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Autor: Möbelfertigung

Fordern Wirtschaftsminister Altmaier zum Handeln auf

Gähnende Leere in Deutschlands Innenstädten – der nicht enden wollende Winterlock-down bringt Tausende von Traditions- und Familienunternehmen aller Größenordnungen und Branchen sowie weit über Deutschland hinaus bekannte Marken an den Rand der Überlebensfähigkeit. Anlässlich des Wirtschaftsgipfels mit Bundeswirtschaftsminister Altmaier in Berlin fordern die Präsidenten des Markenverbandes und des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie ein Wiederaufbau-Programm mit kraftvollen Signalen für alle, die direkt und indirekt vom Lockdown betroffen sind. Andernfalls wird die deutsche Wirtschaft nach Ostern nicht mehr dieselbe sein.

Die Pandemiesituation haben wir seit einem Jahr – wo sind nun solide durchdachte Öffnungsszenarien, steuerliche Entlastungen, der Verzicht auf unnötige Bürokratie und die Möglichkeit, den Wertverlust von verderblicher und saisonaler Ware generell auf die Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe III anzurechnen?

Vor diesem Hintergrund fasst Franz-Peter Falke, Präsident des Markenverbandes, zusammen: „Gesellschaft und Wirtschaft benötigen eine Perspektive, um aus dem Lähmungszustand nach über einem Jahr Pandemiemaßnahmen endlich heraus zu kommen. Gerade die in ihrer Existenz bedrohten tausende Hersteller und Dienstleistungs-unternehmer müssen die Möglichkeit bekommen, sich aktiv und erfolgreich um die Fortführung Ihres Unternehmens zu kümmern. Die Politik ist jetzt gefordert, den Dauerzustand der Risikovermeidung zu verlassen und aktiv an Lösungswegen zu arbeiten. Realistische Öffnungsszenarien gehören genauso dazu, wie aktives Wecken eines positiven Konsumklimas.“ Falke, der als Präsident des branchenübergreifenden Markenverbandes die Nöte verschiedener Sektoren täglich wahrnimmt: „Bundestagswahl hin oder her, die Politik muss jetzt die richtigen Weichen stellen und verlässlich umsetzen. Alles andere vernichtet die Vielfalt, Zukunft und Existenz von Herstellern, Dienstleistern und Händlern in Deutschland.“

Ingeborg Neumann, Präsidentin Gesamtverband textil+mode: „Nach einem Jahr Corona-Pandemie und einem Vierteljahr Winterlockdown sind die Rücklagen vieler unserer mittelständischen Modemarken und Bekleidungs-hersteller aufgebraucht. Wir fordern den Bundeswirtschaftsminister deshalb eindringlich auf, den Mode- und Markenunternehmen mit einem kraftvollen Wiederaufbauprogramm unter die Arme zu greifen. Dazu gehört auch, Hersteller und Händler bei den Überbrückungshilfen III gleich zu stellen. Wer nichts mehr in seinen Läden verkaufen kann, ordert auch keine neue Ware und das mit Folgen für die Hersteller bis weit ins nächste Jahr. Das betrifft nicht nur die Winterkollektionen, sondern schließt die Frühjahrsware inzwischen längst mit ein.“

Außerdem ist die Bundesregierung bei der steuerlichen Verlustrechnung zu kurz gesprungen. Der Verlustrücktrag sollte zeitlich deutlich ausgeweitet werden. Die Betriebe müssen mindestens die Möglichkeit erhalten, ihre Verluste aus 2021 auch mit den Gewinnen aus den Jahren 2018 und 2017 verrechnen zu dürfen. Diese Hilfe käme den Unternehmen schnell, zielgenau und unbürokratisch zugute, ohne die Staatshaushalte auf Dauer zu belasten.

