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Autor: Möbelfertigung

„Interzum“ 2021

Digitale Tools sorgen für maximale Reichweite

Genau wie bei der „Imm Cologne“ (siehe Meldung vom 07.10.2020), schärft die Koelnmesse auch das Profil der „Interzum“. Das Zitat „Wir warten nicht darauf, dass die gute alte Zeit wiederkehrt. Wir gestalten aktiv eine neue“, von Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement, gilt natürlich auch hier. Ziel des Messeteams ist es, der Branche mit der „Interzum“ 2021 eine sichere Plattform zu bieten, um die Position am internationalen Markt zu behaupten. „Ich glaube, dass uns allen bewusst sein muss, dass sich die Welt verändert hat und das auch weiterhin rasant tun wird – und damit auch die Lebenswirklichkeit der Menschen. Wir glauben aber fest daran, dass mit unserem Hygiene- und Sicherheitskonzept #B-SAFE4business, unseren neuen digitalen und reichweitestarken Tools im Rahmen der ,Interzum@home‘ und mit einer positiven Einstellung alles möglich ist. Wir haben mit der ,Interzum‘ 2021 das Spielfeld für die Branche optimal vorbereitet. Jetzt liegt es an der der Branche diese Vorlage zu nutzen“, kommentiert Pollmann die Vorbereitungen der kommenden „Interzum“.

Eine Weltleitmesse wie die „Interzum“ bietet deutlich mehr Potenzial als alle anderen analogen oder digitalen Formate für einen Kundenkontakt. Denn nur solch eine global relevante Plattform kann Angebot und Nachfrage wirklich zusammenbringen – wie es eben ausschließlich echte Marktplätze seit Jahrhunderten schaffen. „Die Zukunft als Marktplatz wird die „Interzum“ zunehmend auch in den digitalen Raum führen, denn hier sehen wir die besten Chancen, die Reichweite und den Einfluss der „Interzum“ zu vergrößern und so nicht nur die Besucher zu erreichen, die nicht nach Köln kommen können, sondern auch Menschen, die die vielfältigen Themen der „Interzum“ wichtiger nehmen als früher, die aber noch nie den Weg nach Köln gefunden haben“, erklärt Maik Fischer, Director der „Interzum“. „Die digitale Reichweite wird künftig für all unseren Messen als neues Erfolgskriterium zusätzlich herangezogen werden. Es wird also nicht mehr nur um die Anzahl der physisch in Köln anwesenden Aussteller und Besucher sowie deren Herkunft gehen – wir wollen uns auch an der Qualität der digitalen Reichweite messen lassen“, so Fischer weiter.

Mit der neuen Plattform „Interzum@home“ erweitert die Messe nicht nur die Business Opportunities der Aussteller, sondern erreicht auch ein breiteres Spektrum an Besuchern. Hierdurch bietet die Messe vielfältige zusätzliche Möglichkeiten der Kundeninteraktion für ihre Teilnehmer. Hier kann man sich mit der Branche virtuell austauschen, mit bekannten und neuen relevanten Kontakten vernetzen und sein Business voranbringen. Neben verschiedenen digitalen Bühnen mit Live-Streams, gibt es offene und thematisch kuratierte Video-Chats im Virtual Café, und online teilnehmende Messebesucher können zudem in privaten Showrooms der „Interzum“-Aussteller exklusive Neuheiten erleben. Aussteller profitieren so unmittelbar von zusätzlichen Kontakten und Reichweiten.

Anders als gängige Webinar- und Videoconferencing-Systeme bietet die „Interzum@home“ ihren Ausstellern neben dem Streamen von Inhalten auch die Möglichkeit, in den sofortigen direkten Austausch mit den Kunden zu treten. Die „Interzum@home“ bietet somit echtes Networking, ein entscheidender Vorteil für jeden Aussteller.

