Donnerstag, 28.07.2022, 11:11 Uhr Egger Gruppe

Schließt Geschäftsjahr mit 4,23 Mrd. Euro Umsatz in herausforderndem Umfeld

Die Egger Unternehmensgruppe schließt ihr Geschäftsjahr 2021/2022 in ausnehmend herausfordernden Zeiten: Die andauernde Corona-Pandemie sowie die dramatischen Entwicklungen in der Ukraine wirken sich massiv auf die globalen Energie- und Rohstoffmärkte aus. Die Produktnachfrage war hoch und schlägt sich in den Finanzzahlen nieder.

Egger berichtet für das Geschäftsjahr 2021/2022 eine deutlich positive Entwicklung der wesentlichen Kennzahlen: So wurde ein gruppenweiter Umsatz von 4.234,3 Mio. EUR (+37,4 Prozent zum Vorjahr) und ein EBITDA von 877,5 Mio. EUR (+41,0% zum Vorjahr) erwirtschaftet. Die EBITDA-Marge liegt stabil bei 20,7 Prozent (Vorjahr: 20,2 Prozent), die Eigenkapitalquote liegt mit 50,9 Prozent über dem Vorjahreswert von 42,0 Prozent. „Diese Ergebnissteigerung zeigt, dass wir einerseits die Herausforderungen der nach wie vor anhaltenden Pandemie gut bewältigt und zugleich die sich in unserer Branche ergebenden Chancen sehr gut genützt haben“, so Thomas Leissing, Gruppenleitung Finanzen/Verwaltung und Sprecher der Gruppenleitung.

Egger produzierte in den vergangenen Monaten Rekordmengen und bedient damit die starke Kundennachfrage. Mit 10,5 Mio. Kubikmeter Holzwerkstoffen und Schnittholz verzeichnet die Unternehmensgruppe einen Produktionshöchststand. „Die positive Entwicklung in diesem herausforderndem Umfeld verdanken wir vor allem unseren rund 10.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, so die Gruppenleitung unisono.

Die Egger Gruppe verzeichnet Umsatzzuwächse in allen Produktbereichen. Diese ergeben sich aus drei Hauptfaktoren: Das positive Marktumfeld für Säge- und Bauprodukte, vor allem am nordamerikanischen Markt, Mengensteigerungen, vor allem durch die neuesten Werke in Biskupiec (PL) und Lexington, NC (US) und die durch Kostendruck notwendigen Preissteigerungen.

Von allen Produktbereichen erzielte der Bereich Decorative Products (Produkte für den Möbel- und Innenausbau) mit 76,9% den größten Umsatzanteil und liegt mit 3.473,4 Mio. EUR um +36,6 Prozent über dem Vorjahr. Die Division Flooring Products liegt mit 506,9 Mio. EUR um +13,4 Prozent über dem Vorjahr. Mit 534,7 Mio. EUR (+62,7 Prozent) schließt die Division Building Products das Geschäftsjahr 2021/2022.

Alle Details zum Geschäftsjahr 2021/2022 können im Jahresfinanzbericht unter www.egger.com/credit-relations eingesehen werden.

Insgesamt investierte die Unternehmensgruppe im letzten Geschäftsjahr 293,6 Mio. EUR in ihre Produktionsstandorte. Ein großer Anteil der Wachstumsinvestitionen (194,5 Mio. EUR) entfiel auf den Ausbau des Stammsitzes in St. Johann in Tirol (AT). Der Großteil der Investitionen unterstützt das Ziel, mittels Recycling, Prozessoptimierung und Innovationen die CO2-Emissionen zu reduzieren.

Äußerst herausfordernd gestaltet sich die Situation auf den globalen Rohstoffmärkten. Die Geschehnisse in der Ukraine und deren Auswirkungen auf die globalen Handelsströme führen aktuell zu einer weiteren massiven Verschärfung der Verfügbarkeiten sowie der Preisdynamik am Rohstoffmarkt. Egger verzeichnet zudem einen enormen Energie- und Transportkostenanstieg. Die zunehmende Nachfrage nach Holz, dem wichtigsten Rohstoff für den Holzwerkstoffproduzenten, führt zu zusätzlichem Kostendruck.

Zum Ende des Geschäftsjahres zeichnete sich die dramatische Entwicklung in der Ukraine ab. EGGER ist mit zwei Werken in Russland vertreten. Beide Werke produzieren unter Einhaltung aller EU-Sanktionen für wirtschaftliche Beziehungen zwischen den für Egger relevanten EU-Ländern und Russland weiter. Dafür wurde eine strikte Compliance-Struktur und ein Programm zur Einhaltung der EU-Sanktionen eingerichtet. Die in Russland produzierten Holzwerkstoffe werden vor allem vor Ort sowie in den angrenzenden sogenannten Stan-Staaten verkauft.


Neubesetzung der EGGER Gruppenleitung

Im aktuellen Geschäftsjahr formiert sich das oberste Führungsgremium des Holzwerkstoffherstellers neu: Walter Schiegl trat nach mehr als 20 Jahren aus der Gruppenleitung aus und wird ab Herbst das Aufsichtsratsmandat von Michael Egger übernehmen und so die strategische Ausrichtung der Egger Gruppe auch künftig mitgestalten. Michael Egger feiert Ende August seinen 75. Geburtstag und wird sich anschließend aus dem strategischen Gremium zurückziehen. Die Position von Walter Schiegl als verantwortlicher Gruppenleiter für Technik/Produktion übernimmt Hannes Mitterweissacher. Frank Bölling ergänzt die Gruppenleitung und verantwortet den Bereich Logistik. Egger reagiert damit auf die Potenziale und Entwicklungen im Bereich der internen und externen Logistik. Ebenso wird nach vielen Jahren wieder ein Vertreter der Familie Egger im operativen Management der Egger Gruppe tätig sein: Michael Egger jun. übernimmt die Agenden Marketing/Vertrieb von Ulrich Bühler, welcher künftig Michael Egger jun. mit seiner langjährigen Erfahrung und Expertise begleiten wird.

Gemeinsam mit Thomas Leissing und Michael Egger jun. bilden Hannes Mitterweissacher und Frank Bölling somit das neue Management-Team der Egger Gruppe.


Gedämpfte Erwartungen für das Geschäftsjahr 2022/2023

Die Krise in der Ukraine, die volatilen Rohstoffmärkte, die unsichere Energieversorgung, die fortdauernde Corona-Pandemie und die steigende Inflation sind Faktoren, die die Ergebniserwartungen der Egger Gruppe für das kommende Geschäftsjahr dämpfen. „Zudem ergeben sich für uns Unsicherheiten aus der Währungsentwicklung in Russland, Argentinien und der Türkei. Diese Gemengelage gestaltet eine Vorausschau für die nächsten Monate durchaus schwierig“, so Thomas Leissing.

Für die gesamte Egger Gruppe ist der Ausblick in der Umsatzentwicklung gedämpft. Die anhaltend hohen Rohstoff- und Energiekosten werden weiterhin zu einem hohen Preisniveau der Produkte führen. Auch wenn die Aussichten aktuell trüb sind, bei Egger hält man an der Unternehmensstrategie fest und setzt das stabile Wachstum aus eigener Kraft fort. „Wir konzentrieren uns weiterhin auf ein vielfältiges Produktportfolio und Innovationen für unsere Kunden, tätigen Investitionen in zusätzliche Veredelungskapazitäten sowie in die Verbesserung der Rohstoff- und Energiesituation und pflegen unsere langfristigen Lieferbeziehungen mit Kunden und Lieferanten“, so Thomas Leissing.


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