjährlichen Turnus seine Mitglieder zu den aktuellen Geschäftsentwicklungen in den BRIC-Staaten. Die erste Umfrage erfolgte im Frühjahr 2016. Die jüngste Umfrage mit insgesamt rund 515 Teilnehmern wurde im Zeitraum 18. Oktober bis 3. November 2021 durchgeführt.

Erfolgreicher Neustart trotz Corona-Pandemie

Der europäische Dachverband der Hersteller von Maschinen und Werkzeugen zur Holzbearbeitung, Eumabois, hat am 5. November 2021 seine jährliche Generalversammlung abgehalten. Nachdem die Generalversammlung im Jahr 2020 als erste „rein digitale Generalversammlung“ des Eumabois durchgeführt wurde, freuten sich die Delegierten und Vorstandsmitglieder umso mehr auf den persönlichen Austausch in Wien, wo sie vom österreichischen Verband FMTI empfangen wurden.

Auftaktthema waren die allgemeinen Aussichten für die holzverarbeitende Industrie, die einen raschen und sehr positiven Aufschwung verzeichnen kann. Die Zahlen deuten trotz der Tatsache, dass auch die holzverarbeitende Industrie unter hohen Materialkosten und Rohstoffmangel leidet, weiter auf ein nachhaltiges Wachstum hin. Die weltweite Nachfrage ist nach wie vor hoch, was die gute Erholung dieses Wirtschaftssektors als Reaktion auf die durch das Corona-Virus ausgelöste Krise belegt. Megatrends wie die Digitalisierung und die industrielle Automatisierung sowie eine wachsende Nachfrage nach Möbeln und Küchen, die durch Reisebeschränkungen und den Cocooning-Effekt verstärkt wird, sorgen ebenfalls für Rückenwind in der holzverarbeitenden Industrie.

Wenn man sich das Eumabois Ausstellungsnetzwerk 2021 anschaut, so mussten leider die meisten Messen abgesagt werden. Für 2022 ist allerdings wieder ein voller Messekalender mit zwei Top-Messe-Events möglich: Die „Holz-Handwerk“ in Nürnberg im März und die „Xylexpo“ in Mailand mit einem neuen Termin im Oktober. Die positiven Signale aus der Messewirtschaft sind ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität, welcher den Wert und die Bedeutung von Face-to-Face-Veranstaltungen unterstreicht.

Das Treffen in Wien wurde auch genutzt, um die überarbeitete Eumabois-Website mit komplett neuen Features und modernen Grafiken offiziell vorzustellen. Auch seitens der technischen Projekte gab es wichtige Neuigkeiten: OPC-UA (Open Platform Communication Unified Architecture) erhielt den Marketingnamen „IZY“, der zusammen mit der Companion Specification V1.0 während des „Ligna.Innovation Network“ am 27. September 2021 offiziell dem Markt vorgestellt wurde.

Abschließend sprach Jürgen Köppel dem gastgebenden Verband FMTI und allen anwesenden nationalen Verbänden seinen herzlichen Dank aus. Der Präsident betonte: „Ich bin fest davon überzeugt, dass einer der wichtigsten Pfeiler für das Wachstum unserer Branche unser gemeinsamer europäischer Ansatz ist.“

Die nächste Eumabois General Assembly wird vom 22. bis 23. September 2022 in Krakau, Polen stattfinden.

HDH

Umsatz im Holzgewerbe bis Juni 2021 durchweg positiv

Die amtlichen Zahlen zu den Umsätzen im Holzgewerbe lagen im Zeitraum Januar-Juni 2021 über dem Niveau des Vorjahres. Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Umsätze um 23,1 Prozent. Dabei lagen die einzelnen Segmente alle im positiven Bereich. Bei den Holzverpackungen ging es um 15 Prozent, im Baunahen Bereich um 7,6 Prozent, bei den Holzwerkstoffen um 21,1 Prozent nach oben, die Umsätze der Sägewerke stiegen um 48,4 Prozent.

Küchenbranche zwischen Topkonjunktur und dramatischer Mangelwirtschaft

Mit rund 150 Anmeldungen hatte die für gestern anberaumte Live-Tagung der AMK in Mannheim bereits ein Rekordniveau erreicht, konnte aber nach dem kurzfristigen Switch zur Onlineveranstaltung nun sogar noch etwas mehr Teilnehmer erreichen. Bis auf den beliebten Branchenabend und ohne Gastspeaker, verlief das Programm nach gewohntem Muster.

