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Autor: Hahn, Sebastian

Nachfrageschwäche setzt Polstermöbelindustrie zu

Die deutsche Polstermöbelindustrie hat von Januar bis Juli 2023 rund 658 Millionen Euro umgesetzt, ein Minus von knapp 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Monat Juli erlitt die Branche einen Umsatzrückgang von 6,3 Prozent auf 81,5 Millionen Euro.

„Unsere Branche sieht sich derzeit widrigen Rahmenbedingungen gegenüber“, stellte Leo Lübke, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie e.V. (VdDP), auf der Jahrespressekonferenz in Herford fest. „Die Verbraucher sind durch die Inflation wie auch die langwierige Heizungsdebatte verunsichert und halten sich mit langfristigen Anschaffungen eher zurück. Eine Rolle spielt zudem, dass etliche Käufe während der Corona-Zeit vorgezogen wurden.“

Bei der Auftragslage mache sich die schwache Nachfrage seit geraumer Zeit bemerkbar, so Lübke. In den ersten acht Monaten dieses Jahres lag der Auftragseingang gemessen in Stückzahlen um rund 12 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der wertmäßige Rückgang belief sich auf rund 8 Prozent, wie die verbandsinterne Statistik zeigt. Während die 34 deutschen Polstermöbelhersteller mit ihren rund 4700 Beschäftigten von Januar bis Juli 2023 ihren Umsatz im Inland mit rund 440 Millionen Euro (minus 0,3 Prozent) annähernd stabil halten konnten, verbuchte die Branche im Ausland ein Minus von 2 Prozent auf rund 218 Millionen Euro. Die Exportquote sank leicht auf 33,2 (Vorjahr: 33,3) Prozent.

Leicht ausbauen konnten die Polstermöbelproduzenten ihr Geschäft in der Schweiz (plus 0,3 Prozent), dem wichtigsten Auslandsmarkt, im auf Rang sechs platzierten Italien (plus 11,6 Prozent) und in Spanien (plus 12,6 Prozent) auf Rang acht.

Zu Einbußen kam es dagegen bei den Ausfuhren nach Österreich (minus 12 Prozent), Frankreich (minus 2,7 Prozent), in die Niederlande (minus 15,3 Prozent), in das Vereinigte Königreich (minus 15,3 Prozent), nach Belgien (minus 9,6 Prozent) und Polen (minus 12,3 Prozent). Erheblich unter dem Vorjahr lagen auch die Möbelexporte in die Vereinigten Staaten (minus 20 Prozent), dem wichtigsten Absatzmarkt für „Möbel Made in Germany“ außerhalb Europas.

Für den Herbst rechnet Lübke zwar mit einer leichten Belebung des Geschäfts, aber nicht mit einer grundlegenden Verbesserung des Marktumfelds. Die Branche stehe vor schwierigen Monaten. Als größte Herausforderungen benennen die Unternehmen in einer Verbandsumfrage die schwache Verbraucherstimmung und die mangelnde Auftragslage. Zwei Drittel der befragten Hersteller planen, im restlichen Jahresverlauf das Instrument der Kurzarbeit zu nutzen. Zudem stellen sich die Unternehmen auf weiter steigende Preise für Logistik- und Transportdienstleistungen, Verpackungsmaterialien und Bezugsmaterialien aus Stoff ein.

Für das Gesamtjahr 2023 prognostiziert der VdDP für die deutsche Polstermöbelindustrie einen Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Gleichwohl bleibe das Thema Wohnen und Einrichten gerade in unsicheren Zeiten wichtig und es werde auch wieder stärker in den Fokus der Verbraucher rücken, so Lübke

Best of Design Award für „All Together“

Das Polstermöbel-Programm „All Together“, von Kati Meyer-Brühl für Brühl entworfen, hat den Best of Design Award gewonnen.

Mit der modular konzipierten Polster-Family gelingt eine sehr individuelle Einrichtungsgestaltung. Zahlreiche unterschiedliche Elemente – wie Sessel, Openends, Eckelemente, Hocker – ermöglichen Konfigurationen vom kompakten Sofa bis hin zur ultra-großzügigen Sitzlandschaft. Zirkulär nachhaltig: Hochwertige Materialien und eine handwerkliche Verarbeitung machen „All Together“ besonders langlebig. Abziehbare und erneuerbare Bezüge dokumentieren Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft.

