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Autor: Möbelfertigung

Kurzfristig in den März verschoben

Der MEM-Industriebeirat hatte sich Mitte Januar mit dem Ziel getroffen, die Durchführbarkeit der „MEM“ vom 26. bis 28. Januar 2022 angesichts der Zunahme der Fälle der Covid-19 Omicron-Variante in verschiedenen Teilen des Landes und weltweit zu bewerten.

Nach Rücksprache mit den Mitgliedern des Beirats und den Multiplikatoren, nach Anhörung der Bedenken der Aussteller und Besucher und unter Berücksichtigung der Ausführungen der internationalen und staatlichen Gesundheitsorganisationen, wurde beschlossen, die für Ende Januar geplante „MEM Industrial“ 2022 zu verschieben. Die Veranstaltung wird nun vom 29. bis 31. März 2022 im Citibanamex Center stattfinden.

„Für Hannover Fairs México, eines der führenden Unternehmen in der Organisation von B2B-Veranstaltungen in Mexiko, hat die Sicherheit aller unserer Besucher, Partner, Aussteller, Lieferanten und Mitarbeiter oberste Priorität“, sagt Azul Ogazon Gomez, Project Director, Hannover Fairs México. „Daher ist die Verschiebung der Veranstaltung unter den gegebenen Umständen die verantwortungsvollste Entscheidung, die wir treffen können, um die Gesundheit aller an dieser Veranstaltung Beteiligten zu gewährleisten.“

In den nächsten Tagen werden sich die Verantwortlichen von Hannover Fairs Mexico mit allen Beteiligten in Verbindung setzen, um die Einzelheiten zu klären, die sich aus der Verschiebung der Veranstaltung ergeben.

„Wir freuen uns, Sie im März auf der MEM Industrial 2022 zu sehen und die Veranstaltung unter optimalen Hygiene- und Sicherheitsstandards auszurichten und die wirtschaftliche Reaktivierung dieses für das Land wichtigen Sektors fortzusetzen“, fügt Ogazon hinzu.

Harald Pichler ist neuer Vorstandsvorsitzender

Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 berief der Aufsichtsrat der Westag AG Harald Pichler in den Vorstand. Als neuer Vorstandsvorsitzender hat er somit die Leitung des europäischen Herstellers von Holzwerkstoff- und Kunststofferzeugnissen übernommen.

Im Laufe seiner beruflichen Karriere bekleidete Harald Pichler bereits zahlreiche unterschiedliche Führungspositionen in verwandten Branchen. Unter anderem war er als CEO der Arbonia Windows AG, der Weru GmbH sowie der Kronospan GmbH tätig.

Mit der Berufung von Harald Pichler hat die Gesellschaft eine Führungspersönlichkeit gefunden, die die Transformation und neue strategische Ausrichtung der Westag AG weiter vorantreiben wird. Harald Pichler folgt auf Michael Sindram, der sein Amt als Mitglied und Vorsitzender des Vorstands der Westag AG zum 31. Dezember 2021 niederlegte.

Kooperiert mit der Raumbuchungsplattform GoBright

Infolge der plötzlichen und umfassenden Umstellung auf das Arbeiten von zu Hause aus zeigt eine Studie von Steelcase, dass die Zukunft der Arbeit hybrid sein wird: 72 Prozent der weltweit befragten Unternehmen planen, Büroarbeit und Home-Office miteinander zu kombinieren. So können sie einerseits von den Vorteilen beider Arbeitsarten profitieren. Allerdings kann die hybride Zusammenarbeit auch kompliziert sein. Insbesondere wenn Teams produktiv und innovativ miteinander arbeiten möchten, ist vor allem die Frage nach der passenden Zeit und dem besten Ort für die Zusammenarbeit essenziell. Mit ihrer neuen Partnerschaft möchten Steelcase und GoBright diese Herausforderung lösen.

Durch die Partnerschaft mit der Raumbuchungsplattform GoBright in der EMEA-Region begegnet Steelcase der deutlichen Zunahme des hybriden Arbeitens und bietet seinen Kunden ein führendes System zur Buchung von Arbeitsplätzen an. Ab Februar 2022 ermöglicht die Plattform Arbeitnehmenden, die Belegung eines Arbeitsplatzes oder einzelnen Schreibtisches zu überprüfen, Kolleginnen und Kollegen zu finden, mit denen sie zusammenarbeiten möchten und einen Arbeitsplatz zu buchen, der zu ihren individuellen Bedürfnissen passt. Durch die Zusammenarbeit mit Steelcase wird das Erlebnis der GoBright-Software durch die beste Arbeitsplatz-Hardware ergänzt: innovative, ergonomische und leistungsstarke Möbel.

