Zuversicht und große Pläne für das Jahr 2021
„Die Schwierigkeiten des vergangenen Jahres konnten uns nicht bremsen und trotz vieler Unwägbarkeiten sind wir zuversichtlich für das Jahr 2021“, erklärt Franco Bulian, der seit dem ersten Januar die Geschäftsführung bei Catas übernommen hat, mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr. Natürlich stellt die Corona-Pandemie auch das erfolgreiche europäische Prüflabor der Holzmöbelbranche immer wieder vor große Herausforderungen. „Wir konnten das schreckliche Jahr 2020 mit besseren Ergebnissen abgeschließen, als wir es erwartet hatten“, so Bulian weiter. „Die ersten zwei Monate waren sehr positiv, aber im März traf die ,Covid-19-Katastrophe‘ auch unser Labor und bescherte uns ein Minus von 15 Prozent bei der Anzahl der durchgeführten Tests im Vergleich zu 2019. Dies konnten wir glücklicherweise in der zweiten Jahreshälfte wieder aufholen, der Umsatz lag letztlich sogar leicht über dem Vorjahr. Was unter anderem an der gestiegenen Anzahl der von uns ausgestellten Produktzertifizierungen lag. Im Jahr 2020 waren es 175 gegenüber 168 in 2019. Seit einigen Monaten ist die Situation, zumindest was die Anzahl der Prüfungen betrifft, wieder normal. Zumindest normal vor dem Hintergrund der sich nahezu täglich ändernden Bedingungen mit der Pandemie in Italien und der ganzen Welt.“
In seiner neuen Funktion muss Bulian sich also mit einer gewissen Unsicherheit auseinandersetzen, denn immerhin führt der Mangel an Veranstaltungen und Messen unter dem Strich zu einem Rückgang an neuen Produkten, die in den Markt eingeführt werden. „Allerdings haben die ersten Monate jetzt in 2021 gezeigt, wie wendig die Möbelbranche ist. Zudem ist ein großes Interesse der Endverbraucher zu spüren, die sich durch die anhaltende Pandemie vermehrt auf ihr Zuhause konzentrieren. Jeder verbringt deutlich mehr Zeit daheim und möchte sich sein Umfeld entsprechend schön gestalten“, fügte der neue Direktor von Catas hinzu.
Die neuen Wegen und Gewohnheiten, die mit der Corona-Pandemie Einzug hielten – nämlich digital zu kommunizieren – haben laut Bulian durchaus positive Nebeneffekte: „Wir von Catas sind in verschiedenen Normungsarbeitsgruppen bei internationalen technischen Komitees aktiv. Und wir kommen online jetzt deutlich häufiger zusammen als mit analogen Treffen, es gibt mehr Konsens und schnellere Entscheidungen. All das ist für die Normung wirklich gut“, kommentierte er.
Ein angesagtes Thema ist und bleiben die Emissionen. In den ersten Monaten des Jahres 2021 verzeichnete Catas einen Anstieg bei den Testanfragen von Kunden aus aller Welt, von denen viele in den Vorjahren noch keinen Kontakt zum Labor hatten. Das war auch einer der Gründe, warum Catas am Hauptsitz in San Giovanni al Natisone in Pandemiezeiten weiter investiert hat. Zwischenzeitlich gibt es dort 76 Prüfkammern, die voll ausgelastet sind.
Die Qualität der Luft in Wohnräumen steht im Mittelpunkt und es werden wichtige Neuigkeiten für die nahe Zukunft erwartet: „Im Rahmen der Aktivitäten des italienischen Normungsgremiums arbeiten wir an einer Norm für die Klassifizierung der VOC-Emissionen von Möbelkomponenten“, so Bulian. „Bis jetzt gibt es hier keine Regeln, die durch spezifische Gesetze oder Verordnungen vorgeschrieben sind. Und Italien könnte das erste Land sein, das eine Norm verabschiedet, die es erlaubt, Möbeloberflächen nach ihren Emissionen und Bestandteilen, einschließlich der Beschichtungssysteme, zu klassifizieren. Technisch gesehen würden einem Möbelhersteller ein Standardwerkzeug an die Hand gegeben, welches es ihm erleichtert, chemisch unbedenklicheren beschichteten Platten und Beschichtungssysteme zu identifizieren und vom Markt auszuwählen, wenn er ein emissionsarmes Möbelteil herstellen möchte.“
Nachhaltigkeit und Ökologie sind wichtige Schlüsselwörter für Catas. Es ist geplant, eine neue Dienstleistung anzubieten, die die Ökobilanz eines Möbelstücks erfasst: Das „LCA-Zertifikat“. Das Label könnte ein wichtiger Gradmesser werden, um die Nachhaltigkeit eines Produktes zu bewerten oder zumindest einen gewissen „Respekt für die Umwelt“ ausdrücken. Auch hier natürlich wieder entsprechend gleichbleibender Kriterien und nachprüfbarer Laborergebnisse. Allerdings ist die „LCA-Zertifizierung“ ein komplexer Prozess, der Unternehmen zu beträchtlichen Investitionen verpflichtet.
All diese Möglichkeiten will Catas schaffen, will im Schulterschluss mit nationalen und internationalen Herstellern agieren, die sich auf die hohe Prüfkompetenz verlassen. „Zum Jahresende 2020 verfügten wir über 170 akkreditierte Prüfverfahren, im Vergleich zu 138 im Jahr zuvor. Diese Zahl steht für unser Engagement, die Holz- und Möbelindustrie mit Prüfberichten und Zertifikaten auszustatten, die wichtige und anerkannte Visitenkarten für Qualität auf der ganzen Welt sind. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass 40 Prozent aller Anfragen bereits aus dem Ausland kommen – und wir wollen die Internationalität weiter steigern, ohne unsere Kunden in Italien zu vergessen“, fasst Franco Bulian zusammen.














