US-Roboterindustrie wächst zweistellig
In den USA ist der Absatz von Industrie-Robotern im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent gestiegen. 38.000 Einheiten wurden 2025 neu installiert. Die deutliche Erholung beruht auf einem robusten Wachstum in der Lebensmittelbranche und anderen nicht-verarbeitenden Sektoren. Die Autoindustrie bleibt jedoch die größte Abnehmerbranche und liegt mit 13.500 installierten Einheiten nur 1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Das zeigen vorläufige Ergebnisse der International Federation of Robotics (IFR).
„Die Vereinigten Staaten sind wieder auf Wachstumskurs“, sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics. „Während die Automobilbranche ihr drittbestes Ergebnis seit sieben Jahren erzielte, zeigen die Daten gleichzeitig eine steigende Nachfrage nach flexibler Automatisierung in der Lebensmittelindustrie: In diesem Sektor stiegen die Installationszahlen um 30 Prozent und liegen so gleichauf mit dem Metall- und Maschinenbau sowie der Elektronik. Diese Branchen verzeichnen alle jeweils rund 3.000 Installationen im Jahr 2025.“
Der Automatisierungsgrad in den USA liegt, gemessen an der Roboterdichte, bei 307 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte in der verarbeitenden Industrie. Damit rangieren die Vereinigten Staaten weltweit auf Platz 8, zwei Plätze besser als im Vorjahr. Mit diesem Ergebnis liegt das Land hinter stärker automatisierten Ländern wie Südkorea (1.220 Roboter), Deutschland (449 Roboter) und Japan (446 Roboter), aber vor China (166 Roboter).

China bleibt mit Abstand größter Markt
Allerdings übertrifft China den Rest der Welt deutlich, wenn es um die Marktgröße geht. 295.000 Industrie-Roboter wurden im Reich der Mitte 2024 installiert. Das entspricht einem weltweiten Marktanteil von 54 Prozent. Vorläufige Ergebnisse für das Jahr 2025 liegen für China noch nicht vor. Doch nach Schätzungen der IFR dürften die Installationen etwa zehnmal höher liegen als in den Vereinigten Staaten. Diese Erfolgsgeschichte basiert auf der nationalen Robotik-Strategie des Landes, die vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde. Chinas kürzlich veröffentlichter 15. Fünfjahresplan (2026–2030) rückt die Robotik jetzt sogar in den Mittelpunkt seiner Industrie-Strategie. Ziel ist es, die KI-Forschung auf physische Anwendungen zu konzentrieren, wobei Roboter als Hauptmotor des Wirtschaftswachstums dienen sollen.
Nordamerikas größter Verband für die Automatisierungsbranche, A3, hat inzwischen seine „Vision für eine nationale Robotik-Strategie“ offiziell veröffentlicht und den Gesetzgebungsorganen vorgestellt. Der Verband setzt sich damit für die Schaffung eines Bundesamtes für Robotik und einer nationalen Kommission zur Koordinierung der Strategie ein. Ziel soll sein, die staatliche Forschung zu harmonisieren und öffentlich-private Partnerschaften zu fördern. Das Papier sieht zudem marktorientierte steuerliche Anreize, eine Ausweitung der Umschulung von Fachkräften, aktualisierte Sicherheitsstandards sowie eine bundesweite Verpflichtung zum Kauf einheimischer Robotik-Technologie vor, um den kommerziellen Einsatz zu beschleunigen.
IFR prognostiziert langfristiges Wachstum
Die Aussichten für eine industrielle Modernisierung in Nordamerika und den USA bleiben weiterhin äußerst positiv. Dies ist auf die zunehmende Rückverlagerung von Produktionsstätten sowie den anhaltenden Fachkräftemangel zurückzuführen. Die IFR prognostiziert für den Automatisierungssektor der Region einen stabilen, langfristigen Wachstumskurs, da die Hersteller ihre Investitionen in die Automatisierung erhöhen, um strukturellen Arbeitskräftemangel auszugleichen. Zudem diversifiziert sich die Nachfrage über die traditionellen Sektoren hinaus.
Jane Heffner, Vizepräsidentin der IFR, wird am 24. Juni auf der Automate Show 2026 in Chicago die vorläufigen Zahlen zu den Installationen von Industrierobotern auf dem nordamerikanischen Markt vorstellen. Auf dem anschließenden IFR Executive Roundtable zum Thema „What’s Next in Automation: Market Forces, Technology, and Leadership Perspectives“ diskutieren Mikell Taylor (General Motors), Justin Brown (Teradyne), Justin King (Omron Robotics), Jan Louwen (Stäubli), Robert Little (Robert Little Robotics Advisory) und Robert Huschka (A3).













