Mittwoch, 03.06.2020, 15:00 Uhr Deutsche Messe AG

Hat ihre Umsatzziele 2019 übertroffen

Es dürfte hilfreich für ein weniger erfreuliches, Covid-19-geprägtes Jahr 2020 sein: Die Deutsche Messe AG aus Hannover blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück. „Mit einem Umsatz von 346 Millionen Euro und einem Ergebnis von 14,5 Millionen Euro in 2019 übertreffen wir unsere ursprüngliche Planung deutlich“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe, im Rahmen der Aufsichtsratssitzung des Unternehmens am 29. Mai 2020. Das Konzernergebnis liegt damit um rund 5 Millionen Euro über dem Planwert.

Gründe für das gute Gesamtergebnis sind zum einen die positive Entwicklung der Großmessen in Hannover, die alle im Ergebnis besser gelaufen sind als geplant, zum anderen der ebenfalls überplanmäßige Erfolg der Aktivitäten im Ausland.

Auch der Start ins Geschäftsjahr 2020 war für die Deutsche Messe zunächst sehr erfolgreich. So hat etwa die Bodenbelagsmesse „Domotex“ im Januar 2020 mit einer hohen Aussteller- und Besucherzufriedenheit überzeugt. „Im Rahmen unserer Neugeschäftsoffensive standen für 2020 elf neue Messen am Standort Hannover in den Startlöchern. Im Ausland waren zwölf Messepremieren geplant“, erklärt Köckler. „Die positiven Vorzeichen wurden jedoch durch das Auftreten des Corona-Virus in Gänze aufgehoben.“ Seit Mitte März 2020 finden keine Veranstaltungen auf dem Messegelände in Hannover statt. Erst kürzlich musste die für den September geplante „IAA Nutzfahrzeuge“ vom Veranstalter VDA abgesagt werden. Die nächste Großmesse im Kalender der Deutsche Messe ist die „Euroblech“, die für den 27. bis 30. Oktober geplant ist. Köckler: „Gemeinsam mit den zuständigen Behörden erarbeiten wir ein Sicherheits- und Hygienekonzept, das es uns erlauben wird, auch in Corona-Zeiten Messen durchzuführen.“
„Wir können auf unserem Gelände für die notwendige Gesundheitssicherung sorgen, damit unsere Aussteller ihren Geschäften nachgehen können“, so Messevorstand Dr. Andreas Gruchow, der unter anderem das Geländemanagement der Deutschen Messe verantwortet. „In dieser Krise kommt es gerade jetzt auf Wirtschaftsförderung und Geschäftskontakte an.“

Geprüft wird, die Abstände zwischen den Ständen sowie die Gangbreite zu vergrößern. Gleichzeitig kann an den Eingängen geregelt werden, wann wie viele Besucher auf dem Gelände sind. Zusätzlich sollen strenge Hygieneregeln gelten: auf Abstand achten, kein Händeschütteln, Mundschutz, häufiges Waschen und Desinfizieren der Hände. Und schließlich könnten Bühnen mit Vorträgen vor versammeltem Publikum ebenso gestrichen werden wie die beliebten Standpartys. Gruchow: „In nächster Zeit müssen Messen allein auf ihre Kernfunktion reduziert werden, nämlich Angebot und Nachfrage zusammenzubringen.“

„Trotz Krise müssen wir gerade jetzt auch weiter in unser Geschäft investieren, sodass wir einen Vorsprung und Alleinstellungsmerkmale in der Branche haben – beispielweise mit unserem 5G-Gelände“, erklärt Köckler. Die Deutsche Messe verfolgt das Ziel, das Messegelände in den Hallen und im Freigelände schnellstmöglich mit einer flächendeckenden 5G-Infrastruktur auszustatten. Die Investitionen dafür belaufen sich in den Jahren 2020 bis 2022 auf insgesamt 12 Millionen Euro. Die Weiterentwicklung des Messegeländes zum „Smart Venue“ bedeutet für das Unternehmen eine Erweiterung des Geschäftsmodells und ermöglicht neue Umsatzpotenziale.

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung wurde Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Messe gewählt. Dabei hob er die Bedeutung der Messe als Wirtschaftsfaktor für die Stadt, Region und Land hervor: „Die Deutsche Messe AG ist eines der ganz großen Wirtschaftsunternehmen in Hannover. Die in Hannover durchgeführten internationalen Investitionsgütermessen erhöhen den Bekanntheitsgrad und die Attraktivität der Stadt auf internationaler Ebene. Die durch Ausstellende und Besuchende induzierte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sowie die Möglichkeit der örtlich vereinfachten Kontaktpflege für die regionalen Wirtschaftsunternehmen trägt zur Sicherung der führenden Position der Wirtschaftsregion Hannover im norddeutschen Raum bei. Durch die Messeaktivitäten in Hannover ergeben sich wesentliche Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte in der Region Hannover, was den Charakter der Deutschen Messe AG als ein Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung belegt. Gemeinsam wollen wir dafür kämpfen, dass das auch unter den bedrückenden Bedingungen so bleibt, die durch die Corona-Krise für Messe und Stadt zu erwarten sind.“

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