Messen gehen so auf ein neues Level. Auf hybriden Veranstaltungen wird das Geschehen am Messestandort onlinetauglich, entsprechend weltweit gestreut und durch digitale Zusatzangebote und längere Verfügbarkeit im Netz bereichert. Das Erfolgsmodell Messe wird dadurch nicht ersetzt, sondern erweitert. „Das Geschehen am Messestandort bietet weiterhin die Basis und entwickelt Zugkraft als temporärer Treffpunkt ganzer Branchen. Denn unsere Überzeugung ist, dass sich geballte Energie entfaltet, wenn die richtigen Menschen für kurze Zeit zusammentreffen und der unmittelbare, persönliche, emotionale Austausch stattfindet – das ist Messe, das ist die ,Interzum‘,“ so Pollmann. „Sicherlich muss man in diesen Zeiten besonnen, aber auch mutig nach vorne schauen, denn wie bei der „Imm Cologne“ gilt auch für die „Interzum“ „You make it possible – we make it happen!“

VDM

Uneinheitliche Preisentwicklung bei Zulieferprodukten im August

Die Zulieferpreise entwickelten sich im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat uneinheitlich. Insbesondere der für die Branche wichtige Preis für Schnittholz sank um 4,2 Prozent. Auch die Preise für Holzwerkstoffe (-2,9 Prozent), für Kunststoffe (-6,2 Prozent) und der Preis für Erdgas (-22,7 Prozent) waren rückläufig. Dagegen stiegen die Preise für Schlösser und Beschläge (+0,7 Prozent) sowie für elektrischen Strom (+5,9 Prozent) an.

Ausstellung „Living the City. Von Städten, Menschen und Geschichten“ eröffnet

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat Ende September in Berlin die Ausstellung „Living the City. Von Städten, Menschen und Geschichten“ eröffnet. „Living the City“ erzählt über 50 Geschichten zu Projekten aus Stadtplanung, Architektur und Kunst in der Haupthalle des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof. Die Ausstellung wird anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik gezeigt.

Staatssekretärin Anne Katrin Bohle: „Die Städte in Deutschland stehen vor großen Veränderungen. Klimawandel und die Digitalisierung sind nur zwei der großen Baustellen, die wir angehen müssen. Mit der Ausstellung ,Living the City‘ soll der Lebensraum Stadt anschaulich und lebendig vermittelt werden. So verwandelt sich die ehemalige Abfertigungshalle in eine begehbare Stadtcollage. Sie zeigt am Beispiel konkreter Projekte, wie Stadt neu gedacht werden kann. Ausgangspunkt sind alltägliche Objekte, Fundstücke und Materialien, wie auch persönliche Geschichten und individuelle Erfahrungen von Menschen in der Stadt. Ganz bewusst stellen wir die Sichtweise von Bürgerinnen und Bürgern in den Vordergrund. Denn ihre Mitwirkung ist der Schlüssel zu einer zukunftsfesten Stadtentwicklung.“

„Living the City“ wird im Auftrag des BMI kuratiert von Lukas Feireiss, Kurator, Künstler und Autor; Tatjana Schneider, Professorin für Architekturtheorie an der TU Braunschweig und den Ausstellungsmachern „TheGreenEyl“. Das kuratorische Team beschäftigt sich in der Ausstellung mit grundlegenden und zugleich hochaktuellen Fragen: Wie soll oder muss eine Stadt für alle aussehen? Von und mit wem soll sie erdacht, entwickelt und gemacht werden? Welche Prozesse sind nötig, um die Zusammenhänge zwischen gebautem Raum und Mensch, Zivilgesellschaft und Politik, Ökonomie und Natur integriert zu denken?

Möglichen Antworten können Besucherinnen und Besucher in den nächsten drei Monaten bis zum 20. Dezember 2020 im Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke 5 in 12101 Berlin nachgehen. Neben der eigentlichen Ausstellung lädt ein vielseitiges Veranstaltungs- und Bildungsprogramm zur aktiven Teilnahme ein in der Ausstellung selbst, als auch digital auf der Webseite www.livingthecity.eu ein.

„Living the City“ ist dienstags von 10 bis 20 Uhr, mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 12 bis 20 Uhr, donnerstags von 12 bis 22 Uhr geöffnet. Montags bleibt die Ausstellung geschlossen.

Hybrider Event, anderer Geländeteil und parallel zur „Heimtextil“

Die beiden internationalen Leitmessen für technische Textilien und Vliesstoffe sowie für die Verarbeitung textiler und flexibler Materialien blicken positiv gestimmt auf die kommenden Ausgaben vom 4. bis 7. Mai 2021 in Frankfurt am Main. Mit zusätzlichen digitalen Formaten, einem umfangreichen Hygiene- und Sicherheitskonzept, neuen Claims und einem Wechsel des Geländeteils kündigen beide Messen Veränderungen an.

