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Autor: Möbelfertigung

Homeoffice-Ausstattung als Chance für Arbeitgeberattraktivität

Pandemiebedingt haben viele Büromitarbeiter in den vergangenen Monaten mehr als zuvor im Homeoffice gearbeitet. Viele mussten dafür zunächst einmal die notwendigen Voraussetzungen schaffen und sich einen zumindest provisorischen Arbeitsplatz einrichten. Dabei war jedoch die Mehrheit der betroffenen Beschäftigten auf sich selbst gestellt – viele Arbeitgeber sehen sich offenbar bislang nicht in der Pflicht.

Im Rahmen einer im Auftrag des Industrieverbandes Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) durchgeführten Civey-Befragung gaben zwar 58,4 Prozent der für die Arbeitsplatzgestaltung zuständigen Entscheider an, dass ihre Mitarbeiter Unterstützung bei der Möblierung der Homeoffice-Arbeitsplätze gebraucht hätten, aber weniger als ein Drittel (26,6 %) wurde tatsächlich aktiv. 9,1 Prozent der Befragten kauften neue Möbel, 9,2 Prozent stellten vorhandenes Mobiliar leihweise zur Verfügung und 10,9 Prozent beteiligten sich mit einem Zuschuss an den Anschaffungen ihrer Mitarbeiter. Ein kleiner Anteil von 0,4 Prozent stellte den Mitarbeitern Arbeitsmöbel auf Leasing- und Mietbasis. Dabei wurden den Beschäftigten teilweise auch Kombinationen aus finanziellen Mitteln und Bereitstellung von Möbeln angeboten.

Insgesamt wurden über 1.000 Personen, die in ihren Unternehmen Entscheidungen über die Arbeitsplatzgestaltung treffen, befragt. Dabei konzentrierte sich die im September 2021 durchgeführte Untersuchung auf diejenigen Unternehmen, deren Mitarbeiter aufgrund der Corona-Pandemie mehr als zuvor im Homeoffice arbeiten.

Eine weitere Frage war, wie die künftigen Planungen für die Unterstützung bei der Möbel-Ausstattung im Homeoffice aussehen. Dies ist besonders interessant, weil ein großer Teil der Arbeitnehmer auch zukünftig den heimischen Arbeitsplatz vermehrt nutzen möchten. Und auch viele Unternehmen wollen das Homeoffice langfristig in den Arbeitsalltag integrieren. Dies unterstreicht auch eine im Juli 2021 durchgeführte repräsentative Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Hier gab jeder fünfte Betrieb an, die Homeoffice-Option gegenüber dem Vorkrisen-Niveau ausbauen zu wollen – vor allem große Betriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern. Als Gründe dafür wurden besonders häufig mehr Flexibilität für die Beschäftigten sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf genannt – einhergehend mit der Erwartung, sich damit als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

An der Bereitschaft, ihre Mitarbeiter bei der Möblierung des Homeoffice unterstützen, scheint das jedoch wenig zu ändern. 39,9 Prozent der befragten Unternehmensvertreter sehen weiterhin keinen Bedarf, sich bei der Ausstattung der Homeoffice-Arbeitsplätze zu engagieren. 28,8 Prozent erkennen zwar eine grundsätzliche Notwendigkeit, planen aber dennoch keine Unterstützung. Der Anteil derjenigen, die ihre Mitarbeiter bei der Anschaffung der Möbel unterstützen wollen, steigt geringfügig auf 31,3 Prozent. Davon planen 13,8 Prozent eine finanzielle Unterstützung, 10,3 Prozent sehen den Kauf der Möbel vor und 9,0 Prozent werden vorhandene Möbel bereitstellen. 2,2 Prozent wollen künftig Leasing- und Mietangebote nutzen.

Unter dem Strich bleibt damit eine gute Möglichkeit zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit ungenutzt, stellt der Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) auf Basis der Befragung fest. „Frühere Umfragen haben bereits gezeigt, dass die Mehrzahl der Homeoffice-Arbeitsplätze alles andere als gut ausgestattet sind. Auch dort, wo bereits erste Unterstützung geleistet wurde, besteht häufig noch Optimierungsbedarf. Dabei sind gute Arbeitsbedingungen nicht nur im Büro, sondern auch zu Hause wichtige Faktoren für die Gesundheit der Mitarbeiter, für effizientes Arbeiten und die Stärkung der Arbeitgeberattraktivität“, erklärt Helmut Link, Vorsitzender des IBA. „Nichts zu tun, bedeutet daher in den meisten Fällen eine vertane Chance“, so Link.

