Düstere Aussichten in der Holzindustrie
Die Stimmung in der deutschen Holzindustrie hat sich im März deutlich verschlechtert. Der HDH-Konjunkturindikator setzt damit den seit dem 4. Quartal 2025 andauernden Abwärtstrend fort und fiel auf -32,5 Punkte (Vormonat: -20,9 Punkte). Besonders besorgniserregend: Die Erwartungen für das kommende Halbjahr haben sich in den Negativbereich hinein doppelt stark verschlechtert – von -14,1 auf -30,2 Punkte. Die Einschätzung zur aktuellen Lage verschlechterte sich ebenfalls spürbar auf -34,9 Punkte (Vormonat: -27,5 Punkte). Im Vergleich zum gesamten Verarbeitenden Gewerbe schneidet die Holzindustrie deutlich schlechter ab.
Belastend hohe Energie- und Rohstoffpreise
Über alle Segmente hinweg belasten steigende Energiekosten und eine anziehende Inflation die Holzindustrie. Die zurückhaltende Einschlagspolitik der Forstwirtschaft setzt zudem die Rohholzverarbeiter unter hohen Druck, was zu steigenden Rohstoffkosten führt. Auch die Möbelindustrie leidet weiter unter den rückläufigen Baufertigstellungszahlen und dem schwachen Konsumklima in Deutschland. Seit Ausbruch des Iran-Krieges kommen die steigenden Energie- und Rohstoffkosten und die Angst vor dem Zusammenbruch der Lieferketten als negative Faktoren dazu. Besonders problematisch ist die Versorgungslage bei Holzleimen: Diese basieren häufig auf Harnstoff, einem Produkt der petrochemischen Industrie. Die geopolitischen Verwerfungen infolge des Iran-Konflikts haben somit auch die Preise für Holzleime steigen lassen und in mehreren Branchen zu Lieferkettenproblemen geführt.
Nachfrage im Wohnungsbau als Lichtblick
Die bessere Stimmung im Holzfertigbau und im baunahen Bereich ist auf eine anziehende Nachfrage im Wohnungsbau zurückzuführen. Die Zahl der genehmigten Ein- und Zweifamilienhäuser stieg im Januar 2026 kräftig um 14,3 Prozent, die der genehmigten Mehrfamilienhäuser sogar um 18,1 Prozent. Diese Entwicklung stimmt für den holzbaurelevanten Teil der Branche vorsichtig optimistisch. Sie reicht jedoch nicht aus, um die gesamtwirtschaftliche Eintrübung zu kompensieren.

Im März hat sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage in der Holzindustrie im Vergleich zum Vormonat deutlich verschlechtert. Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate gehen stark zurück und fallen deutlich negativer aus als im Februar. In der Summe verschlechtert sich somit auch das Geschäftsklima erheblich und entfernt sich weiter von der Nulllinie.













