Mittwoch, 25.03.2020, 08:00 Uhr Umgang mit der Corona-Krise – die „möbelfertigung“ fragt nach

Sebastian Bruder, Geschäftsführer Expert Systemtechnik

„Die Situation ist gleichermaßen ungewohnt wie schwierig: Das Unternehmensgebäude in Bielefeld ist nahezu leer, weil alle im Homeoffice arbeite“, erklärt Sebastian Bruder, der gemeinsam mit seinem Bruder Manuel den ostwestfälischen Multitechnologie-Anbieter für den Zuschnitt von flexiblen Materialien Expert Systemtechnik führt, gegenüber der „möbelfertigung“. „Projekte sind gestoppt, weil es nicht möglich ist zu reisen. Und auch in der Produktion wird es zunehmend schwierig, weil mittlerweile Teile fehlen, um Maschinen zu vollenden. Momentan fangen wir das Ganze durch den Abbau von Überstunden und vorgezogenen Urlaub ab, werden ab April aber wie wahrscheinlich sehr viele andere mit Kurzarbeit auf die Situation reagieren. Erreichbar sind wir für unsere Kunden ganz normal, so wie sie es von uns gewohnt sind. Krankheitsfälle gibt es glücklicherweise bei uns noch nicht.
Normalerweise zahlt es sich immer aus, dass wir in verschiedenen Branchen unterwegs sind, aber von der Corona-Pandemie sind wirklich alle betroffen, von der Automobil- bis zur Möbelindustrie. Auch wenn der Status Quo nicht überall gleich ist: im Gegensatz zu den Automobilherstellern produzieren derzeit einige Möbelhersteller noch. Die Frage ist, wie lange dieser ,Schwebezustand‘ dauern wird, wann es wieder anläuft und welche Unternehmen dann noch übrig sind. Bei den Zulieferern der Automobilindustrie könnte die Luft dünn werden. Was dann auch wiederrum Auswirkungen hat: Wenn einer Branche die Erstausrüster wegbrechen, dann kommt letztlich der gesamte Wertschöpfungsprozess ins Stocken. Wir hoffen wirklich das Beste und dass wir Mitte April langsam wieder zum Alltag übergehen können.
Mir zeigt die aktuelle Situation mehr denn je, wie wichtig die Digitalisierung ist. Sowohl in der Fertigung, als auch in der Kommunikation. Es ist derzeit kaum anders möglich, als per Teams, Skype und anderen Tools zu kommunizieren, um sich über Landesgrenzen hinweg trotz aller Restriktionen auszutauschen. Dies beweist, wie wichtig es ist, offen für neue Technologien und neue Arbeitsformen zu sein. Zudem ist es bedeutend, als Unternehmer in Netzwerken eingebunden zu sein, um sich gegenseitig austauschen zu können, Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig auch Mut zu machen.
Und ein Fazit kann wirklich jeder aus der aktuellen Phase ziehen: Uns wird deutlich, das wirklich nichts selbstverständlich ist.“

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