Get together mit Schwerpunkt Holzbau am 9. November

Live und in Farbe will das Unternehmen Reichenbacher Hamuel wieder gemeinsam mit Kunden und Interessierten diskutieren und neueste Erkenntnisse austauschen. Darum findet am Dienstag, den 9. November, von 12:30 bis 16:30 Uhr, die Fortsetzung des „Expertentreffs“ statt.

Es warten zahlreiche Highlights auf die Besucher, zum Beispiel die Vorführung einer exklusiven Maschine mit automatischer Beschickung, ein Rundgang durch die Produktion inklusive Einblicke in multifunktionale Maschinenkonzepte, Vorträge herausragender Keynote Speaker und die Vorstellung der Ideen zu dynamischen Lösungen im Holzbau.

Wer nicht nicht live dabei sein kann oder will, der kann trotzdem alle Inhalte erleben – als Online-Veranstaltung. HIER geht es zur Anmeldung.

Surface in Motion

Event ausgebucht! Jetzt für den Live-Stream anmelden

Alle Präsenz-Plätze für Europas größte, herstellerunabhängige Oberflächenkonferenz sind vergeben. Die „Surface in Motion“, die am 3. und 4. November in Wiesbaden stattfindet, ist ausgebucht.

Aktuell besteht noch die Möglichkeit sich auf die Warteliste der Veranstaltung setzen zu lassen. Wenden Sie sich dafür gerne an unseren Mitarbeiter Tobias Lorenz (tobias.lorenz@holzmann.de). Darüber hinaus können Sie per Livestream an der Veranstaltung teilnehmen. Der Link für die Anmeldung zum Livestream lautet: http://www.holzmann-events.de/surface-in-motion/. Auch im Livestream haben Sie die Möglichkeit zwischen der Technik- und Design-Session frei zu wählen. Außerdem werden alle Vorträge zweisprachig in deutsch und englisch angeboten und simultan übersetzt. 

Lassen Sie sich die „Surface in Motion“ nicht entgehen, denn auch diesmal werden Top-Speaker aus der Oberflächen-, Papier-, Maschinen und Holwerkstoffindustrie sowie Design und Architektur zu aktuellen Themen rund um die dekorative Oberfläche sprechen.
Bitte beachten Sie, dass die „Surface in Motion“ 2021 als „2G“-Veranstaltung durchgeführt wird. Zutritt haben nur von Covid19 genesene und gegen Corona geimpfte Personen.

 

Das Progamm der „Surface in Motion 2021“ im Detail:  

Mittwoch, 03.11.2021

14.30 h: Begrüßung durch Tino Eggert,  

Objektleiter „möbelfertigung“ und „arcade“ 

14.35 h: Winfried Titze, Titze Unternehmensberatung 

Die Entwicklung des Möbelmarktes in der Covid 19 Pandemie.  

Volumen – Vertriebswege – Trends 

15.05 h: Dr. Martin Staiger, SURTECO 

Thema Nachhaltigkeit: CO2-Emissionen runter, ist das alles?  

Wie sich die SURTECO mit einem holistischen Ansatz für die Zukunft aufstellt. 

15:35 h: Kaffeepause   

16:10 h: Steffen Völker, Saueressig Surfaces 

Design.Functional.Surfaces 

16.40 h: Jürgen von Kannen, Metis 

Die wachsende Bedeutung von „3D-Daten“ für den Produkteerfolg 

17.10 h: Katrin de Louw, Trendfilter 

Eine Farbe kommt selten allein 

Designtrends und andere Potentiale für Oberflächen  

18.30 h: Networking Dinner, Restaurant Lumen

 

TECHNOLOGY IN MOTION  

Donnerstag, 04.11.2021 

9.00 h: Begrüßung durch Stefan Müller, 

Redaktionsleitung „möbelfertigung“ 

9.05 h: Robert Bierfreund, Interprint  

Ist Digitaldruck disruptiv?  

