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Industrieverband pro-K
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Kosten steigen, Planungssicherheit sinkt, Investitionen pausieren

Die Eskalation des Nahost-Konflikts belastet die kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland zunehmend. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Industrieverbandes pro-K hervor. Demnach sehen sich mehr als vier von fünf befragten Unternehmen stark oder sehr stark von den geopolitischen Entwicklungen betroffen.

Besonders deutlich machen sich die Auswirkungen bei den Beschaffungskosten bemerkbar. Nahezu alle Unternehmen berichten laut Umfrage von steigenden Rohstoff- und Transportkosten. Bei mehr als 70 Prozent seien diese Kosten sogar deutlich gestiegen. Auch die Energiekosten hätten sich für die Mehrheit der Betriebe erhöht.

Neben den Kostensteigerungen sorgen laut den Unternehmen verlängerte Lieferzeiten und eine sinkende Planungs- und Kalkulationssicherheit für zusätzliche Belastungen. Mehr als die Hälfte der Befragten meldet entsprechende Probleme. Gleichzeitig beobachten viele Betriebe einen Rückgang der Nachfrage.

„Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie sensibel die Kunststoff verarbeitende Industrie auf geopolitische Verwerfungen reagiert“, sagte pro-K-Vorstandsvorsitzender Hendrik Johannink. Die Unternehmen stünden unter erheblichem Kostendruck und müssten zugleich ihre Lieferfähigkeit sicherstellen.

Die Versorgungslage bei Rohstoffen wird von der Mehrheit der Unternehmen als angespannt eingeschätzt. Zwar sei die Versorgung derzeit überwiegend gewährleistet, die Unsicherheit entlang der Lieferketten nehme jedoch spürbar zu.

Als Reaktion auf die Entwicklung erhöhen viele Unternehmen ihre Preise, bauen Lagerbestände aus oder suchen nach alternativen Rohstoffquellen und Lieferanten. Besorgniserregend sei laut Verband, dass bereits rund jedes dritte Unternehmen Investitionen verschiebt. Dies könne langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Branche beeinträchtigen und die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Produktion erschweren.

Die Weitergabe gestiegener Kosten an Kunden gelingt nach Angaben von pro-K nur eingeschränkt. Zwar können rund drei Viertel der Unternehmen einen Teil der Mehrkosten weiterreichen, gleichzeitig nehmen Preisverhandlungen zu. Erste Betriebe berichten zudem von verschobenen Projekten und rückläufigen Aufträgen.

Vor diesem Hintergrund fordert der Verband bessere politische Rahmenbedingungen. Dazu gehörten insbesondere Maßnahmen zur Diversifizierung von Rohstoffquellen sowie eine stärkere Förderung der Kreislaufwirtschaft.

Die Umfrage wurde unter Mitgliedsunternehmen des pro-K Industrieverbandes durchgeführt, der als Trägerverband des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) die Interessen von Herstellern langlebiger Kunststoffprodukte und Mehrwegsysteme vertritt.

Konjunktur, Pro-K