Erster „Klimaneutraler Hersteller für Möbelbezugsstoffe“ zertifiziert

Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) hat das Unternehmen Rohleder aus Konradsreuth als klimaneutralen Hersteller für Möbelbezugsstoffe ausgezeichnet. Das oberfränkische Zulieferunternehmen für die Möbelindustrie ist das erste DGM-Fördermitglied überhaupt, das diese Auszeichnung erhält. „Rohleder ist dem Klimapakt für die Möbelindustrie beigetreten und hat sich auf Grundlage der DGM-Kriterien für das Jahr 2021 klimaneutral gestellt“, freut sich DGM-Geschäftsführer Jochen Winning. „Gerne würdigen und kennzeichnen wir dieses vorbildliche Engagement mit dem Label ‚Klimaneutraler Hersteller für Möbelbezugsstoffe‘, mit dem Rohleder für sich und seine klimafreundlichen Produkte werben kann.“

Vor fünf Jahren hat die DGM den „Klimapakt für die Möbelindustrie“ gegründet, um damit aktiv am anvisierten 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen mitzuwirken. Das Fundament des DGM-Klimapakts bildet die CO2-Bilanz der teilnehmenden Unternehmen, der sogenannte Carbon Footprint (CO2-Fußabdruck). Rohleder ermittelte seinen Carbon Footprint mithilfe der oberbayerischen Nachhaltigkeitsberatung Fokus-Zukunft. Die bilanzierten 2.250 Tonnen CO2 neutralisierte das Unternehmen durch den Erwerb von Klimaschutzzertifikaten, mit denen Wasserprojekte in Uganda und Ruanda unterstützt werden. „Nach der Bilanzierung ist vor der Bilanzierung“, blickt Jochen Winning voraus, denn es gehe nicht nur darum, die CO2-Emissionen auszugleichen, sondern auch nachhaltig zu reduzieren. Das gelingt beispielsweise durch die Umstellung auf Grünstromtarife und andere umweltfreundliche Prozesse und Dienstleistungen, durch eigene Stromerzeugung oder auch durch einen nachhaltigen Materialeinsatz. Viele Anforderungen im Bereich Umweltschutz sind für Rohleder seit Jahren selbstverständlich. Denn alle DGM-Mitgliedsunternehmen verpflichten sich zur Einhaltung strenger Qualitäts- und Nachhaltigkeitskriterien. Rohleder ist seit 2005 DGM-Fördermitglied.

After-Work-Talk ist mit über 80 Teilnehmern erfolgreich gestartet

Der erste vom Deutschen Institut für Bestattungskultur (DIB) organisierte virtuelle After-Work-Talk am 10. Februar 2021 war ein voller Erfolg. Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dem einstündigen Fachgespräch und erfuhren dabei aus erster Hand, welche Infektions-Gefahren nach aktuellem Wissensstand von Corona-infizierten Verstorbenen ausgehen und wie sie sich am besten dagegen schützen können.

Auch wenn sich das neue Online-Gesprächsformat des DIB nicht nur an Bestatter richtet, lag der Fokus der vom DIB-Geschäftsführer Hermann Hubing moderierten Premieren-Veranstaltung doch klar auf der Bestattungsbranche. Unter dem Titel „Umgang von Bestattern mit Corona-infizierten Verstorbenen“ diskutierten die Referenten Prof. Dr. Marcel A. Verhoff, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, und Christian Ecke, Fachreferent für Bestattungsdienstleistungen der BG Verkehr, wobei sie unter anderem erläuterten, wie sich Bestatterinnen und Bestatter beim Trauergespräch verhalten sollten, warum eine offene Aufbahrung von Corona-infizierten Verstorbenen vom Robert Koch Institut (RKI) als unbedenklich angesehen wird sowie darüber, wie man sich bei der Abholung und der hygienischen Versorgung von Verstorbenen am besten schützt. Zum Abschluss bestand dann noch die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu richten.

„Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Premiere, das ist schon eine beachtliche Zahl für ein solches Format. Das zeigt uns, dass wir hierbei genau ins Schwarze getroffen haben. Offensichtlich gibt es in unserer Branche einen Informationsdurst, den wir natürlich gerne stillen wollen.“, freute sich DIB-Geschäftsführer Hermann Hubing nach der Online-Diskussion.

Der nächste After-Work-Talk wird in zwei Wochen am 24. Februar 2021 stattfinden und ist dann auch für ein breites Publikum geeignet. Unter dem Thema „Perfect Finish – Realität contra Prosa“ werden die Bestattermeisterin und Thanatologin Anja Schlange und der Journalist und Krimi-Autor Mike Powelz über den „Monumental-Krimi“ „Perfect Finish“ und die Frage, ob Authentizität hinsichtlich der Person und Tätigkeit im Bestatterhandwerk „rein zufällig“ sind, diskutieren.

Um an der kostenlosen Online-Veranstaltung teilnehmen zu können, melden Sie sich bitte vorab bei Sandra Appel unter appel@leben-raum-gestaltung.de an.

Büromöbelbranche

Zweistelliger Rückgang in 2020

Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 neben vielen weiteren Branchen auch die Geschäftsentwicklung der Hersteller von Büromöbeln und Bürostühlen beeinträchtigt. Besonders in den ersten drei Quartalen des Jahres lagen die Umsätze der Büromöbelhersteller deutlich unter den Werten des Vorjahres. Insgesamt meldet der Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA) für das Jahr 2020 einen Gesamtumsatz von knapp 2,2 Milliarden Euro in der Büromöbelindustrie – ein Rückgang von 11,8 Prozent im Vergleich zu 2019.

Positiv bewertet die Branche, dass die Nachfrage in den letzten drei Monaten noch einmal spürbar anzog, sodass das Minus zum Jahresende deutlich geringer ausfiel als noch zum Ende des dritten Quartals. Nach einem starken Einbruch im April 2020 lagen die Umsätze der Büroeinrichtungshersteller Ende September noch 14,5 Prozent unter dem entsprechenden Zeitraum 2019. Maßgeblich für die Umsatzsteigerung im letzten Quartal war die steigende Nachfrage im Inland, die sich im Quartalsvergleich fast wieder auf Vorjahresniveau befand. Über das gesamte Jahr fielen die Umsätze im Inland um 11,1 Prozent im Vergleich zu 2019. Im Exportgeschäft blieb der positive Effekt zum Jahresende aus. Hier fiel die Nachfrage im gesamten Jahresverlauf um 13,7 Prozent. Die durch-schnittliche Exportquote fiel von 26,1 Prozent in 2019 auf 25,5 Prozent in 2020.

Unter dem Strich war das Jahr 2020 damit für die Büroeinrichtungsbranche – wie auch für viele ihrer Kunden im In- und Ausland – sehr belastend. Trotzdem hielten die im IBA organisierten Unternehmen weitgehend an ihren Mitarbeitern fest. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten im Jahresverlauf sank gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent.

Die zuletzt stabile Inlandsentwicklung ist im Wesentlichen auf die Nach-frage von Groß- und Rahmenvertragskunden zurückzuführen. Sie nutzten die partielle Abwesenheit ihrer Mitarbeiter, um im Frühjahr zunächst gestoppte Projekte umzusetzen, Möbel auszutauschen oder die Büroumgebungen fit für die neuen Anforderungen der zunehmend hybriden Arbeitswelt zu machen. So verzeichnet der IBA seit dem Spätsommer 2020 einen starken Nachfrageanstieg bei Beratungsleistungen.

Zu einem kleineren Teil trugen auch Anschaffungen für die Ausstattungen von Homeoffices zur steigenden Nachfrage am Jahresende bei. Da-bei waren Sitzmöbel stärker gefragt. Sie schnitten 2020 mit einem Minus von 10,1 Prozent etwas besser ab als Tische, Schränke und Raumgliederungselemente (minus 13,3 Prozent).

Bei der Ausstattung der Homeoffices gibt es dennoch weiterhin großen Nachholbedarf. Die dortigen Arbeitsplatzverhältnisse haben sich über den bisherigen Zeitraum der Pandemie kaum verbessert. Nur ein kleiner Teil der Arbeitnehmer erhielt bei der Einrichtung des heimischen Arbeits-platzes Unterstützung durch die Arbeitgeber, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag des IBA Ende 2020 zeigte.

Der Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) warnt daher, dass eine Verstetigung der aktuellen Arbeitsbedingungen nicht mit dem Gesundheitsschutz vereinbar ist: „Wenn die Beschäftigten nach der Pandemie weiterhin regelmäßig zu Hause arbeiten sollen, werden entweder klare Mindeststandards für einen Homeoffice-Arbeitsplatz benötigt oder es bedarf einer Richtlinie, die klärt, ab welchem Umfang die Arbeit in den heimischen vier Wänden als Telearbeit zu erfolgen hat“, erklärt Hendrik Hund, Vorsitzender des IBA.