Beginnend bei den guten Nachrichten über die Branchenentwicklung. Wie parallel gestern auch vom VDM/VdDK publiziert, steuert die Küchenindustrie auf einen positiven Jahresabschluss zu – derzeit liegt der Umsatz 2021 bei 10,8 Prozent Zuwachs. Getrieben durch ein Exportplus von 20,8 Prozent, während das Inland mit 3,93 Prozent Plus abschneidet. Das Minus im August falle laut AMK-Vorstandssprecher Markus Sander mit Blick auf den weiteren Verlauf nicht so ins Gewicht. Vielmehr gebe es gute Auftragsbestände bis weit ins nächste Jahr. Kochen bleibt im Trend und auch die anderen Rahmenbedingungen – von der Binnenkonjunktur u.a. im Wohnungsbau bis zur Weltwirtschaft – signalisieren, dass die positive Stimmung in der Branche anhält. Fast alle Länder erholen sich von der Pandemie, stellte dazu Roland Hagenbucher als zweiter Vorstandssprecher fest.

Gleichzeitig belasten jedoch auch die bekannten Problemfelder: Die Lieferschwierigkeiten, mit denen insbesondere die Geräteindustrie durch den Halbleiter- bzw. Chipmangel zu kämpfen hat, werden wohl noch bis mindestens Mitte nächsten Jahres anhalten, vermutete Hagenbucher. Trotz dieser dramatischen Mangelwirtschaft arbeite jedoch die Industrie allgemein hart an der Belastungsgrenze. Zwar werde Personal aufgebaut, doch der Aufstockung um 2,47 Prozent stünden 10,43 Prozent mehr Überstunden gegenüber, erklärte Sander auf Basis der aktuellen VdDK-Zahlen. Man müsse allen Mitarbeitern für diese Leistung ausdrücklich danken und zu den Hauptaufgaben in der Branche gehöre es, mehr Beschäftigte auszubilden und einzustellen.

Doch die Lieferzeiten stellen zumindest auf der Möbelseite laut Sander keinen begrenzenden Faktor für den weiteren Erfolg dar. Aufgrund der zu erwartenden anhaltend positiven Nachfrage bei Küchen geht der AMK-Vorstand vielmehr von einem Wachstum im „guten 1-stelligen Bereich“ im nächsten Jahr aus.

Anhaltende Erfolge verzeichnet auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der AMK, angefangen bei den im 2-Wochen-Takt verschickten Pressemitteilungen rund um Lifestyle- und Wirtschaftsthemen bis zu Radiointerviews, die mit einer Reichweite von 11 Millionen Zuhörern dazu animieren, sich mit dem Thema Küche zu beschäftigen. Als Liveevent mit Online-Übertragung inklusive Einspielern zu unterschiedlichen Themenfeldern wurde am 25. September „Der Tag der Küche“ abgehalten. Im kommenden Jahr wird er erstmals im November stattfinden (12.11.2022).

Neben den gefragten AMK-Merkblättern – aktuell unter anderem zu Standards bei Oberflächen wie Thermobeschichteten Folien, Antifingerprint- und Ringfestigkeit – wird der Austausch mit China lebendig gehalten. Was angesichts der Reisebeschränkungen nicht leicht ist, wie AMK-Geschäftsführer Volker Irle erklärte. Gemeinsam mit dem neuen Geschäftsführer der AMK China John Zhang wurde dennoch einiges auf den Weg gebracht: der „Ratgeber Küche“ in chinesischer Sprache, der „Recruiting Day“ für chinesische Studenten oder auch die AMK Academy, die derzeit im Aufbau ist, um in Einzelbausteinen das Knowhow rund um die Einbauküche und somit den USP der deutschen Küchenindustrie zu vermitteln. Für den nächsten Länderinformationstag, der für den Herbst 2022 geplant ist, wird Afrika ins Visier genommen: mit den Zielmärkten Ägypten, Nigeria und Südafrika.

Eine Bestätigung für die AMK ist nicht zuletzt die konstante Mitgliederentwicklung in volatilen Zeiten. Zwar gab es 2020 zwölf Abgänge, doch sechs neue Unternehmen sind in diesem Jahr dazugekommen: Oxytec, Reuschlaw Legal Consultants, Artego, KH Systemmöbel, Burnout Kitchen und FunderMax (u.a. Arbeitsplatten). Regelkonform wurde zudem gestern der Vorstand gewählt: Alle sechs Mitglieder – anstelle von Dr. Oliver Streit und Werner Heilos waren unterjährig Bernd Weisser und Dr. Olaf Hoppelshäuser dazugekommen – wurden bestätigt.

Die nächste AMK-Tagung soll am 15. März 2022 wieder regulär in Mannheim stattfinden.

Neubau in Japan

In Ageo, einer Stadt rund 40 Kilometer nördlich von Tokio, fand im Dezember 2020 für den Neubau von Vollmer Japan das „Jichinsai“ statt: Bei diesem Ritus hat ein Shintō-Priester die rund 1700 Quadratmeter große Baufläche geweiht, auf der anschließend in nur acht Monaten das neue Gebäude der Vollmer Niederlassung in Japan entstand. In die Ecken der Büro- und Nutzräume wurde zudem, wie es die Tradition vorsieht, Sake, Salz und Reis gestreut. Mitte September 2021 feierte Vollmer eine Pre-Opening-Party mit Partnern und Zulieferern – die offizielle Einweihungsfeier ist für Anfang Juni 2022 geplant.