Alessandro Centrone, Vice President of Marketing EMEA bei Steelcase, sagt dazu: „Hybride Zusammenarbeit stellt uns vor Herausforderungen und Mitarbeitende brauchen die richtige Unterstützung, um sich zu entfalten. Deshalb freuen wir uns über unsere Partnerschaft mit GoBright. Angesichts der Tatsache, dass heute unterschiedliche Teams und Einzelpersonen zusammenkommen, war es noch nie so wichtig wie jetzt, den individuell richtigen Arbeitsplatz zu buchen – einen, der den Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen, die für die Zusammenarbeit unverzichtbar sind, ermöglicht sowie die wichtigsten Ressourcen bietet. In einer Post-Covid-Welt werden viele Unternehmen zur freien Arbeitsplatzwahl übergehen. Fest zugewiesene Schreibtische gehören der Vergangenheit an. Das bedeutet, dass Teams bewusster entscheiden müssen, wann und wo sie zusammenarbeiten. Gemeinsam mit GoBright wollen wir diese Umstellung vereinfachen, indem wir Mitarbeitende virtuell mit Desk Management Software und physisch mit ergonomischen Steelcase-Möbeln unterstützen.“

„Es ist großartig zu sehen, dass Steelcase und GoBright die hohen Standards des jeweils anderen erfüllen, um innovative und zuverlässige Lösungen in einer sich schnell verändernden Bürolandschaft zu schaffen. Zusätzlich zur Raumbuchung ermöglicht unser System eine individuelle Anpassung einzelner Arbeitsplätze, zum Beispiel die passgenaue Einstellung der Tischhöhe. Dies fördert das Wohlbefinden im Büro zusätzlich. Darüber hinaus legen wir besonderen Wert auf ein Höchstmaß an Datensicherheit. Das gibt den Unternehmen die Gewissheit, dass wir ihnen die Sicherheit und Stabilität bieten, die sie heute benötigen. Wir freuen uns über die Partnerschaft mit Steelcase, die uns ermöglicht, unseren Einfluss  auf dem Markt zu vergrößern und unsere Lösungen auf die Bedürfnisse führender Unternehmen anzuwenden“, fügt Chris Wiegeraad, Commercial Director von GoBright, hinzu.

Weiterentwicklung der RAL Gütezeichen für klimaneutrale Unternehmen und Möbel

Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) hat ihr Engagement für den Klimaschutz auf die nächste Stufe gehoben und ihre im Jahr 2016 eingeführten Klimalabels zu den zwei offiziell anerkannten RAL Gütezeichen „Möbelherstellung Klimaneutral“ und „Möbel Klimaneutral“ weiterentwickelt. „Es sind die ersten Gütezeichen für den Klimaschutz im Qualitätssicherungssystem von RAL überhaupt, wodurch die Möbelbranche ihre führende Rolle bei diesem wichtigen Thema weiter unterstreicht“, erklärt DGM-Geschäftsführer Jochen Winning.

Die Grundlage der Auszeichnung mit den neuen RAL Gütezeichen bildet wie schon bei den bisherigen DGM-Labels im Rahmen des „Klimapakts für die Möbelindustrie“ die CO2-Bilanz der teilnehmenden Unternehmen. Neu an der anerkannten RAL Gütesicherung für klimaneutrale Möbelhersteller ist, dass diese fortan auch auf Produktebene Zertifizierungen erreichen können. Hierfür wird zusätzlich die CO2-Bilanz auf Produktebene ermittelt. „Endverbraucher können mithilfe des RAL Gütezeichens ‚Möbel Klimaneutral‘ auf den ersten Blick solche Möbel erkennen, die von einem klimaneutralen Hersteller gefertigt wurden, die aber darüber hinaus auch in ihrer produktspezifischen CO2-Bilanz klimaneutral sind; die also emissionsreduzierte Fertigungsverfahren durchlaufen haben und deren unvermeidbare CO2-Emissionen bei der Herstellung andernorts zum Wohle des Klimas kompensiert wurden“, so Winning.