9.35 h: Dr. René Pankoke, Hymmen 

Digitaler Dekordruck – die gesamte Wertschöpfungskette vor Ort 

10.05 h: Kaffeepause 

10.40 h: Patrik Lutz, PadaLuma Ink-Jet Solutions (Palis) 

Palis Fortschrittsbericht: 4 Jahre im industriellen Digitaldruck 

11.10 h: Jens Fandrey, Kleiberit 

HotCoating – mit innovativen Schritten zum globalen Erfolg 

11.40 h: Stefan Eisenkohl, Baumer Inspection 

Management von Oberflächenvielfalt mittels Inspektion & KI 

12.10 h: Mittagspause  

13.30 h: Jasmine Geerinckx, Unilin & Marc Graindourze, Agfa 

Vorteile digital bedruckter, melaminbeschichteter Oberflächen  

14.00 h: Dr. Andrea Mühlbauer, Ahlstrom-Munksjö 

Wie die Eigenschaften von Folienrohpapier zu Oberflächenmaterialien beitragen 

14.30 h: Kaffeepause 

15.00 h: Bettina Lanz, Swiss Krono 

Antimikrobielle Möbeloberflächen – Better BE.SAFE than sorry 

15.30 h: Daniel Elfe-Degel, Rehau 

50 Jahre RAUKANTEX – mit nachhaltigen Lösungen in die Zukunft

 

DESIGN IN MOTION  

Donnerstag, 04.11.2021, 

9.00 h: Begrüßung durch Heike Gessulat und Brit Dieckvoss, 

Redaktion „arcade“ 

9.05 h: Peter Ippolito, Ippolito Fleitz Group 

Ganz entschieden dazwischen 

9.35 h: Martin Marxen, Lamigraf 

Die Rolle der Haptik im Design 

10.05 h: Kaffeepause 

10.40 h: Timo Rieke, visual haptics lab 

Die Ästhetik der Farbe.  – Colour.Surface.Design.Trend 

11.10 h: Ulrich Dahm Wachsmann, uliform 

Schöne Spuren- Verschleiß oder Mehrwert  

11.40 h: Stefanie Reschke, Materialraum 

Materialinspiration für Innenräume 

12.10 h: Mittagspause 

13.30 h: Jörg Dietz, SURTECO 

Näher an die Natur 

14.00 h: Björn Asmussen, 3deluxe 

Celebrity Flora 

14.30 h: Kaffeepause 

15.00 h: Lise LeBreton, Sesa 

Inspirierende Texturen, 2022 und darüber hinaus 

15.30 h: Clarissa Blüm, Renolit 

Colour Road Trendreport 2021|22 „In touch with colours“

Bis zur Meister-Klasse

Meisterhaft lackieren? Das wäre klasse! Wer es wirklich zur Meisterklasse schaffen will, muss allerdings zuerst einmal wieder zum Schüler werden, denn: „Die größten Meister sind diejenigen, die nie aufhören, Schüler zu sein“, wusste schon Ignaz Anton Demeter, der als Erzbischof von Freiburg im 19. Jahrhundert ein großer Fürsprecher der Bildung war. Aber keine Angst: Wie in einer Klosterschule geht es in der Adler Akademie nicht zu. Ganz im Gegenteil: Statt stillsitzen ist ausprobieren angesagt, statt Frontalvortrag angeregte Diskussion. Und statt einem Meister der Theorie vorne am Pult stehen echte Praxis-Experten mitten in der Runde.

Zur „Masterclass in Lack und Holz“ lädt Österreichs führender Lackhersteller Adler im gesamten kommenden Jahr. Im Adler-Werk in Schwaz, aber auch in den Servicestützpunkten in Deutschland, der Schweiz und in Österreich wird eine breite Palette an spannenden Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Holzverarbeiter angeboten: Von der Oberflächengestaltung mit modernen Beizsystemen über die natürliche Holzveredelung bis hin zu inspirierenden Effektideen ist alles dabei, können Tischler und Schreiner entdecken, mit welchen kreativen Beschichtungen sie ihre Kunden begeistern können.

