Freitag, 17.09.2021, 16:15 Uhr 13. „Internationale Möbeltage Dresden“ – Peter Kettler, Kettler Consulting & Engineering und Prof. Martin Stosch, TH Ostwestfalen-Lippe

Oberflächenfertige, monostoffliche Leichtbauplatten für viele Einsatzbereiche

Was passiert eigentlich… an deutschen beziehungsweise internationalen Ausbildungsstätten in der Forschung, das für die Zuliefer- und Möbelindustrie künftig von Bedeutung sein könnte? Mit dieser Fragestellung sind die Partner und der Beirat der „Internationalen Möbeltage Dresden“ an das Konzept der Traditionsveranstaltung herangegangen. Und haben beschlossen, dass genau das Thema der Veranstaltung sein sollte. Denn: Es gibt nirgendwo ein vergleichbares Event, bei dem die neusten Projekte von renommierte Studieneinrichtungen wie der Holz- und Möbeltechnik Berner Fachhochschule/Biel, der Berufsakademie Melle, der Technischen Universität Dresden, der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe/Lemgo, der Berufsakademie Sachsen/Dresden, dem Institut für Holztechnologie Dresden, der Technischen Hochschule Rosenheim und auch dem Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI nebeneinander präsentiert werden. Am 8. und 9. November wird dies in Dresden anlässlich der 13. „Internationalen Möbeltage Dresden“ erstmals der Fall sein.

Mit dabei für die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe sind Peter Kettler von Kettler Consulting & Engineering und Prof. Martin Stosch. Die Beiden werden die Konferenzteilnehmer mit in die Welt der Leichtbaumaterialien „entführen“ mit ihrem Vortrag „Wenn die Kernfrage der Leichtspanplatte mit mehr Ideen als Holz gelöst wird“.

„möbelfertigung“: Die Individualität spielt im Möbelkauf eine immer größere Rolle. Allerdings sind in Sachen Unterbau und Schaum bislang gewisse Grenzen gesetzt. Welche Möglichkeiten könnten sich über gedruckte Schäume in Zukunft ergeben?
Peter Kettler:
Zunächst muss man hier ganz deutlich zwischen den einzelnen Teilbranchen unterscheiden. Im mobilen Innenausbau, beispielsweise in der Caravanindustrie, sind leichte Sandwichwerkstoffe heute Standard, im industriellen Möbelbau bislang allerdings noch die Ausnahme. Dies liegt an der bislang eher unattraktiven Preisstellung zur klassischen Spanplatte, an einem gewissen Investitionsstau bezüglich der Verarbeitungsanlagen und an der mangelnden Erfahrung. Hier hat der igeL e.V. zurückliegend viel für die Abstimmung der Werkstoff- und Beschlaglösungen sowie der Maschinenwerkzeuge getan.
Kurzfristig führt der aktuelle Nachfrage-Boom nach Holz und Holzwerkstoffen natürlich zu Preissteigerungen, wobei durch den umfänglichen Bauholzeinschnitt derzeit große Mengen an Sägewerksnebenprodukten zu Verfügung stehen. Mittelfristig aber werden diese Hölzer, insbesondere die Fichten für die klassischen Holzwerkstoffe fehlen. Dem ist dann nur durch eine ressourcenschonende Möbelkonstruktion, also durch konsequente Leichtbaulösungen zu begegnen.

„möbelfertigung“: Was wird der Schwerpunkt Ihres Vortrages beim Branchenevent „Internationale Möbeltage Dresden“ der „möbelfertigung“ sein?
Martin Stosch:
Es geht um gewichtige Ideen für einen intelligenten Leichtbauwerkstoff: Das innovative „pgb“-Konzept zielt auf die großanlagentechnische Fertigung von oberflächenfertigen, monostofflichen Leichtbauplatten, insbesondere auch auf dem Hintergrund von „Green Deal“ und Kreislaufwirtschaftsgesetzgebung, zur Fertigung von Serienteilen in der Möbelindustrie – beispielsweise Korpusseiten für Küchenmöbel. Dabei stehen die drei Buchstaben „pgb“ für den Werkstoffnamen „Particle Grid Board“, also eine im Kern strukturierte Leichtspanplatte, bei der ohne jegliche Festigkeitseinbußen schon ab 16 Millimeter Plattenstärke rund 40 Prozent und mehr der Holzspäne gegenüber einer konventionellen Spanplatte eingespart werden. – Wenn die Kernfrage mit mehr Ideen als Holzspänen gelöst wird, dann wird sich der Leichtbau im industriellen wie handwerklichen Möbel- und Innenausbau auch in der Breite etablieren können.

Unter www.moebeltage.de können Sie mehr über das Programm und die Referenten erfahren und sich für unseren Kongress anmelden. Angesprochen sind Möbelproduzenten jeder Sparte, aber genauso Zulieferer und Maschinenhersteller rund um das Thema Möbelproduktion, Möbeldesigner, Produktentwickler und genauso Personaler, die auf der Suche nach den Mitarbeitern von morgen sind. Wir freuen uns sehr darauf, Sie am 08. November im Tagungszentrum der „Dreikönigskirche“ in Dresden begrüßen zu können.

Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren: Blum, IHD, Kleiberit, Leuco, OE Electrics und Priess + Horstmann. Über individuelle Sponsoring-Möglichkeiten im Rahmen des Kongresses und die begleitende Ausstellung im Rahmen des Kongresses informiert Sie Hans-Christian Hahn, 040-632018-43, hans-christian.hahn@holzmann.de.

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