Dienstag, 19.05.2020, 16:30 Uhr Ima Schelling Group

300 Millionen Umsatz in 2019 knapp verpasst

Das Jahr 2019 war für die Ima Schelling Group ein sehr erfolgreiches Jahr mit einem Umsatzplus von rund 10 Prozent – insgesamt konnten 299 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Die Hürde mit 300 Millionen wurde also knapp verfehlt, stellt damit definitiv das Ziel für die nächsten Jahre dar. Auch mit den internen Prozessen zeigt sich Maximilian Lehner, Managing Partner der Ima Schelling Group, im Gespräch mit der „möbelfertigung“ sehr zufrieden: „Wir haben in den letzten Jahren viel umstrukturiert, im vergangenen Jahr auch noch einmal im Management und haben es jetzt geschafft, dass die Einzelunternehmen Ima und Schelling wirklich zu einer Gruppe zusammengewachsen mit einer Führungsetage und standortübergreifenden Verantwortlichen.“ Die letzte große Veränderung erfolgte mit Christoph Geiger. Er hatte zuvor die technische Geschäftsführung von Schelling in Schwarzach inne und übernahm nach dem Ausscheiden des langjährigen technischen Geschäftsführer Andreas Rinke bei Ima Ende 2019 die Gesamtverantwortung für die Bereiche Forschung & Entwicklung, Auftragstechnik, Produktion, Materialwirtschaft, Qualitätssicherung und Installation & Customer Service in Deutschland und Österreich. Mit dieser neuen Konstellation sieht sich die Gruppe jetzt wirklich gut aufgestellt, so Lehner.

Das die 300 Millionen-Umsatz-Hürde in greifbarer Nähe war, bewies das laufende Geschäftsjahr 2020 bis die COVID-19-Pandemie massiv auf Europa übergriff: „Bis Mitte März hatten wir noch einen sehr guten Auftragseingang, wäre es so weitergegangen, wäre es wirklich ein fantastisches Jahr 2020 geworden“, beschreibt Lehner. „In den ersten Wochen nach dem Lockdown herrschte sicherlich bei allen erst einmal Verunsicherung. Und wir haben gespürt, dass Entscheidungen in den letzten Wochen eher nicht getroffen wurden, der Auftragseingang ist seit Mitte März spürbar zurückgegangen. Dafür wurde aber sehr wohl die Zeit genutzt, um sich mit neuster Technik auseinanderzusetzen, darum hatten wir sogar relativ viel Kundenkontakt. Natürlich digital und nicht live. Inwiefern daraus Kaufentscheidungen werden, lässt sich aktuell aber schwer abschätzen. Wir stehen definitiv bereit. Grundsätzlich ist das Jahr 2020 bereits sehr durch einige Großprojekte geprägt, die uns lange beschäftigen: Den ,Corona-Knick‘ werden wir vor allem in 2021 zu spüren bekommen“, vermutet der Sales Director.

Grundsätzlich ist Lehner sehr zufrieden über die Performance der Ima Schelling Group weltweit in der derzeitigen Corona-Phase: „Da wir in China ein Tochterunternehmen haben, haben wir die Corona-Problematik schon sehr frühzeitig mitbekommen und konnten uns Ideen dazu machen. Schon allein durch die Tatsache, wie massiv die chinesische Regierung Maßnahmen eingeleitet hatte, waren wir alarmiert. Und haben eben auch live mitbekommen, was bei einem Lockdown passiert, denn alle unsere Kunden in China mussten ihre Produktionen schließen und unseren Servicemitarbeitern war das Reisen unmöglich. Zudem kamen einige chinesische Mitarbeiter erst sehr verspätet vom Neujahrsfest zurück, weil sie aus der Gegend um Wuhan stammen und entsprechend in Quarantäne mussten.
Für Europa konnten wir darum bereits im Februar die Weichen stellen zur Sicherung der Gesundheit der Mitarbeiter, konnten uns um Home-Office-Arbeitsplätze oder Video-Konferenzsysteme und ähnliches kümmern und dafür sorgen, dass die Arbeitsprozesse nicht ins Stocken kommen. Anfangs waren es natürlich lediglich Hygieneanweisungen in Richtung der Mitarbeiter, wir haben auch Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Bei den ersten Restriktionen in Österreich hatten wir dann allerdings schon mindestens einen Tag Vorlauf, weil wir einen guten Draht zu den Behörden gepflegt haben. Innerhalb von nur einem Tag konnten über 450 Mitarbeiter direkt ins Home-Office wechseln. Insgesamt muss man sagen, dass es bei uns sehr gut gelaufen ist und wir keine besorgniserregenden Vorfälle innerhalb der Gruppe hatten.“

