Mittwoch, 29.04.2020, 13:40 Uhr Handelsverband NRW

Blitzumfrage nach den Lockerungen im Handel

Ruhig und diszipliniert - so ist die erste Woche im wieder geöffneten Einzelhandel abgelaufen. Laut einer Blitzumfrage des Handelsverbandes NRW lag die durchschnittliche Kundenfrequenz in den Einkaufsstraßen zwischen 25 und maximal 45 Prozent der Werte aus Vergleichszeiträumen. Differenzierter sah es bei der Umsatzsituation aus. Von den 184 Antworten berichten 45,4 Prozent, dass der Umsatz bis zu 40 Prozent des Vorjahresumsatzes betragen habe. Bei 20,7 Prozent der Befragten lag der Umsatz hingegen auf Vorjahreshöhe oder darüber. „Etwa ein Viertel der Umfrageteilnehmer war zuvor nicht von der Geschäftsschließung betroffen, weil beispielsweise Lebensmittel oder Drogerieartikel angeboten wurden“, erläutert Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW diese Ungleichverteilung bei den Umsatzergebnissen.

Die Kunden waren aus Sicht des Handels überwiegend disziplieneirt. Nur in Einzelfällen (2,8 Prozent) kam es zu Problemen etwa beim Abstandsgebot. Die umfangreichen Schutzmaßnahmen des Handels gehen über Hinweisschilder und Zugangskontrollen hinausn. 78,7 der Umfrageteilnehmer stellen Desinfektionsmittel bereit, 47,1 Prozent geben Mund-Nasenschutz aus. „Der von einigen befürchtete Massenansturm auf den Einzelhandel ist wie vom Handel auch erwartet ausgeblieben, da verständlicherweise die Konsumstimmung in der Bevölkerung auf sehr niedrigem Niveau verharrt“, resümiert Achten.

Befragt nach finanzieller Unterstützung geben 64,2 Prozent der Teilnehmer an, die Soforthilfe bereits erhalten zu haben, vereinzelt wird von noch nicht erhaltenen Zahlungen trotz bereits erfolgter Bewilligung berichtet. 33 Prozent nehmen Steuerstundungen, 17,3 Stundungen von Sozialabgaben, 24,6 Prozent Mietstundungen und 12,8 Prozent bewilligte Bankkredite in Anspruch. Fast Zwei Drittel (64,5 Prozent) haben Kurzarbeit angemeldet. Etwa ein Viertel der Umfrageteilnehmer befürchtet, sein Geschäft aufgeben zu müssen. 9,9 Prozent sehen hier eine sehr große Gefahr, 14,4 Prozent eine große Gefährdung der geschäftlichen Existenz. 22,7 Prozent beurteilen die Gefahr einer Geschäftsaufgabe mit mäßig. „Um massenhafte Geschäftsaufgaben im Einzelhandel zu vermeiden, werden neben den bestehenden Hilfsprogrammen auch direkte Zuschüsse nötig werden. Auch brauchen wir Programme zu Stärkung der Massenkaufkraft“, führt Achten fort. „Was wir nun brauchen, ist ein verantwortungsbewusstes Hochfahren des gesamten Einzelhandels ohne Beschränkungen der Verkaufsflächengröße aber mit klaren Hygienevorgaben. Die immer noch vorhandene Diskriminierung von Betrieben mit Verkaufsflächen oberhalb von 800 Quadratmetern ist nicht nachvollziehbar.“


Ähnliche News...

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos