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Autor: Möbelfertigung

Stärkt sein Verkaufsteam

Seit dem 1. September 2020 ist Carolina Lacerda kaufmännische Leiterin bei Lamigraf für die Iberische Halbinsel, Italien und einige lateinamerikanische Länder aufgenommen.
Der bisher für diese Märkte Verantwortliche, Rafel Bosch, wird weiterhin den Geschäftsbereich Plastic Films leiten.
 
Carolina Lacerda, die zunächst von Curitiba aus das Team von Lamigraf do Brasil unterstützt, wird ab November am Hauptsitz von Lamigraf in Barcelona tätig sein. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Dekorpapier-Bereich sowie über ein fundiertes Markt- und Produkt-Know-how.
 
Mit dieser Personalie will Lamigraf, seine Führungsposition auf den Märkten Spaniens und Portugals festigen und das Wachstum auf den lateinamerikanischen Märkten stärken.

HDH

Technischer Ausschuss soll neu strukturiert werden

Auf der Corona-bedingt virtuell durchgeführten Ausschusssitzung am 27. August 2020 hat der HDH beschlossen, dass der der Technische Ausschuss des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH-TA) thematisch und organisatorisch neu strukturiert wird. „Mit Blick auf eine effizientere Bearbeitung wird sich der HDH-TA weiterhin schwerpunktmäßig mit Querschnittsthemen befassen, jedoch künftig fachspezifische Themen je in einem Unterausschuss Möbel und Bau bzw. baunaher Bereich bearbeiten“, so HDH-Hauptgeschäftsführer Denny Ohnesorge.

Zudem stellt der Beitritt der Deutschen Säge- und Holzindustrie eine weitere wichtige interne Weiterentwicklung des HDH-TA dar. Denn mit der Neumitgliedschaft der Sägeindustrie repräsentiert der Ausschuss nunmehr den gesamten industriellen Prozess vom Rohstoff bis zum Endprodukt.

Außerdem befasste sich der Ausschuss mit aktuellen politischen Themen auf Bundes- sowie Europaebene. Dabei wurde vor allem die Bedeutung des Green Deals auf die nationale Gesetzgebung thematisiert. Mögliche Auswirkungen des Green Deals auf die Industrie wurden beispielhaft an den Themen klimaneutrale Kreislaufwirtschaft, saubere und giftfreie Umwelt und der Erhaltung und Wiederherstellung von Ökosystemen und Biodiversität beleuchtet. In diesem Kontext wurde einmal mehr verdeutlicht, dass eine enge und noch intensivere Zusammenarbeit der Branchen notwendig ist.

Nach einer Einleitung über die Öko-Design- und Energiekennzeichnungs-Verordnung wurden unter anderem die Maschinenrichtlinie, das laufende Konsultationsverfahren zum VerpackungsG sowie Export Updates thematisiert. In diesem Zusammenhang wurde auf das neue Informationstool der Möbelindustrie „VDM – Infoservice Möbelindustrie“ hingewiesen, das erstmals im September über aktuelle Themen in den Bereichen Technik, Umwelt und Normung informieren wird.

Im Rahmen des Ausschusses gab es außerdem einen Überblick über Forschungsthemen, Förderaufrufe und -programme für die Holzwirtschaft sowie den aktuellen Stand der Entwicklungen (Klassifizierungen und deren Auswirkungen) mit Fokus auf Formaldehyd, Acetaldehyd und VOC aus holzbasierten Produkten. Im Bereich des Arbeitsschutzes informierte der HDH über den aktuellen Sachstand auf dem Gebiet der Holzstaubemissionen am Arbeitsplatz und der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Anschließend wurde unter den alle Bereiche betreffenden Querschnittsthemen über die aktuellen Entwicklungen und Auswirkungen der Altholzentsorgung und -verwertung und der Titandioxid-Klassifizierung beraten.

Aus der Präsenz- wird eine rein virtuelle Veranstaltung

Aufgrund der jüngsten Entwicklung der Covid-19 Infektionszahlen weltweit sowie damit einhergehend einer erneuten Verschärfung der Reiserestriktionen, hat sich die Mesago Messe Frankfurt GmbH entschlossen, die „Formnext“ 2020 rein virtuell unter der Bezeichnung „Formnext Connect“ stattfinden zu lassen.

Bisher war die „Formnext“ 2020 als hybride Messe geplant, d.h. mit einem physischen Teil auf dem Messegelände Frankfurt und einer digitalen Ergänzung. Diese Planung basierte auf der im Bundesland Hessen gültigen Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung und einem mit der Stadt Frankfurt am Main, dem Land Hessen und der Messe Frankfurt abgestimmten Gesundheits- und Hygienekonzept.

„Die aktuell steigenden Covid-19 Infektionszahlen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt führen zu einer zunehmenden Verunsicherung bei Ausstellern und Besuchern. Zusammen mit der erneuten Verschärfung der behördlichen und firmeninternen Reiserestriktionen wird eine Durchführung der sonst hoch internationalen „Formnext“ in der gewohnten Qualität nicht mehr erlaubt.“, so Petra Haarburger, President der Mesago Messe Frankfurt.

„Wir haben die ,Formnext‘ 2020 seit Monaten konsequent und mit der vollen Unterstützung unseres Ausstellerbeirats unter einem Höchstmaß an Schutz und Sicherheit für die Gesundheit unserer Aussteller und Besucher geplant. Dabei sind wir die gesamte Aufplanung der Messe in den Hallen mit allen Eingängen, Ständen, Wegen sowie komplett neuen Standpaketen, Abstands- und Kommunikationsflächen gemäß dem mit den Behörden abgestimmten Gesundheits- und Hygienekonzept von Grund auf neu angegangen. Umso größer ist nun unsere Enttäuschung zum Ende des Sommers erkennen zu müssen, dass der Pandemieverlauf unsere Anstrengungen, um persönliche Begegnungen wieder zu ermöglichen, zunichtemacht.“, erklärt Sascha F. Wenzler, Vice President Formnext, Mesago Messe Frankfurt.

Die Additive Manufacturing Branche hat im Krisenverlauf deutlich gemacht, welche Potentiale in flexibler, diversifizierter und dezentralisierter Produktion stecken. Unbestritten wird AM eine der führenden Technologien sein, die den Weg aus der Rezession weisen. So wird sie bei der Entwicklung neuer Produkte, der Gestaltung resilienter Lieferketten bin hin zur Entwicklung von nachhaltigen Businessmodellen eine große Rolle spielen.

„Ein Austausch zwischen Technologieanbietern und Anwendern ist dafür zwingend erforderlich und wir setzen nun alle Energie in die Gestaltung einer virtuellen „Formnext“, die ,Formnext Connect‘“, so Wenzler weiter. „Sie wird für die weltweite AM-Community zum Jahresende die zentrale virtuelle Plattform für Business und Wissensaustausch.“ Der Ausstellerbeirat begrüßt und unterstützt diese Entscheidung einstimmig.

Die „Formnext Connect“ wird als virtuelle Veranstaltung ab 10.11.2020 starten und eine Vielzahl digitaler Angebote bieten. Dazu zählen Ausstellerpräsentationen in Showrooms (Produkte, Informationen, Videos, Chatfunktion, Leadgenerierung / Leadverfolgung), intelligentes Matchmaking mit allen Teilnehmern unterstützt durch KI, Live-Streamings und On-Demand Übertragungen des Rahmenprogramms und von Webinaren sowie das Scheduling/Terminvergabe für Online-Meetings mit den Ausstellern. Weitere Informationen folgen in Kürze.

Beliefert künftig Vanke in China

Die Kitchen Family der Baumann Group hat in ihrer Zusammenarbeit mit dem Vertriebsspezialisten Hermand Haus einen weiteren Erfolg in China zu vermelden: Auf die Kooperation für die Lifestylemarken „Doho“ (Burger) und „Me“ (Bauformat) im vergangenen Jahr folgt nun die Aufnahme von Burger in den erlesenen Kreis europäischer Lieferanten, die Projekte des Immobilienriesen China Vanke ausstatten. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die cloudbasierte Software HH Cloud Design, die Hermand Haus für die Möblierung von Wohneinheiten entwickelt hat. Der Vertrag mit Vanke ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt.

China Vanke gilt als eines der größten Immobilienunternehmen der Volksrepublik. Nach eigenen Angaben wurden seit Gründung im Jahr 1984 bereits 639 Projekte realisiert (Stand: Ende 2019). In einem strengen Auswahlverfahren ist es Hermand Haus gelungen, sich als Lieferant für Möbel aus Europa zu etablieren, und zwar über die im vergangenen Jahr vorgestellte Software HH Cloud Design. Sie ermöglicht eine detaillierte Planung ganzer Wohnungen mit den Möbeln der Partnerunternehmen, darunter Burger als Küchenlieferant.

Matthias Berens, Geschäftsführer der Baumann group, freut sich über den großen Erfolg in China: „Mit HH Cloud Design ist unserem langjährigen Partner Hermand Haus ein digitales Meisterstück gelungen. Die Software bringt Designer, Lieferanten und Kunden zusammen. Sie ermöglicht nicht nur eine anschaulich visualisierte Planung, sondern auch den Kauf der Möbel direkt aus der Plattform heraus. Wir sind stolz, mit Burger exklusiver Küchenlieferant für dieses tolle Konzept zu sein, das uns den Weg in die Projekte von Vanke geebnet hat, und bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen.“

Das Auswahlverfahren, bei dem sich Hermand Haus mit Burger als Partner für China Vanke etablieren konnten, dauerte rund ein halbes Jahr. Nun gehört der Hersteller zum erlesenen Kreis 18 deutscher und italienischer Küchenmarken, die den Immobilienriesen in China beliefern. Dass die Ausstattung der Objekte bei Hermand Haus über eine cloudbasierte Software erfolgt, ist dabei ein Novum.

Stefano Porcellini als Generaldirektor ausgeschieden

Seit ihrer Gründung ist die Biesse Gruppe ein dynamisches Unternehmen, das stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist. Vor diesem Hintergrund hat das italienische Unternehmen beschlossen, einen neuen Managementzyklus mit einer neuen Vision einzuführen.

Im gegenseitigen Einvernehmen ist Stefano Porcellini mit Wirkung zum ersten September 2020 als Generaldirektor aus dem Unternehmensvorstand ausgeschieden, verbleibt allerdings im Verwaltungsrat der Biesse Group bis zum turnusmäßigen Austrittstermin.

„Stefano hat zum nationalen und internationalen Wachstum der Biesse Gruppe beigetragen und sie zur führenden italienischen Gruppe und zur zweitgrößten der Welt in unseren Branchen gemacht. Es ist ein Ergebnis, auf das wir alle stolz sind, und dafür sind die Geschäftsleitung, meine Familie und ich persönlich dankbar“, sagte Roberto Selci, CEO der Gruppe.

Biesse S.p.A. hat mit Massimo Potenza, einem sehr erfahrenen Manager mit viel Know-how als Senior Strategic Advisor und ehemaliger CEO sowie Vorstandsmitglied der Barilla Group, eine Person gefunden, die nach Abschluss der erforderlichen internen Verfahren und der damit verbundenen Unternehmensformalitäten als Co-Chief Executive Officer in die Gruppe eintreten wird. Bereits ab heute wird Potenza mit dem Unternehmen bei der Definition und Umsetzung des Projekts „Group Reorganisation & Transformation“ zusammenarbeiten.

Positive Unternehmensentwicklung

Gute Signale gibt es aus Zeil: Mit dem Neustart nach der Insolvenz vor drei Jahren ist Allmilmö eine Wende zum Positiven gelungen, so meldet es der Küchenmöbelspezialist. Der Vertrieb wurde etabliert und die Marke von der Mitte bis zur gehobenen Preisklasse mit attraktiven Küchen „made in Germany“ gut positioniert. Dabei gelte es, in Zukunft noch mehr auf Küchenmodelle zu setzen, die nicht „an jeder Ecke zu finden sind“.

Parallel zum Projektgeschäft werden nun im Export die bisherigen Vertriebswege innerhalb der EU, der Schweiz und Osteuropa ausgebaut, die weitere Markterschließung im Mittleren und Fernen Osten forciert.

Indes konzentriert sich das Team mit rund 70 Mitarbeitern auf die aktuellen Modelle der zeitlosen „Classic Art“, die puristische „Modern Art“ und funktionale Linie „Design Art“. Innovativ ergänzt wurde das bestehende Programm durch komplett neu entwickelte, außergewöhnliche Oberflächen mit „Anti-Fingerprint“ (wie „Elephant Skin“ mit edler Haptik in mattem Tiefschwarz, Foto) oder intelligente, optionale Ausstattungsfeatures für das Gesamtprogramm. So gibt es die moderne Landhausfront „Design Art Ancona“ in Diamant- oder Hochglanzlack – die Avantgarde-Modellreihe Modern Art bekommt mit „Smart Fineline“ in Diamant- und Hochglanzlack ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal.

Dabei bedauern die beiden Geschäftsführer Johannes la Cour und Hongyi Cai die Messeausfälle der Münchener „Küchenwohntrends“ und „Area30“ in Löhne.

Referent Dr. Thomas Riedel über Einsatzmöglichkeiten und Potenzial von Excimer-Technologie

Seien Sie dabei, wenn auf der ersten „Surface in Motion – Technology and Design Conference“ Top-Referenten die aktuellen Themen rund um dekorative Oberflächen von Holzwerkstoffen vorstellen. Neben den allerneuesten technischen Möglichkeiten, geht es dabei auch um jüngste Zukunftstrends, innovative Materialkompositionen und die Wirkung, die Oberflächen im Raum entfalten. Bringen Sie sich auf den neuesten Stand – vom Color-Management bis Trending Surfaces – und wählen Sie aus zwei parallelen Vortragsprogrammen, ganz nach Ihrer Präferenz „Technologie“ oder „Design“. Die Fachmagazine „möbelfertigung“ und „arcade“ sprechen mit diesem neuen Eventformat die Holzwerkstoffbranche, deren Zulieferer, Möbelproduzenten, (Innen-)Architekten und Designer an. Von Schüller und Nolte Küchen, über Ikea, Krono Swiss, Egger und Pfleiderer bis Schattdecor, Surteco, Impress und Interprint sind die größten Player im September auf der „Surface in Motion“ dabei. 

Darunter auch Dr. Thomas Riedel, Geschäftsführer IOT GmbH. Wir haben ihm vorab einige Fragen gestellt:
moebelfertigung.com: Wo findet die Excimer-Technologie heute überall ihren Einsatz? Dr. Thomas Riedel: Die IOT Excimer Technologie wird überall dort eingesetzt , wo eine hochwertige matte Oberfläche gewünscht wird, welche auch eine sehr angenehme Haptik haben soll (Soft Touch Feeling). Voraussetzung ist lediglich entsprechender Lack sowie eine bestrahlbare Oberfläche. Typische Anwendungen sind Möbel, Fußböden sowie Folien, Filme und Papiere.
moebelfertigung.com: Was bedeutet für Sie gutes Design?
Dr. Thomas Riedel: Die Vorteile liegen in der sehr gleichmäßigen feinen Struktur, der hohen Beständigkeit und natürlich dem Anti-Fingerprint Effekt. Die Excimerstrukturen sind Zufallsstrukturen und besitzen daher keinerlei produktionsbedingte Vorzugsrichtung. Die Glanzgrade lassen sich im Zusammenspiel mit der Beschichtung im Bereich von 1-15 Glanzgraden einstellen.  Excimeroberflächen besitzen wegen des hohen Vernetzungsgrades auch eine außergewöhnlich hohe chemische Barriereeigenschaft.
moebelfertigung.com: Welchen Schwerpunkt dürfen wir auf der „Surface in Motion“ in Ihrer Präsentation erwarten?  Dr. Thomas Riedel: Vorgestellt wird die Funktionsweise der Excimer-Mattierung inkl. der Möglichkeiten, das Erscheinungsbild der Oberfläche zu beeinflussen. Dazu wird es eine praktische Vorführung neben den Vorträgen geben. Im zweiten Teil des Vortrages werde ich die relativ neue DirectCure Technologie vorstellen. Der Fokus liegt hier auf den technischen Hintergründen sowie den Vorteilen und Grenzen in der Anwendung.

