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WARENDORF KÜCHEN
WARENDORF KÜCHEN  | 

Endgültiges Aus – aber weiterhin Interesse an der Marke 

„Die vollständige Übernahme von Warendorf durch die Hülsta-Investorengruppe verspricht eine solide Zukunft für das Unternehmen. Die Investoren statten das Unternehmen nicht nur mit Kapital aus, sie unterstreichen damit auch die Wichtigkeit des Küchensegments innerhalb der strategischen Ausrichtung“ – so lautete noch im November die optimistische Mitteilung für Warendorf Küchen. Wobei der Deal unter Federführung von Ex-Geschäftsführers Dr. Thomas Knecht schon zum damaligen Zeitpunkt aufgrund fragwürdiger Erfolgsaussichten bei vielen in der Branche für Kopfschütteln gesorgt hatte. Im Dezember folgte dann der Geschäftsführerwechsel, Daniel Griehl zu Michael Spadinger (ehemals Nolte, Neue Alno, Poggenpohl). Am 19. Dezember wurde beim Amtsgericht Münster die inzwischen vierte Insolvenz nach 2015, 2019 und 2022 angemeldet. Seit 22. Dezember beschäftigt sich Insolvenzverwalter RA Stephan Michels aus Münster mit dem Fall, wobei zwischen den Jahren vieles noch im Stand-by-Modus lief. 

Zum aktuellen Stand gab Michael Spadinger, jetzt Hülsta-Geschäftsführer für Vertrieb/Marketing/Produktentwicklung, der „möbel kultur“ Auskunft. Er selbst sei bei Warendorf als Geschäftsführer mit dem Mandat angetreten, die Situation zu analysieren, konnte aber angesichts des veralteten Maschinenparks und fehlender substanzieller Basis keine Perspektiven für die Edelmanufaktur entwickeln. Bei 30.000 Quadratmeter Fläche und deutlich unter 10 Millionen Euro Umsatz war Warendorf schlicht unrentabel. Das Thema Hülsta-Küche wird indes weiterverfolgt, wobei auch für den Wohnmöbelspezialisten erst einmal gelte, in ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Produziert in Stadtlohn werden voraussichtlich im Herbst die neuen Küchen präsentiert. Mit dem Argument „Alles aus einer Hand“ könne Hülsta hier vor allem im Objektgeschäft punkten. Neben CEO Mike Hemmerich und Waldemar Bauer (Technik) soll das Management in Stadtlohn außerdem durch die Neubesetzung eines CFO komplettiert werden. Auf der imm cologne werde Hülsta mit einem kleinen Stand vertreten sein. 

Während für die Produktion in Warendorf alles für ein endgültiges Aus spricht, könnte der Name Warendorf Küchen jedoch weiter bestehen bleiben. Ein entsprechendes Interesse hat Jeffry Wang, Vertreter der ehemaligen Investorengesellschaft und Inhaber der Markenrechte, angezeigt. Wie zu erfahren war, sind diese lediglich für ein Jahr im Unternehmen geblieben. Nach Ansicht von Spadinger könnte Warendorf in einigen Exportmärkten wie UK und künftig auch wieder China Absatzchancen im gehobenen Projektgeschäft haben. Größere Aufträge seien in Vorbereitung. Wang sei derzeit auf der Suche nach Möglichkeiten, wo die Warendorf Küche produziert werden kann. Auch Hülsta sei angefragt worden, wie Spadinger bestätigt. Nur werde anstelle des Original-Faltkorpus als besonderer USP eine ähnlich aussehende Option im 45-Grad-Winkel angestrebt. 

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