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Autor: Möbelfertigung

„Wir sind auf dem Mars angekommen“

„Die Zukunft der Arbeit ist endgültig da. Das ist Fakt“, betont Raphael Gielgen, Trendscout Future of Work bei Vitra, im Gespräch mit der „möbelfertigung“. „Wir sind auf dem Mars angekommen. Alles, was ich mir habe vorstellen können beziehungsweise worüber ich erzählt habe, ist Wirklichkeit geworden oder wird Wirklichkeit werden. Und natürlich habe ich mir dann die Frage gestellt: Was mache ich jetzt? Wem widme ich meine Zukunft? Ich bin also aktuell dabei, mich neu zu erfinden, im wahrsten Sinne des Wortes.“ Die Neu-Erfindung erwartet Gielgen auch von diverseren Bereichen: „Der physische Engine wird durch die Real-Estate-Industrie befeuert. Diese Industrie stellt gerade fest, dass sie über die Jahre standardisierte Portfolios entwickelt haben, auf die alle einzahlten. Das gab der Sachwertanlage Immobilie Bedeutung. Dafür gab es immer Geld und diese Art des Investments galt stets als sicher. Deswegen sehen die Städte so aus, wie sie heute aussehen, wo man sich ja immer fragt, was haben die Bürger eigentlich der Stadt getan, dass die Stadt so aussieht, wie sie aussieht“, so Gielgen kritisch. „Die merken jetzt gerade, dass das nicht mehr funktioniert, weil die wesentlichen Standards beziehungsweise Faktoren dieser Finanzmathematik sich auflösen. Jetzt werden innovative Unternehmen – ich rechne damit, dass es die großen sein werden – weit über Betriebsvereinbarungen hinaus innovative Konzepte mit ihren Mitarbeitern vereinbaren, wie man diese physische Architektur der Arbeit zukünftig regelt. Satellitenbüros, Flatrate bei Co-Workern oder bei Hotels, die ­komplette Veränderung des Unternehmenssitzes… Da werden wir jetzt von Woche zu Woche neue, spannende Beispiele sehen.“

Welche Entwicklungen der Trendscout noch erwartet, lesen Sie in der „möbelfertigung 1/2021“, die als Print-Ausgabe am 24. Februar erscheint. Das komplette digitale Magazin finden Sie HIER. In neuem Layout. Moderner, klarer, noch übersichtlicher!

Außerdem in der Ausgabe: Wie Entscheider rund um den Globus mit den Herausforderungen der Pandemie umgehen, warum die Küchenmöbelindustrie auf höhere Kapazitäten setzt, weshalb wir am Beginn der Ära des biophilen Designs stehen, warum es zunehmend zu einer Demokratisierung des Möbelkomforts kommt, weshalb Augmented Reality ein großes Thema für den Möbelhandel sein sollte, wo der neue CEO von Pfleiderer aktuell die größten Herausforderungen sieht, wie Reform die traditionelle Küchenmöbelindustrie herausfordert, warum sich aus Sicht von iFurn auch kleine Unternehmen mit der Digitalisierung beschäftigen müssen, wie Speedmaster auch unter schwierigen Rahmenbedingungen eine perfekte Logistik sichert, welche modernen Produktionsanlagen Ima Schelling bei Fournier Habitat installiert hat und viele weitere interessante Artikel.

Beteiligt sich an UV-LED Spezialisten Bolb

Mit einer zwanzig-prozentigen Beteiligung am kalifornischen UV-C LED Spezialisten Bolb Inc. will Osram sein technologisches Know-How für Desinfektionsanwendungen mit UV-C Licht weiter ausbauen. Die künftige Zusammenarbeit beider Unternehmen im Bereich der Forschung verspricht die Beschleunigung der Industrialisierung hocheffizienter und hochleistungsfähiger UV-C-LEDs. Anders als bisherige Lösungen brauchen Entkeimungssysteme auf LED-Basis sehr wenig Raum und können so direkt am Einsatzort – wie in Wasserhähnen, Waschmaschinen oder Lüftungsanlagen – verbaut werden. So können diese platzsparenden Desinfektionslösungen einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie leisten. Laut Allied Market Research umfasst der Markt für UV-Desinfektionslösungen aktuell ein Volumen von rund einer Milliarde Euro. Bis 2027 soll sich dieser Wert vervierfachen. Marktforscher erwarten zudem, dass der Anteil von LED Lösungen dabei stetig wächst.