Vom 4. bis 7. Mai 2021 versammeln sich erneut internationale Anbieter technischer Textilien und Vliesstoffe sowie von Maschinen zur Verarbeitung textiler und flexibler Materialien zur „Techtextil“ und „Texprocess“ in Frankfurt am Main. Vor dem Hintergrund der weltweiten Corona-Krise sieht die Messe Frankfurt als Veranstalter positiv auf die kommenden Ausgaben.

„Die aktuelle Lage um Covid-19 stellt auch die „Techtextil“ und die „Texprocess“ vor Herausforderungen. Zwar gehen wir davon aus, dass sich die Lage bis zu den kommenden Ausgaben entspannt, sicher sein können wir jedoch nicht. Deshalb planen wir beide Veranstaltungen auf Basis des aktuellen Hygiene- und Sicherheitskonzepts der Messe Frankfurt. Die Anmeldezahlen der Aussteller und die Rückmeldungen aus der Branche stimmen uns sehr positiv. Der Bedarf an persönlichem Austausch und daran, Innovationen live zu erleben, ist groß“, sagt Olaf Schmidt, Vice President Textiles and Textile Technologies bei der Messe Frankfurt.

Mit einer Neuausrichtung in der Kommunikation schärfen die „Techtextil“ und die „Texprocess“ zur kommenden Ausgabe ihr Profil weiter. Im ersten Schritt erhalten beide Messen neue Unterzeilen. Ab sofort kommuniziert die Messe Frankfurt die „Techtextil“ mit dem Zusatz „Performance. Function. Future.“ und die „Texprocess“ mit „Technology. Efficiency. Progress.“ Damit soll der Dynamik und Innovationskraft der Branche stärker Ausdruck verliehen werden.

Neuerungen ergeben sich auch für die Geländebelegung beider Messen. Mit der Ausgabe 2021 nutzen die „Techtextil“ und die „Texprocess“ mit den Hallen 8, 9, 11 und 12 erstmals das Westgelände der Messe Frankfurt. Die aktuelle Lage rund um Covid-19 macht es notwendig, auch weiterhin mit Auflagen bei großen Veranstaltungen zu rechnen. Im Mittelpunkt der Planungen für die „Techtextil“ und die „Texprocess“ im Mai 2021 steht daher die Gesundheit der Aussteller, Besucher, Partner und Mitarbeiter.

Die Messe Frankfurt arbeitet auf Basis eines Konzeptes, das detaillierte hygienische, medizinische und organisatorische Maßnahmen umfasst. Hygiene, Abstand und Frischluftzufuhr sind wichtige Faktoren des Konzepts, das die Messe Frankfurt kontinuierlich mit den zuständigen Behörden abstimmt. Die Aussteller der „Techtextil“ und „Texprocess“ erhalten Hinweise und Empfehlungen für ihren Messeauftritt, die den aktuellen Bestimmungen entsprechen.

Aktuelle Informationen zum Schutz- und Hygienekonzept der Messe Frankfurt sind hier http://techtextil.com/hygiene und hier http://texprocess.com/hygiene zu finden. Zudem gibt eine Corona-Hotline unter der Nummer 069 / 75 75 – 6699 täglich von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr Auskunft zu allen Gewerken und den Maßnahmen der Messe Frankfurt zur Durchführung von Veranstaltungen während der Corona-Pandemie.

Neben den Präsentationen der Aussteller auf der „Techtextil“ und „Texprocess“bieten beide Messen erneut eine Vielzahl an Rahmenveranstaltungen, Highlight-Themen und Sonderformaten. Zusätzlich zu den geplanten physischen Formaten setzen die „Techtextil“ und die „Texprocess“ verstärkt auf digitale Ergänzungsformate für Aussteller und Besucher. Geplant sind unter anderem Live-Streamings von Konferenzformaten, neue digitale Präsentationsmöglichkeiten für Aussteller und Möglichkeiten zum digitalen Matchmaking zwischen Ausstellern und Besuchern.

Neu: Erstmals zeigt die „Texprocess“ in einer Denim Future Factory die Zukunft der Denim-Verarbeitung mit besonderem Fokus auf die Aspekte Nachhaltigkeit und den wachsenden Luxussektor für Denimprodukte.