Der Best of Design Award wird jährlich von der Redaktion von Schöner Wohnen vergeben, dem größten europäischen Einrichtungsmagazin.

RAL Digital

Jetzt mit digitalen Farbbibliotheken arbeiten

In Zeiten voranschreitender Digitalisierung hat ganzheitliche, schnittstellenübergreifende Planung in der Projektarbeit eine hohe Relevanz. Aus diesem Grund launcht RAL Farben digitale Farbbibliotheken zu den weltweit anerkannten und standardisierten RAL Farbtönen, mit denen nun der Übertrag des physischen Farbmusters in den digitalen Farbraum möglich wird. So lassen sich Farbe, Oberfläche und Form bereits in frühen Planungsphasen miteinander in Einklang bringen. Damit unterstützt RAL Farben ab sofort den gesamten Planungsprozess von der digitalen Entwurfsphase bis hin zur physischen Bemusterung.

Dank digitaler Farbbibliotheken zu den mehr als 2.500 RAL Farbtönen können Entwürfe und Prototypen visualisiert werden und einen ersten Eindruck des angewandten Farbtons vermitteln. Durch eindeutige Farbbezeichnungen und RAL Codes können die standardisierten Farbtöne über den gesamten Globus eindeutig kommuniziert werden.

Die RAL Farbbibliotheken können zu allen drei Farbpaletten als Downloaddatei erworben werden und enthalten Farbwerte in Lab und RGB. Die Basis der digitalen Farbwerte stellen die präzisen RAL Farbmuster dar, welche in Zusammenarbeit mit der Kölner ColorDigital GmbH farbmetrisch eingelesen und in gebräuchliche Dateiformate übertragen wurden. Eine Integration der Dateien in gängige Softwareprogramme, wie etwa der Adobe Cloud, Corel oder Allplan, ist daher schnell und einfach möglich. Dadurch ist digitales Arbeiten mit RAL Farben für Kreative aus Architektur, Innenarchitektur, Produktdesign sowie Grafikdesign gleichermaßen möglich. RAL Farben trägt somit insgesamt zu einer vereinfachten Farbgestaltung und Effizienz im Planungsprozess bei.

ebay webinar
Möbel Kultur und Ebay

Kostenfreies Webinar am 28. September

„Lokal verkaufen bei Ebay – Abholung in Ihrem Geschäft“: So lautet das Thema des nächsten, kostenfreien Webinars am 28. September, 11 Uhr, zu dem die „möbel kultur“ gemeinsam mit Ebay einlädt. Neben interessanten Daten und Fakten zu Ebay liegt der Fokus hier auf lokalem Handel. Denn Ebay bietet starke Lösungen für den Online-Kauf mit Abholung im Geschäft, auch für die stationären Einrichtungshäuser. Konkret bedeutet das, dass Kund:innen bei Ebay nach Produkten in ihrer Nähe suchen, diese online erwerben und dann direkt im Geschäft abholen können. Im Webinar wird es u.a. ein Video mit Erklärungen zu sämtlichen Funktionalitäten rund um den Kauf und die lokale Abholung geben.

Um ganz einfach mit Ebay zu beginnen, wird zudem das Programm „Ebay-Durchstarter“ präsentiert, das u.a. eine zeitlich begrenzte persönliche Geschäftsberatung und einen kostenlosen Premium-Kundenservice beinhaltet. Darüber hinaus wird auch die Initiative „Ebay Deine Stadt“ vorgestellt. In deren Rahmen wurden  bislang schon über 40 lokale Online-Marktplätze geschaffen, über die Händler aus der Region bzw. den Städten ihre Sortimente verkaufen können. Ein praktisches Tool, dass nicht nur im Verbund den stationären Handel stärkt, sondern auch die Chance über Ebay und den lokalen Marktplatz zu verkaufen, erhöht.

Seien Sie also dabei, beim kommenden „möbel kultur“-Webinar am 28. September. Hier können Sie sich für das Thema „Lokal verkaufen bei Ebay – Abholung in Ihrem Geschäft“ anmelden.

Surface in Motion
Surface in Motion

Seien Sie online live im Stream dabei

Auch 2023 ist die Surface in Motion in Wiesbaden ausverkauft. Doch das ist kein Grund auf die Top-Speaker und aktuellen Themen rund um die dekorative Oberfläche zu verzichten, falls Sie kein Ticket mehr ergattern konnten.  

