Mittwoch, 05.05.2021, 16:05 Uhr Ima Schelling Group

15 Prozent Umsatzrückgang im Corona-Jahr

„Das vergangene Jahr hat für die Ima Schelling Gruppe sehr positiv begonnen, bis zum März 2020 war bei uns alles auf Kurs. Der Auftragseingang war sogar besser als erwartet, wir hatten aufgrund der starken Vorjahre im Jahr 2020 eher mit einer Konsolidierung der Branche gerechnet.“ Mit diesen Worten eröffnete Wolfgang Rohner, Chief Executive Officer der Ima Schelling Group die diesjährige Pressekonferenz des erfolgreichen Maschinenbauers. „Und dann kam Corona und der erste Lockdown, der Rückzug ins Homeoffice. Die Verunsicherung seitens der Kunden war bei uns im sinkenden Auftragseingang spürbar. Und die allgemeine Ungewissheit hat uns dann auch einige Monate begleitet. Bis zur ,Kehrtwende‘, denn unsere Kunden aus der Möbelindustrie hatten zunehmend wieder gut zu tun, die Endverbraucher begannen ihr Geld in die eigenen Wände und eben auch Möbel zu investieren. Wir haben davon profitiert, ab September kamen wieder verstärkt Aufträge. Es wurden dann auch viele begonnene Projekte weiterverfolgt und das Jahr endete mit einem positiven Verlauf im Auftragseingang“, fährt der Manager fort. Federn gelassen hat die Ima Schelling Group (ISG), genauso wie viele andere, dennoch: Es gab am Ende einen Umsatzrückgang um rund 15 Prozent, laut Rohner allerdings trotz allem ein positives Endergebnis. Im Jahr 2019 erwirtschaftete die ISG 299 Millionen Euro, dementsprechend im Jahr 2020 rund 252 Millionen Euro.

„Wir haben das Jahr 2020 aktiv für Umstrukturierungen genutzt“, so Rohner. „Das Unternehmen ist jetzt eingeteilt in vier Business-Units: Der größte Bereich ist die BU Woodworking mit allem, was in Richtung Möbelindustrie adressiert, die BU Board für die Plattenindustrie, die BU Precision für Kompositmaterialien, Kunststoff, Stahl und Aluminium und die BU Consulting. Für die BUs Board und Precision erwarten wir in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum durch eine steigende Automatisierung, darum stellen wir uns entsprechend stark auf. Die Business Unit Consulting zielt auf die Phase bevor sich ein Kunde mit technischen Details befasst. Wir wollen ihm auch hier beratend zur Seite stehen, mit ihm Konzepte erarbeiten und die Unternehmen nach vorn bringen.“

Die Ima-Schelling Group wächst aber nicht nur durch bessere Strukturen, sondern auch durch Auslandsaktivitäten. Mittlerweile gibt es 14 Service- und Vertriebsgesellschaften, Produktionsstandorte in Deutschland, Österreich, Polen und in der Slowakei. Zuletzt hinzugekommen sind die Niederlassungen in Schweden und Litauen. „Wir wollen einfach noch direkter beim Kunden sein“, begründet Rohner.

Die PS auf die Straße bringt letztlich das Vertriebsteam um Andreas Bischoff, Chief Sales Officer der Ima Schelling Group. Dies gelingt ihm vor allem durch die regelmäßigen Innovationen aus Lübbecke und Schwarzach. „Wir sind definitiv nicht in Schockstarre verfallen im Jahr 2020, sondern sind tätig und agil geblieben“, bekräftigt Bischoff. „Dazu gehörte natürlich auch, den ,normalen‘ Betrieb nach dem ersten Lockdown überhaupt wieder in Gang zu bringen, denn es hatten sich diverse Auslieferungstermine verschoben, wir mussten mit Reisebeschränkungen und ähnlichem klarkommen. Ab dem Sommer war es für uns in der Gruppe dann tatsächlich auch keine Krise mehr, sondern wir konnten schon wieder konkreter planen. Und vor allem auch wieder Energie in die Entwicklung stecken. Wir hatten glücklicherweise auch keinerlei Lieferantenprobleme, so dass wir konstant durchgearbeitet haben und Kurzarbeit nur zeitweilig für das Vertriebsteam in Anspruch genommen wurde. Neben Neuheiten haben wir im vergangenen Jahr im November auch die ersten digitalen ,Service-Tage‘ auf die Beine gestellt, quasi der erste Durchgang für die umfangreichere Veranstaltung ,NeighbourWood‘, die noch bis Freitag, den 7. Mai, läuft.“

Ima Schelling hat das Profil der internen „Academy“ geschärft, schuf auch hier die Basis für weiteres Wachstum. Die „Academy“ zielt vor allem auf dem Erhalt und Bündelung von Wissen für die Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern und natürlich Kunden ab.

Auch Investitionen wurden bei der Gruppe nicht gestoppt: Es gab ein neues ERP-System, ein Zentrallager in Lübbecke, IT und Digitalisierungstools sowie neue Bearbeitungsmaschinen in der Fertigung.

Maximilian Lehner, Sales Director & Managing Partner der Ima Schelling Group, ist bisher sehr zufrieden mit dem „NeighbourWood“ Event, bereits am ersten Tag zählte der Veranstalter über 200 Personen bei den ersten Sessions. Rund 1.200 Anmeldungen gab es im Vorfeld, etwa 50 Prozent davon aus dem Ausland. Die Online-Veranstaltung unterteilt sich in „Wood’s new?“ mit Live-Vorstellungen der Neuheiten; der virtuellen Tour durch die Produktionshallen „Ganz nah dran“; „Neues aus der Nachbarschaft“, wo der User virtuell die Möbelfrontenproduktion von Egger Holzwerkstoffe besichtigen kann; „Wood’s up? Die Expertenrunde“ mit Podiumsdiskussionen sowie natürlich persönliche Gespräche per Videocall.

Christoph Geiger, Chief Operating Officer bei Ima Schelling, lenkte den Blick auf die Neuheiten. Allem voran auf „Aimi by Ima Schelling“, eine neuartige gruppenübergreifende Softwarelandschaft. Das Ganze ist eine Softwarelösung für die Steuerung der Maschinen sowie Anlagen und soll die digitale Kommunikation zwischen Mensch und Maschine kanalisieren. Künstliche Intelligenz spielt hier eine große Rolle, das impliziert auch der Name des neuen Ima Schelling Familienmitgliedes. „ai“ steht für artificial intelligence, „mi“ für machine intelligence. Das Ziel ist eine einfache Integration von Maschinen und anlagen in das kundenindividuelle Umfeld und eine einheitliche, intuitive Bedienung.

Neben dieser großen Softwareneuigkeit gibt es im Bereich der Hardware bei Ima Schelling ebenfalls viel zu entdecken. Wie etwa die Durchlaufbohrmaschine „Imagic L1“ für die Losgröße 1, den flexiblen Hochleistungszuschnitt „hl 1“ für Einzelplatten oder ein neuartiges vollautomatisches Kantenhandling für die Kantenmaterialrollen.

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