So geht es weiter in der Insolvenz
Die Gläubigerversammlung hat am 17. Januar mit einstimmigem Votum dem Insolvenzplan im Eigenverwaltungsverfahren der W.Schillig Polstermöbelwerke GmbH & Co. KG zugestimmt. Dieser Plan sieht vor, dass eine garantierte Quote Ende März gezahlt wird und das Insolvenzverfahren spätestens im Mai 2024 beendet wird. Damit ist der Weg zur Fortführung des renommierten Polstermöbelherstellers aus Oberfranken geebnet. „Es ist uns in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelungen, ein Traditionsunternehmen zu retten. Wir haben während des Eigenverwaltungsverfahrens ein nachhaltiges Sanierungskonzept erarbeitet, das als Basis dient für einen stabilen Geschäftsbetrieb in der Zukunft“, erklärt Sanierungsgeschäftsführer Ole Brauer von Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Möglich wurde die Zustimmung zum Insolvenzplan auch durch einen erheblichen finanziellen Beitrag des Gesellschafters.
„Wir haben gezielte Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und umgesetzt sowie in den vergangenen Monaten viele interne Projekte bzw. Prozesse unter die Lupe genommen und optimiert. So wurde die Basis dafür geschaffen, dass die Unternehmensgeschichte des vor 75 Jahren gegründeten Familienunternehmens weitergeschrieben werden kann. Unser Dank gilt allen Beteiligten – vor allem den Mitarbeitenden und den Geschäftspartnern – für ihr Engagement in Zeiten, die für die Möbelindustrie nicht leicht sind. Es war eine außergewöhnliche Leistung, dass wir den Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen aufrechterhalten und damit unsere treuen Kund:innen weiter zuverlässig beliefern konnten. Heute blicken wir optimistisch und gut gerüstet in die Zukunft“, sagt Erik Stammberger, CEO von W.Schillig. „Unser Motto lautet ,Back to the roots‘! Wir konzentrieren uns mehr denn je auf das, was wir wirklich gut können und worauf wir uns spezialisiert haben. Komfort und Wohlfühlfunktionen haben oberste Priorität, denn ,The World of Comfort‘ ist unser Zuhause.“
Die Umstrukturierungsmaßnahmen greifen bereits. Zudem entwickelt sich das Unternehmen derzeit besser, als in den Planzahlen bisher erwartet. Neben personellen und strukturellen Veränderungen wird noch konsequenter an Zielen wie Lieferzuverlässigkeit, Qualität und Service gearbeitet“, kündigt Stammberger an. Die 1949 gegründete Willi Schillig Polstermöbelwerke GmbH & Co. KG hatte am 12. Mai 2023 einen Eigenverwaltungsverfahren beantragt. Rechtsanwalt Joachim Exner von der Kanzlei Dr. Beck und Partner wurde zum Sachwalter bestellt. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfolgte am 1. August des vergangenen Jahres. Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen können 120 der 225 Arbeitsplätze des Unternehmens erhalten werden.















