Donnerstag, 18.02.2021, 10:12 Uhr Villeroy & Boch

Leichter Umsatzrückgang gegenüber 2019

Relativ gut durch das vergangene Jahr gekommen ist der Villeroy & Boch-Konzern. Im Geschäftsjahr 2020 konnte ein Umsatz in Höhe von 800,9 Mio. Euro erzielt werden – ein Ergebnis mit 32,4 Mio. Euro beziehungsweise 3,9 Prozent unter dem Vorjahr aufgrund der anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie. Währungsbereinigt entspricht dies einem Umsatzrückgang von 3,2 Prozent. Vor allem das zweite Quartal 2020 war mit einem Umsatzrückgang von 19,0 Prozent sehr stark von der Pandemie betroffen. Aufgrund des umsatzstarken zweiten Halbjahres konnten wir den Umsatzrückstand des ersten Halbjahres von -13,4 Prozent auf -3,9 Prozent vermindern.

Das operative EBIT lag mit 49,7 Mio. Euro aufgrund eines umsatzstarken zweiten Halbjahres und eines strikten Kostenmanagements auf Vorjahresniveau (49,5 Mio. €).

Das Konzernergebnis des Vorjahres (79,4 Mio. €) beinhaltet den Sonderertrag eines Immobilienverkaufs in Luxemburg. Die Differenz zwischen dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2020 in Höhe von 22,9 Mio. Euro und dem Vorjahresergebnis ist hauptsächlich auf diesen Sonderertrag zurückzuführen.

Zum Jahresende 2020 hat sich die operative Nettovermögensrendite des Konzerns um 0,7 Prozentpunkte auf 14,7 Prozent erhöht. Ursächlich hierfür war neben dem aktiven Working-Capital-Management, das sich hauptsächlich in den Warenforderungen und Vorräten widerspiegelt, auch ein leichter Anstieg des operativen Ergebnisses.

Der Unternehmensbereich Bad und Wellness erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von 539,1 Mio. Euro und lag damit um 14,9 Mio. Euro bzw. um 2,7 Prozent unter Vorjahr. Dabei ist es gelungen, den Umsatzrückstand des ersten Halbjahres (-9,7 %) aufgrund der guten Umsatzentwicklung des zweiten Halbjahres aufzuholen und in einigen Ländern wie zum Beispiel in Schweden (9,6 %) und Deutschland (8,1 %) sogar zu steigern. Die positive Umsatzentwicklung in Deutschland war insbesondere auf das starke Wachstum im traditionellen Großhandel (+7,6 %) sowie auf das E-Commerce-Geschäft (+31,3 %) zurückzuführen. Hierbei profitierten beide Kanäle von einer Pandemie-bedingten Sonderkonjunktur und dem Trend zur Hausrenovierung

Der Unternehmensbereich Tischkultur hat im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von 259,2 Mio. Euro erzielt und lag damit um 17,3 Mio. Euro beziehungsweise 6,3 Prozent unter Vorjahr (kursbereinigt: -5,9 %). Auch für den Unternehmensbereich Tischkultur verlief die zweite Jahreshälfte sehr positiv. So konnte der Umsatzrückstand des ersten Halbjahres (-21,7 %), bedingt durch die weltweiten Schließungen der Einzelhandels-geschäfte aufgrund des Lockdowns, auf -6,3 Prozent reduziert werden. Größter Wachstumstreiber waren die E-Commerce-Aktivitäten (+46,6 %) in nahezu allen relevanten Märkten. Dabei zahlte sich die Fokussierung auf diesen wachsenden Kanal, verbunden mit erhöhten Investitionen in Personal, IT-Strukturen und Logistik, sowie einer damit einhergehenden gesteigerten Professionalität deutlich aus. Über alle Regionen hinweg lag der Anteil der E-Commerce-Aktivitäten am Tischkultur-Gesamtumsatz bei 30,6 Prozent (Vorjahr: 19,6 %).

Der Auftragsbestand im Villeroy & Boch-Konzern zum 31. Dezember 2020 hat sich im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt (von 44,8 Mio. € auf 100,8 Mio. €). Auf den Unternehmensbereich Bad und Wellness entfielen 85,1 Mio. Euro (Vorjahr: 35,3 Mio. €) und auf den Unternehmensbereich Tischkultur 15,7 Mio. Euro (Vorjahr: 9,5 Mio. €).

Die im Geschäftsjahr 2020 getätigten Investitionen in Sachanlagen und in immaterielle Vermögenswerte betrugen insgesamt 19,9 Mio. Euro (Vorjahr: 31,6 Mio. €) und lagen somit aufgrund einer Corona-bedingt zurückhaltenden Investitionstätigkeit deutlich unter dem Vorjahr. Ursprünglich war vorgesehen, die Investitionen gegenüber Vorjahr moderat zu steigern.

Aufsichtsrat und Vorstand schlagen der Hauptversammlung am 26. März 2021 vor, den Bilanzgewinn der Villeroy & Boch AG zur Ausschüttung einer Dividende von 0,55 Euro für die Vorzugs-Stückaktie sowie 0,50 Euro für die Stamm-Stückaktie zu verwenden.

Das Geschäftsjahr 2020 war durch die Corona-Krise und den damit verbundenen Konjunktureinbruch geprägt. In Summe beurteilt der Vorstand die wirtschaftliche Lage des Konzerns als zufriedenstellend. „Nach einem sehr schwierigen ersten Halbjahr 2020 hat sich unser Geschäft in der 2. Hälfte des Jahres deutlich besser entwickelt als erwartet. In Kombination mit unserem strikten Kostenmanagement haben wir so auch in der Pandemie ein außerordentlich gutes Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielt“, erklärt Frank Göring, Vorstandsvorsitzender der Villeroy & Boch AG.

Die Prognose für das Gesamtjahr 2021 basiert darauf, dass sich die Weltwirtschaft trotz des Dämpfers zum Jahresauftakt deutlich und spürbar erholt. Auf Grundlage dieser positiven Markteinschätzung mit einer Reihe stützender Faktoren strebt der Konzern im Geschäftsjahr 2021 eine Rückkehr auf den Wachstumspfad mit einer Steigerung des Konzernumsatzes um 3 bis 5 Prozent an. Für das operative EBIT wird im Jahr 2021 eine Verbesserung um voraussichtlich 5 bis 10 Prozent erwartet. Damit würde bereits im laufenden Jahr das Niveau von 2019 sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis überschritten werden.

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