Ob sich die Erholung der Nachfrage nach Büroeinrichtungen insgesamt fortsetzen wird und ob sie auch die Exportmärkte erreichen wird, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab. Die Hersteller von Büromöbeln und Bürositzmöbeln stellen sich auf ein schwieriges Jahr 2021 ein, das durch längere Einschränkungen der Wirtschaft und daraus resultierende Folgen geprägt sein könnte. Allgemein gehen Ver-treter der Branche davon aus, dass dieses Jahr trotz positiver Signale mindestens genauso herausfordernd wird wie das vergangene.

Trotzdem blickt der IBA überwiegend zuversichtlich in die Zukunft: „Die Corona-Pandemie hat den Wandel der Arbeitswelt massiv beschleunigt und Unternehmen dazu bewogen, aktuelle Arbeitsweisen und -bereiche zu hinterfragen. Die Expertise unserer Mitglieder für die Arbeitsplatzgestaltung wird somit weiter gefragt sein, beispielsweise bei der Neugestaltung von Kommunikationszonen oder der Integration von Videokonferenzen in die Arbeitsabläufe“, so Thomas Jünger, Geschäftsführer des IBA.

26 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen im November

Im November 2020 haben die deutschen Amtsgerichte 1.046 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 26,0 Prozent weniger als im November 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit weiterhin nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 ausgesetzt war. Die bereits ab Oktober 2020 wieder geltende Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen wird unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeit der Gerichte erst später Auswirkungen auf die Zahlen haben. Ausgesetzt ist die Insolvenzantragspflicht weiterhin für jene Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im November 2020 im Baugewerbe mit 162 Fällen (November 2019: 212). Unternehmen des Wirtschaftsbereichs Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) stellten 154 Insolvenzanträge (November 2019: 218). Im Gastgewerbe wurden 131 (November 2019: 158) Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen im November 2020 beliefen sich auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Im November 2019 hatten sie noch bei rund 3,4 Milliarden Euro gelegen.

Bei der vorläufigen Zahl der eröffneten Regelinsolvenzen im Januar 2021 deutet sich eine erneute Richtungsänderung an. Im Jahr 2020 zeigte sich eine stetig sinkende Zahl eröffneter Regelinsolvenzverfahren, bis sich im November (+5 %) und Dezember (+18 %) eine Umkehr des Trends abzeichnete. Diese Entwicklung wurde mit der vorläufigen Zahl vom Januar 2021 nun vorerst wieder beendet. Im Januar 2021 sank die Zahl der Verfahren im Vormonatsvergleich um 5 Prozent und lag um 34 Prozent niedriger als im Januar 2020.

Die vorläufigen Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzen veröffentlicht das Statistische Bundesamt seit dem Berichtsmonat März 2020, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie frühzeitig abzubilden.

Neben den Unternehmensinsolvenzen meldeten 3.282 übrige Schuldner im November 2020 Insolvenz an. Das waren 51,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Darunter waren 2.214 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern (-53,8 %) sowie 774 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen (-50,1 %).

Der deutliche Rückgang an Insolvenzanträgen von Verbraucherinnen und Verbrauchern hat sich bereits seit Juli angedeutet und ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Ende 2020 ein Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre beschlossen wurde. Die Neuregelung gilt bereits für ab dem ersten Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren und ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Es ist davon auszugehen, dass deshalb nun nach und nach viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag stellen werden.

Hinweise zu Regelinsolvenzverfahren:
Vom 1. März bis zum 30. September 2020 waren Unternehmen, deren Insolvenzreife (Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung) auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhte und die Aussichten darauf hatten, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen, von der Insolvenzantragspflicht befreit. Auch bei Insolvenzanträgen von Gläubigerseite wurde vorausgesetzt, dass der Eröffnungsgrund bereits am 1. März 2020 und damit vor der Corona-Pandemie vorlag. Ab dem 1. Oktober 2020 war ein Insolvenzantrag bei Zahlungsunfähigkeit wieder verpflichtend, bei Überschuldung galt die Befreiung weiterhin bis Jahresende. Für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht, ist die Insolvenzantragspflicht weiterhin ausgesetzt. Die Auswirkungen dieser Änderungen werden sich in den kommenden Berichtsmonaten in der Statistik zeigen.

