E-Commerce-Platzhirsch in der DACH-Region
Die Zeiten, in denen die Aussage galt, dass sich Möbel online nicht verkaufen lassen, sind vorbei. Dazu hat auch Connox beigetragen. Dabei übersehen viele, dass einige Steps erforderlich waren, bis sich das Unternehmen zum erfolgreichen E-Commerce-Player mit 30.000 Produkten entwickeln konnte. Unter anderem wurde dafür kräftig in ein Warehouse sowie eigene Software investiert, wie Gründer und Geschäftsführer Thilo Haas im Gespräch mit der „möbelfertigung“ betont.
möbelfertigung: Herr Haas, der Online-Handel gilt als einer der großen Gewinner der Pandemie. Gleichzeitig war es für die Unternehmen eine große Herausforderung in den letzten eineinhalb Jahren effizient und kundenorientiert zu agieren. Wie verlief diese besondere Zeit bislang für Connox?
Thilo Haas: Mit einer solchen Situation war natürlich überhaupt nicht zu rechnen. Doch wir steckten nicht die Köpfe in den Sand sondern verhielten uns proaktiv und schickten schon kurz vor dem offiziellen Lockdown alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Hause.
Schließlich ist das ortsunabhängige Arbeiten für ein Digitalunternehmen wie Connox kein Problem.
Das galt und gilt natürlich nicht für unser Warehouse, also unser Lager. Hier lagen für uns große Herausforderungen. Zum einen wollten wir eine gewisse Fairness unter den Mitarbeitern bewahren, zum anderen die Sicherheit der Leute, die im Lager tätig sind, gewährleisten. Schließlich nehmen wir unsere Fürsorgepflicht sehr ernst. In logischer Konsequenz wurden strenge Hygienestandards und sofort die Maskenpflicht eingeführt. Auch wurde der Zutritt Fremder zum Lager unterbunden und für die LKW-Fahrer Schleusen eingerichtet.
Darüber gab es Absprachen mit der örtlichen Busgesellschaft, damit sie mehr Busse einsetzen, um überfüllte Fahrzeuge zu vermeiden. Wir haben uns also mit sehr vielen Themen beschäftigt.
möbelfertigung: Und dann kam es auch enorm schnell zu einem Nachfrage-Boom bei Möbeln und Einrichtungsgegenständen?
Thilo Haas: Richtig. Denn die Menschen saßen plötzlich zu Hause, konnten nicht mehr reisen, nicht ins Kino oder in Konzerte gehen. Und da fiel ihnen auf, dass es in den eigenen vier Wänden viel zu verschönern gibt. In Folge rollte eine riesige Nachfragewelle auf uns zu.
Und wenn sich der Umsatz innerhalb von zwei Wochen verdoppelt, dann verdoppelt sich alles: Umsätze, Pakete, Kundenanfragen, Retouren und so weiter. Aber natürlich konnten wir nicht plötzlich unser Personal duplizieren, auch wenn wir versucht haben Personal aufzustocken, zum Teil über Zeitarbeitsfirmen. Doch gerade im Service und in der Beratung kann man angesichts der komplexen Produkte nicht einfach mit Zeitarbeitern agieren. Das war eine sehr große Herausforderung.
In Folge war unser Kundenservice „verstopft“. Also wurde in einem Zeitfenster nur telefoniert, in einem anderen wurden nur Mails beantwortet.
Darüber hinaus haben wir proaktiv Lieferinformationen rausgegeben. Zum Beispiel, wenn ein Hersteller wegen der Pandemie gerade Lieferprobleme hatte. Dabei kam unser Werben um Geduld und Vertrauen sehr gut an, was zeigt, wie wertvoll eine offene Kommunikation ist.
möbelfertigung: Wie sieht die Nachfrage aktuell aus?
Thilo Haas: Immer noch sehr gut, aber der extreme Boom ist nicht mehr da. Trotzdem konnte der Anteil des Online-Handels am Möbelgeschäft steigen und das wird nachhaltig sein. Das merken wir nach wie vor.
möbelfertigung: Aktuell leidet die gesamte Branche unter Materialknappheit. Wie sieht das bei Connox aus?
Thilo Haas: Natürlich gibt es längere Lieferzeiten. Das versuchen wir mit unserem Lager, also einer größeren Bevorratung, abzupuffern.
Darüber hinaus ist auch unser Unternehmen mit Preissteigerungen, zum Beispiel für Container oder Rohstoffe, stark konfrontiert.
Das komplette Interview lesen Sie in der Ausgabe 8/2021 der „möbelfertigung, die morgen (15. Dezember) erscheint. Sichern Sie sich HIER ein Abo, damit Sie in Zukunft keine Ausgabe verpassen.
Weitere Themen der Ausgabe: Die Nachberichte zu den gelungenen Veranstaltungen „Surface in motion“ in Wiesbaden und „Internationale Möbeltage“ in Dresden; warum zu viel Automatisierung zu Innovationsstillstand führen kann; wodurch das neue Grass-Headquarter im Vorarlberg absolut aus der Masse heraussticht; die Stationen der diesjährigen Furnierreise des IFN in der Schweiz; inwiefern Häfele in Lagerware investiert; wie Schattdecor und Fine Decor gemeinsam PET-Innovationen und höchste Liefersicherheit bieten wollen; was die Unternehmen Mimaki und Elrond zum „Status Quo“ bei Digitaldruck sagen; wie die Titus Group mit langfristigen Partnerschaften auf ein weltweites, rasantes Wachstum setzt; die Zusammenfassung und Highlights der Branchenmesse „Sicam“; was es mit „Izy“ und einheitlichen Maschinenschnittstellen auf sich hat; wie Leitz innovative Prozesse beim Fügen und in der Formatbearbeitung unterstützt und wie DTS die Kälteenergie von Stickstoff optimal nutzt. Außerdem: Die große Übersicht der CAD/CAM-Anbieter für den Bereich Stoff- und Lederzuschnitt.