„Osram verfügt mit LED- und traditionellen Technologien bereits über verschiedene Lösungen zur Desinfektion und Reinigung mit UV-C Licht. Das strategische Investment in Bolb stärkt unser Know-How im UV-C-LED-Bereich und verschafft Osram eine führende Position im Markt für Desinfektion mit nicht sichtbarem Licht,“ betont Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender der Osram Licht AG.

Aktuell basiert der Großteil der UV-C-Desinfektionsanwendungen auf konventionellen Lichttechnologien und damit in der Regel Quecksilber-Dampflampen. Im Vergleich zu diesen traditionellen Lampen hat UV-C LED-Technologie das Potential deutlich weniger Energie zu verbrauchen und trotzdem auf die benötigten hohen Lichtleistungen zu kommen. Die Zusammenarbeit zwischen Osram und Bolb verspricht diese technologische Hürde zu überwinden. Dank eines speziellen Technologie-Bausteins für UV-C LEDs gelingt es schon heute herausragende Effizienzwerte zu erzielen, die weit vor anderen verfügbaren Produkten am Markt liegen. „Zusammen mit dem jahrzehntelangen Know-How von Osram in der Entwicklung und industriellen Fertigung halbleiter-basierter Produkte stellt diese Partnerschaft die Weichen für eine führende Stellung von Osram und Bolb am Markt für UV-C LEDs,“ so Ulrich Eisele, Chef der Fluxunit, der Venture-Capital-Einheit von Osram.

Ähnlich wie LEDs für herkömmliche Beleuchtungsanwendungen eine Reihe von Vorteilen gegenüber konventionellen Lichttechnologien vereinen, versprechen künftig auch UV-C LEDs eine Vielzahl von Vorzügen für Hersteller von Desinfektionslösungen. Dazu zählt ein geringerer Energieverbrauch, lange Lebensdauer und ein deutlich vereinfachtes Systemdesigns aufgrund der Kompaktheit der Lichtquellen.

Europäische „Charta der Robotik“ veröffentlicht

Der europäische Maschinenbau-Verband EUnited hat eine Charta für die künftige Zusammenarbeit von Robotern und Menschen veröffentlicht. Die Good-Work-Charter unterstützt die United Nations Sustainable Development Goals (SDGs) für 2030 und definiert 10 Fokusbereiche, um den Arbeitsplatz der Zukunft zu gestalten.

„Die zunehmend automatisierte und datengesteuerte Wirtschaft erfordert Veränderungen in der Arbeitswelt, die von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und nationalen Regierungen gestaltet werden müssen“, sagt Nobelpreisträger Sir Christopher Pissarides, Co-Chair des Institute for the Future of Work (IFOW) in London. „Die Industrie kann zu dieser Entwicklung beitragen, indem sie sicherstellt, dass ihre Arbeitnehmer mit den Fähigkeiten und dem Wissen ausgestattet sind, um in der neuen Wirtschaft erfolgreich zu sein.“

Die europäische Charta stellt ausdrücklich den Menschen in den Mittelpunkt: Im Fokusbereich 1 ist festgelegt, dass Roboter den Arbeitnehmern repetitive Arbeiten abnehmen sollen, die wegen der Monotonie nicht zumutbar sind – Mitarbeiter sollen wie Menschen und nicht wie Maschinen arbeiten. Fokusbereich 2 beschreibt, dass immer der Roboter dem Menschen dient und nicht umgekehrt. Damit steht die europäische Robotik-Industrie für einen „Human-in-Command-Ansatz“. Die weiteren Fokusbereiche befassen sich mit der Entwicklung von Kompetenzen, der Mensch-Roboter-Kollaboration, einfacher Maschinenbedienung, Initiativen speziell für junge Menschen und Strategien, den demografischen Wandel zu bewältigen.

