Donnerstag, 14.10.2021, 14:02 Uhr Einheitliche Maschinenschnittstellen

Die Holzbearbeitungsbranche feilt an „Izy“

Eins bringt die zunehmende Automatisierung in Produktionen mit sich: Die Komplexität, Maschinen untereinander oder aber mit übergeordneten Softwarelösungen wie ERP-Systemen oder Fertigungsmanagementsystemen zu verbinden, nimmt exponentiell zu. Für den Anwender wird das Ganze zunehmend zu einer unlösbaren Aufgabe – beziehungsweise zu einer, zu der viel Geld in die Hand genommen werden muss. Bei neuen Projekten sitzen Anwender, Maschinen- und Softwareproduzent oftmals Wochen im Voraus zusammen, um eine funktionale Lösung zu entwickeln.

Im Jahr 2018 gab es einen ersten Vorstoß im Bereich der Holzbearbeitung, um hier Abhilfe zu schaffen: Es wurde das Projekt OPC UA initiiert. Dabei geht es darum, dass herstellerübergreifend einheitliche Schnittstellen definiert werden. Um am Ende Maschinen verschiedener Produzenten „plug and play“-mäßig in einen Maschinenpark integrieren zu können und trotzdem alle digitalen Möglichkeiten der neuen Technologien direkt zu nutzen. Dieses Projekt hat schnell weite Kreise gezogen und wurde letztlich zu einem europäischen, indem sich auch große italienische Hersteller und die Dachverbände Acimall und Eumabois engagiert haben.

Jetzt ist die Branche noch einen Schritt weiter. Denn es wird mit OPC UA nicht nur an einer europäischen Norm gefeilt, sondern auch an einer speziellen Woodworking Companion Specification. Hierfür haben sich die Maschinenbauer Biesse, Bürkle, Homag, Ima Schelling, SCM, Weber und Weinig zusammengetan. Vereinfacht ausgedrückt: OPC UA beschreibt die Grammatik, die Woodworking Companion Specification ist dann die Sprache, mit der Maschinen der Holzbranche miteinander kommunizieren. Für diese „Sprache“ wurden von den Projektpartnern insgesamt 11 Anforderungen bestimmt, die nun entsprechend vereinheitlicht werden. Um möglichst schnell vorwärts zu kommen, wurde mit den ersten vier Anforderungen (Identifikation von Maschinen verschiedener Hersteller, Überblick über den Maschinenzustand, Überblick über die Meldungen der Maschine sowie Bereitstellung von Informationen für KPI-Berechnungen) begonnen und bereits umgesetzt. Das Ganze nennt sich „Izy“ und selbst der Name transportiert bereits den Anspruch, Dinge zu vereinfachen.

Im Rahmen des „Ligna.Innovation Network“ Ende September wurde von den Projektpartnern erstmalig umfassend über „Izy“ informiert. Die erste Version, also „Izy 1.0“, eine offene Software, ist mittlerweile über die OPC UA Foundation oder auch den VDMA erhältlich. Die Arbeit des europäischen Arbeitskreises geht natürlich weiter, immerhin gilt es, auch noch die sieben weiteren definierten Anforderungen umzusetzen. Zudem gibt es inzwischen auch eine Zusammenarbeit mit Umati, einer Community des Maschinen- und Anlagenbaus und seinen Kunden zur Verbreitung und Nutzung offener Schnittstellenstandards auf Basis von OPC UA. Umati war bisher vor allem in der Metallbearbeitung aktiv – und freut sich über den Zusammenschluss mit der Holzbearbeitungsbranche. Denn am Ende zählt nur eins: Dass Kunden es bei der Neuinstallation von Maschinen möglichst einfach haben. Und je mehr Industrien auf einer Basis arbeiten, umso eher gelingt es, in Produktionen Holzbearbeitungsmaschinen genauso schnell am Laufen und digital angeschlossen zu haben, wie beispielsweise Roboter oder Werkzeugmaschinen.

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