Mit unserem Livestream zu Surface in Motion können Sie, auch wenn Sie es nicht nach Wiesbaden schaffen, live dabei sein. Wir bieten im Livestream alle Sessions und Vorträge in Deutscher und Englischer Sprache an und bieten Ihnen die Gelegenheit, auch aus der Ferne bei der Surface in Motion dabei zu sein.  

Um am Livestream teilzunehmen, melden Sie sich bitte unter www.moebelfertigung.com/surface-in-motion-2023 an, wir senden Ihnen dann die Zugangsdaten und den Zugangslink für die kompletten zwei Veranstaltungstage zu. Ab dem 26. September 2023 um 14.30 Uhr können Sie dann bequem vom Rechner aus an allen Vorträgen teilnehmen und Speaker wie Jan Kurth vom VDM, Roland Heeger von Schattdecor, Martin Marxen von Lamigraf, Stephen Williams, Biagio Di Modugno von Cefla, Thorsten Beinke von Tarkett, Gerda Karal von LEPEL & LEPEL und viele weitere erleben.  

Surface in Motion live im Web am 26. & 27.09.2023: Hier anmelden! 

VdDK-Vorstandsvorsitzender Stefan Waldenmaier (li.) und Geschäftsführer Jan Kurth berichten in Herford über die Lage der deutschen Küchenmöbelindustrie
VdDK

Deutsche Küchenmöbelindustrie bekommt das schwache Konsumklima zu spüren

Die deutschen Küchenmöbelhersteller leiden derzeit unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher. „Die Auftragslage in unserer Branche ist angespannt, der Auftragsbestand schmilzt immer weiter ab“, berichtete Stefan Waldenmaier, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Deutschen Küchenmöbelindustrie e.V. (VdDK), auf der heutigen Jahreswirtschaftspressekonferenz in Herford. Schon seit Monaten entwickele sich der Auftragseingang rückläufig.

Laut den Verbandserhebungen lag der mengenmäßige Auftragseingang von Januar bis August 2023 um 11,5 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Bezogen auf den Wert ergibt sich ein Rückgang von 2,6 Prozent. Selbst im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 zeigen sich Einbußen: So unterschritt der mengenmäßige Auftragseingang bis August 2023 das damalige Niveau um 2,7 Prozent.

Neben dem auf schwachem Niveau verharrenden Konsumklima und dem unverändert hohen Kostendruck durch die gestiegenen Material- und Energiepreise bereitet der deutschen Küchenmöbelindustrie vor allem das schwierige Bauumfeld Sorgen. Die gestiegenen Baukosten und die höheren Zinsen führen zur Verschiebung und zu Stornierungen von Projekten. Rund ein Fünftel der Firmen im Wohnungsbau berichtete im August von abgesagten Projekten – ein neuer Höchststand, wie das Ifo-Institut meldete.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen sank in der ersten Hälfte dieses Jahres um 27,2 Prozent auf 135.200. Die Bundesregierung wird ihr Ziel von 400.000 Fertigstellungen laut Ifo-Institut in diesem und den nächsten Jahren deutlich verfehlen. Für dieses Jahr wird mit lediglich 245.000 fertiggestellten Wohneinheiten gerechnet, für das kommende Jahr mit nur 210.000 „Der stockende Neubau stellt die deutsche Küchenmöbelindustrie vor große Herausforderungen, zieht doch jede fertiggestellte Wohnung erfahrungsgemäß den Kauf von zwei bis drei neuen Küchen nach sich“, sagte Waldenmaier. Auch in wichtigen Exportmärkten schwächelt der Wohnungsbau. So sank die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser in Frankreich, dem wichtigsten Auslandsmarkt der deutschen Küchenmöbelhersteller, im Mai 2023 um 27,5 Prozent und im Juni 2023 um 17,4 Prozent. Für Gebäude mit zwei und mehr Wohnungen wurden im Mai 38,7 Prozent weniger Genehmigungen erteilt und im Juni 16,4 Prozent weniger.