Vom 21. bis 22. September wird die Branche bei Oberflächen in die Tiefe gehen. Auf der ersten „Surface in Motion“ stehen Themen rund um die dekorative Oberfläche von Holzwerkstoffen auf dem Tableau. Genauso wichtig, wie die Fachbeiträge des Top-Speaker-Feldes wird aber auch der Netzwerkgedanke unter den Teilnehmern sein. 

Angemeldet sind bisher unter anderem Teilnehmer von folgenden Unternehmen: 

Egger Holzwerkstoffe, Schattdecor, Continental, Hueck Rheinische, Raumprobe, Interlübke, Interprint, Ikea, DTS, Ahlstrom-Munksjö, Saueressig Surfaces, Rehau, Homag, Hymmen, Renolit, Wemhöner, Sesa, Sappi, Colorgate, Krono Swiss, Pfleiderer, Cleaf, Unilin, Schüller Küchen, Nolte Küchen, Mauro Saviola, Schöller Technocell, Plantag, Melaplast, Ostermann, Koenig & Bauer, Upco, Neschen Coating, Dakor Melamin, Surteco, MB Digitalprint, IOT, Sun Chemical, Nolte Lacke, Lott Lacke, Metadynea Austria, Schmid, Kleiberit, Huga, Filmolux, EPF, CSIL, Dekordruck Leipzig…

Treffen Sie das Who-ist-Who der Oberflächenbranche! Die komplette Veranstaltung wird simultan Deutsch / Englisch übersetzt und sich am zweiten Kongresstag in einen Technik- und einen Designschwerpunkt aufteilen, so dass jeder Teilnehmer, ganz nach seinen eigenen Präferenzen wählen kann.

Ein Networking-Dinner am ersten Eventabend ist in der Teilnahme enthalten.

Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren: Hymmen, Colorgate, Renolit, Sappi, Continental, Ahlstrom Munksjö, Kleiberit, Sesa, Lamigraf, Koenig & Bauer, Swiss Krono Group, Saueressig Surfaces, „Interzum“, Technocell Dekor, Innovative Oberflächentechnologien GmbH und Lott Lacke.

Weitere Infos: https://www.holzmann-events.de/surface-in-motion/

Neuer Mann an der Spitze

Managementwechsel bei Wittmann: Gestern, am ersten September, übernahm Dr. Alexander Sova die Geschäftsführung von Hartmut Roehrig, der sowohl die Markenpräsenz des österreichischen Familienunternehmens auf internationalen Märkten stärken, als auch die hohe Kompetenz im Bereich Hospitality weiter ausbauen konnte. Seit 120 Jahren steht Wittmann für Präzision, Individualität und eine beispiellose handwerkliche Expertise in der Fertigung hochwertiger Polstermöbel für den Privat- und Objektbereich. Zudem waren die letzten Jahre geprägt von der produktiven Zusammenarbeit mit internationalen Designikonen wie Jaime Hayon, Sebastian Herkner, Monica Förster und Luca Nichetto.

Dieser erfolgreich eingeschlagene Weg soll nun konsequent und mit neuen Impulsen durch Dr. Sova weitergeführt werden. Der Österreicher verfügt über langjährige Erfahrung in Führungspositionen sowie Expertise in Strategieentwicklung und -umsetzung, im Vertrieb und in der digitalen Transformation und wird dieser Herausforderung höchst professionell begegnen.

Wittmann setzt seit jeher aus Überzeugung auf Handwerk und eine hochqualitative Verarbeitung am Standort Etsdorf in Niederösterreich. Sova teilt diese Werte und wird das Familienunternehmen in diesem Sinne weiterentwickeln. „Wo verschiedene Perspektiven aufeinandertreffen, ergibt sich die Chance, Bestehendes zu stärken sowie Neues zu schaffen. Ich arbeite gerne an diesen Schnittstellen – mit einem erfahrenen Team und der Kraft neuer Ideen“, erklärte er.