Ausgebaut wird zudem auf beiden Messen das Thema Nachhaltigkeit, indem erstmals auch Produkte und Nachhaltigkeitsansätze von Ausstellern herausgestellt werden, die zwar noch nicht zertifiziert sind, aber Nachhaltigkeit in der Branche vorantreiben. Die „Techtextil“ und „Texprocess Innovation Awards“ prämieren zudem nachhaltige Innovationen. Abgerundet wird das Angebot auf der „Techtextil“ durch ein neues Format einer Modenschau zu Smart und Functional Textiles. Das „Techtextil“ und das „Texprocess“ Forum bringen hochrangige Branchenexperten in Vorträgen, Workshops und Paneldiskussionen auf die Bühne.

Die „Techtextil“ und „Texprocess“ teilen sich im Mai 2021 erstmals das Messegelände mit der Heimtextil, der größten Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien. Hintergrund der terminlichen Verschiebung der Heimtextil sind die aktuelle Situation im Rahmen der Corona-Pandemie und die damit verbundenen internationalen Reisebeschränkungen.

Die Fachmesse findet normalerweise jährlich im Januar in Frankfurt am Main statt und bietet 2021 die einmalige Chance, zusammen mit der „Techtextil“ und „Texprocess“ zusätzliche Synergien entlang der textilen Kette zeitgleich auf dem Frankfurter Messegelände abzubilden. Fachbesucher aller drei Messen erhalten durch die Parallelität der drei Messen einen umfassenden Überblick über funktionale Materialien für Wohn- und Objekttextilien bis hin zu deren Verarbeitung. Bereits jetzt spricht das Messe-Duo „Techtextil“ und „Texprocess“ mit dem Segment „Hometech“ die Heimtextilien-Branche an.

Mit zusammen 1.818 Ausstellern aus 59 Ländern und insgesamt rund 47.000 Fachbesuchern aus 116 Ländern fanden im Mai 2019 die bislang größten Ausgaben der „Techtextil“ und „Texprocess“ in Frankfurt statt.

Offene, digitale Ökosysteme „Made in Europe“ – so funktionieren sie

Am 30. September 2020 kamen knapp 100 Expertinnen und Experten zum virtuellen Dialogtag „Smart Manufacturing after COVID 19“ zusammen. Die Initiatoren der Trilateralen Kooperation (Frankreich-Italien-Deutschland), Vertreter der EU-Kommission und weitere Teilnehmende aus zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten diskutierten notwendige Schritte auf dem europäischen Weg zur digitalen Industrie. Die Auswirkungen von COVID-19 haben die Vorteile digitalisierter Wertschöpfungsnetzwerke klar gezeigt. Gemeinsames Ziel sind offene Ökosysteme nach europäischen Werten. Die Partner wollen weiter eng kooperieren und im Austausch bleiben, um „gemeinsam Europa wieder stark zu machen.“

Es herrschte Einigkeit bei den Teilnehmern an den Bildschirmen: Die Pandemie hat gezeigt, dass es nun Zeit ist zu handeln. „Die europäische Zusammenarbeit ist der Schlüssel – abgesehen von der COVID-19-Krise wird es noch viele weitere Herausforderungen geben, die wir gemeinsam angehen müssen und können“, sagte Lucilla Sioli, Direktorin der Direktion für künstliche Intelligenz und digitale Industrie, DG Connect.

Es gilt offene und digitale Ökosysteme in Europa auf den Weg zu bringen und Voraussetzungen für einen kompetitiven, resilienten und nachhaltigen Wachstumspfad für die Europäische Industrie zu schaffen. Das heißt, flexiblere und belastbare, ressourceneffiziente Produktionsprozesse und optimierte wertschöpfende Strukturen müssen gewährleistet sein. Offene und digitale Ökosysteme könnten dies leisten. Sie bauen nicht nur auf Diversität, Pluralität und fairen Wettbewerb, sondern fördern diesen langfristig auch. Sie leisten außerdem einen gesellschaftlichen Beitrag zur Abfederung der COVID-19-Krise.

Für Prof. Dr. Peter Post, Vice Präsident bei Festo und Mitglied des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0, sind drei Handlungsstränge auf dem Weg zu offenen Ökosystemen entscheidend – sie sind eng mit zentralen europäischen Grundwerten verbunden: Souveränität, Interoperabilität und Nachhaltigkeit.