In diesem Zusammenhang machte der VdDK-Vorstandsvorsitzende auf die große wirtschaftliche Bedeutung der Branchen Bauen und Einrichten aufmerksam: Das Cluster aus Wohnungsbau und Möbeln samt aller beteiligten Wirtschaftszweige wie der Herstellung, dem Handel und der Montage von Bauprodukten, Möbeln, Haushaltsgeräten und anderen Haushaltswaren zählt nach Berechnungen der Möbelverbände mehr als eine Million Beschäftigte. Zum Vergleich: Die stark im Fokus von Politik und Medien stehende deutsche Automobilindustrie umfasst inklusive der Zulieferer rund 800.000 Arbeitsplätze. „An unserer Branche und der gesamten Wertschöpfungskette hängt eine hohe Zahl an Arbeitsplätzen – wir benötigen dringend Maßnahmen zur Belebung des Wohnungsbaus“, forderte Waldenmaier.

Angesichts des schwierigen Marktumfelds ist die Stimmung in der deutschen Küchenmöbelindustrie weiterhin verhalten. Zwar verbesserte sich der Ifo-Geschäftsklimaindex für das Segment im August leicht auf minus 17,5 Punkte (von zuvor minus 19,7 Punkten), aber die Branche liegt damit weiterhin unter dem Vergleichswert für das Verarbeitende Gewerbe (minus 16,6 Punkte). Aufgrund der schwachen Möbelnachfrage nutzt aktuell ein Fünftel der hiesigen Küchenmöbelproduzenten das Instrument der Kurzarbeit, wie die jüngste Verbandsumfrage zeigt. Ein Drittel der befragten Hersteller geht für das Gesamtjahr 2023 von einer sinkenden Beschäftigtenzahl in ihrem Betrieb aus.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres setzte die deutsche Küchenmöbelindustrie rund 3,8 Milliarden Euro um, ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie VdDK-Geschäftsführer Jan Kurth berichtete. Neben Preiseffekten sei der Zuwachs auch auf Auftragsüberhänge aus dem Vorjahr und statistische Effekte zurückzuführen, erläuterte Kurth. Im Monat Juli verbuchte die Branche die bislang schwächste Entwicklung in diesem Jahr: Der Umsatz gab um rund 7 Prozent auf 371,5 Millionen Euro nach. Dabei entwickelte sich der Inlandsumsatz (minus 9 Prozent) noch stärker rückläufig als der Auslandsumsatz (minus 5 Prozent).

Von Januar bis Juli 2023 trug der Auslandsumsatz mit 1,7 Milliarden Euro (plus 5,4 Prozent) zu 45 Prozent zu den Gesamtumsätzen der Branche bei. Damit liegt die Exportquote erheblich über dem Durchschnitt der gesamten deutschen Möbelindustrie (33,6 Prozent). Die Reihenfolge der wichtigsten Exportländer blieb unterdessen unverändert. Auf Rang 1 liegt weiterhin Frankreich (minus 5,3 Prozent), gefolgt von den Niederlanden (minus 17,7 Prozent) und Österreich (minus 23,7 Prozent). Ins Auge fällt die erfreuliche Steigerung der Ausfuhren in die Schweiz, dem viertgrößten Exportmarktmit, mit plus 2,9 Prozent. Rückläufig entwickelten sich ebenfalls die Lieferungen nach Belgien, (minus 20,6 Prozent), in das Vereinigte Königreich (minus 8,1 Prozent), nach China (minus 5,4 Prozent) und Spanien (minus 29,5 Prozent). Ein kleines Plus von 0,3 Prozent wurde bei den Möbelausfuhren in die Vereinigten Staaten erzielt.

„Eine große Herausforderung für unsere Hersteller stellen die Engpässe bei Nachwuchs- und Fachkräften dar“, berichtete Kurth weiter. Mit der Lehrfabrik Möbelindustrie in Löhne, deren Spatenstich am 25. September 2023 erfolgt, geht die Branche einen großen Schritt nach vorne. „Mit diesem Leuchtturmprojekt wollen wir die Attraktivität der Aus- und Weiterbildung in unserer Branche erhöhen und auf diese Weise dem Fachkräftemangel entgegenwirken“, so Kurth. In der Lehrfabrik wird auf einer Fläche von 3800 Quadratmetern der Produktionsprozess eines typischen möbelverarbeitenden Unternehmens abgebildet. Von 2024 an sollen rund 200 Nachwuchskräfte im Jahr aus- und fortgebildet werden. An dem Vorzeigeprojekt beteiligen sich zahlreiche Küchenmöbelhersteller.