Vor der Auszeichnung mit einem oder beiden neuen RAL Gütezeichen müssen die Möbelhersteller ihre direkten und indirekten Treibhausgasemissionen entsprechend den Güte- und Prüfbestimmungen „RAL-GZ 435“ in den Bereichen Scope 1, Scope 2 und Scope 3 ermitteln – in der Regel unter Zuhilfenahme ausgewiesener Fachleute für die CO2-Bilanzierung. Die Emissionen werden durch geeignete Maßnahmen reduziert und durch den Erwerb von Klimaschutzzertifikaten kompensiert. Hierfür vermittelt die DGM den Unternehmen auf Wunsch zertifizierte Klimaschutzprojekte beispielsweise zur Aufforstung in verschiedenen Ländern oder zum Ausbau erneuerbarer Energien, welche die globale CO2-Bilanz verbessern und die der Infrastruktur vor Ort zugutekommen. Auch die freiwillige Unterstützung von lokalen Klimaschutzprojekten ist möglich, etwa zur Aufforstung oder zum Bienenschutz.

Aktuell gehören dem Klimapakt für die Möbelindustrie 38 Unternehmen an – 31 davon sind klimaneutrale Möbelhersteller nach den DGM-Kriterien und damit auch nach den neuen Anforderungen der RAL-GZ 435. Sie werden als erstes mit dem neuen RAL Gütezeichen „Möbelherstellung Klimaneutral“ ausgezeichnet und verfügen über eine gute Grundlage für Zertifizierungen auf Produktebene. Möbelhersteller, die (noch) nicht klimaneutral sind, die sich aber nach den DGM-Vorgaben des Klimapakts für die Möbelindustrie engagieren, erhalten ein neues Label, das sich erkennbar von den neuen RAL Gütezeichen unterscheidet, aber an deren Form angelehnt ist.

„Wir sind froh und stolz als Möbelindustrie seit Jahren wichtige Schritte für den Klimaschutz zu gehen und geeignete Maßnahmen für eine bilanzielle Klimaneutralität, also für die Reduzierung und Kompensation der unvermeidbaren Emissionen, zu ergreifen“, sagt DGM-Geschäftsführer Jochen Winning und unterstreicht, dass eine natürliche Klimaneutralität ohne jegliche CO2-Emissionen bei produzierenden Unternehmen leider kaum möglich sei. Er ist aber überzeugt, dass Endverbraucher das Engagement der Hersteller für das Klima und für mehr Generationengerechtigkeit immer stärker würdigen und ihre Kaufentscheidungen zunehmend auch auf Grundlage eines wachsenden Verantwortungsbewusstseins treffen werden. „Mit den neuen RAL Gütezeichen können klimabewusste Hersteller und Endverbraucher noch besser zueinander finden – so wie es qualitätsorientierte Möbelunternehmen und -käufer seit vielen Jahren schon mithilfe des RAL Gütezeichens ‚Goldenes M‘ können.“

Seit 1963 verpflichten sich Möbelhersteller und Zulieferbetriebe freiwillig zur Einhaltung der insgesamt hohen DGM-Qualitätsstandards. Die Anforderungen leiten sich aus den Güte- und Prüfbestimmungen des „Goldenen M“, RAL-GZ 430, ab. Diese garantieren dem Nutzer von zertifizierten Möbeln deren Langlebigkeit und einwandfreie Funktion, sowie Sicherheit, Gesundheit und Umweltverträglichkeit. All diese Faktoren werden in unabhängigen Laboren geprüft und sichergestellt. Heute umfasst die DGM mehr als 130 Mitglieder aus dem In- und Ausland.

Referenzmaterialien für die Vereinheitlichung von VOC-Messungen

Seit langem ist das Phänomen bekannt, dass Menschen, die einen großen Teil ihrer Zeit in Büros oder anderen geschlossenen Räumen verbringen, über gesundheitliche Probleme klagen. Zu den häufigen Beschwerden zählen tränende Augen, Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Atemnot oder Asthma. Die Forschung spricht von der Building Related Illness.

Als Auslöser gelten u. a. sogenannte flüchtige organische Verbindungen, englisch Volatile Organic Compounds (VOCs). VOCs sind gasförmige Emissionen, die etwa Fußbodenbeläge, Möbel, Wandfarben oder Lacke freisetzen können. Zu ihnen zählen Substanzen wie Formaldehyd, aber auch Lösungsmittel und unterschiedlichste Additive, die Produkteigenschaften verbessern sollen.

