Progressiv denken und Bestehendes neu verknüpfen
Die möbelfertigung 4/2024 erscheint gedruckt kommende Woche. Digital können Sie die Ausgabe bereits HIER komplett lesen.
Das aktuelle Editorial der Redaktion lesen Sie hier:
Die Perspektiven für unsere Branche sind weiterhin ausgezeichnet“, sagte unlängst Markus Hüllmann, Vorsitzender des Fachverbandes Holzbearbeitungsmaschinen im VDMA. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage im kommenden Jahr auf ganzer Breite wieder anzieht.“ Unter anderem, „weil die Makrotrends Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung ungebrochen gültig sind und sogar noch an Fahrt aufnehmen“.
Möbelindustrie in der Krise: Unternehmen im Existenzkampf. „Die Geschichte des Niedergangs beginnt vor gut vier Jahren“, titelt die „WirtschaftsWoche“. Und fällt bereits zum Einstieg in ihren Beitrag ein vernichtendes Urteil: „Wer in der Möbelindustrie überleben will, kommt um eine Erkenntnis nicht herum – die Produktion muss raus aus Deutschland.“
„Wir sind vorsichtig optimistisch, dass der Tiefpunkt der Auftragsdelle nun durchschritten ist und sich die Möbel-Nachfrage nach den Sommermonaten wieder belebt“, so Stefan Waldenmaier, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) im Juni. Bei den Auftragseingängen sei zumindest eine Stabilisierung festzustellen, berichtete VdDK-Geschäftsführer Jan Kurth auf Basis der verbandsinternen Statistik. Die Kurzarbeit sei von 60 Prozent im Februar auf 35 Prozent im April zurückgegangen.
Ganz sicher hat die Fußball-Europameisterschaft nicht für Frequenz im Möbel-Handel gesorgt. Drängende Probleme, wie der stockende Wohnungsbau in Deutschland, ziehen sich gefühlt wie Kaugummi.
Und nun? Fragen Sie fünf Leute, kriegen Sie sechs Meinungen. Ist das Glas halb voll? Oder halb leer? Alles Mist? Oder wird schon werden? Irgendwo in der Mitte liegt die Wahrheit. Fakt ist, dass die Luft insgesamt dünner wird, (noch) mehr Druck auf Management-Entscheidungen liegt, linke und rechte Leitplanke enger zusammengerückt sind und damit die Chance steigt, sich bei voller Fahrt eine Schramme ins Auto zu fahren oder einen Totalschaden zu riskieren.
Natürlich haben wir keine Glaskugel, trotzdem sehen wir das Glas halb voll. Erstens, weil Sie allein in dieser Ausgabe der „möbelfertigung“ viele inspirierende Beispiele finden, wie Unternehmen der aktuellen Stagnation erfolgreich trotzen, nach Lösungen suchen und überzeugende finden: Von Osta und Goldbach Kirchner, Ravensberger Holz und Tomasella über Febrü, Schattdecor, Neos, Munksjö, Hymmen und Hesse bis hin zu Koch Technology und Rotte Fördertechnik und Anlagenbau.
Zweitens, weil der Wunsch nach Wissensaustausch und Networking ungebrochen ist, wie die hervorragenden Zahlen von „Sicam“, „Interzum“ und „Ligna“ beweisen.
Da auch wir von den Themen Know-how-Transfer und Netzwerkaus- und -aufbau überzeugt sind, haben wir in den vergangenen Jahren einzigartige Angebote entwickelt, die der gesamten Branche zu Gute kommen.
Nach unseren erfolgreichen Auslands-Events in Indien und Italien im Frühjahr, könnte der Zeitpunkt für unsere Veranstaltungen in Deutschland nicht besser sein: Surface in Motion (18./19. September, Leipzig), die Personaltage Ostwestfalen (5./6. November, Löhne) – übrigens in der neuen Lehrfabrik Möbelindustrie – und Effiziente Möbelfertigung in der Praxis (19./20. November, Köln) bieten den Raum, progressiv zu denken oder Bestehendes neu zu verknüpfen, Besseres, Effizienteres entstehen zu lassen. Das haben die vergangenen Jahre bewiesen. Übrigens nicht nur auf geschäftlicher, sondern auch auf der Ebene belastbarer persönlicher Beziehungen. Und die sind bekanntlich gerade in ruppigeren Zeiten Gold wert.
Wir freuen uns auf Sie! Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe. Bleiben Sie optimistisch. Ihr Redaktionsteam.