Beim Design von Küchen sind aktuell besonders viele Holzoberflächen oder Holzreproduktionen zu sehen, was den Wunsch nach Geborgenheit und Natürlichkeit in unsicheren Zeiten widerspiegelt. Stark im Trend liegt dabei die Rillenoptik, also Fronten mit vertikalen Lamellen. Kombiniert werden die Holzfurnier- oder Holzdekorfronten oft mit dunklen Farben. Beliebt sind vor allem Grautöne, aber auch warme Farben wie pudrige Creme- und Brauntöne oder auch Grün. Weiterhin „in“ bleiben matte Oberflächen, Antifingerprint-Eigenschaften, dünne Arbeitsplatten, offene Regale und flexible Reling-Systeme für die Küchennische. Weiterhin angesagt ist der moderne Landhausstil mit den charakteristischen Rahmenfronten. Zwar dominieren die grifflosen Küchen, aber es finden sich auch Küchen mit besonders markanten Griffen als Hinguckern. Eine große Rolle spielt bei den offenen Küchen der fließende Übergang in den Ess- und Wohnbereich durch wohnliche Elemente wie etwa Vitrinen oder Sitzbänke.

Eine immer größere Rolle bei der Kaufentscheidung spielt das Thema Nachhaltigkeit. „Durch die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz und die lange Lebensdauer unserer Produkte sind wir per se schon gut aufgestellt“, sagte Waldenmaier. Dazu kommen vielfältige Aktivitäten der Unternehmen, wie unter anderem das Engagement beim Klimapakt der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (beinhaltet u.a. die Erstellung einer CO2-Bilanz und eines CO2-Reduktionsplans), die Wärmeerzeugung mit den Holzabfällen aus der eigenen Produktion, die Stromerzeugung mittels eigener Photovoltaikanlagen, der Einsatz von Spanplatten mit einem hohen Anteil an Recycling-Holz oder die Verwendung von Griffen aus recyceltem Kunststoff oder Schubladen-Innenausstattungen aus der Naturfaser Hanf – um nur einige Beispiele zu nennen.

Derzeit arbeiten die Möbelverbände zudem an einem Modellprojekt zur Rückführung von Altmöbeln in Nordrhein-Westfalen. Die Projektskizze sieht vor, dass die Altmöbel entweder einer zweiten Verwendung, etwa durch eine Aufbereitung oder ein Upcycling, zugeführt oder aber die darin gebundenen Rohstoffe im Rahmen des stofflichen Recyclings in den Kreislauf zurückgeleitet werden. Darüber hinaus erstellen die Möbelverbände für die Branche aktuell ein Konzept zur Umsetzung des Lieferkettengesetzes. „Für die mittelständischen Hersteller bedeutet dies eine wertvolle Unterstützung bei der Bewältigung des zusätzlichen bürokratischen Aufwands”, sagte Waldenmaier. Zudem beschäftigen sich die Verbände intensiv mit den EU-Gesetzesvorhaben zur Circular Economy wie etwa dem digitalen Produktpass.

Mit Blick auf das anspruchsvolle Marktumfeld rechnet Waldenmaier – trotz einer erhofften leichten Belebung im Herbst – für die deutsche Küchenmöbelindustrie im Gesamtjahr 2023 mit einem Umsatzrückgang von rund 3 Prozent. „Auch das kommende Jahr wird für unsere Branche anspruchsvoll werden“, prognostizierte er. Es brauche einen Stimmungsumschwung, die Verbraucher müssten wieder Freude am Konsumieren finden. Die Politik müsse positive Signale senden, anstatt für Verunsicherung zu sorgen wie etwa mit den Diskussionen über das Heizungsgesetz. Eine große Bedeutung komme zudem dem weiteren Ausbau des Exports zu. Um das Wachstumspotenzial zu heben, befinden sich für das kommende Jahr unter anderem Messe-Gemeinschaftsstände auf dem britischen und nordamerikanischen Markt in Planung.

Generell zeigte sich Waldenmaier optimistisch, was die mittelfristigen Aussichten der Branche betrifft: „In der Corona-Zeit ist vielen Menschen der hohe Stellenwert der Küche bewusst geworden“, stellte er fest. Eine hochwertige Ausstattung werde den Verbrauchern immer wichtiger. „Diese Wertigkeit der Küche ist für unsere Branche ein hohes Gut, das wir bewahren und nicht durch Preiskämpfe im Handel gefährden sollten.“ Die deutsche Küchenmöbelindustrie sei mit ihren modernen Produktionsstätten und den innovativen Produkten hervorragend für die Zukunft aufgestellt.

