Der Umsatz soll sich in zehn Jahren verdoppeln
Seit März steht Stefan Müller an der Spitze der Karl Heesemann Maschinenfabrik. In einem schwierigen Marktumfeld präsentiert sich der Schleifmaschinenspezialist in ausgezeichneter Verfassung. Die Auftragsbücher sind voll, die Produktion läuft auf Hochtouren – primär getrieben vom US-Markt. Im Interview erläutert der Geschäftsführer seine strategischen Stoßrichtungen: konsequente Internationalisierung, der Ausbau des Servicegeschäfts und die Erschließung neuer Anwendungsfelder unter dem Leitbild des „House of Sanding“. Dabei soll der Metallbereichdeutlich wachsen, ohne die Wurzeln in der Holzbearbeitung zu vernachlässigen. Müller bekennt sich klar zum Standort Bad Oeynhausen und gibt eine ambitionierte Zielmarke aus: die Verdopplung von Umsatz und Unternehmensgröße in den nächsten zehn Jahren.
möbelfertigung: Herr Müller, Sie sind seit März Geschäftsführer von Heesemann – wie waren die ersten Wochen in der neuen Rolle?
Stefan Müller: Intensiv und ermutigend. Ich kenne das Unternehmen, die Produkte, unsere Händler und Kunden sowie viele der Kolleg:innen seit Jahren. Dennoch ist es etwas anderes, Gesamtverantwortung zu tragen. Ich habe nach dem Wechsel zahlreiche Gespräche geführt: intern mit den Teams aus Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Service, aber auch extern mit Händlern und Kunden, die natürlich sehr interessiert daran waren, wie es bei Heesemann weitergeht. Das Feedback war durchweg äußerst positiv. Dass ein neuer Wind bei Heesemann weht, wurde sehr begrüßt. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Qualität der Menschen im Haus und die Tiefe des technischen Know-hows. Heesemann hat eine außergewöhnlich starke Basis.
Im persönlichen Umgang mit der Belegschaft hat sich für mich wenig verändert. Wenn ich im Haus bin, gehe ich durch die Hallen, spreche mit den Werkern über das, was sie gerade bewegt. Bei großen Kundenabnahmen bin ich dabei, schraube an den Maschinen mit, stelle sie mit ein. Das lasse ich mir nicht nehmen.
möbelfertigung: Wie ist die aktuelle Auftragslage bei Heesemann?
Stefan Müller: Entgegen dem allgemeinen Branchentrend außerordentlich gut. Das ist primär dem US-Markt geschuldet. Die Auftragsbücher sind voll, die Produktion läuft auf Hochtouren. Wir haben seit Jahresbeginn fast durchgängig samstags arbeiten müssen, um die Auftragsmenge abzuarbeiten.
möbelfertigung: Heesemann richtet seine Strategie auf Wachstum, Innovation und die Erschließung neuer Märkte aus. Ziel ist, das Unternehmen nachhaltig zu stärken und die technologische Führungsposition weiter auszubauen. Was bedeutet diese Wachstumsstrategie operativ für die kommenden 24 Monate?
Stefan Müller: Wachstum muss profitabel, nachhaltig und technologisch unterlegt sein. Operativ bedeutet das für uns vier Stoßrichtungen. Erstens den Ausbau unserer Entwicklungskapazitäten, insbesondere in Konstruktion, Software, Steuerungstechnik, Sensorik und Automatisierung. Hier müssen wir spürbar stärker werden, denn im Preiskampf gegen asiatische Wettbewerber müssen wir uns technologisch positionieren. Zweitens konsequente Internationalisierung, bestehende Märkte vertiefen, neue gezielt erschließen. Drittens die Stärkung unseres Servicegeschäfts, weil erstklassiger After-Sales-Service und Kundenzufriedenheit für uns von größter Bedeutung sind. Und viertens den Mut, über unsere bestehenden Segmente hinauszudenken.
Das komplette Interview lesen Sie in der möbelfertigung 3/26, sofort HIER als E-Magazin verfügbar.
Top-Themen der Ausgabe: Branchentreff „Möbler Meilen“, Yacht-Interieur als „schwimmende Architektur“ von Lissoni & Partners, Kreislaufwirtschaft für Büromöbel, neue Designansätze von Schattdecor zwischen Individualisierung und Klarheit, KI trifft Messtechnik bei Hecht und Fraunhofer ITWM, Wachstumsperspektiven in Asien mit Sesa, Qualität und Nachhaltigkeit beim Rehau-Kantensymposium, innovative Materialien wie Baumrindenvlies von Europlac/Bark Cloth, lückenlose Flächen- und Kantenveredelung von Hymmen, neue Interior-Trends von Egger, Interprint und Impress, Gesundheit und Wohnlichkeit im Objektbereich mit Häfele und Himacs, Produktionsoptimierung für Losgröße 1, ambitionierte Wachstumsziele bei Heesemann sowie Ausblicke auf die IWF Atlanta und weitere internationale Branchenmessen.