„2,7 Millionen Industrie-Roboter in der weltweiten Produktion und der Boom von Servicerobotern außerhalb von Fabriken verändern rapide die Art und Weise, wie wir arbeiten“, sagt der Vorsitzende von EUnited Robotics, Wilfried Eberhardt. „Um diesen Wandel aktiv zu gestalten, hat die europäische Robotik-Industrie die ‚Good Work Charter‘ entwickelt und zehn Handlungsfelder identifiziert, die wir jetzt angehen müssen. Oberstes Gebot ist und bleibt, dass immer der Mensch eine zentrale Rolle am Arbeitsplatz spielen wird.“

Entscheider-Strategien von vier Kontinenten

Seit einem Jahr hat Covid-19 die Welt im Griff und beeinträchtigt das private wie wirtschaftliche Leben. Wie sich die Pandemie in verschiedenen Märkten ausgewirkt hat, die Maßnahmen der jeweiligen Regierungen greifen und Unternehmen mit der Situation umgehen, erfragte die „möbelfertigung“ bei Entscheidern von vier verschiedenen Kontinenten. Dabei kam trotz der angespannten Lage ein positiver Aspekt zum Tragen: Rund um den Globus investieren die Konsumenten verstärkt in Möbel und Renovierung. Trotzdem sind Prognosen natürlich nicht einfach, was Global Player wie – unter anderem – Hettich, Ima Schelling, Pfleiderer, Lamigraf, Egger, Biesse, Schmidt Groupe, Homag und viele mehr bestätigen. Trotzdem herrscht vorsichtiger Optimismus. Auch in Regionen, die sehr hart getroffen worden sind, wie zum Beispiel Indien, das 2020 einen der härtesten Lockdowns der Welt durchleben musste. „Die Stimmung in der Wirtschaft hellt sich auf, die allgemeine Auftragslage bessert sich, und wir sind beim Umsatz in Indien schon wieder bei 90 Prozent des Vor-Corona-Niveaus“, so Uwe Kreidel, Geschäftsführung der Hettich Marketing- und Vertriebs GmbH & Co. KG. „Falls es nicht noch eine weitere, große Covid-Welle gibt, wollen wir 2021 trotz der Einschränkungen wieder auf Wachstumskurs gehen.“ Und Peter Tuenker, Geschäftsführer Ima Schelling Group USA, ergänzt in Bezug auf den amerikanischen Markt: „Zahlreiche Amerikaner haben viel Geld in Häuser für Möbel und Renovierungen investiert. Davon profitieren unsere Kunden. Für uns bedeutete es zu Beginn der Pandemie einige sehr ruhige Monate, seit September hat sich das Geschäft allerdings erholt und wir sind wieder auf dem Niveau unterwegs, das wir vor Covid-19 gehabt haben. Alle Wirtschaftsexperten sagen eine schnelle Erholung der amerikanischen Wirtschaft in 2021 voraus, soweit wir einen Impfstoff bekommen und die Krankheit dann hoffentlich hinter uns lassen können. Dann gibt es bestimmt auch wieder die Messe ,IWF‘ in Atlanta.“

Wie sich Entscheider aus anderen Märkten äußerten, lesen Sie in der „möbelfertigung 1/2021“, die als Print-Ausgabe am 24. Februar erscheint. Das komplette digitale Magazin finden Sie HIER. In neuem Layout. Moderner, klarer, noch übersichtlicher!

Außerdem in der Ausgabe: Warum die Küchenmöbelindustrie auf höhere Kapazitäten setzt, weshalb wir am Beginn der Ära des biophilen Designs stehen, warum es zunehmend zu einer Demokratisierung des Möbelkomforts kommt, in welcher Hinsicht wir aus Sicht des Vitra-Trendscouts Raphael Gielgen auf dem Mars angekommen sind, warum Augmented Reality ein großes Thema für den Möbelhandel sein sollte, wo der neue CEO von Pfleiderer aktuell die größten Herausforderungen sieht, wie Reform die traditionelle Küchenmöbelindustrie herausfordert, warum sich aus Sicht von iFurn auch kleine Unternehmen mit der Digitalisierung beschäftigen müssen, wie Speedmaster auch unter schwierigen Rahmenbedingungen eine perfekte Logistik sichert, welche modernen Produktionsanlagen Ima Schelling bei Fournier Habitat installiert hat und viele weitere interessante Artikel.

Triton übernimmt Schock

Küchenspülen-Spezialist Schock hat einen neuen Partner: Der Finanzinvestor Triton übernimmt die Schock GmbH von IK Investment Partners.