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Legt Nachhaltigkeitsbericht vor

Nachhaltigkeit ist eine der wichtigsten Säulen der Unternehmensstrategie von Interface. Das weltweit tätige klimaneutrale Unternehmen, das auf textile, modulare und elastische Bodenbeläge spezialisiert ist, hat jetzt seinen „Impact Report 2022“ veröffentlicht. Dieser präsentiert die jährlichen Verpflichtungen, Fortschritte und Erfolge des Herstellers in den Bereichen Umwelt, Soziales und Corporate Governance (ESG). Dabei veranschaulicht er den kontinuierlichen Einsatz für eine ethische und nachhaltigere Arbeitsweise, von der alle Stakeholder – Mitarbeitende, Kunden, Aktionäre und die Umwelt – profitieren.

„In unserer 50-jährigen Geschichte haben wir immer wieder den Status quo in Frage gestellt. Wir konnten aufzeigen, dass alle Anspruchsgruppen davon profitieren, wenn man sich entscheidet, das zu tun, was für Mensch und Planet richtig ist“, sagt Laurel Hurd, CEO von Interface. „Der Impact Report 2022 stellt die Fortschritte bei der Reduzierung unserer Umweltauswirkungen, unserer sozialen Verantwortung und der Aufrechterhaltung einer fortschrittlichen Unternehmensführung in den Vordergrund. In diesem Jahr feiern wir unser 50-jähriges Bestehen und sehen dies als Ansporn, darauf aufzubauen und auch in den kommenden fünf Dekaden als führendes Unternehmen in den Bereichen Design, Nachhaltigkeit und Innovation Meilensteine zu setzen.“

Der Weg zur Nachhaltigkeit geht bei Interface über die Umwelt hinaus und umfasst auch innovative Design-, soziale und wirtschaftliche Faktoren. Das Unternehmen nutzt zum großen Teil bereits erneuerbare Energiequellen – bei Strom sind es bereits 100 Prozent –, minimiert Abfälle und verstärkt konsequent die Zusammenarbeit mit strategischen Lieferanten, die der Nachhaltigkeit Priorität einräumen und zielgerichtet an der Reduzierung ihrer eigenen CO2-Bilanz arbeiten. In den vergangenen 50 Jahren hat Interface die industrielle Fertigung neu konzipiert und gestaltet und treibt auch Innovationen im Unternehmen voran. Dazu gehört die systematische Reduzierung der Umweltauswirkungen seiner Produkte bis hin zu einem umfangreichen Portfolio an CO2-negativen Teppichfliesen, die Langlebigkeit garantieren und eine große Vielfalt an hochwertigen Designs bieten. Als börsennotiertes Unternehmen zeigt Interface, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze sind, sondern entscheidend zur Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens beitragen.

Zu den Erfolgen, die der Interface Impact Report 2022 nennt, gehören:

  • Erneute Reduktion der Treibhausgasemissionen gemäß GHG Protocol über alle drei Scopes
  • Erster Bodenbelagshersteller, der von einer unabhängigen Stelle als klimaneutrales Unternehmen für seine gesamte Geschäftstätigkeit zertifiziert wurde
  • Die CO2-negative (cradle to gate) Rückenkonstruktion CQuestTMBio als Standard für das gesamte Sortiment der Teppichfliesen in der EMEA-Region. Sie reduziert den durchschnittlichen CO2-Fußabdruck weltweit erneut deutlich. Dieser liegt nun bei durchschnittlich 4,2 kg CO2e/m².
  • Weitere Optimierung der Kreislaufwirtschaft – von den weltweit zurückgenommenen, gebrauchten Teppichfliesen werden 90 Prozent wiederverwendet und -verwertet.
  • Verabschiedung des Commitment to Human Rights, unserer Verpflichtung, die globalen Menschenrechte einzuhalten und uns auch für deren Durchsetzung zu engagieren
  • Ausbau des Angebotes an Lernplattformen und Programmen zur Förderung des mentalen und physischen Wohlbefindens der Mitarbeitenden