Die Gefährdung durch VOCs hat an Bedeutung gewonnen, weil Menschen in Europa inzwischen mehr als 80 Prozent ihrer Lebenszeit in geschlossenen Räumen verbringen. Zudem reduzieren dichte Fenster und immer bessere Dämmungen den natürlichen Luftaustausch und begünstigen das Phänomen.

Grundsätzlich gilt zwar, dass von Möbeln oder Baustoffen keine gesundheitlichen Gefahren ausgehen dürfen. Doch verpflichtend sind Tests auf VOCs nur für bestimmte Produktgruppen. Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem: VOCs sind als flüchtige Substanzen häufig schwer zu messen und zu quantifizieren – gerade, wenn es um neue Produktentwicklungen geht.

„Bislang gibt es für VOCs zwar einheitliche Prüfvorschriften, jedoch bestehen noch Lücken bei der metrologischen Rückführbarkeit dieser Tests. Das führt dazu, dass die Genauigkeit der erzielten Werte nicht immer bekannt und auch die Vergleichbarkeit der Messergebnisse nicht unbedingt gegeben ist“, erklärt Matthias Richter, Ingenieur für Technischen Umweltschutz und Experte für Luftschadstoffe an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

Die Europäische Kommission hat im Bereich der VOCs 2020 einen besonderen Forschungsbedarf identifiziert. Die BAM startet daher mit metrologischen Instituten, universitären und außeruniversitären Einrichtungen sowie Testlabors aus sieben Ländern ein gemeinsames Forschungsprojekt.

„Wir wollen ein Referenzmaterial entwickeln, das über einen längeren Zeitraum eine definierte Menge aus verschiedenen VOCs freisetzt, wie sie in Innenräumen vorkommen können“, erklärt Matthias Richter, der das Vorhaben leitet und koordiniert. „Mit diesem Material sollen Betreiber von Testkammern überprüfen können, ob ihre Messeinrichtungen auch wirklich genau arbeiten. Zugleich wollen wir zertifizierte Referenzgasstandards entwickeln. Substanzen also, mit denen die Labore ihre Messgeräte für VOCs in Zukunft exakt kalibrieren können. Insgesamt sollen die heute praktizierten Prüfungen damit besser vergleichbar und die erzielten Daten rückführbar werden.“

Die Entwicklung von Referenzmaterialien und Standards in diesem Bereich ist technisch herausfordernd wie auch kostenintensiv und daher von der Privatwirtschaft kaum zu leisten. Die BAM als wissenschaftlich-technische Ressortforschungseinrichtung, die für die Sicherheit in Technik und Chemie zuständig ist, ist seit langem auf Referenzprodukte spezialisiert. Die Erforschung von VOCs ist zudem ein Schwerpunkt an der BAM.

„Mit unserer Expertise wollen wir zum Gesundheitsschutz und gleichzeitig zur Sicherheit für herstellende Unternehmen beitragen“, so Matthias Richter. „Am Ende geht es darum, dass Menschen in Innenräumen weitgehend vor Gefährdungen durch VOCs geschützt sind.“ Gefördert wird das Projekt vom European Metrology Programme for Innovation and Research (EMPIR).

Neues Projekt mit Schmelzeverarbeitung hochgefüllter Compounds

Die Abrasivität von hochgefüllten Kunststoff-Compounds während der Schmelzeverarbeitung ist in Fachkreisen ein viel diskutiertes Thema. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF werden in ihrem neuen Verbundprojekt die Zusammenhänge zwischen Anteil und Morphologie der Füllstoffpartikel, dem Gehalt an Haftvermittlern und Rheoadditiven eingehender erforschen, um die letztlich vorliegende Abrasivität des Compounds besser verstehen zu können. Die Erkenntnisse sollen die Material- und Produktentwicklung entlang der Wertschöpfungskette von Kunststoff-Compounds optimieren.

Hochgefüllte Kunststoff-Compounds gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine wichtige Klasse daraus stellen zum Beispiel Compounds mit erhöhter Wärmeleitfähigkeit dar, die zur Integration von elektronischen Bauteilen dienen. Bei LED-Leuchten ermöglichen sie eine hohe Designfreiheit und kostengünstige Fertigung unter gleichzeitiger Bereitstellung der Kühlkörperfunktionalität. Eine weitere Anwendung ist in der Fertigung von hochwertig anmutenden Gebrauchsgegenständen zu sehen. Hier geht es darum, eine hohe Dichte und damit Gewicht der Produkte, beispielsweise Türklinken, zu erzielen, da letzteres bei solchen Anwendungen mit Hochwertigkeit assoziiert wird. Künftig dürften hochgefüllte Compounds in Analogie zu den wärmeleitenden Compounds auch für die Bereitstellung von elektromagnetischen Abschirmeigenschaften interessant werden. Jedoch können solche Compounds während der Schmelzeverarbeitung eine erhebliche Abrasivität gegenüber den Maschinenkomponenten aufweisen, was den zuverlässigen und effizienten Fertigungsprozess beeinträchtigt und zusätzliche Kosten verursacht.

