Aktuelle Situation pusht Investitionen in die eigenen vier Wände
Die aktuelle globale Ausnahmesituation wird Auswirkungen auf die zukünftige Gestaltung von Wohnwelten haben. Doch welche könnten das sein? Die „möbelfertigung“ fragte bei Claudia Küchen, Vorstand Design, Marketing, Kommunikation und Dekorentwicklung bei Schattdecor, nach.
möbelfertigung: Frau Küchen, welchen Einfluss hat die Pandemie auf Design und Gestaltung?
Claudia Küchen: Die Welt befindet sich gemeinsam in einem so bislang unbekannten Ausnahmezustand. Ich denke, diese Situation wird Einfluss auf alles haben – jeden Bereich des Wohnens, Arbeitens und Lebens. Und natürlich auch auf unsere Produkte.
Deshalb laufen Neuentwicklungen gerade auf Hochtouren. Wir müssen neuen Bedürfnissen und einem neuen Facettenreichtum gerecht werden. Keiner kann genau sagen, wohin die Reise im Moment hingeht, aber letztlich haben wir alles das gleiche Ziel: Nach der Krise muss wieder ein Aufschwung kommen. Den wollen wir mit neuen Dekoren, Designs, Konzepten, Oberflächen und Produkten bewusst breitgefächert mit anstoßen.
möbelfertigung: Rechnen Sie damit, dass die Krise zu einem noch stärkeren Cocooning der Menschen und damit mehr Investitionen in die eigenen vier Wände fließen?
Claudia Küchen: Sicher. Das ist ein Thema, das man aktuell omnipräsent auf allen Kanälen sieht. Noch nie haben wir so viel Zeit in den eigenen vier Wänden, dem eigenen Zuhause verbracht wie aktuell. Und ja, wo wir „früher“ vielleicht eher praktisch und in puncto Nutzbarkeit ohne viel Schnickschnack gedacht haben, möchten wir es aktuell lieber gemütlich in unserem Zuhause haben. Ein Ort des Wohlfühlens und Zurückziehens – Schutz, Wärme und Vertrautheit. Und wenn ich mich im Freundeskreis und im Markt so umhöre, dann investieren die Menschen schon verstärkt in Utensilien für das eigene Heim.
möbelfertigung: Durch die Covid-19-Krise hat das Thema Vernetzung zusätzlichen Rückenwind bekommen. Beeinflusst dies die Arbeit von Designern aus Ihrer Sicht und fließen Trends aus verschiedenen Regionen der Welt noch schneller zusammen?
Claudia Küchen: Als Gruppe arbeiten wir seit jeher extrem eng und vernetzt zusammen und haben auch vorher schon aufgrund der räumlichen Distanz auf interne digitale Tools zurückgegriffen, um einen regelmäßigen Austausch untereinander zu gewährleisten. Wir leben in einer schnelllebigen, digitalen Welt – zum Glück können wir reflektierend sagen – in der man ganz einfach per Mausklick oder Anruf sämtliche Barrieren überbrücken kann. Es kommt nicht immer nur auf die physische Nähe an, wobei diese in unserer Unternehmenskultur eine große Rolle spielt.
Vernetzung ist aber gerade in puncto Partnernetzwerk ein gutes Stichwort. Denn wir befinden uns alle gemeinsam in dieser Situation und müssen versuchen, uns gemeinsam auf eine neue Normalität einzustellen und dabei partnerschaftlich und solidarisch füreinander einstehen und weitermachen.
Die stabilen Partnerschaften und Verbünde der Vergangenheit zeigen, dass wir gemeinsam gestärkt aus einer Krise hervorgehen und dass auch währenddessen Neuentwicklungen entstehen, aus denen rasant Bestseller geworden sind.
Das komplette Interview lesen Sie in der „möbelfertigung 4/2020“, die am 20. Juli erscheint. Wenn Sie ein Abonnement besitzen, erhalten Sie die Ausgabe automatisch. Wenn Sie noch kein Abo haben, dann bekommen Sie es hier.
Außerdem in der Ausgabe: Mit welchen Plattformen und Lösungen die Maschinenbauer den digitalen Wandel vorantreiben, was Cleaf und Egger jetzt planen, mit welchen Strategien Surteco seine Kompetenzen noch besser bündeln will, warum neue Normen oft auch neue Absauganlagen erfordern, wie Ima eine Maschinenvorabnahme online realisieren konnte, was das innovatives Applikationsverfahren von Adler Lacke und Dürr auszeichnet welche Potenziale Lott-Lacke in Excimer-Lacken sieht, was Sherwin-Williams im deutschen Markt plant und noch viele weitere, spannende Themen.
Darüber hinaus finden Sie in der aktuellen „möbelfertigung“ das große Dekorspecial mit vielen Trends, Produktneuheiten, Zahlen und Fakten.