Der Impact Report 2022 schafft Transparenz hinsichtlich des ökologischen Fußabdrucks des Unternehmens, einschließlich der globalen Treibhausgasemissionen, des CO2-Fußabdrucks nach Produkttyp, der Verwendung von recycelten und biobasierten Materialien, der Nutzung erneuerbarer Energien und benennt die wissenschaftlich basierten Ziele des Unternehmens bis 2030 sowie bis 2040. Zudem nennt er erweiterte Mitarbeiterkennzahlen und demografische Daten. Interface bekennt sich zum 1,5 °C-Ziel des Pariser Abkommens und unterstützt sowie engagiert sich für die SDGs (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen als Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung, die gemeinsame globale Herausforderungen angeht. Der Bericht ist nach den Standards der Global Reporting Initiative (GRI), dem Sustainability Accounting Standards Board (SASB) und Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) erstellt.

„Indem wir uns ehrgeizige Ziele für die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte unseres globalen Geschäfts setzen, können wir die Welt positiv beeinflussen und zu einer nachhaltigen Zukunft für kommende Generationen beitragen“, so Hurd weiter. „Die Fortschritte, die in unserem Impact Report 2022 dokumentiert sind, werden durch unser engagiertes, globales Team ermöglicht. Wenn wir auf die letzten fünf Jahrzehnte zurückblicken, freuen wir uns umso mehr auf das, was kommt. Unsere besten Tage liegen noch vor uns.“ 

Der Interface Impact Report 2022 enthält spannende, detaillierte Einblicke und kann ebenso wie weitere ESG-bezogene Materialien und Dokumente hier im englischen Original heruntergeladen werden.

Pfleiderer

Im Finale für den deutschen Nachhaltigkeitspreis 2024

Nach den jüngsten Nachhaltigkeitsauszeichnungen durch externe Rating-Agenturen steht Pfleiderer nun auch im Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises (DNP) 2024 und hat damit die Chance, den wohl anerkanntesten Preis für nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland zu gewinnen.

Die 140-köpfige Fachjury wählte Pfleiderer in der Kategorie Grundstoffe/ Holzverarbeitung unter die drei Finalisten. Die Entscheidung fällt Ende Oktober und die Preisverleihung findet am 23. November 2023 im Rahmen einer prominenten Veranstaltung in Düsseldorf statt. Bereits seit 2008 werden beim DNP Unternehmen für ihre außergewöhnlichen Leistungen im Feld der Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Pfleiderer hat nun erstmalig den Einzug ins Finale geschafft. Dr. Frank Herrmann, CEO der Pfleiderer-Gruppe ist begeistert von den jüngsten Erfolgen: „Ich bin mehr als stolz auf die Leistung der gesamten Pfleiderer-Mannschaft! Wir haben uns voll und ganz unserem Motto „Natürlich Nachhaltig“ verschrieben und diesen Ansatz fest in unserer Strategie verankert. Jetzt stehen wir kurz dem vielleicht größten Erfolg bisher und es heißt Daumendrücken!“

ZVEI Logo
VDMA / ZVEI / WSM

Wirtschaftsverbände warnen vor hohen Kosten bei der Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten

Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen sollen künftig der Finanzberichterstattung gleichgestellt und von unabhängigen Stellen geprüft werden. Zuvor muss die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in nationales Recht umgesetzt werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird in Kürze erwartet. Zahlreiche Wirtschaftsverbände haben sich jetzt an das federführende Bundesjustizministerium (BMJ) sowie das Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und das Finanzministerium (BMF) gewendet und einen offenen Markt für die bevorstehende verpflichtende Prüfung der Nachhaltigkeitsberichte gefordert und vor Kapazitätsengpässen gewarnt. Die Forderungen unterstützen der TÜV-Verband als Vertreter der Prüforganisationen sowie die Wirtschaftsverbände der Textilindustrie (Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie), der Chemischen Industrie (VCI), des Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA), der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) sowie der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) und die WirtschaftsVereinigung Metalle.

