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D. Lechner  | 

Insolvenzverfahren eröffnet – Rettung für die Glas-Produktion

Voraussichtlich gleich Anfang Januar wird das Insolvenzverfahren der D. Lechner GmbH am Amtsgericht Ansbach eröffnet, so kündigte es die Kanzlei Voigt Salus bereits am 15. Dezember an. Und tatsächlich: Heute ist zu lesen, dass seit dem 1. Januar 2024 um 12 Uhr ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der D. Lechner GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Florian Mitzscherlich wegen Überschuldung eröffnet wurde. Rechtsanwalt Dr. Hubert Ampferl aus Nürnberg ist zum Insolvenzverwalter bestellt, bis zum Ende des Monats sind Insolvenzforderungen von Gläubigern schriftlich anzumelden. 

Nachdem am 19. Oktober das Schutzschirmverfahren für den Arbeitsplattenkonfektionär in Rothenburg wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beantragt worden war (siehe HIER), sei keine Lösung für das Weiterbestehen des ganzen Betriebes in Sicht. Allerdings zeichnete sich zumindest eine Teilrettung ab, da für die Glas-Sparte (Arbeitsplatten und Nischenverkleidungen) ein Investor bereitstehe. Der Bereich Glasverarbeitung bleibe demnach im Zuge der Übernahme vollständig erhalten und auch alle Beschäftigten in diesem Bereich sollen ihre Arbeitsplätze behalten, ebenso wie Kunden ohne Unterbrechung weiter beliefert werden. Gleichzeitig ergäben sich durch die geplante Übernahme Synergien, die den Unternehmensteil bei seiner weiteren Entwicklung unterstützen würden. 

Für Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus und Geschäftsführer Florian Mitzscherlich, sei somit zumindest ein Teilerfolg für Lechner erzielt worden. In den Bereichen „Holz“ und „Stein“ soll hingegen in Abstimmung mit dem Betriebsrat ab Januar/Februar die Ausproduktion erfolgen. 

Die Gehälter der rund 320 Mitarbeiter:innen waren bis Ende des Jahres durch das Insolvenzgeld abgesichert; im Januar 2024 erfolgt die Zahlung aus der Insolvenzmasse. Außerdem werden bereits bestellte Waren weiter produziert und fristgerecht ausgeliefert, wobei Arbeitsplatten aus Stein oder Holz auch im Januar noch bestellt werden können. 
Nach vorheriger Insolvenz und Übernahme durch die Livos Gruppe im Herbst 2022 sowie heftigen Einschnitten, unter anderem beim Personal, wird der ehemalige deutsche Marktführer für Arbeitsplatten (mit 600 Mitarbeitenden) nun also nochmals erheblich zusammenschrumpfen. Wie viele Mitarbeiter bleiben dürfen, ist noch nicht offiziell. Die in Schweden ansässige Lechner Svenska Holding AB ist weiterhin von der Insolvenz in Rothenburg nicht betroffen.

D. Lechner, Insolvenz, Lechner

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