Montag, 07.12.2020, 13:00 Uhr Ulrich Rotte Anlagenbau & Fördertechnik

Vernetzte Insellösungen statt starr verketteter Anlagen

Sondermaschinenbau kann ausgezeichnet funktionieren – ein positives Beispiel hierfür ist das Unternehmen Ulrich Rotte Anlagenbau und Fördertechnik aus Salzkotten. Denn der Spezialist besitzt viel Know-how im Bereich Automatisierung und Robotik, das immer häufiger auch in neue Lösungen für die Möbelindustrie einfließt. Die „möbelfertigung“ hat Geschäftsführer Dr. Franz-Barthold Gockel, Vertriebsleiter Markus Hengst und Jens Berg, der für Rotte verstärkt als Vertriebsmitarbeiter im Bereich Möbel tätig ist, besucht.

möbelfertigung: Was sind Anfragen, mit denen Möbelproduzenten zu Ihnen kommen?
Markus Hengst: Sehr häufig geht es um die automatische Beschickung und Abstapelung von CNC Bearbeitungszentren. Oft um bestehende Systeme in den Produktionen zu optimieren. Nicht immer einfach, weil bei älteren Anlagen etwaige Schnittstellen nicht vorgesehen sind, zudem muss schon hinsichtlich der CE Kennzeichnung der Anlage der Maschinenhersteller mit an Bord genommen werden.
Auch die Abstapelung hinter Kantenanleimmaschinen wird nachgefragt, oftmals verbunden mit dem Wunsch, gleichzeitig passend für die Weiterverarbeitung zu sortieren.. Puffer- und Kommissionierzellen sind ebenfalls wiederholt gewünscht in unterschiedlichsten Varianten.
Jens Berg: Viele Anfragen zielen darauf ab, den Mitarbeiter in der Produktion zu entlasten. Indem zum Beispiel schwere Teile nicht mehr händisch, sondern automatisch verbracht werden. Weil Unternehmen schlicht und ergreifend keine Mitarbeiter mehr finden, die so etwas machen wollen und sich auch keinen hohen Krankenstand  erlauben können.

möbelfertigung: An welchen Stellen gibt es, aus Ihrer Sicht, in der Möbelproduktion noch ungenutztes Potenzial in der Automatisierung?
Markus Hengst: Viele Hersteller haben sehr gute Insellösungen in der Produktion stehen – oftmals krankt es allerdings an der Vernetzung dieser Maschinen, um einen gleichbleibend hohen Produktionsfluss zu erzeugen.
Zudem sehen wir noch einen spürbaren Gap in der Qualitätssicherung beziehungsweise Qualitätsprüfung. Wenn wir über eine vollautomatische Produktion sprechen, dann entfallen geschulte Mitarbeiter an Schlüsselstellen, um die Oberflächenqualität zu kontrollieren. Und es fehlt an bezahlbaren Lösungen, die komplette Qualitätsprüfungssysteme abbilden.
Dr. Franz-Barthold Gockel: Und wenn ich nicht auf eine Qualitätsprüfung bauen kann, die inline zu 100 Prozent funktioniert, dann stoße ich mit der Automatisierung an Grenzen. In diesem Bereich wäre mehr Forschungseinsatz wünschenswert. Vielleicht bringt uns das Zusammenspiel aus Kameraeinsätzen und künstlicher Intelligenz künftig zu solchen Ergebnissen.
Ich bin überzeugt davon, dass wir schon viel weiter sein könnten, denken wir an die automatische Schildererkennung beim Auto. Technisch ist bereits einiges machbar, wenn genug Marktmacht dahintersteht.

möbelfertigung: Und wo gibt es seitens der Hersteller Hemmschwellen?
Markus Hengst: Ich glaube, dass einige Hemmungen haben, durch die hochgradige Automatisierung ihre Flexibilität zu verlieren. Und auf der anderen Seite dann eine gewisse Angst hinsichtlich der Abhängigkeit von den Automatisierern – was passiert, wenn beispielsweise der Roboter steht?

Das komplette Interview lesen Sie in der kommenden „möbelfertigung“, die am 10. Dezember erscheint.

Weitere Themen: Wie Grass und Häcker Küchen gemeinsam ein neues Schubkastensystem entwickelt haben, wie Fraunhofer und Kinnarps eine Berliner Behörde auf Vordermann gebracht haben, welchen Herausforderungen sich Kesseböhmer dieses Jahr stellen musste, warum Emotion-24 Niemann übernehmen musste, wie verschiedene Möbelhersteller mit der Rohstoffknappheit umgehen, wie eine junge Firma das automatisierte Nähen revolutioniert, auf welche neuen Anlagen Rolf Rissel und ATL setzen, wie Ambigence Möbel neu denkt und noch viel mehr.

Außerdem in der Ausgabe: Das Special Beschläge, Licht & Küche und die große Übersicht der CAD/Cam-Spezialisten im Bereich Polstermöbel.

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