„Laut der europäischen CSRD-Richtlinie werden Nachhaltigkeitsberichte künftig für viele Unternehmen verpflichtend. Jetzt geht es darum, die Vorgaben nach den Erfordernissen der rund 15.000 betroffenen Unternehmen in nationales Recht umzusetzen. Neben Wirtschaftsprüfern sollten auch technische Sachverständige entsprechende Prüfungen von Nachhaltigkeitsberichten vornehmen dürfen“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Die technischen Prüfunternehmen verfügten über langjährige Erfahrungen unter anderem bei der Zertifizierung von Umweltmanagementsystemen, der Verifizierung des CO2-Fußabdrucks von Unternehmen oder von Lieferkettenaudits. Bühler: „Dem Vernehmen nach sollen die Prüfungen von Nachhaltigkeitsberichten in Deutschland ausschließlich von Wirtschaftsprüfern durchgeführt werden dürfen. Die Folge wären bereits jetzt absehbare Kapazitätsengpässe bei den Prüfern, höhere Kosten, die vor allem den Mittelstand belasten würden, und die Gefahr minderwertiger Prüfungsergebnisse, wenn Personal oder technisches Know-how fehlt. Wir brauchen einen offenen Markt, der sich allein nach der Qualität, Fachexpertise und Unabhängigkeit der prüfenden Unternehmen richtet.“

Alarm schlagen auch die Vertreter der betroffenen Wirtschaftszweige. „Für die externe Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten brauchen wir ein möglichst breites Angebot qualifizierter Prüfdienstleister, die zu vertretbaren Kosten arbeiten. Das ist für mittelständische Unternehmen, die nicht über die finanziellen Ressourcen großer Konzerne verfügen, entscheidend. Deutschland sollte Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien folgen und neben Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auch sonstige akkreditierte Prüfstellen zulassen, wie zum Beispiel TÜV, Dekra, DQS und andere Organisationen“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Zudem sollte es möglich sein, die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichte mit der ISO-Auditierung zu verknüpfen.“

„Es darf keinen deutschen Sonderweg geben. Auch bei dieser EU-Richtlinie ist Einheitlichkeit bei der Umsetzung Trumpf. Anderenfalls droht ein unübersichtlicher Flickenteppich und unseren Unternehmen Nachteile gegenüber Wettbewerbern aus dem europäischen Ausland. Die Einbindung unabhängiger Prüfungsdienstleister erhöht die Verfügbarkeit und sorgt für einen fairen Wettbewerb“, sagt Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung.

„Für die Umsetzung der künftigen Nachhaltigkeitsberichtpflichten ist es elementar, dass ausreichend Kapazitäten und entsprechendes Know-how auf Prüfungsseite bereitstehen. Insbesondere in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ist aufgrund der komplexen Wertschöpfungsketten und der anspruchsvollen Vorgaben mit Blick auf den Klimaschutz und der zirkulären Wirtschaft eine hohe Fachexpertise der Auditoren erforderlich“, sagt Berthold Welling, VCI-Geschäftsführer Recht und Steuern, Nachhaltigkeit. „Wir erwarten, dass sich die Prüfdienstleister in puncto Nachhaltigkeit entsprechend diversifizieren und spezialisieren müssen. Insofern braucht es einen vitalen Markt mit unterschiedlichen akkreditierten Playern. Umso mehr gilt es, auch unabhängige Auditoren anzuerkennen, die oftmals langjährige Erfahrungen im Nachhaltigkeitsbereich vorweisen können. Hiervon würden insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen profitieren“, so Welling weiter.

„Die Nachhaltigkeitsberichterstattungsrichtlinie bringt vor allem für den deutschen Mittelstand erhebliche Belastungen mit sich, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Unternehmen bereits heute zahlreichen gesetzlichen Berichtspflichten nachkommen müssen. Wenigstens bei der Frage der Berichtsprüfung sollte die Bundesregierung Verhältnismäßigkeit und Praktikabilität zur Entscheidungsgrundlage machen“, sagt Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie.

Aus Sicht der Wirtschaftsverbände ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder ökonomisch noch fachlich sinnvoll, hoch qualifizierte Prüfdienstleister von der Nachhaltigkeitsberichterstattung auszuschließen. Nach den Vorgaben der CSRD sollten technische Prüfdienstleister von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkks) zugelassen werden. Voraussetzungen sind unter anderem eine Eignungsprüfung, Qualitätssicherungssysteme und kontinuierliche Fortbildungen. Entscheidende Kriterien sind die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Anbieter. Akkreditierungsstellen nehmen die Aufsicht und Qualitätskontrolle der Prüforganisationen wahr und gewährleisten damit ein hohes Niveau der Prüfdienstleistungen.

Weitere Informationen zur „Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten“ sind in einem Positionspapier des TÜV-Verbands abrufbar unter: www.tuev-verband.de/positionspapiere/pruefung-von-nachhaltigkeitsberichten