Deutsche Möbelexporte stabilisieren sich in den ersten neun Monaten 2025
Die Exporte der deutschen Möbelindustrie haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit knapp 6,2 Milliarden Euro annähernd das Vorjahresniveau erreicht (-0,7 %). Das zeigt die vorläufige Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamts. „Wir sehen eine allmähliche Stabilisierung des Exportgeschäfts, wenngleich die Rahmenbedingungen vor allem angesichts der Zollkonflikte herausfordernd bleiben“, kommentiert Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie.
Positiv entwickelten sich unter anderem die Ausfuhren in die Schweiz. Auf ihrem zweitgrößten Auslandsmarkt verbuchten die deutschen Möbelhersteller einen Zuwachs von fast 3 Prozent. Eine besonders erfreuliche Dynamik verzeichnete die Branche bei ihren Lieferungen nach Italien (+9,4 %). Ein ähnliches Ergebnis gab es beim Export nach Spanien (+8,7 %). In beiden kommen derzeit positive Impulse aus dem Wohnungsbau.
Rückläufige Exporte in Nachbarländer
Einbußen gab es dagegen auf dem Hauptexportmarkt Frankreich (-2,1 %) und in Österreich (-6,8 %). Auch ins Vereinigte Königreich (-4,9 %), nach Belgien (-2,1 %) und in die Niederlande (-0,7 %) wurde weniger exportiert.
Zu einem Rückgang von rund 2 Prozent kam es bei den Exporten in die Vereinigten Staaten. Die USA sind der wichtigste außereuropäische Auslandsmarkt für Möbel „Made in Germany“. Betroffen war vor allem die deutsche Küchenmöbelindustrie, deren Lieferungen um knapp 11 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. „Die US-Zölle führen zu unnötigen Preisaufschlägen und schränken die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anbieter auf dem amerikanischen Markt massiv ein“, stellt Kurth fest.
Mehr Einfuhren aus Asien
Bemerkbar mache sich die amerikanische Handelspolitik auch bei den Möbeleinfuhren nach Deutschland, berichtet der Geschäftsführer weiter. Chinesische und vietnamesische Möbelhersteller lenkten ursprünglich für den amerikanischen Markt gedachte Waren, deren Absatz dort jetzt durch die Zölle erschwert werde, verstärkt auf den deutschen Markt um. Von Januar bis September dieses Jahres zogen die Einfuhren aus China gemäß Außenhandelsstatistik um 12,4 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro und diejenigen aus Vietnam um 17,4 Prozent auf 197 Millionen Euro an. China stellt mit einem Anteil von 30 Prozent an den deutschen Möbelimporten das größte Lieferland vor Polen (29 %) dar. Starke Zuwächse gab es auch bei den Importen aus Italien (+25,4 %) und Litauen (+28 %). Insgesamt stiegen die Möbeleinfuhren hierzulande um 11 Prozent auf rund 8 Milliarden Euro an.
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