Für eine perfekte Oberfläche kommt es aber nicht nur auf die passenden Produkte an, sondern vor allem auch auf deren fachkundige Verarbeitung. Deshalb können die Teilnehmer des Seminars „Vom Lackierer zum Meister-Lackierer“ alle Tricks im Umgang mit Lackierpistole, Airlessgeräten, Düsen und Sieben erlernen und somit ihre offizielle Lizenz zum Lackieren erlangen. Und auch für die Fensterhersteller bietet Adler wieder gemeinsam mit dem deutschen Lackinstitut den Lackierer-Eignungsnachweis für die industrielle Beschichtung von Holzfenstern und Türen an.

Aus gutem Grund wieder in das Adler-Akademie-Angebot aufgenommen wurde diesmal ein „Klassiker“: Im Kampf gegen den Klimawandel kommt auch dem Einsatz von Wasserlacken immer größere Bedeutung zu. Als Experte der ersten Stunde stellt Adler mit interessierten Kunden die Weichen für ein besseres Morgen und zeigt die klaren Vorteile der emissionsarmen Holzveredelung auf.

Nach der pandemiebedingten Pause freuen sich die Adler-Schulungsprofis nun schon wieder auf das praktische Arbeiten und den direkten Kontakt mit den Verarbeitern. „Weil es sich in der Corona-Zeit aber sehr bewährt hat, bieten wir einige Seminare zusätzlich weiterhin als kostenloses Webinar an“, verrät Mario Menghin. Auf Wunsch führen er und seine Kollegen aber auch gerne Schulungen vor Ort durch. „Wir kommen für ein individuelles Oberflächen-Coaching zu Ihnen in den Betrieb und gehen auf Ihre speziellen Wünsche ein“, erklärt der Adler-Trainer. A propos Wünsche: Ein ganz besonderer Wunschkandidat findet sich auch im Adler Seminarprogramm: Erstmals weiht Coloristik-Experte Daniel Laurer Interessierte in die Geheimnisse der Farbmetrik ein. Denn wie ein Farbton entsteht, analytisch erfasst und in gleichbleibender Qualität reproduziert werden kann, ist gerade für industrielle Hersteller von entscheidender Bedeutung. Das Adler-Akademie-Angebot ist also einfach klasse – auch für die Kasse: Bei Anmeldung bis 31. Dezember 2021 ist die Seminarteilnahme für eine Person pro Betrieb kostenlos.

Ohne Offenheit für neue Technologien und Denkweisen geht es nicht

Vernetzung bietet Zukunftsmärkte. Die intelligente Verbindung von immer mehr Daten verspricht in den nächsten Jahren immer mehr Möglichkeiten für Zukunftsmärkte und neue Geschäftsfelder. Es gilt, die schon jetzt erschlossenen Chancen zu erkennen, um sie in der näheren Zukunft sukzessive ausbauen zu können. Sebastian Bruder, Geschäftsführer von Expert Systemtechnik, beschäftigt sich in den letzten Monaten sehr intensiv damit, neue Geschäftsfelder abseits des gewohnten Tuns zu finden. Und wird als Referent des 4. Kongresses „Effiziente Möbelfertigung in der Praxis“ der „möbelfertigung“ am 06./07. Dezember im Düsseldorfer Hotel „Intercontinental“ genau darüber berichten.

„möbelfertigung“: Inwiefern spielt Industrie 4.0 in ihrem Unternehmen eine Rolle?
Sebastian Bruder:
Für Expert ist es wichtig, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und auf die neuen Anforderungen der Kunden einzugehen.

„möbelfertigung“: Sie arbeiten eng mit der Polstermöbelindustrie zusammen, die im Vergleich zur Küchenmöbelindustrie in der Automatisierung hinterherhinkt. Welche Empfehlung würden Sie diesem Industriezweig aussprechen?
Sebastian Bruder:
An erster Stelle sollte die Offenheit für neue Technologie und Denkweisen stehen. Ohne die wird die Polstermöbelindustrie das Defizit nicht schnell genug aufholen können. Erst mit der nötigen Offenheit wird man die richtigen Personen mit dem passenden Wissen einstellen oder auch die richtigen Partner mit ins Boot holen.

„möbelfertigung“: Was wird der Schwerpunkt Ihres Vortrages beim Branchenevent „Effiziente Möbelfertigung in der Praxis“ der „möbelfertigung“ sein?
Sebastian Bruder:
Schwerpunkt wird das Aufgreifen neuer Geschäftsmodelle sein.

