Dienstag, 31.03.2020, 13:45 Uhr Umgang mit der Corona-Krise – die „möbelfertigung“ fragt nach

Guido Hübner, Technischer Leiter Assmann Büromöbel

Möbelfertigung: Herr Hübner, Inwiefern sind Sie produktionsseitig von der Corona-Krise betroffen?
Guido Hübner: Zur Zeit glücklicherweise noch gar nicht. Alle geplanten Mitarbeiter sind an Bord, Material ist verfügbar und die Anlagen laufen.

Möbelfertigung: Gibt es Probleme in Ihrer Lieferkette, beispielsweise weil jetzt die letzten Container aus China eintreffen und bestimmte Teile weniger verfügbar sein werden?
Guido Hübner: Wir haben bereits frühzeitig eine Vielzahl an organisatorischen Maßnahmen eingeleitet, um weiterhin einen reibungslosen Prozess vom Auftragseingang über die Fertigung bis hin zur Auslieferung sicherzustellen. Stand heute ist die Lieferkette unserer Zulieferer sichergestellt und nicht unterbrochen. Dementsprechend können wir derzeit alle Liefervereinbarungen erfüllen.

Möbelfertigung: Wie bewerten Sie die Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung des Corona-Virus?
Guido Hübner: Die von der Bundesregierung durchgeführten Maßnahmen sind vollkommen richtig. In diesem Fall geht Gesundheit der Menschen vor Wirtschaft.

Möbelfertigung: Gibt es als Unternehmen dafür einen „Notfallplan“?
Guido Hübner: Wir haben individuell auf unser Unternehmen angepasste Notfallpläne,  die auch in unseren Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert sind. Beschrieben sind hier allgemeine Grundsätze und Prozesse, sowie Handlungs- und Verhaltensempfehlungen. Die gemachten Erfahrungen der letzten Tage werden wir auswerten und entsprechend ergänzen, da diese in Teilen außergewöhnliche Situation bisher nicht vorgesehen war.

Möbelfertigung: Welche Unterstützung würden Sie sich von der Regierung wünschen?
Guido Hübner: Die bürokratischen Hürden bei einer möglichen Einführung von Kurzarbeit müssen so gering wie möglich sein. Die finanzielle Unterstützung seitens der Regierung darf Unternehmen nicht jahrelang belasten und alle Unternehmen sollten in der Konsequenz gleich behandelt werden.

Möbelfertigung: Inwiefern müssen Sie im Bereich Service umdenken, müssen sich Kunden auf längere Zyklen einstellen? Oder greifen die Umstellungen durch die Digitalisierung in den letzten Jahren bereits und es sind gar nicht so große Auswirkungen?
Guido Hübner: Unsere Umstellungen und Anpassungen im Rahmen von Industrie 4.0 und Digitalisierung greifen und wir sehen diesbezüglich keine großen Auswirkungen bezogen auf die aktuelle Situation

Möbelfertigung: Wie sieht es in Sachen Neuaufträgen aus?
Guido Hübner: Assmann erwartet einen massiven Auftragseingangseinbruch im April/Mai 2020, den wir vielleicht - abhängig von der weiteren Entwicklung - in der zweiten Jahreshälfte zum Teil aufholen können. Mittelfristig erwarten wir einen dauerhaften Nachfragerückgang für Büromöbel.

Möbelfertigung: Lässt sich der wirtschaftliche Schaden für Ihr Unternehmen beziffern?
Guido Hübner: Wir rechnen mit 50 Prozent Umsatzeinbußen für das verbleibende Jahr 2020.

Möbelfertigung: Gibt es grundlegende Empfehlungen, die sie an andere und vielleicht auch Kunden weitergeben würden?
Guido Hübner: Haben Sie ein waches Auge auf Einnahmen und Ausgaben, Forcieren Sie interne/externe Kommunikation und informieren Sie Ihre Mitarbeiter über alle geplanten Maßnahmen, um einer Verunsicherung vorzubeugen.

Möbelfertigung: Ziehen Sie eventuell auch positive Lehren aus der aktuellen Situation?
Guido Hübner: Die Loyalität und Solidarität von Mitarbeitern und Unternehmenspartner in schweren Zeiten. Interessant ist, dass durch die aktuellen Zwänge moderne Arbeitsformen-/ mittel, zum Beispiel das Arbeiten von Zuhause, das Abhalten von Videokonferenzen,etc. selbstverständlich geworden sind. Dies führt zu mehr Effektivität, die wir auch in Zukunft beibehalten werden.



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