Lieferketten drohen zu reißen – Rohstoffknappheit weitet sich dramatisch aus
Die schwierige Versorgungssituation mit Spanplatten ist seit Monaten Branchenthema. Schreiner berichten, dass große Beschläge-Anbieter mittlerweile zum Teil Lieferzeiten von mehr als drei Monaten haben. Der Pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff berichtet über einen guten Jahresstart, sieht diesen aber durch eine deutliche Knappheit an Rohstoffen gefährdet. Der Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie spricht von einer regelrechten Preisrallye seit dem zweiten Quartal 2020. Messing verteuerte sich in den letzten elf Monaten um fast 53 Prozent. Im Stahlbereich war die Preisdynamik am Spotmarkt noch größer. Nimmt man die pandemiebedingten Tiefststände zur Jahresmitte als Basis, fallen die Steigerungsraten in den vergangenen acht Monaten noch dramatischer aus: der Preis für Warmbreitband stieg um drei Viertel.
Und jetzt warnt auch der Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA) in einer Pressemitteilung.
Dort heißt es: Die Nachfrage nach Büromöbeln hat sich seit dem vierten Quartal 2020 deutlich erholt. Nun könnte die Umsetzung neuer Arbeitswelten aber erneut ins Stocken geraten, denn ausgerechnet jetzt drohen die Lieferketten zu reißen. Der IBA appelliert daher an die Käufer von Büromöbeln, ihre Projekte zügig in Angriff zu nehmen und eventuelle Verlängerung der Lieferzeiten einzuplanen.Derzeit fehlen den europäischen Stahlherstellern und vielen Kunststoffverarbeitern die für ihre Produktion erforderlichen Rohstoffe. Auch Spanplatten sind knapp. Gleichzeitig führen die Engpässe bei Vormaterialien zu steigenden Beschaffungskosten im teils zweistelligen Bereich. Wie viele andere Branchen ist auch die Büroeinrichtungsindustrie erheblich von dieser Entwicklung betroffen. „Unsere Mitglieder berichten uns, dass zugesagte Lieferungen von Rohmaterialien und Komponenten in vielen Fällen kurzfristig verschoben werden. Das führt zwangsläufig zu Verzögerungen bei der Produktion und Auslieferung der Möbel und anderer Einrichtungsgegenstände“, beschreibt Thomas Jünger, Geschäftsführer des IBA, die Lage. Die Wiesbadener Branchenvertreter erwarten, dass sich Hersteller und Kunden auf langfristige Probleme einstellen müssen. Auch sei davon auszugehen, dass die deutlich steigenden Materialpreise zu merklichen Preissteigerungen bei den Büromöbeln führen werden. So lautet die Empfehlung des IBA: „Wer sein Unternehmen fit für neue Herausforderungen machen will, sollte das am besten zügig in Angriff nehmen und auf alle Fälle mehr Zeit bis zur Realisierung einplanen.“
Industrieverband Büro und Arbeitswelt









