Skip to main content
Auma  | 

Auslandsmesseförderung 2026: Weniger „German Pavilions“ trotz leichtem Budget-Plus

Deutsche Unternehmen werden im Jahr 2026 seltener unter der Dachmarke „Made in Germany“ auf internationalen Messen vertreten sein. Wie aus dem neuen Auslandsmesseprogramm (AMP) des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht, sinkt die Zahl der geförderten Gemeinschaftsstände um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zwar hat der Bund den Etat für die Unterstützung deutscher Firmen auf Auslandsmessen leicht angehoben. Um knapp ein Prozent auf nun 44 Millionen Euro. Doch dies gleicht die massiven Kostensteigerungen der Branche nicht aus. Laut dem Verband der deutschen Messewirtschaft (AUMA) sind die Kosten für Messebeteiligungen zuletzt um bis zu 40 Prozent gestiegen.

Verband warnt vor schleichendem Abbau der Exportförderung

Für das laufende Jahr sind insgesamt 236 Gemeinschaftsbeteiligungen in über 50 Ländern geplant. Der AUMA, der das Programm für die Wirtschaft koordiniert, sieht in dem Rückgang eine Gefahr für die Exportchancen des deutschen Mittelstands.

„20 deutsche Gemeinschaftsstände weniger auf den Messen weltweit bedeuten hundertfach weniger Exportchancen für den deutschen Mittelstand“, kritisiert Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des AUMA. Er fordert eine Aufstockung des Budgets um fünf Millionen auf mindestens 49 Millionen Euro. Nur so ließen sich Qualität und Quantität des Programms halten, das insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den oft kostspieligen Schritt auf internationale Märkte erleichtert.

Asien und USA bleiben wichtigste Zielregionen

Der regionale Fokus der Förderung liegt auch 2026 klar auf Süd-Ost-Zentralasien mit rund 95 geplanten Beteiligungen. Auf Länderebene führen die USA das Ranking mit 32 „German Pavilions“ an, gefolgt von China (27), den Vereinigten Arabischen Emiraten (23) und Indien (20).

Das Programm übernimmt in der Regel rund 50 Prozent der direkten Messekosten der Aussteller. Die volkswirtschaftliche Hebelwirkung ist dabei enorm: Nach Angaben des Verbands löst ein investierter Steuer-Euro eine Wertschöpfung von rund 216 Euro aus.

Premiere in Vietnam und Branchen-Highlights

Trotz der reduzierten Gesamtanzahl stehen im ersten Halbjahr 2026 rund 120 Messeauftritte auf dem Plan, darunter einige Premieren und wichtige Branchenevents:

  • Vietnam (Februar): Erstmals wird es einen deutschen Gemeinschaftsstand auf der Textilmesse VIATT in Ho-Chi-Minh-Stadt geben.
  • China (April): Mit rund 90 Ausstellern gehört der Auftritt auf der Chinaplas in Shanghai (Kunststoff- und Gummiindustrie) zu den größten Beteiligungen des Jahres.
  • USA (Januar): Das Jahr startete bereits traditionell stark mit der CES in Las Vegas sowie weiteren Auftritten an der West- und Ostküste.
  • Saudi-Arabien (Mai): Riad entwickelt sich zu einem Hotspot für deutsche Exporteure; allein im Mai finden dort drei Gemeinschaftsbeteiligungen statt.

Jährlich nutzen bis zu 5.000 deutsche Unternehmen die Förderung des Bundes, um neue Absatzmärkte zu erschließen. Seit dem Start des Programms im Jahr 1949 wurden so über 215.000 Mittelständler auf ihrem Weg ins Ausland unterstützt.

Auma