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Hauptgeschäftsführer Brodtmann kritisiert Ankündigungen der DGB-Spitze

Noch bis morgen tagt in Berlin der 23. Ordentliche Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Im Hotel Estrel in Neukölln beraten die Delegierten unter dem Motto „Stärker mit uns“ über Anträge, die den Kurs der Gewerkschaftsbewegung für die kommenden Jahre bestimmen sollen.
An den auf dem Kongress gemachten Ankündigungen der DGB-Spitze übt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann starke Kritik.

Thilo Brodtmann, VDMA-Hauptgeschäftsführer

„Mit der Beschwörung eines gesellschaftlichen Klassenkampfs bleibt der Deutsche Gewerkschaftsbund gedanklich im vergangenen Jahrhundert verhaftet. Die DGB-Spitze lässt weder Offenheit für Reformen erkennen noch die Bereitschaft, Verantwortung für wirtschaftliche Erneuerung zu übernehmen. Wer dringend benötigte Strukturreformen verhindert, nimmt bewusst in Kauf, dass Deutschland international den Anschluss verliert.“, sagt Brodtmann und führt weiter aus. „Mit dieser Haltung trägt der DGB eine Mitverantwortung für die Reformblockaden in unserem Land. Statt über Wettbewerbsfähigkeit und strukturelle Erneuerung zu sprechen, dominiert eine Verteilungsdebatte, die die wirtschaftliche Substanz als selbstverständlich voraussetzt.“

Der VDMA-Hauptgeschäftsführer nennt das Beispiel Arbeitszeitgesetz: „Auf den Vorschlag für eine längst überfällige Erneuerung reagiert der DGB mit Alarmismus. Dramatisierung zählt mehr als sachliche Argumente. So wird jede Diskussion blockiert, noch bevor sie ernsthaft begonnen hat. Mit seiner anhaltenden Realitätsverweigerung schadet der DGB zunehmend auch der Akzeptanz einer Tarifbindung. Arbeitgeber und auch immer mehr Beschäftigte kehren der Sozialpartnerschaft den Rücken. Die Antworten auf die großen Herausforderungen werden immer häufiger auf der betrieblichen Ebene entwickelt. Dort entstehen pragmatische und passgenaue Lösungen, während die Gewerkschaften kaum noch eine gestaltende Rolle spielen.“

Deutscher Gewerkschaftsbund, DGB, Maschinen- und Anlagenbau, VDMA