Schwere Zeiten in der Holzindustrie
Die Stimmung in der deutschen Holzindustrie trübte sich im Januar erneut leicht ein, nachdem es für den HDH-Konjunkturindikator bereits im letzten Quartal 2025 deutlich nach unten ging. Die Unternehmen zeigten sich weniger zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage, blickten aber optimistischer auf das kommende halbe Jahr. Die Einschätzung zur aktuellen Lage verschlechterte sich im Januar deutlich. Der Ausblick auf das kommende halbe Jahr fiel dagegen positiver aus. In der Summe gab der HDH-Konjunkturindikator im Berichtsmonat leicht nach.
Im Vergleich zum gesamten Verarbeitenden Gewerbe schneidet das Geschäftsklima in der Holzindustrie derzeit schlechter ab. Der vom ifo errechnete Wert für das Verarbeitende Gewerbe stieg im Januar leicht und bewegte sich damit deutlich über dem entsprechenden Wert für die Holzindustrie.
Stimmung bleibt uneinheitlich
Angesichts der unterschiedlichen Betroffenheit der einzelnen Segmente bleibt die Stimmung in der Holzindustrie uneinheitlich. Im Durchschnitt der vergangenen drei Monate schätzten vor allem die Unternehmen im Holzfertigbau und im Baunahen Bereich der Holzindustrie die aktuelle Geschäftslage als positiv ein, während diese in der Möbelindustrie, der Sägeindustrie und der Holzwerkstoffindustrie deutlich negativer beurteilt wurde. Die Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr bleiben in allen Segmenten der Holzindustrie negativ.
Die bessere Stimmung im Holzfertigbau und im Baunahen Bereich ist aus Sicht des HDH in erster Linie auf die wieder anziehende Nachfrage im Wohnungsbau zurückzuführen. Die Zahl der genehmigten Eigenheime stieg in den ersten elf Monaten 2025 kräftig um 14,4 Prozent und die Zahl der genehmigten Wohnungen im Mehrfamilienhausbau immerhin um 8,9 Prozent. Die Möbelindustrie leidet unter den nach wie vor rückläufigen Baufertigstellungszahlen in Deutschland, profitiert jedoch von der steigenden Nachfrage in wichtigen europäischen Exportmärkten wie der Schweiz, Italien und Spanien. Die von US-Präsident Trump im Streit um Grönland zunächst angedrohte, später jedoch zurückgenommene Einführung von neuen Zöllen gegen Deutschland und mehrere weitere europäische Staaten hat in der deutschen Wirtschaft Spuren hinterlassen und drückt insbesondere auf die Stimmung in den exportorientierten Segmenten.

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