Skip to main content
Liebherr
Liebherr  | 

Ungewisse Lage – Antrag auf Kurzarbeit abgelehnt

Schlechte Nachrichten für Liebherr: Der Antrag des Hausgeräteherstellers auf Kurzarbeit am Standort Lienz wurde vom österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS) abgelehnt. Ursprünglich sollten bis zu 960 Mitarbeitende aus der Produktion sowie produktionsnahen Bereichen in den Monaten Oktober, November und Dezember in Kurzarbeit gehen, um der anhaltend rückläufigen Nachfragesituation zu begegnen. Da Liebherr laut eigener Aussage Anfang 2025 mit einer Entspannung der Situation rechnet, wollte der Produzent für Kühlgeräte seine Arbeitskräfte nicht verlieren.

Wie der ORF nun berichtet, hat der AMS die – bereits vorher als schwierig eingestufte – Anfrage abgelehnt. Der Grund hierfür sei zum einen, dass Arbeitsmarkt-Expert:innen in den kommenden Monaten nicht mit einer Trendwende rechnen. Liebherr habe nicht nachweisen können, dass sich die wirtschaftliche Lage zu Beginn des neuen Jahres entspanne. Zudem, betont ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher, sei „Kurzarbeit nicht dafür da, um konjunkturelle Schwankungen auszugleichen.“

AMS-Tirol-Leiterin Sabine Platzer-Werlberger wird konkreter: „Während der Corona-Pandemie war die Kurzarbeit ein definiertes Kriseninstrument, jetzt ist sie für nicht vorhersehbare, exogene Ereignisse gedacht.“

Die österreichische Arbeitergewerkschaft „Die Produktionsgewerkschaft“ (PRO-GE) hält dagegen. Noch vor Ablehnung des Antrags mahnte Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE, dass es an der Zeit sei, die bestehenden Kurzarbeitsregeln zu überdenken: „Die Kurzarbeit muss wieder so ausgestaltet werden, dass sie wieder von mehr Betrieben in Anspruch genommen werden kann. Gerade angesichts des Fachkräftemangels ist es entscheidend, dass Industriebetriebe jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten können, in die sie investiert haben.“

Thomas Giner, Landesgeschäftsführer der PRO-GE Tirol, bekräftigt die Notwendigkeit der Kurzarbeit: „Liebherr ist der größte Arbeitgeber in Lienz und prägend für die Region. Sind die Fachkräfte einmal weg, wird es in Osttirol nicht leicht sein, diese wieder zu ersetzen.“

Wie es nun für die Beschäftigten weitergeht, ist bislang völlig offen. Liebherr-Pressesprecher Manuel Eder äußerte sich auf Anfrage des ORF bislang nur vage zum weiteren Vorgehen des Hausgerätekonzerns in Österreich. „Die Geschäftsführung, die Personalabteilung und der Betriebsrat arbeiten im engen Austausch daran, gemeinsam eine alternative Lösung zur Überbrückung der temporären Unterauslastung zu finden“, sagte er dazu. Kündigungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausschließen: Stand jetzt gibt es wohl für rund 100 Beschäftigte der Lienzer Niederlassung zu wenig Arbeit, schreibt der ORF. Erklärtes Ziel sei es jedoch, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Lienz zu halten – das sind rund 1.340 Personen.

Hausgeräte Kurzarbeit Liebherr