Viel über den US-Markt gelernt
Nicht nur der Besuch der Messe KBIS in Las Vegas, sondern auch die begleitende Delegationsreise der AMK wurde erneut zu einer Erfolgstour für die deutschen Teilnehmer, um die Exportchancen in den Staaten auszuloten. So fasst der Verband nun die Erlebnisse der vergangenen Woche zusammen.
Bereits zum vierten Mal hatte die Arbeitsgemeinschaft zusammen mit der Koelnmesse und unterstützt von Messeveranstalter NKBA diese Erkundungstour organisiert. 14 Teilnehmer:innen aus dem Kreis der AMK-Mitgliedsunternehmen nutzten die Gelegenheit, den US-Markt vor Ort zu sondieren. Sie lernten landestypische Vertriebsstrukturen wie Lowe’s und Home Depot kennen und tauschten sich mit Vertrieblern, Architekten und Influencern aus.
Ein Höhepunkt der AMK-Delegationsreise war eine hochkarätige Plenarveranstaltung mit dem Titel „State of the Industry/State of the Association“. Marktkenner informierten und diskutierten gemeinsam mit den Moderatoren Bill Darcy (CEO der NKBA) und Suzie Williford (ebenfalls von der NKBA) über die Küchen- und Badindustrie in Nordamerika und gaben Einblicke in die Marktstrukturen. Zudem wurden aktuelle Produkttrends beleuchtet. Besonders interessant für die Gäste aus Deutschland war auch die anschließende Informationsveranstaltung „Vertriebspartner in den USA“.
Es gibt mehrere Gründe, warum Unternehmen ihre Exportaktivitäten in die USA ausweiten sollten, erklärt AMK-Geschäftsführer Volker Irle. Zwei besonders überzeugende Gründe sind: „Es ist eine kaufkräftige Region und einer der größten Küchenmärkte der Welt.” Und deutsche Unternehmen sind dort noch vergleichsweise wenig vertreten. Der aktuellen Statistik zufolge (Stand Ende 2022) beträgt das Exportvolumen der deutschen Küchenmöbelindustrie in die USA rund 47,5 Mio. Euro. Das entspricht lediglich 1,8 Prozent aller Ausfuhren der deutschen Küchenmöbelindustrie (Gesamtvolumen 2,695 Mrd. Euro).2 „Das Potenzial, das sich deutschen Unternehmen in den USA bietet, ist also gigantisch“, fasst der AMK-Geschäftsführer die Möglichkeiten zusammen. Eine Statistik der NKBA zeigt, dass der durchschnittliche Verkaufswert einer „Medium Size“-Küche bei 50.000 US-Dollar liegt. Dieser Wert bezieht sich nur auf die Holzteile ohne Geräte und weitere Ausstattung. Mehr als 70 Prozent aller Küchen werden in diesem mittleren Marktsegment verkauft. Bei der Komplettrenovierung einer Immobilie unter Regie einer Wohnungsbaugesellschaft entfallen laut NKBA-Statistik rund 20 Prozent des Gesamtbudgets allein auf die Küche.
Entsprechend positiv lautet das Fazit von AMK-Geschäftsführer Volker Irle: „Die AMK konnte in den vergangenen Jahren zu einer starken Verbindung zwischen dem deutschen und amerikanischen Markt werden und hat eine enge Beziehung zur NKBA aufgebaut. Dieses Netzwerk konnten wir für die Exportpläne unserer Mitglieder weiter festigen und ausbauen.”
Irle sieht die Kombination aus Messebesuch und Delegationsreise als „großartige Chance, den amerikanischen Markt besser kennenzulernen“ und die Küchen- und Badmesse hautnah zu erleben. Einige AMK-Mitgliedsunternehmen nutzen diese Plattform bereits für ihre Vertriebsaktivitäten in den USA oder zur Vorbereitung darauf. Wie in den Vorjahren präsentierten sich deutsche Möbelhersteller und Zulieferer auf der Gemeinschaftsfläche German Pavilion. Dieses Jahr stand ihnen eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern zur Verfügung. Zu den 15 Ausstellern auf dieser Fläche gehörten die AMK-Mitgliedsunternehmen Ballerina-Küchen, Burnout Kitchen, Elektra, Hettich, Kesseböhmer, Ninkaplast, Nobilia und Vauth-Sagel.
Der Gemeinschaftsstand wurde wie in den Vorjahren von der Leipziger Messe International in Zusammenarbeit mit der AMK und dem Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) organisiert. Es steht bereits fest, dass es auch im nächsten Jahr einen German Pavilion auf der nordamerikanischen Branchenschau für Küche und Bad geben wird.