Die Abrasivität hängt nicht nur vom Füllstoffanteil und der Härte der Partikel ab, sondern auch von deren Form und der Gegenwart entsprechender Additive wie Oberflächenmodifikatoren oder Haftvermittler und Rheoadditive. In dem neuen Projekt werden für besonders bedeutsame Compounds repräsentative Formulierungen hinsichtlich Typ und Anteil des Füllstoffs, der Haftvermittler und der Rheoadditive definiert und am Fraunhofer LBF hergestellt. Dabei werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die zu berücksichtigenden Verarbeitungsbedingungen genau betrachten. Das abrasive Verhalten wird mittels der von den Darmstädter Experten entwickelten Plättchenapparatur untersucht und bewertet. In dieser sind rechteckförmige Plättchen aus repräsentativen Stählen gegenüberliegend angeordnet, so dass zwischen den Plättchen ein Schlitz besteht. Durch diesen wird die Schmelze hindurchextrudiert. Die von der Schmelze hervorgerufenen Scherkräfte an der Plättchenoberfläche sind vergleichbar denen im realen Prozess. In Abhängigkeit von der Abrasivität der Schmelze kommt es an den Plättchen zum Verschleiß. Dieser wird in Form des Gewichtsverlusts der Plättchen quantifiziert. Bei nicht signifikantem Gewichtsverlust können mittels bildgebender Methoden (wie optische Mikroskopie oder Weißlichttopografie) anhand des Verschleißbilds vergleichende Aussagen gewonnen werden. Parallel zu den Verschleißuntersuchungen werden die Compounds hinsichtlich ihrer Verarbeitbarkeit rheologisch charakterisiert und mit Blick auf ihre praktische Anwendung mechanischen Standardtests unterzogen. Für ein umfassendes Verständnis zum Verschleiß- und Verarbeitungsverhalten der Formulierungen erfolgen morphologische Untersuchungen beispielsweise durch optische oder Rasterelektronenmikroskopie.

Das als Verbundprojekt geplante Vorhaben soll branchenübergreifend angelegt sein. Dies soll eine Diskussion des Themas »Abrasivität bei der Verarbeitung hochgefüllter Compounds« über Fachgrenzen hinweg befördern, um dadurch neue, bisher nicht angedachte Aspekte und Fragestellungen zu identifizieren.

Details zu den Schwerpunkten und dem weiteren Vorgehen finden Interessierte unter folgendem Link: https://www.lbf.fraunhofer.de/de/verbundprojekte/kunststoff-compounds.html

Eröffnet Showroom in Köln

Die Kinnarps GmbH hat in Köln einen neuen Showroom eröffnet. Attraktiver Standort ist das Clouth 104, ein ehemaliges Fabrikgelände in Köln-Nippes. Der Showroom ist der erste Standort in Deutschland, in dem das kürzlich präsentierte internationale Themenwelt-Konzept von Kinnarps erlebt werden kann.

Die Besucher betreten die Ausstellung durch ein Portal und begeben sich direkt in die Kinnarps-Themenwelt. Auf zwei Etagen steht nicht allein ein repräsentativer Teil der großen Bandbreite des Produktportfolios mit sechs Marken im Vordergrund. Der Fokus im luftig und elegant gehaltenen Ambiente liegt auf den Konzepten von Kinnarps. Wie bei einem Messebesuch werden die Kundinnen und Kunden durch die Räume begleitet und erleben dabei das Unternehmen Kinnarps und die Perspektiven des Büros der Zunkuft.

Der neue Kölner Standort des schwedischen Anbieters für Einrichtungslösungen präsentiert mit einem neuen Farbschema verschiedene Möglichkeiten, wie heute gearbeitet werden kann: von Arbeitsplatzlösungen über Besprechungs- und Meetingflächen bis hin zu Kreativ- und Projektbereichen. Unterschiedlichen Themen der Büroarbeit, wie z. B. Ergonomie und Kreativität, werden eigene Bereiche gewidmet. Auch Akustiklösungen und Farbeinsatz mit dem Kinnarps Color Studio (KCS) kommen nicht zu kurz. Auf einer Übersichtswand und diversen Videoscreens werden neben den Fakten zum Unternehmen auch seine Werte u. a. im Bereich Nachhaltigkeit nachvollziehbar gemacht.