Leitthema „Wohnen in der Zukunft“

Sie geben den Takt vor und bringen Ordnung in die Produktvielfalt: die vier Leitthemen der „Bau“ 2021. Viele Aussteller werden ihre Präsentationen danach ausrichten und entsprechende Lösungen anbieten. In den Messeforen werden die Leitthemen unter verschiedenen Aspekten erörtert und diskutiert. Und in den Sonderschauen werden sie anhand von Produkt- und Projektbeispielen veranschaulicht. Hier stellen wir das vierte Leitthema vor: Wohnen in der Zukunft.

Die Corona-Pandemie wirft neue Fragen für das Wohnen in der Zukunft auf. Diese Tendenz zeichnet sich ab und ergänzt die ohnehin umfassenden Anforderungen an das Wohnen um eine weitere Unbekannte: die Distanz im öffentlichen Raum. Mit ihr geraten zwei Pfeiler der Stadtentwicklung der vergangenen Jahrzehnte ins Wanken. Nachverdichtung und weitere Verstädterung von Ballungsräumen sind nicht alleinige Lösung für die aktuelle Wohnraumproblematik. Denn Gesundheit, und das zeigt nicht erst Corona, erfordert räumlichen Abstand, vor allem in gesundheitsgefährenden Situationen. Diesen Raum bieten die Metropolen auf dem Globus schon heute nicht mehr. Parallel erkennen wir in Corona elementare Auswirkungen auf das private Wohnen, für Hotels und Pensionen: Home-Office in den eigenen vier Wänden, Hygienekonzepte für Beherbergungsbetriebe und die Datenspeicherung für eine gezielte Nachverfolgung beim Verdacht einer Viruserkrankung bedeuten eine neue Selbstverständlichkeit für das Wohnen und Leben – die jeder für sich adaptieren lernen muss.

Qualitätsvoller und dennoch kostengünstiger Wohnraum ist längst eine Utopie in Metropolen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München. Gleichzeitig sehen viele deutsche Städte mit gewachsener Infrastruktur und robustem Gebäudebestand einer ungewissen Zukunft entgegen: hohe Leerstandsquoten in Halle, Frankfurt (Oder), Salzgitter, massive Abwanderungstendenzen aus Regionen wie dem Saarland, der Uckermark und dem Ruhrgebiet. Wie sollen wir also reagieren, wenn einerseits in vielen Orten Wohnraum fehlt und andererseits wertvoller Gebäudebestand auf lange Sicht ungenutzt bleibt oder sogar verfällt?

Hinzu kommen der demographische Wandel und eine stetig steigende Lebenserwartung: Die Menschen bleiben länger fit. Sie sind gesund, agil und vital. Ihre Lebensgewohnheiten nehmen damit direkten Einfluss auf die Gestaltung unserer Städte und Gemeinden und erfordern neue Serviceangebote für die „Generation Silver“ sowie Universal-Design-Konzepte im öffentlichen wie privaten Raum, die allen zugutekommen. Wohnen und Arbeiten, Familie und Freizeit sind eng miteinander verwoben. Und in einer noch weitaus stärker digitalisierten Zukunft, werden die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben weiter verschwimmen. Das wird direkten Einfluss auf das Lebens- und Arbeitsumfeld jedes Einzelnen haben.

Die Bundesregierung hat sich mit ihrer Wohnraumoffensive das Ziel gesteckt, bis Ende 2021 1,5 Millionen neue Wohnungen und 100.000 Sozialwohnungen zu schaffen. Staatlich geförderte Wohnungsbaumaßnahmen sind ohne Frage wichtige Impulse in einem aktuell überhitzten, indifferenten Wohnungsmarkt. Doch dürfen sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass gesellschaftliche oder globale Entwicklungen wie Digitalisierung und Energiewende unsere Lebens- und Arbeitswelt schon heute nachhaltig verändern. Neue Konzepte sind daher dringend nötig, die Verstädterung und Landflucht, Wohnraummangel und Wohnungsleerstand reflektieren und darauf zukunftstauglich reagieren: Flexible Clusterwohnungen, die den unterschiedlichen Lebensentwürfen der Menschen und ihren verschiedenen Lebensphasen Rechnung trägen, entstehen bereits. Wohnmodelle, die Gemeinschaft ermöglichen sowie Partizipation und Privatheit zulassen, sind längst etabliert. Und die ressourcenschonende Nachverdichtung mit Wohnraum auf Parkdecks, Dächern von Einkaufsmärkten oder in umgenutzten Bürogebäuden wird bereits realisiert.

