Donnerstag, 15.10.2020, 14:11 Uhr Österreichische Möbelindustrie

Individuelle Wertarbeit versus Massenware

Corona hat nicht nur die Welt verändert, sondern auch unsere Gewohnheiten. Werte verschieben sich und Alltägliches gewinnt wieder mehr an Bedeutung. Wie zum Beispiel die eigenen vier Wände. „My home is my castle“ ist aktueller denn je. Gleichzeitig wissen wir smarte Intelligenz zu schätzen. Vernetzen uns, organisieren unsere Tage neu und verlegen nicht nur unsere Arbeit, sondern auch Events mit Freunden und mancherorts sogar den Urlaub in die Wohnung. Entsprechend vielseitig muss sie ausgestattet sein. Multifunktional, praktisch und dennoch mit persönlichen Rückzugsorten versehen, soll das „neue Zuhause“ vielen Lebensbereichen auf engstem Raum gerecht werden. Das fordert die Möbelhersteller heraus: „Wir stellen fest, dass die Ansprüche an Einrichtungskonzepte und architektonische Grundrisse zunimmt“, bestätigt Dr. Georg Emprechtinger, Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie. Und sieht sich gut gewappnet: „In diesem Bereich haben die Betriebe aus Österreich in den letzten Monaten ihre Stärken unter Beweis gestellt.“

Denn die Möbel der Zukunft passen sich ihren Nutzern an – und nicht umgekehrt. Ob wandelbare Polstermöbel, individuelle Wohnkonzepte, nachhaltige Schlafsysteme oder Esstische mit patentierter Auszugstechnik und fließendem Übergang in moderne Küchenarchitekturen – made in Austria bringt Produktintelligenz in schöne Formen. Bei den wichtigen Trendthemen wie Individualität, Multitasking und Funktionalität gehören die österreichischen Hersteller von jeher zu den Schrittmachern der Branche. Bezugspunkt ist dabei immer der Mensch und der Wunsch, ihm mehr Wohlbefinden zu verschaffen, sein Leben zu bereichern und persönliche Wünsche zu erfüllen.

Parallel dazu verzeichnen die Trendforscher eine zunehmende Sehnsucht nach Klarheit, Strukturen und Entrümpelung. „Tidyism“ heißt es im aktuellen „Home Report“ des Zukunftsinstituts. Auch diese Entwicklung spielt der Österreichischen Möbelindustrie in die Karten. „Nach dem Motto ‚weniger ist mehr’ wünschen sich die Menschen anstelle von austauschbarer Massenware Produkte mit Mehrwert“, erklärt Emprechtinger. Zudem wächst die Sehnsucht nach Authentizität, Qualität, Natur, Transparenz und Herkunft. „Die Pandemie hat diesen Wertewandel noch beschleunigt, denn in bewegten Zeiten wie diesen nimmt der Bedarf nach Sicherheit, Zuverlässigkeit und regionalen Produkten zu.“

„Glokalisierung“ lautet das Gebot der Stunde. Meint: globale Strukturen vor Ort installieren. Lokale Stärken und Potenziale rücken wieder in den Fokus. Wertschöpfungsketten werden verkürzt und neu geknüpft. So entstehen regionale Netzwerke und zeigen: Es gibt zahlreiche Zulieferer im nahen Umfeld, die nicht nur pünktlich, sondern vor allem auch qualitativ verlässlich liefern. Auch hier sind die Betriebe aus Österreich dem Trend bereits um eine Nasenlänge voraus. Sie fertigen überwiegend am Heimatstandort und beziehen alle notwendigen Werkstoffe und Materialien größtenteils aus Österreich oder dem benachbarten europäischen Ausland. Darüber hinaus punkten sie mit ihrer hohen handwerklichen Expertise.

Das schöne Alpenland blickt wie kaum ein anderes Land auf eine bewährte Handwerks- und Möbeltradition zurück. Diese Liebe zum Holz und zur Natur sowie die gelebte Leidenschaft für Schönheit und Perfektion gehört für die Betriebe zum Selbstverständnis. Ebenso wie Langlebigkeit, wertbeständige Qualität und Nachhaltigkeit. Themen, die im Moment bei den Menschen hoch im Kurs stehen. Wenn es um echte Werte, exklusive Qualität und hohe Flexibilität geht, haben sich die Spezialisten schon lange als Vorreiter etabliert. Mit Möbeln, die international für Langlebigkeit, originelles Design und raffinierte Funktionen stehen, zeigen sie sich resilient gegenüber aktuellen Herausforderungen und gehen – trotz der massiven wirtschaftlichen Einschränkungen – gestärkt aus der Corona-Krise hervor.

„Zahlreiche österreichische Hersteller, die bereits vor dem Lockdown gut aufgestellt waren, konnten von einer gestiegenen Nachfrage profitieren“, resümiert Emprechtinger. Bei der zeitnahen Ausführung der Aufträge kam den überwiegend familiengeführten Klein- und Mittelbetrieben zudem ihre Anpassungsfähigkeit zugute: Sie stellten sich schnell, wendig und ideenreich auf die „neue Normalität“ ein. Quasi über Nacht schufen sie optimale Bedingungen, um die Werke erfolgreich am Laufen zu halten. Doch die Corona-Krise hat nicht nur den Wertewandel und den veränderten Blick der Menschen auf ihr Konsumverhalten bekräftigt, auch in puncto Digitalisierung wurden in Österreich viele kreative Prozesse in Gang gesetzt: Ob Live-Planning am PC im direkten Kundenkontakt oder Video-Konferenzen und Online-Präsentationen – digitale Lösungen waren gefragter denn je und wurden von den heimischen Herstellern in kürzester Zeit entwickelt. „Die erfreuliche Auftragslage zeigt, wie begehrt Möbel made in Austria sowohl im In- als auch im Ausland sind“, so Emprechtinger. „Mit hohem Kundenservice, individuellen Planungsmöglichkeiten, solidem Handwerk und spürbarer Qualität entspricht das Gütesiegel dem gewachsenen Bewusstsein für echte Werte.“

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