Das endgültige Ende ist besiegelt
Der Geschäftsbetrieb des Küchenherstellers Warendorf Werke GmbH ist eingestellt worden. Das teilte der Insolvenzverwalter in einer Pressenotiz mit. Nach der vierten Insolvenz binnen weniger Jahre konnte kein nötiger Investor gefunden werden, so wurde es vermeldet.
Die 70 Beschäftigten seien auf einer Betriebsversammlung darüber informiert worden. Ihnen musste die Kündigung ausgesprochen werden, sie wurden zudem freigestellt. Drei Mitarbeiter seien noch dabei, um das Team des Insolvenzverwalters bei der weiteren Abwicklung zu unterstützen, heißt es weiter.
„Uns blieb leider keine Wahl“, sagt Insolvenzverwalter Stephan Michels aus Münster. „Durch die zahlreichen Insolvenzen der Vergangenheit war eine Sanierung sehr schwierig“, erklärt Michels. Verschiedene Rechte hätten nicht mehr dem Unternehmen gehört. Außerdem wären notwendige Investitionen durch die regelmäßigen Wechsel der Eigentümer – erst im April des vergangenen Jahres kaufte die Möbelfirma Hülsta das Unternehmen – in den vergangenen Jahren nicht getätigt worden.
Auch wenn die Erfolgsaussichten nicht groß gewesen seien, habe man nichts unversucht gelassen und nach der Insolvenz im Dezember nach einem Investor gesucht. „Wir haben es geschafft, den Geschäftsbetrieb im Januar noch mal hochzufahren und es haben auch Gespräche mit potenziellen Investoren stattgefunden“, erklärt der Insolvenzverwalter. Dies war auch an mehreren Stellen online veröffentlicht worden. Doch letztlich ohne Erfolg. „Ich konnte ja noch nicht mal den Markennamen, der viele Jahre in der Branche einen sehr guten Ruf hatte, übertragen, da diese Rechte bei den vergangenen Insolvenzen bereits verkauft worden sind“, so Michels.
Das Insolvenzgeld für die Beschäftigten ist Ende Februar ausgelaufen, sodass die Löhne und Gehälter ab März wieder vom Unternehmen hätten gezahlt werden müssen. „Das hätte das Unternehmen nicht leisten können“, heißt es in der Pressenotiz.
Das Amtsgericht Münster hat zudem am Montag, den 26. Februar, das offizielle Insolvenzverfahren eröffnet. „Über das Vermögen der im Handelsregister des Amtsgerichts Münster unter HRB 21340 eingetragenen Warendorf Werke GmbH, Mielestraße 1, 48231 Warendorf, gesetzlich vertreten durch den Geschäftsführer Mike Hemmerich aus Hamburg wird wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung heute, am 26.02.2024, um 08:00 Uhr das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Eröffnung erfolgt aufgrund des am 19.12.2023 bei Gericht eingegangenen Antrags der Schuldnerin“, ist es unter insolvenzbekanntmachungen.de zu lesen. Stephan Michels ist in diesem Verfahren dann auch als Insolvenzverwalter bestimmt worden, er fungierte vorerst nur als vorläufiger Insolvenzverwalter in dem Verfahren. Die Gläubiger könnten nun ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden, heißt es.
Gleiches gilt auch für die im Handelsregister des Amtsgerichts Coesfeld unter HRB 21262 eingetragene Warendorf Individual GmbH, Karl-Hüls-Str. 1, 48703 Stadtlohn, gesetzlich ebenfalls vertreten durch den Geschäftsführer Mike Hemmerich. Auch hier wurde wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 26.02.2024 um 08:00 Uhr das Insolvenzverfahren eröffnet.















