Freitag, 27.03.2020, 09:30 Uhr Umgang mit der Corona-Krise – die „möbelfertigung“ fragt nach

Biesse sieht auch positive Anreize in der aktuellen Situation

„Zuerst einmal die gute Nachricht: Dem Unternehmen geht es soweit gut, in vielen Bereichen können wir – natürlich unter Berücksichtigung der behördlichen Anweisungen – unsere Tätigkeiten in großem Umfang aufrechterhalten“, erklärt Raphaël Prati, Corporate Marketing & Communications Director der Biesse Group. „Es gab natürlich besonders nach der Verkündung am Samstag, das nicht relevante Produktionen in Italien stillgelegt werden müssen, eine große Verunsicherung seitens unserer Kunden. Wir sind allerdings in der glücklichen Lage, dass uns diese Restriktion nur in Teilen betrifft. Einige Bänder mussten wir stilllegen. Andere laufen ohne Beeinträchtigung weiter, weil die Maschinen, die dort entstehen, relevant sind für die grundlegende Versorgung. Und das gilt sowohl für den Holz-, aber auch andere Industrien, in denen wir tätig sind, beispielsweise Kunststoff und Glas. An einigen Bändern gibt es Maschinen, die komplett 24 Stunden durchlaufen, hier gibt es eine Sondergenehmigung. Darüber hinaus dürfen Maschinen, die bereits fertiggestellt sind, weiterhin die Werke verlassen und erreichen die Kunden weitestgehend nach Plan“, resümiert der italienische Marketingspezialist. „Insgesamt ist die Lage bei uns noch recht gut. Mit den Produktionsstätten außerhalb Italiens sind wir sehr gut aufgestellt und sehen uns in der Lage, dem Bedarf der kommenden Monate nachkommen zu können. Zudem gibt es auch nach wie vor ein sehr lebendiges Tagesgeschäft. Aktuell kommen natürlich aus einigen Ländern weniger Neuaufträge, dafür läuft der Service und auch die Versorgung mit Ersatzteilen sehr gut. Und es kommen auch durchaus Neuaufträge: In einigen Ländern rüstet man sich für den ,Neustart‘ oder ist garnicht erst derart von der Corona-Krise und den entsprechenden Maßnahmen betroffen wie wir in Italien, wie in Deutschland, Frankreich oder Spanien.“

Auch Federico Broccoli, Verkaufsdirektor der Holzdivision und Direktor aller Tochtergesellschaften, bekräftigt: „Wir arbeiten im Schulterschluss mit unseren 39 Tochtergesellschaften, um die Geschäftskontinuität für unsere Kunden zu gewährleisten. Wir unterstützen sie mit Ersatzteilen und Dienstleistungen sowie mit Fernhilfe und Einsätzen beim Kunden vor Ort, in voller Übereinstimmung mit den lokalen Gesetzen. Ermutigt durch den hohen Auftragsbestand gehen wir mit Zuversicht und vor allem auch Verantwortungsgefühl durch diese Wochen der Notlage. Darüber hinaus gewährleisten die Maschinen, die weiterhin von unseren Produktionsstätten produziert werden, und die Technologie, die in unseren Zentren in Italien, Nordamerika, Australien, Malaysia und Indien zur Verfügung steht, eine Versorgung, die mehr als ausreichend ist, um die Anforderungen der Biesse- und Intermac-Kunden in der ganzen Welt zu erfüllen und auf ihre technologischen Bedürfnisse während dieser Zeit zu reagieren. Dank dieser strategischen Reserve können wir auch aktuellen Verlangsamung ohne Bedenken entgegensehen.“

Raphaël Prati geht sogar noch weiter: „Erst einmal hoffen wir, dass wir mit dem derzeitigen Corona-Lockdown in vielen Ländern nur über einige Wochen sprechen. Und nicht über eine Phase mit mehreren Jahren wie in der Wirtschaftskrise nach 2008. Sobald die Sperren wieder aufgehoben sind, sollte das Meiste auch wieder hochfahren. Und in anderen Bereichen ist die aktuelle Situation durchaus eine Chance. Der eingeschlagene Weg der Digitalisierung bekommt einen echten Turboboost. Wir bieten mit der IOT-Plattform ,Sophia‘ seit längerem viele digitale Services an, hier ist das Interesse spürbar gestiegen. Eine solche Phase zwingt selbst Skeptiker zum Umdenken. Die Online-Anbindung einer Maschine wird Normalzustand, nicht Ausnahme sein. Digitale Zwillinge und Inbetriebnahmen ebenfalls. Zudem werden wir in Zukunft physische Treffen noch mehr auf den Prüfstand stellen. Weil wir derzeit merken, wie gut wir auch über digitale Kanäle und mittels Videokonferenzen kommunizieren können. Die Zusammenarbeit mit den Kunden dürfte sich dadurch in Zukunft effizienter gestalten, Reisezeiten werden sinken und der Output erhöht. Webinare werden zunehmen, Schulungen verstärkt online laufen. Insofern ziehen wir frühzeitig unsere Lehren aus Corona, indem wir die Chancen ausloten und die Weichen im Unternehmen entsprechend stellen. Vieles sehen wir auch als Bestärkung, das wir uns bereits auf einem sehr guten Weg befunden haben.“

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