Montag, 25.05.2020, 11:00 Uhr Michael Weinig AG

Wenig Vorlaufzeit zur Bewältigung dieser Pandemie

Sie rollte wie ein Tsunami weltweit auf alle Unternehmen zu: Die Coronavirus-Pandemie ließ allen Beteiligten nur wenig Zeit für Reaktionen. Gregor Baumbusch, Vorstandsvorsitzender der Michael Weinig AG, sprach mit der „möbelfertigung“ über die bewegenden Wochen, die hinter den Unternehmen Weinig und Holz-Her liegen. Und zieht auch erste Schlüsse für die Zeit, wenn sich die Weltwirtschaft wieder normalisiert.

möbelfertigung: Herr Baumbusch, wie geht es der Weinig Gruppe in der aktuellen Phase?
Gregor Baumbusch:
Es ist in vielerlei Hinsicht schwierig. Wir erwarten einen Rückgang im Auftragseingang und Umsatz. Im Bereich der Projekte ist die Lage noch verhältnismäßig gut, aber der Bereich Standardmaschinen ist rückläufig. Große Hersteller stellen sich jetzt gut auf und wollen gestärkt aus der Krise hervorgehen, weil sie mit einer Konsolidierung rechnen. Während kleinere Hersteller eine ungebrochen hohe Auslastung haben, aber aus Unsicherheit lieber wenig Investitionen tätigen.
Es gibt Märkte, bei denen sich langsam wieder etwas tut – China beispielsweise. Aber insgesamt ist es sehr ruhig. Anfragen haben wir, aber viel weniger Kaufentscheidungen. Und selbst wenn der Auftrag da ist, dauert es deutlich länger, bis die Anzahlung eintrifft, weil stark auf die Liquidität der Unternehmen geachtet wird.
An anderen Stellen bleiben eingeplante Umsätze aus, weil wir die Maschinen nicht in Betrieb nehmen können. Sie sind fertig, aber wir können die Monteure nicht schicken und damit bleiben alle Restzahlungen aus. Letztlich zählt für unser Ergebnis die komplette Umsetzung eines Auftrages.
Der Märzumsatz hielt sich noch einigermaßen im Rahmen, der Aprilumsatz ist – Corona-geschuldet – alles andere als gut.

möbelfertigung: Was waren „Corona-Maßnahmen“, die Sie umgesetzt haben?
Gregor Baumbusch:
In der Ver­waltung haben die Meisten im Homeoffice gearbeitet. In der Produktion war es nicht ganz so leicht, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Wir haben beispielsweise in der Montage Schichten so getrennt, dass, wenn es zu einem Krankheitsausbruch gekommen wäre oder kommen würde, nicht die komplette Mannschaft ausfällt.
Das gilt auch für Konstrukteure und Entwickler, die bei uns „nah am Geschehen“ sitzen und nicht im Einzelbüro. Wir haben entzerrt: Einige haben von daheim zugearbeitet, andere saßen weiterhin im Betrieb.
Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass es auch Verluste gibt durch die erschwerte Kommunikation. Nicht was die Systeme angeht, das hat alles sehr gut funktioniert. Aber es fehlt das schnelle Gespräch, der kurze Blick über die Schulter und es gibt zusätzlichen Aufwand, weil Leitungspersonen angehalten sind, möglichst täglich mit jedem im Homeoffice zu sprechen und ähnliches.
Und wir sind ein produzierendes Unternehmen, kein Softwarehersteller, wo vielleicht nachts entwickelt wird. Bei uns müssen Zeichnun­gen zu einem bestimmten „normalen“ Zeitpunkt vorliegen, damit es weitergeht. Das ist schon herausfordernd.
Zudem haben wir versucht, das gesamte Team „mitzunehmen“, haben eine Corona-Task-Force gegründet. Denn es nützt nichts, wenn sie auf dem Firmengelände die Mitarbeiter gezielt trennen und nach der Schicht stehen auf dem Parkplatz acht zusammen im engen Gespräch. Wir appellieren an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen.

Lesen Sie das komplette Interview mit Gregor Baumbusch in der „möbelfertigung 3/2020“, die am 27. Mai erscheint. Wenn Sie ein Abonnement besitzen, erhalten Sie die Ausgabe automatisch. Wenn Sie noch kein Abo haben, dann bekommen Sie es hier.

Außerdem in der Ausgabe: Das erwarten Branchenentscheider für die Zeit nach Covid-19, mit diesen Strategien will Hesse-Lignal punkten, so pusht die Online-Initiative von Extranet24 Umsätze, diese Highlights gab es auf der „Indiawood“ in Bangalore zu sehen, was Betriebswirt Matthias Brack seinen Schreinerkollegen in der aktuellen Corona-Krise rät, Handwerksexpertin Andrea Eigel gibt wertvolle Tipps für eine gute Homepage, so setzt Sonae Arauco gemeinsam mit seinen Kunden Trends um und noch viele Themen mehr.

Darüber hinaus finden Sie in der aktuellen „möbelfertigung“ das große Special „Handwerk & Innenausbau“.

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