Unter www.holzmann-events.de/effiziente-moebelfertigung/ können Sie mehr über das Programm und die Referenten erfahren und sich für unseren Kongress anmelden. Am kommenden Freitag (05.11.) endet die Phase mit einem vergünstigten Frühbucherpreis. Angesprochen sind Möbelproduzenten jeder Sparte, aber genauso Zulieferer und Maschinenhersteller rund um das Thema Möbelproduktion. Wir freuen uns sehr darauf, Sie am 06. Dezember im Düsseldorfer Hotel „Intercontinental“ begrüßen zu können.

Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren: 2020, Biesse Group, Hettich, Homag Group, L‘Engineers, Mink Bürsten und SCM Group. Über individuelle Sponsoring-Möglichkeiten im Rahmen des Kongresses informiert Sie Hans-Christian Hahn, 040-632018-43, hans-christian.hahn@holzmann.de.

Viel Politik bei der Landesinnungsmeisterkonferenz

Während in Berlin noch die letzten Sondierungsgespräche zwischen den zukünftigen Partnern einer möglichen Regierungskoalition stattfanden, trafen sich Ende Oktober unmittelbar gegenüber des Bonner Zweitregierungssitzes die Landesinnungsmeister des Tischler- und Schreinerhandwerks. Um die große Politik ging es dabei auch am Rhein – genauer um die Erwartungen der Branche an eine zukünftige Bundesregierung.

Mittelstandsorientiert müsse diese agieren, mit einer wirtschaftsfreundlichen Sozial- und Steuerpolitik. „Schließlich will der propagierte politische Umbruch auch finanziert werden“, erklärt TSD-Präsident Thomas Radermacher. Und das könne in der Breite nur mit prosperierenden Unternehmen gelingen, die in der Lage sind, den zu erwartenden Finanzbedarf zu erwirtschaften. Das Tischler- und Schreinerhandwerk, davon ist Radermacher überzeugt, verfüge als produzierendes sowie sanierendes und reparierendes Gewerk bereits über wesentliche Eigenschaften, um den dringend notwendigen gesellschaftlichen Klimaaufbruch zentral mitzugestalten. „Unsere Branche bietet – über den Werkstoff Holz hinaus – wie kaum ein anderes Gewerk praktikable und wirtschaftliche Lösungen für ressourcenschonende Nachhaltigkeit“, erklärt Radermacher.

„Corona hat deutlich gemacht, ohne starken Mittelstand wird kein Aufbruch oder Umbruch – ja, nicht einmal der Erhalt des Status quo – machbar sein.“ (TSD-Hauptgeschäftsführer Martin Paukner)

Dem zukunftsorientierten Tischler- und Schreinerhandwerk attestierte Ehrengast ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer zudem eine beeindruckende Stabilität, die sich zuletzt während der Coronakrise wieder bestätigt habe. Damit die Gewerke des Handwerks nun allerdings nach der Pandemie ihren wichtigen Beitrag zum politischen Auf- und Umbruch leisten können, seien eine Vielzahl von Maßnahmen nötig. So müsse verhindert werden, dass die Sozialabgaben der Betriebe weiter ansteigen. Denn bereits heute belasteten sie das personalintensive Handwerk über Gebühr. Die Garantie, diese Kosten auf maximal 40 Prozent zu begrenzen, gilt allerdings nur noch bis zum Ende des Jahres. In diesem Zusammenhang sollte auch offen diskutiert werden, warum nur Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen das bestehende Sozialversicherungssystem finanzieren und nicht die Allgemeinheit. Besondere Brisanz bekommt diese Frage vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen im Bereich der Gesundheit, Pflege und Rente.

Ein weiteres großes Handlungsfeld betrifft die Effizienz der Verwaltung. Neben der umfassenden Digitalisierung von Verwaltungsprozessen müssten auch die Behörden von der überbordenden Bürokratie befreit werden. „Die Überregulierung lähmt alle Bereiche und hemmt neben der Produktivität auch die Innovationskraft, weil überall nur noch verwaltet wird“, mahnt Thomas Radermacher und verspricht sich von einer effizienteren Verwaltung auch indirekte Effekte, wie eine höhere Grundmotivation in den Betrieben: „Arbeiten darf Spaß machen und Ausbilden übrigens auch.“ Mit Blick auf die Ausbildungsbereitschaft sieht er allerdings auch die Politik gefordert: „Nicht nur das Tischler- und Schreinerhandwerk, sondern das Handwerk insgesamt, kann dem konjunkturlähmenden Fachkräftemangel Paroli bieten.“ Doch Ausbilden sei zuletzt immer teurer geworden, was auch daran liegt, dass Auszubildende und Ausbildungsbetriebe im Gegensatz zu Studierenden bei den Sozialabgaben nicht entlastet werden.