„Wir präsentieren uns in Köln erstmals mit dem neuen Kinnarps-Konzept. Unsere Ausstellung soll ein inspirierender und einladender Ort der Begegnung sein, wo wir Erfahrungen, Wissen und Gespräche anbieten. Ein Ort für Anregung und Kreativität. Auch wenn wir dies alles mit unseren Kund*innen und Partner*innen gern angemessen gefeiert hätten, sind wir froh, dass der Showroom dennoch für Besuche aller Art geöffnet ist. Er kann auch vom Fachhandel genutzt werden, und wir stehen für Beratung zur Verfügung. Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch. Eine große Eröffnungsfeier werden wir nachholen, wenn es wieder möglich ist“, versichert Commercial Director Dr. Jens Gebhardt.

Neben einer Innenarchitektin arbeiten auch Vertriebs- und Innendienstmitarbeiter*innen in der Kölner Dependance.

In dem von dem renommierten Architekturbüro Lepel & Lepel errichteten Areal Clouth 104 ist eine Mischbebauung vorrangig aus Neubauten und teils erhaltenen Gebäuden entstanden, die sowohl Wohnungen, Büros als auch Ateliers für Künstler*innen, ein Hotel und Restaurants umfasst. Das Areal wurde 2021 fertiggestellt.

Robert Woelk übernimmt Vertriebsleitung

Zum Jahresstart hat Beckermann Küchen in Cappeln seine Vertriebsleiterposition neu besetzt. Ab sofort ist Robert Woelk als Gesamtvertriebsleiter verantwortlich für die Absatzmärkte im In- und Ausland. In den letzten 10 Jahren war der erfahrene Vertriebsmann bei der Bax Küchenmanufaktur in Detmold als Prokurist und Vertriebsleiter tätig.Ebenfalls langjährige Erfahrungen kommen aus seiner Position als Exportleiter bei der Alno AG (bis 2008) sowie leitenden Vertriebstätigkeiten in Bereichen außerhalb der Küchenbranche, u.a . Elco und Wiedemann Heiztechnik.

Anlage in Abu Dhabi stellt OSB aus Palmwedeln her

Am 14. Dezember 2021 hat Al Talah Board aus Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, die erste OSB-Platte aus recycelten Dattelpalmenüberresten auf seiner neuen Dieffenbacher-Anlage produziert. Die innovative und höchst nachhaltige Anlage wird unter dem Markennamen „Desert Board“ aus etwa 15 Prozent der jährlich in den VAE anfallenden 500.000 Tonnen Palmabfälle 120.000 m³ hochwertige OSB-Platten pro Jahr herstellen.

Al Talah Board hatte Dieffenbacher im Jahr 2019 mit der Lieferung der einzigartigen OSB-Anlage beauftragt, die dazu beitragen wird, dass die biologisch schwer abbaubaren Palmabfälle nicht länger auf Mülldeponien oder in industriellen Kompostieranlagen landen müssen. Der Dieffenbacher-Lieferumfang umfasst die Stranderzeugung, den Trommeltrockner, die Siebe und die Materialrückgewinnung, die Beleimung, die Formstation und den Formstrang, die kontinuierliche Presse CPS+ mit Pressenabluftreinigungssystem, den Rohplattentransport sowie die Elektrik und Automatisierung der Anlage.

„Unser Vorsitzender, Herr Hatem Farah, hatte vor 18 Jahren die Vision, den Palmenreichtum unseres Landes für die Herstellung nachhaltiger Baumaterialien zu nutzen. Dass wir uns für Dieffenbacher als Partner für unser Projekt entschieden haben, lag vor allem an ihren fortschrittlichen Technologien und dem innovativen Anlagenkonzept, das sie für uns entwickelt haben“, erklärt Mazen Dukmak, Business Development Manager bei Al Talah Board. „Wir sind das weltweit erste Unternehmen, das OSB-Platten von höchster Qualität aus recycelten Palmabfällen herstellt. Ohne die Zusammenarbeit mit Dieffenbacher, ihr Produktions-Know-how und ihre Expertise im Bereich der alternativen Rohstoffe wäre das nicht möglich gewesen.“