Von den Insolvenzverfahren in Deutschland sind 30 Prozent Regelinsolvenzverfahren, zu denen in erster Linie alle Verfahren von Unternehmen zählen (rund 55 %). Enthalten sind weiterhin Personen, die wirtschaftlich tätig sind. Dazu gehören unter anderem die persönlich haftenden Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft (oHG), Mehrheitsgesellschafter einer Kapitalgesellschaft sowie ehemals selbstständig Tätige, deren Vermögensverhältnisse als nicht überschaubar eingestuft werden.

Neuer Geschäftsführer bei deutscher Tochter

Salice hat Dr. Piero Gamma zum Geschäftsführer ihrer deutschen Niederlassung Deutsche Arturo Salice GmbH ernannt. Im Zuge der geplanten Neuordnung und Verstärkung der Aktivitäten in Deutschland und Europa übernimmt der italienische Manager die Leitung aller Konzerngeschäfte in Deutschland.

Bereits seit dem 1. Oktober 2020 hat Dr. Gamma die Verantwortung für die deutschen Standorte in Neckarwestheim und Löhne mit allen Funktionen und Vollmachten vom bisherigen Geschäftsführer Dr. Massimo Salice übernommen.

In seiner neuen Position innerhalb des Konzerns soll Dr. Gamma das wachsende Geschäft des Unternehmens strategisch ausbauen und nachhaltig zum Erfolg führen. Der Fokus seiner Arbeit liegt im Auf- und Ausbau der Unternehmensstrukturen und des Vertriebsnetzes. Dabei soll sich die Deutsche Salice zum wichtigsten Hub für das europäische Exportgeschäft des italienischen Herstellers hochwertiger Möbelbeschläge aus Novedrate bei Como (Lombardei) entwickeln und ihre Positionierung als bevorzugter Technologie-Partner für die Möbelbranche ausbauen. Seine Aufgaben wird Dr. Gamma direkt von Neckarwestheim aus wahrnehmen.

Nach Führungspositionen in der Vertriebs- und Geschäftsleitung deutscher und internationaler Marktführer der Interior-Design-, Luxury-Living- und Immobilienbau-Industrie hat Dr. Gamma die Übernahme von Unternehmen auf internationaler Ebene erfolgreich koordiniert. Daran anschließend gehörte der strategische Ausbau und die Errichtung von Auslandsniederlassungen, die Entwicklung der Unternehmensstrukturen und Unternehmensprozesse sowie die Entwicklung von dynamischen und erfolgreichen Teams zu seinen Aufgaben. 

Neben Expertise und Erfahrung bringt Dr. Gamma, der aus der norditalienischen Region Emilia-Romagna stammt, eine ausgeprägte multikulturelle Kompetenz mit. So verfügt er über sehr gute Sprachkenntnisse in fünf Sprachen und langjährige internationale Erfahrung.

VDM

So gestaltet sich das Geschäftsklima der Möbelindustrie im Januar 2021

Das Geschäftsklima in der Möbelindustrie verschlechterte sich im Januar 2021 wieder. Der Wert für die Geschäftslage fiel im Januar 2021 im Vergleich zum Vormonat von 23 auf 7 Punkte. Im Januar 2020 hatte der Wert bei +16 Punkten gelegen. Bei den Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate zeigt sich die Möbelindustrie ebenfalls pessimistischer: Hier fiel der Wert im Vergleich zum Vormonat von -3 Punkten auf -25 Punkte. Im Vorjahresmonat hatte der Wert für die Geschäftserwartungen bei -2 Punkten gelegen.

Mangelnde Planbarkeit erschwert das Geschäft

Für das abgelaufene Jahr 2020 geht der Fachverband von einem Minus von 15 Prozent in der Produktion aus. Bereits im Vorwege war man gegenüber den vorangegangenen „Boom-Jahren“ in der Prognose von einem Rückgang ausgegangen, die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung dann noch einmal deutlich verstärkt.
Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat sich der Produktionswert in den ersten drei Quartalen um knapp 17 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro verringert. „Aufgrund der verbesserten Auftragslage im vierten Quartal sind wir optimistisch, unsere Prognose zu treffen“, sagte Dominik Wolfschütz, Marktspezialist des VDMA-Fachverbands. Vor allem in Deutschland sei die Ordertätigkeit deutlich nach oben gegangen. Neben einzelnen größeren Projekten lief auch das Standardmaschinengeschäft gut. Allerdings werden mit dem Anhalten der Corona-Pandemie die Herausforderungen für die Maschinenhersteller „tougher“. In einer Blitzumfrage des VDMA, die zum ersten Mal im Juli 2020 und zuletzt im Januar 2021 durchgeführt wurde, gaben 88 Prozent an, dass die Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen aktuell der größte Hemmschuh vor und hinter den Werkstoren darstellt. Im Juli gaben dies „nur“ 82 Prozent an. Neu hinzugekommen und anders als in 2020, beklagen 79 Prozent die mangelnde Planbarkeit insgesamt, die Geschäftsstrategien massiv beeinflusst. Zurückgegangen ist allerdings die verzögerte Abnahme seitens der Kunden. 59 Prozent hatten damit im Sommer 2020 noch zu kämpfen, jetzt nur noch 33 Prozent.