„Wir freuen uns, mit Triton einen starken Partner als neuen Eigentümer zu begrüßen, der uns bei der weiteren Internationalisierung unseres Geschäfts unterstützt“, so Ralf Boberg, langjähriger CEO von Schock. „Mit dem internationalen Netzwerk, der Branchenexpertise und der Erfolgsbilanz von Triton fühlen wir uns gut aufgestellt, um unsere Wachstumsambitionen zu erreichen. Wir freuen uns darauf, Initiativen wie Sink Green und unsere geografische Expansion gemeinsam mit Triton voranzutreiben.“

Mit seiner Innovationskraft und seinen hohen Technologie- sowie Qualitätsstandards passt Schock perfekt in die Konsumgüter-Investmentstrategie von Triton. Gemeinsam ist das Ziel, den Wachstumskurs in dem attraktiven Marktumfeld fortzusetzen und Innovationen wie Green Line noch stärker zu unterstützen.

Die ganze Ausgabe bereits jetzt online lesen – Kompletter Relaunch des Branchen-Magazins

Ab sofort können Sie die komplette möbelfertigung 1/2021 jetzt schon online lesen. Und da uns „nur“ Tradition nicht reicht, sondern eine innovative Branche auch ein innovatives Magazin verdient, haben wir das Herzstück unseres B2B-Netzwerkes „möbelfertigung“ einem kompletten Relaunch unterzogen. Das Print-Magazin erscheint am 24.02. Wir freuen uns über Ihr Feedback.

Top-Themen unter anderem:

– Entscheider von vier Kontinenten berichten über die Möbelkonjunktur in ihren Märkten

– Analyse: Warum die Küchenmöbler gerade jetzt die höheren Kapazitäten brauchen

– Raphael Gielgen, Trendscout Future of Work bei Vitra, erklärt, warum die Zukunft der Arbeit jetzt endgültig da ist

– Der neue Pfleiderer-CEO Dr. Boris Gorella gibt im Exklusiv-Interview einen Einblick in seine Planungen und verrät, welche Rolle Premiumprodukte dabei spielen

– Verena Fink von Woodpecker Finch nimmt Sie, liebe Leser, mit in die spannende Welt des Möbel-Marketings mit Augmented Reality und Künstlicher Intelligenz

– Schuler Consulting erläutert, wie man den Produktionswertstrom mit einem Smartphone digital erfassen und automatisierte Wertstromanalysen generieren kann

– Alles zum geplanten Trainingszentrum für die Holz- und Möbelindustrie in Ostwestfalen

Zur Navigation des digitalen Magazins: Unser Service für unsere Kunden ist es, dass alle Anzeigen auf den Absender verlinkt sind. Zudem auch der obere Teil des Inhaltsverzeichnisses. Sie können dort klicken, um auf die jeweilige Seite zu gelangen. Top-Themen können direkt vom Titel per Klick angewählt werden.

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Fast 5 Prozent mehr Umsatz in 2020

Jetzt steht auch der komplette Jahresumsatz 2020 für die Küchenmöbelindustrie fest: Mit 5,26 Mrd. Euro kam die Branche im ersten Corona-Jahr gut über die Runden. Bekanntlich nahm die Küchenkonjunktur gerade im Jahresendspurt richtig Fahrt auf. So brachte nach dem „heißen Herbst“ der Dezember noch einmal 16,69 Prozent Plus in die Bilanz ein. Wobei allein die Inlandsnachfrage für sagenhafte 23,83 Prozent Zuwachs sorgte. Eine Steilvorlage für das laufende Jahr, das durch den erneuten Lockdown unter schwierigen Bedingungen gestartet ist.

Der Inlandsumsatz über alle zwölf Monate hinweg erreichte 2020 insgesamt 3,152 Mrd. Euro (+7,76 %), im Ausland stagnierte hingegen die Bilanz im Vergleich zum Vorjahr und kam über die Nulllinie nicht hinaus.

Gesamtproduktion in 2020 um weitere 6,4 Prozent gesteigert

„…das abgelaufene Geschäftsjahr – das Jahr unseres 75-jährigen Firmenjubiläums – wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. In dem Jahr hat uns die Corona-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt.“ Mit diesen Worten leitet Nobilia-Geschäftsführer Dr. Lars Bopf die heute veröffentlichte Bilanz ein. Und in der Tat war 2020 ein ereignisreiches Jahr, durchaus auch aus ganz eigener Sicht des Unternehmens, in dem viel passiert und angeschoben wurde.

Zuerst die Zahlen: Wie nicht anders zu erwarten, wurde der Erfolgskurs fortgesetzt. Der Gesamtproduktionsumsatz von Nobilia stieg in 2020 um 82 Mio. Euro auf 1,370 Mrd. Euro – und somit um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresumsatz. Das Produktionsvolumen p.a. wuchs parallel dazu um 300.000 auf 7,83 Mio. Schränke bzw. 783.000 Küchenkommissionen. Die Zahl der Mitarbeiter vergrößerte sich um 207 auf insgesamt 3.945 Beschäftigte.