Kostenlos sind notwendige wirtschaftspolitische Maßnahmen nicht zu bewerkstelligen. Doch die Investitionen würden sich lohnen und sind zugleich alternativlos: „Zukunftsfähig ist unser Land nur aus einer stabilen wirtschaftlichen Basis heraus“, analysiert Martin Paukner, der sich ebenso wie seine haupt- und ehrenamtlichen Kolleg*innen weiterhin vehement dafür einsetzen wird, dass eine progressive Politik daraus die richtigen Schlüsse zieht.

Nimmt autonomes Hochregallager in Betrieb

Der Neubau des Lagers war eines der letzten Projekte, die Egon König initiiert und das seine Frau Gerti König mit Engagement nach seinem Tode vorangetrieben hat. Es war eine Herzensangelegenheit für ihn, wollte er doch seinem Unternehmen sowie den Kunden und Projektpartnern von König Neurath Bestandssicherheit gewährleisten und die Zukunftsfähigkeit des hessischen Herstellers von Büromobiliar und Raumsystemen sichern.

„Im Neubau mit seinen zwölf Metern Höhe, einer Länge von 130 Metern und einer Breite von 20 Metern können ab sofort ca. 5.000 Paletten gelagert werden. Wir sind stolz, dass wir diese Kapazitäten jetzt nach nur einem Jahr Bauzeit nutzen können,“ freut sich David Schuch, der das Projekt vom ersten Planungsschritt im Jahr 2017 an bis zur Fertigstellung betreut hat. „Außergewöhnlich ist nicht nur die beeindruckende Größe des Gebäudes, sondern vor allem auch die Technik, die hier zum Einsatz kommt,“ Das Gesamtkonzept wurde anhand eine s „digitalen Zwillings“ entwickelt und umgesetzt. Der digitale Zwilling wird auch weiterhin genutzt um die IST Prozess zu analysieren und das System weiter zu entwick e ln ergänzt Dirk Fischer, Vorstand Produktion Technik Einkauf

„Das Zusammenspiel zwischen mehreren autonom fahrenden Systemen und der Datentechnik ist einzigartig,“ sagt Schuch. Was er damit meint, wird deutlich, wenn man die vollautomatisierten Vorgänge live erlebt: Es geht erstaunlich ruhig und geordnet, wenn die autonom fahrenden Hochhubwagen und Schmalgangstapler zum Leben erwachen. Tagsüber geh en die autonomen Fahrzeuge auf genau berechneten Strecken wie von Geisterhand bewegt ihrer Arbeit nach und sortieren alle Waren, die in Gitterboxen oder auf Europalette das Ladetor erreichen und per Förderband in die Halle gelangen, in die Hochregale ein. Nachts wird dann ausgelagert, was man am nächsten Tag benötigt. „Das System kann mit vier selbstfahrenden Fahrzeugen 35 Ein und Auslagerungen pro Stunde vornehmen, das sind 280 pro Schicht,“ so der Produktionsvorstand Fischer.

Angesichts der eindrucksvollen Zahlen drängt sich die Frage auf, wie man diese Mengen früher bewegt hat. „Auch wenn es für Außenstehende zunächst paradox klingt, sind wir froh, dass jetzt das System überni mmt. Es weiß zukünftig, welcher Artikel in welcher Menge in welchem Gebinde an welchem Platz liegt. Zudem ist es dank der aktuell leistungsstärksten Lagerverwaltungssoftware ,eWM on S4/HANA‘ selbstoptimierend.“ Das automatisierte System ersetzt also keine Mitarbeitenden, die Menschen können sich vielmehr anderen Aufgaben widmen, die für eine solche Software zu komplex wären. „Es ist günstiger, arbeitet ohne Beschädigungen und vermeidet Fehler fasst Dirk Fischer die Vorteile zusammen. Eine nachhaltige Lösung also, die aus der Not heraus entstanden ist. „Die Brandlast im alten Lager war zu hoch,“ ergänzt Fischer das Hauptargument für den Neubau. „Jetzt haben wir auch ein nachhaltiges Gebäude, das als Niedrigenergie Halle nicht beheizt werden muss und über ein begrüntes Dach verfügt.“