Die Exporte von Holzbearbeitungsmaschinen gingen in den Monaten Januar bis November um 15 Prozent zurück, weiter liegen dem Fachverband bisher keine Zahlen aus 2020 vor. Nur geringe Rückgänge oder auch Zuwächse waren in China, Österreich, Brasilien und der Türkei zu verzeichnen. Überdurchschnittliche Rückgänge gab es dagegen in den Märkten USA, Großbritannien, Italien und Spanien (siehe Grafiken).

Die aktuell gute Auslastung in vielen Teilsegmenten der Holz- und Möbelindustrie belebt auch deren Investitionsbereitschaft. Beispiele sind weiterhin der Sägewerksbereich in großen Teilen Europas, die Weiterverarbeitung des Schnittholzes zu Produkten wie Brettschicht- und Brettsperrholz, sowie das inzwischen schon übliche Pelletwerk am Sägewerksstandort. Bei den Ausrüstern der Holzwerkstoffindustrie ist nach vielen Monaten Flaute das Bestellvolumen durch Aufträge aus China und der Türkei, aber auch neuen Märkten etwa in Nordafrika endlich wieder auf einem auskömmlichen Niveau angelangt. Auch haben Hersteller von Holzfaserdämmplatten einige Aufträge platziert.

Im sekundären Sektor können vor allem die baunahen Segmente punkten: die Fenster- und Türenindustrie investiert, in der Möbelindustrie stechen die Küchenhersteller hervor. Auch das Tischler- und Schreinerhandwerk kauft anhaltend neue Maschinen und Werkzeuge.

Ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele bis 2025

Die Renolit SE hat eine freiwillige Verpflichtung gegenüber der Circular Plastics Alliance (CPA) eingereicht, mit der das Unternehmen seinen individuellen Beitrag zu deren Zielerreichung definiert. Mit der Verpflichtung setzt sich Renolit unter anderem das Ziel, bis 2025 100 Prozent der Kunststoffabfälle innerhalb der Unternehmensgruppe aufzubereiten und wiederzuverwenden. So will das Unternehmen durch das Projekt „Renolit Goes Circular“, das unter anderem auf Abfallreduzierung durch entsprechende Maßnahmen in der Produktion setzt, bis 2025 keine Abfälle mehr an Dritte verkaufen müssen. Zudem sollen bis dahin alle genutzten Kunststoffverpackungen zu mindestens 50 Prozent aus recyceltem Material oder nachwachsenden Rohstoffen bestehen.

Darüber hinaus unterstützt Renolit ein Projekt zur nicht-fossilen Polymerproduktion, bei dem spezielle Bakterien CO2 aus Luft in chemische Grundbausteine umwandeln, welche vielfältige Anwendungen im Bereich der Polymerherstellung finden.

Die CPA ist eine Initiative der Europäischen Kommission, der sich neben Renolit 266 Verbände und Unternehmen angeschlossen haben. Sie verfolgen gemeinsam das Ziel, bis 2025 in Europa mindestens 10 Millionen Tonnen recycelten Kunststoff in Produkte und Verpackungen einfließen zu lassen.

Renolit unterzeichnete im September 2019 die Circular Plastics Alliance Declaration, mit der sich das Unternehmen bereits verpflichtete, die Ziele der CPA im Rahmen der eigenen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten umzusetzen. Die Einreichung der freiwilligen Verpflichtung definiert nun den konkreten Beitrag des Unternehmens.

Die vollständige freiwillige Verpflichtung von Renolit finden Sie unter https://circulareconomy.europa.eu/platform/en/commitments/pledges/renolit-se