Maßgeblicher Wachstumstreiber war, wie grundsätzlich in der Branche, das Inlandsgeschäft. In Deutschland kletterte der Umsatz auf 710,9 Mio. Euro, also nominal um 9,9 Prozent. Inzwischen haben dabei die Küchenspezialisten (47% Anteil, 2019: 42%) den Anteil der Einrichtungshäuser (41%, 2019: 43%) überholt. 12 Prozent verteilen sich auf den Vertriebskanal SB / Discount und auf die sonstigen Vertriebswege Internet, Objektgeschäft sowie Elektro- oder Badspezialisten.

Der Export legte um 2,8 Prozent auf 658,9 Mio. Euro zu. Der Anteil am Gesamtumsatz beträgt aktuell 48,1 Prozent. Dabei kam Nobilia zugute, dass sich das Unternehmen in den letzten Jahren sehr breit aufgestellt habe, erläutert dazu Dr. Bopf. Dabei dominiert weiterhin das Frankreichgeschäft auf einem hohen Niveau, gefolgt von Belgien, Österreich und den Niederlanden. Der chinesische Markt belegt erneut Platz 5 der für Nobilia wichtigsten Exportländer. 

Inklusive der eigenen Handelsumsätze erzielte Nobilia als Gruppe 1,542 Mrd. Euro und damit 6,5 Prozent Plus. Dies bedeutet also, dass allein im vergangenen Jahr 93,7 Mio. Euro mehr in die Konzernkasse geflossen sind (konsolidiert, ohne Franchisegebühren). Dazu zählen das britische und stark expansive Franchisesystem Kütchenhaus, dem derzeit 39 Küchenstudios angeschlossen sind, sowie die Minderheitsbeteiligung an der belgischen Handelskette Menatam (èggo), die Mehrheitsbeteiligung an der französischen Franchise-Organisation FBD (460 Küchenstudios der Vertriebsschienen Ixina, Cuisine Plus, Cuisines Références und Vanden Borre Kitchen). Und die Gruppe treibt ihre Internationalisierung erfolgreich voran. In der Bilanz unerwähnt blieb die noch nicht genehmigte Neu-Akquistion in Frankreich: die in der Presse bereits diskutierte 25%-Beteiligung an Abbou-Gruppe (Aviva, Elton Cuisines mit 98 Filialen).

Auch Inhaber Werner Stickling zeigte sich mit dem Wachstum zufrieden, zumal die Ertragslage 2020 weiterhin „auskömmlich“ war. Zugleich lobt der Senior das große Engagement der Belegschaft während der Pandemie, was zum Jahresende mit 2.500 Euro Sonderprämie für jeden Mitarbeiter belohnt wurde.

Auf 134 Mio. Euro kamen die Investitionen, vor allem für Werk III in Gütersloh und Werk V in Saarlouis. Alles wurde planmäßig fertiggestellt. Daneben standen die neue Kollektion mit der Rasterumstellung, dem ausgebauten Bad-Angebot und dem Schnellprogramm „elements“ im Mittelpunkt des turbulenten Jahres 2020.

Ein Ausblick auf die Weiterentwicklung in diesem Jahr fällt dem Nobilia-Management erwartungsgemäß schwer angesichts der Unklarheiten im Pandemieverlauf und der noch unbestimmten Öffnung im Handel. Doch sieht Dr. Bopf das Unternehmen u. a. durch das breite Portpolio und die neuen, hochmodernen Werksstandorte auch für die nächsten Herausforderung gut aufgestellt.

Leichtes Umsatzplus für die Polstermöbelindustrie

Die deutschen Polstermöbelhersteller können auf ein ordentliches Geschäftsjahr 2020 zurückblicken. Wie der Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP) mitteilte, erwirtschafteten die hiesigen Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 919,9 Millionen Euro. Verglichen mit 2019 ist das ein Plus von 1,88 Prozent. Die gute Entwicklung wurde vom Inland angetrieben. Hier konnte ein Zuwachs von 8,93 Prozent verzeichnet werden. Im Ausland dagegen hatten die Unternehmen mit einem Minus von 10,56 Prozent zu kämpfen. In der Eurozone gingen die Umsätze um 3,93 Prozent zurück.