Souveränität steht für die Anforderungen, die es zu erfüllen gilt. Im Sinne des Leitbildes 2030 der Plattform Industrie 4.0 ergeben sich diese aus einer paneuropäischen, souveränen, vertrauenswürdigen, sicheren und resilienten digitalen Infrastruktur – wie sie das Projekt „GAIA-X“ vorgibt. Michael Jochem, Business Chief Digital Office Industrial Technology bei Bosch und Leiter der Arbeitsgruppe „Sicherheit vernetzter Systeme“ in der Plattform Industrie 4.0, erklärte auf die Frage nach Voraussetzung für die Nutzung von KI: „Wesentlich dafür sind innovative B2B-Kooperationen auf multilateraler Ebene über Unternehmens- und Wettbewerbsgrenzen hinweg, damit diese Daten gesammelt werden können. Dazu brauchen wir eine vertrauenswürdige Infrastruktur, die die Datenhoheit unterstützt, um den erwähnten Datenaustausch zu erleichtern.“

Weitere wichtige Anforderungen sind eine gezielte Weiterbildung für KMU und ein allgemeiner Kulturwandel. Außerdem wurde die Notwendigkeit grenzüberschreibender Kooperationen sowie digitaler europäischer Kompetenzzentren hervorgehoben, in denen Erfahrungen und best practices ausgetauscht werden können.

Interoperabilität beschreibt die Notwendigkeit allgemeiner Standards für eine reibungslose Interaktion digitaler Komponenten, Systeme und Prozesse, so Prof. Dr. Peter Post. Sie ist eine wesentliche Voraussetzung, um Lock-in-Effekte zu vermeiden und auch kleineren Unternehmen einen fairen Zugang zu digitalen Wertschöpfungsnetzwerken zu geben – dies ist für die mittelständisch geprägte europäische Industrie besonders wichtig.

Nachhaltigkeit ist das gemeinsam angestrebte Ziel. Datenanalytik und einen sicheren B2B-Datenausaustausch bilden die Grundlage für eine ressourceneffiziente Datenökonomie und damit auch für I4.0-Anwendungen, die Nachhaltigkeitspotenziale messbar und Nachhaltigkeitsziele damit konkret umsetzbar machen, zum Beispiel Einsparung von Emissionen). Industrie 4.0 Lösungen unterstützen die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen im Sinne des Europäischen Green Deals.

Kilian Gross, Referatsleiter, Abteilung Technologien und Systeme für die Digitalisierung der Industrie, DG Connect, fasste zusammen: „Grüne Wirtschaft und Digitalisierung sind kein Widerspruch, sondern verstärken sich gegenseitig. Wir müssen einen ganzheitlichen Ansatz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit verfolgen, um eine umweltfreundliche und wettbewerbsfähige Transformation der Wirtschaft in Europa zu erreichen – und wir brauchen Zusammenarbeit, um diese Lücke schnell zu schließen.“

Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen für ein wettbewerbsfähiges, widerstandsfähiges und nachhaltiges Wachstum der europäischen Industrie, damit Europa zum weltweiten Pionier wird für offene und digitale Ökosysteme. Yves Paindaveine, Leiter des Sektors Digitalisierung der Governance der europäischen Industrie, DG Connect, sagte: „Die resiliente Datenwirtschaft von 2030 beginnt jetzt“. Die Trilaterale Kooperation lädt alle europäischen Partner zu einem erneuten Treffen ein, das für Anfang 2021 geplant ist und auch zukünftig von der Europäischen Kommission unterstützt wird. Die Trilaterale Kooperation lädt alle europäischen Partner zu einem erneuten Treffen ein, das für Anfang 2021 geplant ist und auch zukünftig von der Europäischen Kommission unterstützt wird.

VDM

Das Geschäftsklima bei allen Möbel-Segmenten erholt sich

Das Geschäftsklima bei den Möbeln hat sich deutlich erholt. Der Wert stieg im September 2020 im Vergleich zum Vormonat von -2 auf +8 Punkte. Diese positive Entwicklung zeigt sich bei fast allen Segmenten der Möbelindustrie. Bei den Wohnmöbeln gab es einen Anstieg von +12 auf +36 Punkte, während sich die Polstermöbel gar von +8 Punkten auf +44 Punkte verbesserten. Bei den Küchenmöbeln hingegen sank das Klima von +27 Punkten auf +18 Punkte.

Beschlüsse zur Verwendung ökologischer Baustoffe und zur Digitalisierung

Die Bauminister*innen der Länder haben im Rahmen ihrer Sitzung am 24. und 25. September in Weimar unter anderem Beschlüsse zum sozialen Wohnungs-bau, zur Verwendung ökologischer Baustoffe und zur Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens gefasst.

