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VDMA Oberflächentechnik  | 

Positive Erwartungen trotz stark beeinträchtigter Lieferketten

Die Oberflächentechnik konnte von Januar bis einschließlich Juli 2021 laut VDMA-Statistik ein kräftiges Orderplus von real 28 Prozent im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum verbuchen, wobei nur das Auslandsgeschäft mit einer Steigerung um 85 Prozent zum Wachstum beitrug. Die Inlandsbestellungen sanken im gleichen Zeitraum dagegen um 9 Prozent.

Ausfuhren in einzelne Länder sind häufig von großen Einzelprojekten geprägt, sodass sie erheblichen Schwankungen unterliegen. In Abhängigkeit dessen gingen nach Angaben der amtlichen Statistik 2020 die oberflächentechnischen Ausfuhren im Vergleich zu 2019 um 21 Prozent zurück. Nach einem schwachen Jahresauftakt 2021 legten die Ausfuhren im Zeitraum Mai bis Juli im Vorjahresvergleich um 11 Prozent zu.

In der Frühjahrs-Blitzumfrage des Fachverbands Allgemeine Lufttechnik rechneten die meldenden Unternehmen der Oberflächentechnik mit einer Umsatzsteigerung von circa 3 Prozent für 2021. Trotz aktueller Schwierigkeiten in den Lieferketten kann die Branche im Jahr 2021 voraussichtlich – aufgrund der guten Auftragslage – jedoch besser abschließen als im Frühjahr erwartet. Die Ergebnisse der Herbstumfrage werden Anfang November vorliegen.

Die Mitgliedsunternehmen der Fachabteilung Oberflächentechnik bestätigen die heterogene Umsatzentwicklung ihrer Branche in Abhängigkeit des jeweiligen Produktspektrums und der Kundenbranchen. Das betrifft beispielsweise den Komponenten- und Anlagenbau sowie die Automobil- und Möbelindustrie. So waren im Jahr 2020 in allen automotivnahen Abnehmerbranchen erhebliche Einschnitte zu spüren. Zahlreiche Anbieter von Oberflächentechnik hatten höhere Umsatzrückgänge zu verzeichnen als der Maschinenbaudurchschnitt von real Minus 12 Prozent.

Aktuell ist eine rege Auftragstätigkeit im Anlagenbau zu spüren. „Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung im laufenden Jahr wird die Verfügbarkeit von Material und Vorprodukten, wie beispielsweise Stahl sowie andere Metalle, Kunststoffe, Elektronikbauteile und Holz sein“, erläutert Guntram Preuß, Konjunkturexperte des Fachverbands. Vergleichbares zeigt auch die 11. VDMA-Corona-Blitzumfrage für den gesamten Maschinenbau auf. „Die Branche berichtet von erheblich gestörten Lieferketten, beispielsweise aus dem Bereich der Leistungselektronik in Bezug auf Halbleitern sowie einem erhöhten logistischen Aufwand.“ Dabei führt die fehlende Materialverfügbarkeit teilweise zu erheblichen Kostensteigerungen. Ursächlich hierfür sind Marktverwerfungen und Verzögerungen aufgrund der Corona-Pandemie sowie der Ausfall von Produktions- und Transportkapazitäten. Derzeit zeichnen sich Verzögerungen von Projektplanungen ab, so dass sich geplante Umsätze voraussichtlich zeitlich verschieben.

Nachdem seit Beginn der Pandemie kein persönliches Mitgliedertreffen mehr möglich war, nutzten die Teilnehmenden die Präsenzmitgliederversammlung der VDMA Oberflächentechnik am 7. September ausgiebig zum persönlichen Austausch und Gespräch.

Die Veranstaltung in Frankfurt am Main bot den Mitgliedern darüber hinaus die Gelegenheit sich von Dr. Thomas Schräder, ehemaliger Geschäftsführer des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik und Günter Buchmann, der bis März 2020 Vorsitzender der Fachabteilung Oberflächentechnik war, zu verabschieden. Schräder leitete die Geschäfte des Fachverbandes bis Mai 2021, bevor Anfang Juni Robert Hild seine Nachfolge antrat. „Wir sind froh, dass es nun endlich möglich ist, sowohl Dr. Schräder als auch Herrn Buchmann in angemessenem Rahmen zu verabschieden. Beide haben die Aktivitäten der VDMA Oberflächentechnik und damit die Entwicklung der Branche in erheblichem Maß unterstützt.“ sagte Dr. Martin Riester, Referent der Fachabteilung Oberflächentechnik im VDMA. „Wie wichtig darüber hinaus die persönliche Begegnung ist, zeigt die gute Stimmung und der rege Austausch heute hier vor Ort.“

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