Im Durchschnitt standen jedem Deutschen im Jahr 2018 fast 47 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Das ist ein Plus von fast 13 Quadratmetern im Vergleich zu 1990, stellt das Statistische Bundesamt heraus. Diese massive Steigerung von mehr als 25 Prozent in den vergangenen drei Jahrzehnten impliziert neue Fragen: Wieviel Raum braucht man zum Leben? Bedeutet der Verzicht auf Wohnraum automatisch den Verlust von Wohnkomfort und gewachsener Lebensqualität? Und wie gehen wir mit der explodierenden Zahl von Singlehaushalten um? Denn 2018 waren es gut 46 Prozent mehr als noch 1991. Der persönliche Verzicht und die Reduktion auf das erforderliche Maß an persönlichem Raum, wird in der Zukunft wohl wichtiger als je zuvor. Denn unsere Städte können nicht unendlich ausufern, bestehende Bausubstanz nicht ohne Einschränkung nachverdichtet werden.

Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind jedoch weitaus größer. Denn parallel zu den gesellschaftlichen Veränderungen, die das Wohnen in der Zukunft erfordert, gewinnt der Ressourcenschutz stetig an Bedeutung. Ein Großteil unseres jährlichen Rohstoffverbrauchs geht weltweit zu Lasten des Bauwesens. Veränderte Rohstoff-Flüsse in der Baustoffproduktion, die stärker auf recycelte Wertstoffe setzen, werden damit immer wichtiger. Das zeigt auch die Entwicklung im „Welterschöpfungstag“, jenem rechnerischen Datum, ab dem wir mehr Ressourcen angreifen, als die Erde bieten kann. Im Jahr 2019 hatte die Menschheit den „Earth Overshoot Day“ bereits am 29. Juli erreicht. Zukunftsstrategien sind daher Wertstoffstrategien. Sie müssen vor allem den Schutz der Ressourcen und im gleichen Atemzug das qualitätsvolle Recycling bereits verbauter Rohstoffe berücksichtigen. Nur so können wir gewährleisten, dass auch in Zukunft die notwendigen Reserven für die weitere technologische Entwicklung der Menschheit verbleiben.

Hinzu kommen neue Phänomene, deren Auswirkungen bisher niemand absehen kann. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen der Corona Krise im Jahr 2020 zeigen eindrücklich, wie volatil unser Zusammenleben vor allem in den eng besiedelten Ballungsräumen in Deutschlands heute ist und in Zukunft bleiben wird. Für die Herausforderungen, die mit Gesundheits- oder Wirtschaftskrisen verbunden sind, sollten wir versuchen, uns zu wappnen. Solidarität und Empathie müssen befördert werden, Zusammenhalt und Achtsamkeit den Alltag stärker prägen. Das bedeutet einen Paradigmenwechsel, vom Ich zum Wir, der ebenso Einfluss auf das Wohnen nehmen sollte: Nicht die Anonymität der Individuen in ihren Mikro-Apartments wird gefördert, sondern Wohnkonzepte, die auf Werte wie Partizipation, Gemeinschaft und Relevanz für eine Gesellschaft einzahlen.

Das Wohnen und Leben und unser Miteinander in den kommenden Jahrzehnten erfordern weit mehr als pointierte Aktionen mit Vorbildcharakter aus Bauforschung, Politik oder Wirtschaft. Aktuell gehen wir wichtige Schritte inmitten eines digitalen Aufbruchs, der nach neuen Qualitäten verlangt: Stadt, Dorf, und Region werden enger verwoben sein, Individualverkehr und Massenmobilität neu gedacht und Arbeitsmodelle sind zu entwickeln, die dezentrale und ortsungebundene Tätigkeiten ermöglichen. Das Wohnen in der Zukunft gestalten wir somit schon jetzt und jeden Tag aufs Neue.