Das Vorhaben der EU, sich im Rahmen des neuen Fonds „InvestEU“ im Bereich der öffentlichen Wohnraumförderung zu engagieren, wurde kritisch bewertet. Der Bund wurde daher aufgefordert, sich für eine Programmmodifizierung einzusetzen, damit Fördermittel nur dann ausgereicht werden, wenn die Bestimmungen regionaler, nationaler oder föderaler Förderregime beachtet werden, insbesondere, wenn eine Mietpreis- und Belegungsbindung vorgesehen wird.

Der Vorsitzende der Bauminister*innenkonferenz, Thüringens Infrastrukturminister Benjamin-Immanuel Hoff sagte dazu: „Es bleibt eine wichtige Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu schaffen. Der Bund muss hier mindestens weiterhin Mittel in der bisherigen Höhe bereitstellen. Um schneller voranzukommen, bräuchten wir mehr Geld im System. Das Engagement der EU ist daher grundsätzlich zu begrüßen. Aber wir müssen dafür sorgen, dass die Gelder auch im Sozialen Wohnungsbau ankommen, und wir sind uns einig darüber, dass dies am besten über die etablierten Förderprogramme der Länder gelingen kann.“

Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, erklärte dazu: „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum hat weiterhin höchste Priorität. Mit der gemeinsamen Wohnraumoffensive von Bund, Ländern und Kommunen haben wir vor zwei Jahren ein einmaliges Maßnahmenpaket geschnürt. Die Bilanz ist außergewöhnlich erfolgreich: Alle zentralen Beschlüsse des Wohngipfels sind umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Damit haben wir entscheidende Weichenstellungen vorgenommen und können auf gute Ergebnisse blicken. Dafür stehen insbesondere die erfreulichen Baufertigstellungs- und -genehmigungszahlen. Ende Februar 2021 werden wir auf einem Bilanzkongress gemeinsam mit Ländern und Kommunen ein abschließendes Fazit ziehen.“

Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Dorothee Stapelfeldt: „Deutschland braucht mehr bezahlbaren Wohnraum. Mit den im Referentenentwurf zum Baulandmobilisierungsgesetz formulierten Gesetzesänderungen können wir unserem auf dem Wohngipfel 2018 festgelegten Ziel, 1,5 Mio. neue Wohnungen zu bauen, auch im Sinne einer gemeinwohlorientierten Bodenpolitik ein gutes Stück näher kommen. Eine zügige Umsetzung des Gesetzentwurfs ist aus Hamburger Sicht daher ausdrücklich zu begrüßen. Was wir zur Zeit mit Sorge betrachten, ist ein durch die Corona-Pandemie stark beschleunigter Strukturwandel unserer Innenstädte. Hier müssen wir jetzt wirkungsvoll die Kommunen unterstützen. Die Bauministerinnen und -minister bitten den Bund, das BBSR mit eine Studie zur Analyse der Entwicklungen der Innenstädte zu beauftragen, um eine gute Basis für Entscheidungen zu schaffen. Zudem setzen wir eine länderoffene Arbeitsgruppe unter Federführung Hamburgs zur ‚Entwicklung der Innenstädte‘ auf Ebene der Staatssekretäre ein.“

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Mit den Beschlüssen legen wir das Fundament für die zukünftige Baupolitik. Dabei sind die Förderung des öffentlichen Wohnungsbaus, die Verwendung ökologischer Baustoffe und die Digitalisierung von Baugenehmigungsverfahren zentrale Bausteine. Das gemeinsame Ziel von Bund und Ländern: Die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum und dies möglichst schnell. Gerade in der aktuellen Lage merken wir, wie wichtig es ist, ein Zuhause zu haben, das den Bedürfnissen jeder und jedes Einzelnen entspricht. Auch wenn Corona in den letzten Monaten die Schlagzeilen beherrschte: Wohnen ist elementarer Bestandteil der Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger. Deshalb werden wir nicht nachlassen, die Rahmenbedingungen für Bauherrschaften und Investorinnen und Investoren weiter zu verbessern, um den Wohnungsbau weiter anzukurbeln. Denn mehr Wohnraum ist der beste Schutz für Mieterinnen und Mieter gegen steigende Mieten.“

