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Symposium zeigt aktuelle Entwicklungen rund um die Möbelkante

Es zeichnete sich früh ab, dass das Kantensymposium 2026 wieder ein Erfolg werden würde. „Schon bei den Anmeldungen war der Zulauf sehr gut“, so Matthias Hacker, Projektverantwortlicher des Kantensymposiums bei Rehau Interior Solutions. „Das Interesse an dem Veranstaltungsformat ist ungebrochen.“ Rund 140 Teilnehmende aus der industriellen Möbelfertigung kamen am 12. März 2026 zum 35. Rehau Kantensymposium. Vertreten waren namhafte Unternehmen aus der Küchen- und Büromöbelindustrie ebenso wie Zulieferer, sogar einige Gäste aus Skandinavien konnten beim Gastgeber, der Ima Schelling Group, in Lübbecke begrüßt werden. Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern Leitz, Riepe und Fagus-Grecon bot Rehau dem hochkarätig besetzten Fachpublikum die bekannte und geschätzte Mixtur aus Live-Demonstrationen in der Fertigung, Fachvorträgen und Diskussionsrunden – zu Themenfeldern wie neue Maschinen- und Materiallösungen, Designverbund, digitale Prozesse sowie nachhaltige Kantenverarbeitung.

Rund 140 Teilnehmende aus der Branche nutzten Live-Demonstrationen, Fachvorträge und Diskussionen, um sich über Lösungen für die industrielle Möbelproduktion auszutauschen.

Großes Interesse an bewährtem Format

Der Schwerpunkt des Symposiums lag in diesem Jahr wieder verstärkt auf Verarbeitungstechnologien und Qualitätssicherung. „Am Ende war es wieder eine gute Mischung aus Theorie und Praxis. An den Stationen ging es um Produkte, aber eben auch stark um Technik und Verarbeitung. Gerade das Qualitätstool von Fagus Grecon, also ,Edge Inspect‘, ist sehr gut angekommen“, sagt Matthias Hacker.

Das Format blieb bewusst kompakt und klar auf die technischen Anforderungen der Verarbeiter ausgerichtet. Am Vormittag durchliefen die Teilnehmenden sechs Stationen in der Fertigung bei Ima Schelling, am Nachmittag folgten vier vertiefende Vorträge in der Barre’s Brauwelt. Gerade diese Konzentration auf anwendungsnahe Themen wird geschätzt: Technik für Techniker, Profiwissen für Profis.

Lösungen für Design und Nachhaltigkeit

Das Kantenband „Raukantex Pigmento“ bildet Keramik, Stein, Holz und Beton naturgetreu nach.

Rehau zeigte, wie sich Kantenlösungen konsequent in Richtung Design, Qualität und Nachhaltigkeit weiterentwickeln. Im Designbereich standen organische Möbelformen sowie neue Lösungen wie Hybrid- und Chrom-Kanten im Fokus; ergänzt wurde das Spektrum durch Individualisierungsmöglichkeiten per Digitaldruck mit „Raukantex Canvas“.

Im Qualitätsblock präsentierte Rehau Ergebnisse eines industriellen Nullfugen-Tests, bei dem OMR3 mit verbesserter Feuchtebeständigkeit bis hin zu PUR-Niveau überzeugte. Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzte das Unternehmen Akzente: „Raukantex Eco“ mit 50 Prozent postindustriellen PP-Rezyklaten weist im Vergleich zu ABS und PP einen deutlich reduzierten CO2-Fußabdruck auf.

Ein Highlight im Partnerprogramm war Fagus-Grecon mit „Edgeinspect“. Die Lösung erfasst die Kantengeometrie per Laser-Triangulation und ermöglicht eine objektive Qualitätskontrolle jeder einzelnen Bauteilkante. Erkannt werden unter anderem Ausbrüche, offene Leimfugen sowie zu lange oder zu kurze Kanten. Zugleich arbeitet das System geometriebasiert, also dekorunabhängig, und liefert Hinweise auf fehlerhafte Werkzeugeinstellungen.

Neue Systeme für die Kantennachbearbeitung

Ima Schelling zeigte anhand konkreter Anwendungen, wie sich profilierte Bauteile effizienter bearbeiten lassen. Im Fokus stand Softforming mit Dickkante. Vorgestellt wurden Lösungen für grifflose Fronten, profilierte Kanten und Falzgeometrien ebenso wie CNC-Anwendungen mit vorgeritztem Kantenmaterial. Ergänzend dazu wurde mit den „Novimat Concept“ und „Systems“-Baureihen eine Maschinenlösung für eine hocheffiziente Kantenbearbeitung vorgestellt. Die Anlagen verarbeiten Rollenware bis 3 mm sowie Leisten bis 20 mm und lassen sich dank modularer Ausstattung flexibel an unterschiedliche Materialien und Fertigungsanforderungen anpassen.

Leitz präsentierte mit „Profilcut Q Diamond“ ein durchmesserkonstantes Werkzeugsystem für die Kantennachbearbeitung, das das Portfolio an Werkzeuglösungen ideal ergänzt. Das System ist bis zu fünfmal nachschärfbar und anschließend ohne erneuten Einstellaufwand wieder einsetzbar. Laut den gezeigten Unterlagen lassen sich damit die Kosten pro Laufmeter gegenüber Einwegwerkzeugen senken und Rüstzeiten deutlich reduzieren.

Qualitätssicherung im laufenden Prozess

Riepe ergänzte das Programm um eine Lösung zur Prozessüberwachung. Vorgestellt wurde ein Durchflusswächter, der den Flüssigkeitsauftrag in Echtzeit kontrolliert und so die Applikation zuverlässig nachvollziehbar macht. Damit wurde deutlich, dass sich Qualitätssicherung heute nicht nur über das Endergebnis, sondern zunehmend auch über den laufenden Prozess definieren lässt.

Praxisnah fiel der Kundenvortrag von Assmann aus. Andreas Fipp, Leiter Industrial Engineering, zeigte, wie das Unternehmen Nachhaltigkeit, Kantenrecycling und Kreislaufwirtschaft in die industrielle Möbelfertigung integriert. Vorgestellt wurde unter anderem die sortenreine Sammlung von PP-Produktionsresten, deren Rückführung zum Rehau-Recycler sowie die Umstellung auf Eco-PP-Kanten mit 50 Prozent postindustriellem Recyclinganteil. Damit bekam das Thema Rückführungskonzepte einen konkreten industriellen Anwendungsfall.

Fachkundiger Austausch beim Kantenschmaus

Auch der traditionelle „Kantenschmaus“ am Abend erfüllte erneut seine Funktion als Branchentreffpunkt. Die Veranstaltung wurde intensiv für Austausch und Vernetzung genutzt. Gerade diese Verbindung aus technischem Tiefgang, kompaktem Wissenstransfer und direktem Gespräch macht das Kantensymposium seit Jahren zu einem festen Termin im Kalender vieler Industriepartner – und wird es auch 2027 wieder sein, wenn Rehau und die Homag Group zum 36. Kantensymposium nach Schopfloch einladen.

Kanten, Kantensymposium, Rehau