Zur strategischen Bedeutung des Neubaus äußert sich der Vorstandsvorsitzende Hartmut Ha gemann, der an die Ausführungen seiner Kollegen anknüpft und auf die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens verweist: Die Zukunft der Möbelherstellung sei geprägt von einer zunehmenden Individualisierung, ist Hartmut Hagemann überzeugt. „Wir fertigen imme r häufiger immer flexiblere Möbel und Raumlösungen auf Kundenwunsch an. Daher brauchen wir standardisierte und digitalisierte Lösungen für einfache Prozesse wie Ein und Auslagerungen. Für Beratung, Projektplanung und alle komplexeren Aufgaben in der Produ ktion sind Köpfchen, Handarbeit und damit ein Team von Spezialistinnen und Spezialisten nötig. Dafür sind unsere Mitarbeitenden da, in deren Qualifizierung und Weiterbildung wir konsequent investieren.“

Die Zukunft der Arbeitswelt

Hat das Büro endgültig ausgedient? Ist das Home-Office der neue Dienstwagen? Ist das Arbeiten von Zuhause für Office-Möbler eher Chance oder eine Bedrohung? Welche logistischen Herausforderungen ergeben sich künftig? 

Diese und viele weitere Fragen zur Zukunft der Arbeitswelt diskutieren Bianca Edda Weber, Leiterin Marketing und Produktmanagement bei der Dauphin Human Design Group, und Dr. Jochen Ihring, Geschäftsführer bei der Dauphin Office Interiors Holding, mit Brit Dieckvoss, Redakteurin und Projektleiterin beim B2B-Design-Netzwerk „arcade“, und Tino Eggert, Chefredakteur und Objektleiter der B2B-Netzwerke „arcade“ und „möbelfertigung“ im Vincentz Network.

Das Ergebnis ist Möbelfertigung. Der Podcast. Folge#4, der HIER zu finden ist. Am besten gleich reinhören.

Sie haben eine gute Themenidee? Würden gerne mal mit einem Redakteur der „möbelfertigung“ über die Qualität von Möbeln gestern vs. heute oder die unglaubliche Materialvielfalt in Produktionen diskutieren? Dann melden Sie sich bei Redakteurin Doris Bauer, doris.bauer@vincentz.net.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihr Produkt in einem Podcast zu bewerben. Oder auch als Premium-Sponsor bei jedem neu erscheinenden Podcast immer genannt zu werden. Über alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten informiert Sie gerne Hans-Christian Hahn, 040-632018-43, hans-christian.hahn@vincentz.net.

Neue Druckmaschine erhöht Kapazität in Europa

Lamigraf freut sich, bekannt geben zu können, dass das Unternehmen eine Vereinbarung mit Jagenberg Converting Solutions über die Installation einer neuen Hochleistungs-Vierfarbdruckanlage in Europa geschlossen hat.

Die „M17“ wird voraussichtlich im Herbst 2022 in Betrieb genommen. Mit einem Ausstoß von mehr als 4.500 Tonnen bedrucktem Papier pro Jahr, einer Breite von 2250 mm und einer maximalen Geschwindigkeit von 400 m/min wird sie die Kapazität von Lamigraf in Europa erheblich steigern und eine Gesamtkapazität der Gruppe von ca. 30.000 Tonnen erreichen.

Nach der erfolgreichen Nachrüstung der „M9“ in Lamigraf Deutschland, die im Sommer 2021 abgeschlossen wurde, haben Lamigraf und Jagenberg Converting Solutions auch eine Vereinbarung über die Nachrüstung von fünf bestehenden Cerruti Drucklinien mit den neuesten elektronischen und mechanischen Verbesserungen getroffen. Die vorgenannten Nachrüstungen werden schrittweise durchgeführt und sollen bis Ende 2023 abgeschlossen sein.

Mit diesen Investitionen erwartet Lamigraf nicht nur eine Kapazitätserhöhung, sondern auch erhebliche Verbesserungen der Effizienz und Leistung.