Nachdem die Änderung der Musterbauordnung im vergangenen Jahr den Grundstein dafür legte, dass Holz unter anderem auch für tragende Bauteile mit höheren Brandschutzanforderungen verwendet werden kann, ging es nun um die Verwendung ökologischer Dämmstoffe und weitere Folgeänderungen. Die Konferenz bekräftigt die Wichtigkeit nachhaltiger ökologischer Baustoffe als einen vergleichsweise einfachen Beitrag, Ressourcen und das Klima zu schützen. Allerdings können brennbare Baustoffe bei falscher Verwendung zum Sicherheitsrisiko werden. „Wir wollen nicht, dass der gute Ruf ökologischer Baustoffe durch Schäden aufgrund nicht hinreichender Sicherheitsvorkehrungen leidet“, so der Vorsitzende der Bauministerkonferenz, Thüringens Infrastrukturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff. Wichtig ist daher, dass die Muster-Holzbaurichtlinie, die die Details für die Verwendung von Holz beschreibt, schnell in Kraft gesetzt werden kann. Weitere Erkenntnisse, die eine noch umfangreichere Verwendung von Holz ermöglichen sollen, werden von verschiedenen laufenden Forschungsvorhaben erwartet.

Die Bedeutung der Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsprozessen für die schnelle Abwicklung von Verfahren und die Reduzierung der Planungs-kosten ist nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie erkennbar geworden. Daher hat sich die Bauminister*innenkonferenz mit mehreren Aspekten der Digitalisierung beschäftigt.

Heute werden Anträge unterschrieben und eingereicht oder Unterlagen vorgelegt. Alle diese Forderungen laufen auf eine Papierform und eine handschriftliche Unterschrift hinaus. Die Konferenz hat daher unter anderem die Musterbauordnung nach allen vergleichbaren Regelungen untersucht und durch offene Formulierungen ersetzt, die auch in der digitalen Welt funktionieren. Außer für behördliche Verwaltungsakte wird es fast keine Formvorgaben mehr geben. „Ich bin froh, dass man die Möglichkeiten der digitalen Welt nicht dazu genutzt hat, höhere Authentifizierungsanforderungen zu stellen als in der Papierwelt. Das digitale Verfahren darf nicht komplizierter sein als das analoge“, so Minister Hoff.

Die Mobilfunkstrategie der Bundesregierung, mit der eine flächendeckende Versorgung mit mobilen Sprach- und Datendiensten gewährleistet werden soll, ist zielführend und wird von der Bauminister*innenkonferenz als entscheidende Grundlage zur Umsetzung betrachtet. Im September 2019 hat die Bauministerkonferenz daher verschiedene Mobilfunkanlagen von jedem Baugenehmigungsverfahren freigestellt und damit einen wirksamen Beitrag zum Ausbau eines schnellen Mobilfunknetzes geleistet.

Unabhängig von der Erforderlichkeit oder der Entbehrlichkeit von Baugenehmigungen sind aber Standortanforderungen zu beachten. Mobilfunkanlagen sind nicht in jedem Baugebiet und auch nicht im sog. Außenbereich ohne weiteres zulässig. Berechtigte Interessen der Mobilfunkbetreiber, aber auch der Anwohner, erfordern eine genaue Prüfung. Daher hat die Bauminister*innenkonferenz umfangreiche Hinweise zur Rechtslage erarbeitet, die die Standortwahl erleichtern sollen.

Dritter „CPS+“ Auftrag aus Afrika

Nile Wood, eine Tochtergesellschaft der Egypt Kuwait Holding (EKH), hat bei Dieffenbacher eine komplette MDF-Anlage mit kontinuierlicher Presse „CPS+“ für ihren neuen Standort in Sadat City, Ägypten, bestellt. Der im September 2020 erteilte Auftrag erfolgte im Anschluss an eine Entwicklungs- und Konstruktionsphase, die Ende 2018 begann.

EKH wurde 1997 von einem Konsortium kuwaitischer und ägyptischer Geschäftsleute gegründet und hat sich seither mit Beteiligungen an 19 Unternehmen zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen im Nahen Osten und Afrika entwickelt. Mit Nile Wood steigt EKH nun in die Holzwerkstoffproduktion ein.