Und dennoch hatte auch die Ima Schelling Group unvorhergesehene Schwierigkeiten zu lösen. Lehner meinte dazu: „Wir konnten beispielsweise in Italien oder Spanien nicht mehr ausliefern. Weil keiner mehr vor Ort war bei den Kunden, weil unsere Monteure auch hier nicht mehr reisen durften und schlichtweg kein Hotelzimmer bekommen hätten. Wir mussten Flächen anmieten, um die bereits fertiggestellten Maschinen einzulagern, da der Platz in den Werken benötigt wurde. Auf der anderen Seite ist es uns gelungen, Kundenabnahmen mittels Video auf dem virtuellen Weg zu machen, zum Beispiel in Kanada. Wir haben also unsere digitalen Möglichkeiten unter Realbedingungen auf Herz und Nieren prüfen können – mit sehr gutem Fazit. Glücklicherweise öffnet sich alles inzwischen wieder und wir sind guter Dinge, auch Auslieferungsverzögerungen aufholen zu können.“

Die Ima Schelling Group beschäftigt sich nun intensiv damit, wie die nächsten Schritte aussehen, wenn beispielsweise Messen als Vertriebstool länger ausfallen. Lehner erklärt: „An genau dem Thema sind wir gerade dran und prüfen, wie wir unseren Kunden alle erforderlichen Informationen zukommen lassen können, ohne analoge Messepräsentationen und echte Meetings. Wir denken über verschiedenste Tools nach und prüfen, wie wir diese bestmöglich für uns nutzen können. Beispielsweise in Form eines virtuellen Messestands oder ähnliches. Wir denken, dass es im Jahr 2020 tatsächlich mit Messen sehr schwierig wird. Wir hoffen allerdings, dass wir beispielsweise eine „Ligna 2021“ haben und treiben Projekte und Neuentwicklung mit diesem Fokus voran. Gerade wenn wir jetzt über eine längere Phase sprechen, bis wir zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren, dann ist die Messe in Hannover ein tolles Mittel, um wieder im größeren Rahmen mit Kunden in Kontakt zu treten.“

Neben dem Umsatz und dem Wechsel im Management gab es noch weitere Highlights im vergangenen Geschäftsjahr bei Ima Schelling: Der Bau eines neuen Zentrallagers in Lübbecke hat begonnen und ist voll auf Kurs, die Fertigstellung für August geplant. Damit sollen auf lange Sicht nicht nur Kosten optimiert, sondern es soll vor allem der Materialstrom am deutschen Standort noch einmal verbessert werden. Was im Ergebnis zu reduzierten Fertigungszeiten führt, zudem erhalten Kunden Ersatzteile noch verlässlicher. Investiert wurde aber nicht nur in Lübbecke: In Schwarzach zog das Unternehmen 2019 in ein neues Bürogebäude um. „Ein schönes Zeichen an die Mitarbeiter ist die neue Betriebs-Kindertagesstätte in Lübbecke, die noch einmal in ein anderes Gebäude umziehen soll, wenn sich die Lage mit dem Coronavirus etwas beruhigt hat – in Betrieb gegangen war die Kita bereits“, so Lehner. Zudem hat die Ima Schelling Group im vergangenen Geschäftsjahr eine neue Niederlassung in der Schweiz gegründet. „Es ist perspektivisch für uns sehr wichtig, dass wir speziell für den Schweizer Markt direkt vor Ort auch eine Niederlassung haben.“ Neben Deutschland, Österreich und nun der Schweiz ist der Maschinenbauer in den USA, in Kanada, UK, Spanien, Frankreich, Italien, Polen, Singapur und China mit Vertriebs- und Serviceniederlassungen vertreten. In der Slowakei gibt es einen reinen Produktionsstandort, in Polen werden mittlerweile sowohl Maschinen aus dem Ima, als auch dem Schelling-Sortiment gefertigt.

Gruppenweit beschäftigte die Ima Schelling Group Ende 2019 1.660 Mitarbeiter, 120 davon Auszubildende.

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