Zum Hauptinhalt springen
HDH
HDH  | 

Holzindustrie blickt pessimistisch auf die kommenden Monate

Die Stimmung in der deutschen Holzindustrie hat sich im April etwas stabilisiert, nachdem es für den HDH-Konjunkturindikator seit Oktober 2025 kontinuierlich nach unten ging. Die Unternehmen zeigten sich zwar zufriedener mit der aktuellen Geschäftslage, blickten jedoch pessimistischer auf das kommende halbe Jahr. Die Einschätzung zur aktuellen Lage verbesserte sich im April spürbar auf -28 Punkte (Vormonat: -34 Punkte). Der Ausblick auf das kommende halbe Jahr fiel leicht negativer aus, der aktuelle Wert liegt bei -32,2 Punkten (Vormonat: -29,4 Punkte). In der Summe stieg der HDH-Konjunkturindikator im Berichtsmonat geringfügig auf -30,1 Punkte (Vormonat: -31,7 Punkte).

Im Vergleich zum gesamten Verarbeitenden Gewerbe schneidet das Geschäftsklima in der Holzindustrie nach wie vor schlechter ab. Der vom ifo errechnete Wert für das Verarbeitende Gewerbe sank im März leicht ab, bewegte sich damit aber weiterhin deutlich über dem entsprechenden Wert für die Holzindustrie.

Angesichts der unterschiedlichen Betroffenheit der einzelnen Segmente bleibt die Stimmung in der Holzindustrie uneinheitlich. Im Durchschnitt der vergangenen drei Monate schätzen lediglich die Unternehmen im Holzfertigbau die aktuelle Geschäftslage als positiv ein, während diese in der Sägeindustrie, der Möbelindustrie und der Holzverpackungsindustrie deutlich negativer beurteilt wurde.

Wohnungsbauzahlen stimmen optimistisch

Die Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr bleiben im Holzfertigbau, im Baunahen Bereich und in der Holzwerkstoffindustrie positiv, in der Möbel-, Säge- und Holzverpackungsindustrie dagegen negativ.

Die bessere Stimmung im Holzfertigbau und im Baunahen Bereich ist aus Sicht des HDH in erster Linie auf die anziehende Nachfrage im Wohnungsbau zurückzuführen. Die Zahl der genehmigten Ein- und Zweifamilienhäuser stieg in den ersten zwei Monaten 2026 kräftig um 15,6 Prozent und die Zahl der genehmigten Mehrfamilienhäuser sogar um 20,4 Prozent. Die Möbelindustrie leidet nach wie vor unter den rückläufigen Baufertigstellungszahlen und dem schwachen Konsumklima in Deutschland. Seit Ausbruch des Iran-Krieges kommen die steigenden Energie- und Rohstoffkosten und die Angst vor dem Zusammenbruch der Lieferketten als negative Faktoren dazu.

Im April fällt die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage in der Holzindustrie etwas besser aus als im Vormonat. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate verschlechtern sich dagegen weiter, wenn auch mit geringerer Dynamik. In der Summe zeigt das Geschäftsklima keine wesentliche Veränderung und verbleibt auf einem unverändert niedrigen Niveau.

Geschäftsklimaindex, HDH, ifo, Konjunkturindikator