Mittwoch, 24.06.2020, 12:32 Uhr Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz

Keine Corona-Krise bei den meisten Tischlerbetrieben in Hessen und Rheinland-Pfalz

Eine Online-Mitgliederbefragung des Fachverbands Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz ergab, dass die Mehrheit der Tischlerbetriebe in Hessen und Rheinland-Pfalz trotz Corona-Krise die eigene Situation als positiv bewertet. Mit der Online-Umfrage wollte der Fachverband ermitteln, welche unmittelbaren Folgen die Corona-Pandemie sowie die damit verbundenen Schutzmaßnahmen auf das Tischlerhandwerk in Hessen und Rheinland-Pfalz hatten.

Die Ergebnisse der Online-Befragung zeigen, dass das Tischlerhandwerk in Hessen und Rheinland-Pfalz die bisherige Corona-Krise verhältnismäßig gut verkraftet hat: Rund zwei Drittel der Umfrageteilnehmer gaben an, dass es ihrem Betrieb aktuell gut oder sogar sehr gut geht. Kein Betrieb bewertete die eigene Situation als schlecht und gerade einmal vier Prozent sagte, dass die eigene Situation mangelhaft ist. Bei 45 Prozent der Tischlerbetriebe hatte die Corona-Krise zudem keinerlei Auswirkungen auf die Auftragslage, ein Viertel konnte sogar Aufträge hinzugewinnen. Dem gegenüber stehen allerdings auch 30 Prozent, die angaben, dass ihnen bestehende Aufträge aufgrund der Corona-Pandemie weggebrochen sind. Kurzarbeit haben 24 Prozent der Umfrageteilnehmer eingeführt. Der Großteil der Fachverbandsmitglieder aus Hessen und Rheinland-Pfalz ist zudem davon überzeugt, dass die wirtschaftlichen Folgen erst noch kommen werden: Fast zwei Drittel gaben an, mittelfristige Umsatzeinbrüche als Folge der Corona-Krise zu befürchten.

Hermann Hubing, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz über die Ergebnisse der Umfrage: „Insgesamt hat sich der Corona-Lockdown deutlich weniger schlimm auf das hessische und rheinland-pfälzische Tischlerhandwerk ausgewirkt als befürchtet. Dem Tischlerhandwerk geht es damit deutlich besser als anderen Gewerken. Allerdings dürfen wir die Situation auch nicht überbewerten. Aufgrund der guten Auftragslage konnten viele Betriebe während der Krise einfach durcharbeiten, sodass sich die wahren Folgen erst in ein paar Wochen oder Monaten zeigen werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Corona-Krise nicht allzu negativ auf die Ausbildungsleistung der Betriebe auswirkt, dies sollte – auch unter Zuhilfenahme staatlicher Zuschüsse – unbedingt verhindert werden! Die ordentliche Gesamtlage darf außerdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Bereich der Messebauer und Objekteinrichter massive Einbrüche gegeben hat.“

Die Ergebnisse im Detail: Die meisten Tischlerbetriebe aus Hessen und Rheinland-Pfalz schätzen ihre aktuelle Situation positiv ein: Fast zwei Drittel bewerteten ihre aktuelle Situation als sehr gut (20 Prozent) oder gut (44 Prozent). Weitere 22 Prozent beurteilten ihre Situation als befriedigend, 10 Prozent als ausreichend und lediglich 4 Prozent gaben an, dass ihre Situation schlecht sei. Die Angaben aus Hessen und Rheinland-Pfalz unterschieden sich dabei kaum voneinander.
65 Prozent der hessischen und rheinland-pfälzischen Betriebe befürchten mittelfristige Umsatzeinbrüche als Folge der Corona-Pandemie.
Für einige Betriebe hatte die Corona-Pandemie Auswirkungen auf ihre Auftragslage: 30 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass ihnen bestehende Aufträge durch die Krise weggebrochen sind. Dem gegenüber stehen 25 Prozent, die sagten, dass sie während der Krise sogar Aufträge hinzugewinnen konnten. Die restlichen 45 Prozent haben keinerlei Auswirkungen auf ihre Auftragslage gespürt.

Für einige Betriebe (35 Prozent) wird sich der coronabedingte Lockdown auf jeden Fall auf ihre Investitionsplanungen auswirken: 22 Prozent der Betriebe wollen geplante Investitionen erst einmal aufschieben, weitere 13 Prozent werden weniger investieren als geplant. Für die meisten Betriebe (65 Prozent) wird die Corona-Krise allerdings keine Auswirkungen auf ihre Investitionsausgaben haben. Davon haben 35 Prozent vor, wie geplant in ihren Betrieb zu investieren. Andere haben erst vor kurzem in den Betrieb investiert (11 Prozent) oder gar keine Investitionen geplant (19 Prozent).

Soforthilfen oder KfW-Kredite wurden von 22 Prozent der Umfrageteilnehmer in Anspruch genommen.
Drei Prozent gaben an, dass sie ihren Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen, die als Folge der Corona-Pandemie auftraten, zeitweise schließen mussten.
Drei Prozent der Umfrageteilnehmer sahen sich aufgrund der Corona-Krise dazu gezwungen, Kündigungen auszusprechen.
24 Prozent der Tischlerbetriebe haben angegeben, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie Kurzarbeit eingeführt haben.

Insgesamt sind die meisten Tischlerbetriebe damit zufrieden, wie die Bundesregierung mit der Corona-Krise umgegangen ist: 55 Prozent bewerteten das Krisenmanagement der Bundesregierung als gut, neun Prozent sogar als sehr gut. Für 23 Prozent war es immerhin noch befriedigend und sieben Prozent schätzten es als ausreichend ein. Lediglich sechs Prozent der Umfrageteilnehmer befanden, dass das Krisenmanagement der Bundesregierung mangelhaft (4 Prozent) oder schlecht (2 Prozent) gewesen sei.

Insgesamt haben sich 13 Prozent der Mitgliedsbetriebe an der Online-Befragung des Fachverbands Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz beteiligt. Die Befragung erfolgte im Zeitraum vom 28. Mai bis zum 11. Juni 2020. Alle Angaben wurden anonym erhoben.

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