„Wir haben Dieffenbacher erstmals auf der ,Ligna‘ 2017 in Hannover kontaktiert und einige Monate später konkrete Projektgespräche aufgenommen“, erklärt Walid El Hennawy, CEO von Nile Wood. „Wir haben uns für Dieffenbacher entschieden, weil wir davon überzeugt sind, dass die Erfahrung und das Engagement der Dieffenbacher-Mitarbeiter uns helfen werden, einen erfolgreichen Einstieg in den Holzwerkstoffmarkt zu schaffen. Wir vertrauen darauf, dass Dieffenbacher uns eine High-End-MDF-Linie liefert, die neue Maßstäbe für die Holzwerkstoffplattenproduktion in Afrika setzen wird“, so Walid El Hennawy weiter.

Als Rohstoff für die MDF-Anlage kommt Sesbania-Holz aus den unternehmenseigenen Plantagen zum Einsatz. Sesbania ist eine schnellwachsende Pflanze, die innerhalb von zwei Jahren zur Ernte reift und aufgrund ihrer Fähigkeit, Stickstoff zu binden, außerdem besonders umweltfreundlich ist. Zur Bewässerung der Plantagen wird aufbereitetes kommunales Abwasser verwendet.

Die MDF-Gesamtanlage für Nile Wood umfasst die kontinuierliche Presse „CPS+“, eine Hackerlinie, Trockner und Sichter, die Beleimung, Formstation und Formstrang, die Endfertigung und das Rohplattenlager sowie die Schleif- und Sägelinie. Die MDF-Produktion soll Ende 2021 beginnen. Unter Volllast wird die Anlage eine jährliche Produktionskapazität von 200.000 m³ erreichen.

Nile Woods „CPS+“ wird die dritte in Afrika sein. Die 8-ft-Presse hat eine Länge von 32,4 Metern. Die erste „CPS+“, die in Afrika verkauft wurde, ging 2019 an Panneaux d’Algerie für eine MDF-Anlage in El Tarf, Algerien. Die zweite „CPS+“ ist Teil der neuen Spanplattenanlage von Ghamoud, ebenfalls in Algerien.

Spendete 45.000 Euro an den Kinderschutzbund

„Ein gutes Stück Zuhause“ – so lautet der Claim, mit dem die „Möbelmeile“ ihr 25. Jubiläum beging. Damit drückt die Gemeinschaft ostwestfälischer Möbelhersteller ihre Mission aus: Menschen zu helfen, sich einzurichten und sich ein Zuhause zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen. Mit einer großen Jubiläumsfeier in Rietberg sollte ein Vierteljahrhundert Möbelmeile gefeiert werden. Im Sommer wurde die Feier aufgrund der Corona-Situation abgesagt. Gemeinsam beschlossen die Gesellschafter, einen Großteil der dafür eingeplanten Mittel einem guten Zweck zukommen zu lassen. Gesucht wurde eine gemeinnützige Organisation in der Region. Die Wahl fiel schließlich auf den Kinderschutzbund, den die Möbelmeile kürzlich mit einer Spende von 45.000 Euro unterstützt und damit eine Idee verfolgt, die aus der Mission der Möbelmeile entstand.

Für die „Möbelmeile“ ist die Entscheidung für den Kinderschutzbund eine Herzensentscheidung, die auf vielen Ebenen passt: Neben der Möglichkeit, sich regional zu engagieren, und dem Bezug zu der Idee, sich für ein besseres „Zuhause“ zu engagieren, spielt auch das Thema persönliche Beziehung eine Rolle: „Klar, waren wir anfänglich traurig, dass wir unser Jubiläum nicht mit unseren Kunden feiern konnten“, sagt Michael Laukötter, Geschäftsführer der „Möbelmeile“, stellvertretend für die Gesellschafter. „Für uns ist der persönliche Kontakt und direkte Austausch sehr wichtig und wir halten ihn auch für ein hohes gesellschaftliches Gut. Aus diesem Grund passt auch der Kinderschutzbund so gut zu unserem Spendenvorhaben – und unser Bedauern der Absage ist schnell einem guten Gefühl gewichen. Die Arbeit der engagierten und hoch motivierten Mitarbeiter und der ehrenamtlichen Helfer des Kinderschutzbundes verdient unseren höchsten Respekt. Mit der Spende hoffen wir, dabei zu helfen, Kindern und ihren Familien ein etwas besseres Zuhause-Gefühl zu ermöglichen.“

Getragen und initiiert wurde das Spendenprojekt von allen Gesellschaftern der Möbelmeile: 3C-Gruppe, Loddenkemper, Mobitec, Musterring, Rietberger Möbelwerke, Röhr, Schröder, Sudbrock und Thielemeyer.