„Wir haben uns in Japan für einen kompletten Neubau entschieden, weil einerseits unsere bisherige Bürofläche zu klein wurde und wir mit dem Neubau die Bedeutung des japanischen Marktes für Vollmer unterstreichen wollen. Jetzt haben wir auf gut 1000 Quadratmeter Büro- und Nutzfläche auch Platz für einen eigenen Showroom für unsere Kunden“, sagt Carl Moser, Vollmer Niederlassungsleiter in Japan. „Andererseits setzten wir ein Signal in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit mit einer Solaranlage auf 250 Quadratmeter Dachfläche sowie einer geplanten Ladestation für E-Autos.“

Die Solaranlage deckt in den Sommermonaten einen Großteil des Eigenbedarfs des Standorts ab. Ein weiterer Baustein des Konzepts ist, die Installation von drei Ladesäulen für Elektroautos ab Januar 2022 und die Anschaffung von Plug-in-Hybrid-Autos als Firmenfahrzeuge. Im Neubau wurde Nachhaltigkeit auch mit Blick auf die aktuell 16 Mitarbeitenden realisiert: So hat Vollmer nicht nur eine kleine Cafeteria für Meetings und Pausen eingerichtet, sondern achtet zudem auf Details wie höhenverstellbare Tische für ergonomische Arbeitsplätze. Daneben gibt es zwei große Meeting-Räume, die zu einem großen Seminarraum vereint werden können und Platz für 40 Kunden bieten. Auch gibt es ein großes Teilelager, in dem die wichtigsten Ersatzteile stets vorrätig sind und innerhalb kürzester Zeit an den Kunden versandt werden können.

Im Showroom befinden sich bis zu fünf Schärfmaschinen, die den Kunden nicht nur live präsentiert werden, sondern darüber hinaus für Testbearbeitungen von Werkzeugen genutzt werden. Aktuell stehen im Showroom vor allem Vollmer Maschinen, mit denen sich rotative Zerspanungswerkzeuge bearbeiten lassen.

„Vor mehr als 20 Jahren haben wir Vollmer Japan gegründet und konnten mit dem jetzigen Neubau die Erfolgsgeschichte im Land der aufgehenden Sonne fortschreiben“, sagt Jürgen Hauger, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe. „Japan spielt eine zentrale Rolle für unsere Positionierung auf dem asiatischen Markt und ist auch für unsere Internationalisierung wichtig, die wir durch Niederlassungen in 14 Ländern kontinuierlich ausbauen.“

Ausgezeichnet für Klima-Engagement

Geprüfte Möbelqualität und Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt und das Klima gehen bei den Möbelwerken A. Decker aus Borgentreich seit Jahren Hand in Hand. Jetzt wurde das Mitgliedsunternehmen der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) und Hersteller der ersten Stunde im Klimapakt für die Möbelindustrie von „Focus Business“ als eins von insgesamt 130 Unternehmen für Top-Klima-Engagement ausgezeichnet. 
 
„Mit dem Klimapakt für die Möbelindustrie setzt sich die Möbelbranche seit Anfang 2016 für den Klimaschutz und das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels der Vereinten Nationen ein. Die Möbelwerke A. Decker sind dabei von Anfang an vorangegangenen und haben sich als ‚Klimaneutraler Hersteller‘ zertifizieren lassen. Es freut uns sehr, wenn dieses Klima-Engagement öffentlich gewürdigt wird und andere motiviert, sich ebenfalls noch mehr für das Klima und die Zukunft unseres Planeten einzusetzen“, sagt DGM-Geschäftsführer Jochen Winning.
 
Die Teilnehmer des Klimapakts erstellen mit professioneller Hilfe den CO2-Fußabdruck ihres Unternehmens und decken Einsparpotenziale auf. Darauf aufbauend können sie ihre CO2-Bilanz zielgerichtet verbessern und sich außerdem als „Klimaneutraler Möbelhersteller“ zertifizieren lassen. Hierfür erwerben sie sogenannte Klimaschutzzertifikate, welche Projekten beispielsweise zur Aufforstung oder Trinkwasseraufbereitung zugutekommen, und die damit sowohl die Infrastruktur am Projektstandort als auch die globale CO2-Bilanz verbessern. Unternehmen wie die Möbelwerke A. Decker erhalten im Gegenzug auch das Label „Klimaneutraler Möbelhersteller“, mit dem sie auf ihr Klima-Engagement aufmerksam machen können. „Verantwortungsbewusstsein, Nachhaltigkeit und Qualität – all dies können Endverbraucher auf einen Blick am Klimalabel und dem RAL Gütezeichen ‚Goldenes M‘ erkennen und in ihre Entscheidung beim Möbelkauf einfließen lassen“, schließt Winning.