Insolvenzantrag, aber operativer Geschäftsbetrieb läuft weiter
Die MCA Furniture GmbH hat beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Wie der Importspezialist mitteilt, erfolgt dieser Schritt „bewusst frühzeitig und vorausschauend, um auf die anhaltend schwierige Marktsituation im Möbelhandel sowie den kurzfristigen Ausfall eines zentralen Lieferanten strukturiert zu reagieren und die Zukunft des Unternehmens aktiv zu sichern.“
Das vorläufige Insolvenzverfahren betrifft laut Pressemitteilung ausschließlich die MCA Furniture GmbH. Weitere Gesellschaften der MCA Group sind rechtlich eigenständig und nicht Teil des Verfahrens.
Wegfall des Hauptlieferanten als Auslöser
Auslöser der Antragstellung sei insbesondere der Wegfall des Hauptlieferanten Contorte Grupa, Spezialist für voll- und teilmassive Möbel aus Kroatien, der nicht mehr lieferfähig ist. Diese Sortimentsgruppe stehe für einen signifikanten Anteil des Gesamtumsatzes von MCA Furniture und habe somit kurzfristig nicht ersetzt werden können.
In Verbindung mit drei insgesamt sehr herausfordernden Geschäftsjahren mit entsprechenden Umsatzrückgängen habe sich daraus eine Situation ergeben, die nun neu geordnet werden müsse.
Operativer Geschäftsbetrieb läuft weiter
Der operative Geschäftsbetrieb läuft nach Unternehmensangaben stabil weiter. Alle nicht vom Lieferantenausfall betroffenen Sortimente – darunter Stühle und Tische aus Asien sowie folierte Kastenmöbel aus Polen – werden weiterhin regulär produziert, importiert und ausgeliefert. Kundenaufträge in diesen Bereichen sollen planmäßig erfüllt werden.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Schmidt erklärt: „Nach meiner bisherigen Prüfung sind die operativen Strukturen tragfähig. Der laufende Geschäftsbetrieb kann vollumfänglich fortgeführt werden. Gespräche mit Kunden, Lieferanten und Finanzierungspartnern werden unmittelbar aufgenommen. Ziel ist es, die Sanierungsoptionen zügig zu bewerten und tragfähige Maßnahmen umzusetzen.“
Ziel: Stabilisierung und Fortführung
Der nach dem Weggang von Benjamin Dobrott alleinige MCA-Furniture-Geschäftsführer Marco Tölle betont, dass die Antragstellung ausdrücklich nicht mit dem Ziel einer Abwicklung erfolge, sondern der Stabilisierung und geordneten Fortführung des Unternehmens diene.
Das ist dem Unternehmen, das seit 1977, damals als Teil der Schieder Gruppe von Rolf Demuth gegründet, am Markt agiert, sehr zu wünschen. In der Spitze gehörte MCA Furniture mit einem Umsatz von mehr als 150 Mio. Euro zu den größten Möbelimporteuren Deutschlands.








