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Kraftwerksneubau im Tiroler Stammwerk erzeugt erstmals Strom

Der Kraftwerksbau von Egger im Stammwerk in St. Johann in Tirol (Österreich) hat mit dem ersten produzierten Strom einen wichtigen Meilenstein erreicht. Seit dem Baustart im Frühjahr 2024 investierte der Holzwerkstoffhersteller hier rund 80 Mio. EUR in die nächste Ausbaustufe seines Energie- und Umweltprojekts. Das Herzstück – ein neues Kraftwerk mit Dampfkessel und Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis biogener Brennstoffe – wird künftig sowohl Wärme als auch erstmals Strom für die eigenen Produktionsprozesse liefern. Zur Stromerzeugung wurde eine 14,5-MW-Turbine installiert, die pro Jahr ca. 100.000 MWh elektrische Energie erzeugt.

Mit der ersten Stromproduktion im Mai wird das Kraftwerk nun stufenweise hochgefahren. „Die erste Stromproduktion markiert einen bedeutenden Abschnitt in der technischen Umsetzung des Projekts“, sagt Projektleiter Hans Feiersinger. „Der Fokus liegt nun auf dem stabilen Hochfahren und der weiteren Integration der Anlage in den laufenden Betrieb.“

Der Projektabschluss sowie der Übergang in den Vollbetrieb sind für das dritte Quartal 2026 geplant. Im Normalbetrieb soll das Werk dadurch erdgasfrei arbeiten; eine Eigenstromversorgung von mindestens 70 Prozent des Standortbedarfs ist vorgesehen. Der Einsatz fossiler Brennstoffe am Standort wird somit gegen null reduziert. Zusätzlich können die umliegenden Gemeinden mit noch mehr nachhaltiger Fernwärme versorgt werden.

„Wir machen uns unabhängiger von volatilen Energiemärkten und sichern die Produktionsprozesse langfristig ab“, sagt Johannes Salvenmoser, Werksleitung Produktion & Technik in St. Johann. Ein weiterer Vorteil, der auf die Klimastrategie von Egger einzahlt: „Im Normalbetrieb produzieren wir künftig erdgasfrei.“

Einordnung in die Klimastrategie von Egger

Das Projekt am Standort St. Johann in Tirol ist Teil der langfristigen Klimastrategie des Holzwerkstoffherstellers. Als produzierendes Unternehmen behält Egger die klimawirksamen Treibhausgas-Emissionen entlang der eigenen Wertschöpfungskette im Blick und erkennt seine Verantwortung an, diese schrittweise zu reduzieren. Egger verfolgt eine klar definierte Klimastrategie mit dem Ziel, seine klimawirksamen Treibhausgas-Emissionen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zu senken. Das Unternehmen bekennt sich zum Net Zero Ziel bis 2050 und setzt dabei auf Emissionsreduktion innerhalb der eigenen Prozesse und Standorte und der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette – nicht auf Kompensation außerhalb der Wertschöpfungskette.

Die Entwicklung standortspezifischer Energieprojekte, wie das neue Kraftwerk in St. Johann in Tirol, ordnet sich in diesen langfristigen Ansatz ein. Die Klimastrategie wird durch Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Produktionstechnik der Egger-Werke, den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien sowie durch die regelmäßige Analyse des Corporate Carbon Footprints ergänzt.

Die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerksgebäudes in St. Johann in Tirol ist Teil einer langfristigen Klimastrategie des Holzwerkstoffherstellers Egger.

Ausbau der Fernwärmeversorgung möglich

Das Werk St. Johann in Tirol verfügt bereits seit 2008 über eine Kesselanlage, die durch die Verbrennung von Biomasse und biogenen Produktionsrückständen Wärmeenergie für die Produktionsanlagen sowie die Fernwärmeversorgung der Gemeinden St. Johann in Tirol und Oberndorf erzeugt.

Das neue Kraftwerk, das nach modernsten industriellen Standards errichtet wurde, liefert mittels Kraft-Wärme-Kopplung neben Wärmeenergie erstmals auch Eigenstrom für die Produktionsprozesse. Als Brennstoffe kommen Biomasse, biogene Produktionsrückstände aus der Holzaufbereitung und stofflich nicht verwertbare Holzabfälle zum Einsatz. Gemeinsam werden beide Kesselanlagen die für die Produktion und Fernwärme notwendige Wärmeenergie liefern. Das Werk in St. Johann in Tirol wird damit weitestgehend unabhängig von fossilen Brennstoffen. Darüber hinaus ergeben sich positive Effekte für die Region. Durch den Ausbau der Fernwärmeversorgung in Oberndorf und St. Johann könnten Heizungsanlagen, die fossile Energieträger nutzen, weiter substituiert werden.

Produktion in ressourceneffizientem Kreislauf

Egger produziert in einem ressourceneffizienten Werkstoffkreislauf. Unter anderem werden Sägenebenprodukte wie Hackschnitzel und Sägespäne gemeinsam mit Durchforstungs- und Recyclingholz zu Holzwerkstoffen verarbeitet. Alte Möbel, Paletten und Verpackungsmaterial sowie Ausschussmaterial aus der eigenen Produktion werden zur stofflichen Verwertung aufbereitet. Die dabei anfallenden Reststoffe, die keiner stofflichen Verwertung zuführbar sind, können vor Ort im neuen Kraftwerk für die Wärme- und Stromerzeugung thermisch genutzt werden – ohne zusätzlichen Transport. Mit diesem geschlossenen Kreislauf nutzt das Unternehmen die wertvolle Ressource Holz umfassend und verantwortungsvoll.

Egger, Holzwerkstoffe, Österreich, Produktion